
Seit den ersten einschlägigen Erhebungen aus dem Jahre 2008 wird deutlich, dass
nur 40 Prozent der befragten jungen Ungarn
Demokratie als das beste politische System betrachten. Eine immer stärker anwachsende Gruppe an den Universitäten und Hochschulen befürwortet sogar
explizit die Diktatur, ergaben Studien der Forschungsgruppe "Aktive Jugendlichen" der MTA.
Andrea Szabó, Leiterin der Forschungsgruppe, bietet im
Interview mit Eszter Rádai eine Erklärung an: "Die jungen Ungarn möchten Konsens. Konsens, Einheit und einheitliches Denken ... Sie
hassen Diskussionen, denn da müssen sie ihren Standpunkt verteidigen, und sie lernen nicht, wie sie ihren Standpunkt verteidigen können. In der Schule lernen sie nur, dass Konflikte schlecht sind. Konfliktmanagement wird in Ungarn nicht gelehrt."
Es könnte auch daran liegen, dass viele junge Ungarn, die anders denken, ihr Land
am liebsten verlassen. Das gilt übrigens auch für
Ungarn in Rumänien, laut einer in
HVG zitierten Studie, die nicht mehr nach Ungarn, sondern viel lieber nach Deutschland oder Österreich emigrieren.