Bild: Leonardo da Vinci: The Virgin and Child with St Anne and the Infant St John the Baptist ('The Burlington House Cartoon'), c.1506-08 Ein solches "Gipfeltreffen der Giganten" kommt so schnell nicht wieder, jubelt Peter Richter in der SZ, nachdem er sich in der Royal Academy London selten ausgestellte Werke von Michelangelo, Raffael und Leonardo da Vinci ansehen durfte. Im Jahr 1504 trafen die drei Renaissance-Größen aufeinander, als eine Kommission beriet, wo Michelangelos gerade fertiggestellter "David" aufgestellt werden sollte. Zudem gerieten Leonardo und Michelangelo in direkte Konkurrenz, weil ein großes Wandgemälde für den neuen großen Ratssaal, die Sala del Gran Consiglio, geschaffen werden sollte. Es sind vor allem die Zeichnungen, die Richter faszinieren, darunter einige der zärtlichsten Mutter-und-Kind-Konstellationen: "Es gibt da etwa eine von Michelangelo, auf der die Jungfrau beim Stillen des Jesuskindes scheinbar verträumt zu einem muskulösen, nackten Jüngling herüberschaut, der sich, quergelegt, ebenfalls auf dem Blatt befindet, und dazwischen noch die Karikatur eines Kopfs, Typus augenrollender Kellner. Solche fast schon surrealistischen Zufallsbegegnungen sind eigentlich nur im Medium der Zeichnung möglich. Man sieht dabei auch, dass das Wort Studie wirklich von Studieren kommt."
Im Tagesspiegel gratuliert Nikolaus Bernau nicht nur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die nun zwölf Millionen Euro mehr Förderung erhalten, sondern auch Hermann Parzinger, Claudia Roth und Vorgängerin Monika Grütters, die daran arbeiteten die Finanzblockade der Länder zu durchbrechen. Dass die Länder insgesamt nur drei Millionen Euro beisteuern, findet Bernau dann allerdings doch ziemlich knauserig: "Selbst wenn man Berlin nicht mitzählt, das als Sitzland der Stiftung mehr zahlt, sind die drei Millionen 200.000 Euro pro Land. Die Staatskanzleien dürften höhere Portokosten haben."
Weitere Artikel: Die Welt wirft einen Blick auf die sehenswertesten Ausstellungen im Jahr 2025, darunter Wolfgang Tillmans im Dresdner Albertinum und Lygia Clark in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Auch die Berliner Zeitungschaut auf die besten Ausstellungen 2025. Für die FAZ besucht Georg Imdahl die Malerin Nicole Eisenmann in ihrem New Yorker Atelier.
"Les Baigneuses à la tortue", Henri Matisse 1906/1907, gemeinfrei. Die kleinen Dinge sind es, die die große Matisse-Retrospektive in der Fondation Beyeler bei Basel spannend machen, verrätMonopol-Kritikerin Alicja Schindler. Am besten gefällt ihr der Teil der Ausstellung, "in dem sich die Auswirkungen von Matisses Italien-Reise im Sommer 1907 nachvollziehen lassen." Denn hier sind nicht die hinreichend bekannten Klassiker zu sehen, sondern Bilder, die der Kritikerin "ungewöhnlich, rätselhaft und irgendwie eigenartig" erscheinen. Wie zum Beispiel das 1907/1908 entstandene "Baigneuses à la tortue": "Die Szene ruft Paul Cézannes Badende wach, die Einteilung des Hintergrunds in eine ultramarinblaue obere und eine grüne untere Fläche erinnert an Giottos Darstellung der Taufe Christi in der Scrovegni-Kapelle in Padua. Die holzschnitthafte Körperlichkeit der drei Frauen ist imposant, im Gegensatz zu ihrer prähistorisch wirkenden Massigkeit sieht die Schildkröte am unteren Bildrand winzig aus, trotzdem zieht das kleine Tier meine Aufmerksamkeit auf sich wie sonst kaum etwas in der Ausstellung. Ein Detail, das hier keinen Sinn ergibt - und doch wichtiger sein könnte als es scheint. ... Welche Ausstellungsnarration würde sich wohl ergeben, würde man alle Bilder nochmal ausgehend von der Frage nach der Schildkröte umhängen?"
Außerdem: In der FAZ schreibt Stefan Trinks den Nachruf auf den österreichischen Kunsthistoriker Rudolf Preimesberger. Besprochen werden die Ausstellung "Böse Blumen" in der Berliner Sammlung Scharf-Gerstenberg (FR) und die Erwin Wurm-Retrospektive in der Albertina Modern in Wien (NZZ).
In der FAZ stellt Hannes Hintermeier den Fotografen Heinz Gebhardt vor. Besprochen werden eine fotografische Serie von René Groebli in der Berliner Galerie Johanna Breede (Tsp), eine Ausstellung über den Austausch von Ideen und Künsten zwischen Ludwig XIV. von Frankreich und dem chinesischen Qing-Kaiser Kangxi im Hongkonger Palace Museum (FAZ), Ausstellungen des Malers und Einstein-Freunds Josef Scharl in der Berliner Galerie Nierendorf (Tsp), des französischen Künstlers Philippe Parreno im Münchner Haus der Kunst (Tsp), der israelischen Künstlerin Alona Rodeh im umgebauten Kunstmuseum Gelsenkirchen (monopol) sowie eine Ausstellung illustrierter Kinderbücher seit dem 19. Jahrhundert in der Münchner Pinakothek der Moderne (FAZ).
"Philippe Parreno. Voices". Ausstellungsansicht. Haus der Kunst. 2024. Foto: Andrea Rossetti Wer sich schon immer mal von Susanne Daubner durch einen Science-Fiction-(Alb-)Traum führen lassen wollte, hat in Philippe Parrenos Ausstellung "Voices" im Münchner Haus der Kunst die Gelegenheit dazu, freut sich Gabi Czöppan im Tagesspiegel. Die Stimme der "Tagesschau"-Sprecherin führt durch Filme und Lichtskulpturen, die Parreno mithilfe einer künstlichen Intelligenz geschaffen hat. Daubners "Text, den sie monoton und sachlich für die Aufnahme vorgelesen hat", soll sich "zu einer sich ständig verändernden, neuen Sprachform entwickeln" - das erledigt ein Computer, "der in einer Ecke eifrig blinkt und mit Hilfe einer KI Daten direkt in die Ausstellung überträgt. Jede Bewegung, jedes Geräusch, jeder Atemzug, jeder Temperaturanstieg wird registriert und verarbeitet." Der Künstler möchte aufmerksam machen auf den Klimawandel, der seiner Heimat Andalusien schon jetzt Temperaturen von bis zu 50 Grad beschert: "Eine Ausstellung sei nicht nur eine Anordnung von Objekten, sondern 'ein Akt der Schöpfung', hat Philippe Parreno einmal gesagt. In München schafft er ein fast apokalyptisches Gesamterlebnis."
Ferial Nadja Karrasch führt für Monopol ein Interview mit Tanja Pirsig-Marshall, die die Otto Mueller-Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster kuratiert (unsere Resümees) und zu dem Künstler promoviert hat: Die Ausstellung wurde insbesondere von SZ und NZZ dafür kritisiert, zeitgenössische Maßstäbe an Kunst anzulegen, die mit ihren Entstehungsbedingungen wenig zu tun hätten. Die Kuratorin betont hingegen, es gehe darum, ein Bewusstsein zu schaffen für die Kontexte: "Ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass Mueller kein Rassist war. Er hatte eine wirkliche Affinität zu den Sinti und Roma. Nichts deutet darauf hin, dass er sich für etwas Besseres gehalten hat, ich sehe das nicht. Aber Tatsache ist, dass seine Werke zur Reproduktion bestimmter Stereotype beigetragen haben, die auch von den Nationalsozialisten aufgegriffen und verzerrt wurden und die zur Verfolgung führten. Sich solche Wechselwirkungen bewusst zu machen, ist wichtig. Diese Themen müssen aufgegriffen werden. Gerade hier in Deutschland und gerade mit der aktuellen Rechtsbewegung."
Besprochen wird die Augmented-Reality-Ausstellung "The Orangerie" im Grüneburgpark Frankfurt, eine Gemeinschaftsarbeit palästinensischer und israelischer Künstler (Monopol).
Der Guardianwürdigte die aktuelle Francis-Bacon-Ausstellung "Human Presence" in der Londoner National Portrait Gallery als eine der besten, aber auch zugleich "brutalsten" Bacon-Ausstellungen überhaupt, und dem kann Peter Richter in der SZ nur zustimmen. Die Schau lässt allen "existenzialistischen Weihrauch" um Bacon abziehen und so sieht Richter vor allem "Freunde und Vertraute aus dem Nachtleben von Soho. Männer, mit denen er schlief. Kollegen, mit denen er tafelte. Frauen, mit denen er diskutierte, feierte und sich mit Hingabe betrank. Es ist höflich, aber doch auffällig viel von 'drinking companions' die Rede. Umso mehr schockiert dann die Gewaltsamkeit: Gesichter, die zur Faust geballt werden. Gesichter, die wie mit Fäusten zermantscht aussehen. Swirl-Effekte wie zum Unkenntlichmachen von Personen in der digitalen Bildbearbeitung, nur eben in Öl auf Leinwand und an Menschen, die ihm eigentlich nahestanden. Die Art, wie er sie porträtierte, sei von vielen tatsächlich als 'Verletzung' empfunden worden, gibt Bacon in einem Fernsehinterview zu".
Weiteres: Für die tazbesucht Frank Keil den Maler Dieter Glasmacher, der dieses Jahr seinen 85. Geburtstag feiert. Besprochen wird die RinekeDijkstra-Ausstellung "Still - Moving Portraits 1992-2024" in der Berlinischen Galerie (taz, mehr hier)
Weiteres: Boris Pofalla unterhält sich mit dem kanadischen Künstler Jeff Wall, der gerade in der Londoner White Cube Gallery ausstellt, über die Komposition und Langlebigkeit von Farbfotos. Vincent Först unterhält sich für monopol mit Designer Fuseinatti über "Internet Aesthetics". Besprochen werden noch Gary Simmons' Ausstellung "Thin Ice continues" in der Galerie Hauser & Wirth in Manhattan (Hyperallergic) und Ai Weiweis "What You See Is What You See" bei Faurschou New York (Hyperallergic).
Ülo Sooster. Mona Lisa. 1960. Sooster Family Collection. Die Bilder eines "Kosmo-Erotikers" kann FAZ-Kritiker Jan Brachmann im Mikkel Museum in Tallinn bewundern: Eine große Ausstellung widmet sich dem estnischen Künstler Ülo Sooster, einem "lustvollen, witzigen Nonkonformisten", der sich durch die gesamte Kunstgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts malte "vom Spätimpressionismus bis zum Surrealismus und der abstrakten Malerei", so Brachmann. Die Sojwets fanden seine Bilder weniger witzig - Sooster musste ins Arbeitslager, wo er allerdings munter weilter malte: "Die Eierbilder gehören zu den lustigsten und originellsten. Eine große Filzstiftzeichnung von einem Ei zeigt auf dessen Oberfläche Strukturen, die an die gewundenen Gänge eines Tritonshorns oder eine Vulva erinnern. Sooster bringt das Ei und Gustave Courbets 'Ursprung der Welt' zusammen, wie er auch sonst viele intertextuelle Scherze liebt und in einer Bleistiftzeichnung von Leonardos 'Mona Lisa' deren Mund und linkes Auge surrealistisch gegeneinander tauscht."
Auch Michaela Nolte ist im Tagesspiegelangetan: "Wir beschreiten fragile Wege, bewegen uns auf frei schwebenden Plateaus oder plötzlich endenden Planken, die über gähnende Tiefen ragen; blicken in die Ferne oder auf Wand- und Dachkonstruktionen. Wobei der delikate Duktus in den transparenten Partien ebenso auf den Baustoff Glas und die damit einhergehende Offenheit der Architektur Mies van der Rohes rekurriert."
Außerdem: In der FAZ freut sich Peter Kropmanns über die beendete Restaurierung der prächtigen "Chapelle de la Vierge" in der Pariser Kirche Saint-Sulpice. Besprochen wird die Ausstellung "Ribera - Ténèbres et lumière" im Petit Palais in Paris (NZZ)
Ein ganz "famoses" Experiment erlebt Christiane Meixner (Tagesspiegel) im Berliner Bröhan-Museum, das in der Ausstellung "Intervention #1" Objekte aus der Sammlung mit den geometrischen, dreidimensionalen Werken des Künstlers Gerold Miller konfrontiert. In der Auswahl "überwiegt das Ornament. Kurviges, Ausladendes wie jene 'Tänzerin mit Kothurn', die um 1901 in Paris aus feuervergoldeter Bronze gegossen wurde: mit einem Kleid, das in dekorativen Falten erstarrt ist und in der Hochphase des Jugendstils entstand. Ein Gemälde von Karl Hagemeister verheißt den 'Blick aus dem Fenster auf Häuser in Paris' um 1884. Zwei Jahrzehnte jünger ist die Vase aus der Manufacture Nationale de Porcelaine de Sèvres. Aber halt: Gibt es hier nicht die erste formale Anknüpfung? Das schlichte Gefäß betört mit seiner schwarz-blauen Glasur - ein Doppel, das sich in einem 'SET'-Duo von Miller wiederfindet. Ein kleiner Tisch nimmt die Kreisform seiner 'Instant Vision 265' von 2023 visuell wieder auf.... Man beginnt zu ahnen, wie Gerold Miller sieht; wie die optischen Impulse der Kunstgeschichte ihren Weg in sein Werk finden. Zugespitzt, abstrahiert, allgemeingültig."
Die Kunst gibt sich immer politischer, und doch wird das, was aus der Kultur an Einmischung kommt, von der Politik längst nicht mehr ernst genommen, notiert Tobi Müller, der sich in einem Essay auf Zeit Online noch an herausragende politische Kunst zu Beginn des Jahrtausends erinnert. Aber: "Das Problem ihrer Politisierung begann aber da, als diese Haltungen selbst zur Marke der Künstlerinnen und Künstler wurden. Aus der Freiheit, auch politische Kunst machen zu dürfen und damit ein großes Publikum erreichen zu können, erwuchs ein Marktbefehl, politischer Künstler sein zu müssen. Häufig stammt dieser Befehl von Marken und Museen, die mit aktivistischer Kunst von ihren institutionellen Problemen ablenken wollen. Die Luxusüberbauung des einst subkulturellen Tacheles-Blocks in Berlin ist nur eins von vielen Beispielen: Das Fotomuseum Fotografiska versuchte dort gleich zu Beginn, mit extra-aktivistischen Ausstellungen Kritik an dem Immobilienprojekt abzuwehren. Deshalb wird diesen Marken und Museen auch art washing vorgeworfen. 2024 hat sich nun besonders deutlich gezeigt, dass aus diesen Entwicklungen ein quer durch alle Kunstszenen ersichtliches Problem entstanden ist: die Überschätzung der eigenen Wirkungskraft."
Weitere Artikel: Im Welt-Interview spricht der kanadische Künstler Jeff Wall über seine aktuelle Ausstellung in seiner Londoner Galerie und über die Restaurierung und Konservierung von Fotografien. Für den Tagesspiegel wirft Eva Karcher einen Blick auf das krisengeschüttelte Kunstmarktjahr 2024. Für die Berliner Zeitung porträtiert Len Sander die Autorin und Künstlerin Cemile Sahin, deren Videoarbeiten und Rauminstallationen derzeit in der Ausstellung "ROAD RUNNER" in der Berliner Galerie Esther Schipper zu sehen sind.
Miquel Barceló: Neuf demi tomates, 2010. Bild: Galerie Bruno Bischofsberger.
Gegen Anflüge von Winterdepression empfiehlt Alexandra Wach für Monopol den Besuch von "Miquel Barceló: Vida y Muerte" im Museum Küppersmühle in Duisburg. Zwischen Darstellungen von Speis und Trank geht es dekadent zu, es "tauchen verrottende Früchte inmitten des rauschhaften Genusses auf, jede Menge Schädel, menschlich und tierisch, die Lust am Essen ist offenbar nicht ohne den Drang zu töten zu haben. (…) vielleicht sollte man sich nach den Aufbrüchen von Transavanguardia, Figuration Libre und den Neuen Wilden einfach noch einmal von der erdigen Materialität dieser Malerei verführen lassen, der Reverenz an Licht und die sich ständig ändernden Farben des Meeres. Entwaffnend sinnlich sind auch die unkonventionellen Materialien wie Vulkanasche, Algen, Sedimente und hausgemachte Pigmente. So lässt sich die winterliche Trübsal des Nordens ertragen."
Weiteres: Der Kunstwissenschaftler Matthias Bruhn macht sich im Spiegel online-Interview über digitale Bilder in Zeiten von KI Gedanken.
Besprochen wird: Wie sich wohnen künstlerisch gestalten lässt, von "Poverty Porn" bis Herrenhaus, erkundet die Taz in der Ausstellung "Our House" in der Frankfurter Villa Giersch (Taz), "Robert Longo" in der Wiener Albertina (FR), "Böse Blumen. Baudelaires 'Fleurs du Mal' und die Kunst" in der Sammlung Scharf-Gerstenberg (Tagesspiegel) und die SZ begibt sich nach Weimar, um in Erfahrung zu bringen, wie das eigentlich war, mit Goethe und Caspar David Friedrich in der Ausstellung "Caspar David Friedrich. Goethe und die Romantik in Weimar" im Schiller-Museum Weimar.
Im Monopol-Magazin spricht der syrische Künstler Tammam Azzam, der mit Collagen aus Kriegsruinen bekannt wurde, über das Kunstschaffen unter Assad: "Wenn du in Syrien lebst, gibt es etwas in dir, was dein eigenes Verhalten konstant beobachtet, um nicht zu riskieren, festgenommen zu werden. Es war jedoch immer einfacher, visuelle Kunst zu machen, als zu schreiben, weil es weniger konkret ist als Worte. Allerdings gab es auch unendlich viele Künstler, die bis zu diesem Moment ins Gefängnis gekommen sind. Am Ende war es dem Regime egal, welche Kunst du gemacht hast, aber es war niemals egal, wenn sie kritisch war."
Weitere Artikel: In der tazerinnert Hili Perlson an das vor fünfzig Jahren aus dem Oratorio di San Lorenzo in Palermo gestohlene Caravaggio-Gemälde "Die Geburt Christi mit den Heiligen Laurentius und Franz von Assisi", das an Platz zwei der meistgesuchten Kunstwerke weltweit steht. Seit 2010 werden immer neue zeitgenössische Künstler gebeten, für die Stelle des geraubten Gemäldes ein eigenes Werk zu schaffen, dieses Jahr wird es von Michelangelo Pistoletto kommen, so Perlson: "Pistolettos Neuinterpretation des Caravaggio-Gemäldes, so viel hatte der Künstler vorab der taz verraten, wird seine ikonische Spiegelmalerei aufgreifen. Auf einer großen spiegelnden Fläche soll eine Kopie des Engels aus dem originalen Gemälde angebracht werden." Das Neuköllner Kulturzentrum Oyoun soll schon bis Ende des Jahres ausziehen, meldet Susanne Memarnia in der taz. In der FAZ denkt Stefan Trinks über Darstellungen der Geburt Christi in einem ruinösen Palast-Stall nach. Ebenfalls für die FAZ besucht Kerstin Holm das von dem ehemaligen Spiegel-Korrespondenten Norbert Kuchinke gegründete russisch-orthodoxe Kloster in Götschendorf in der Uckermark, wo zwar Russen, Ukrainer und Belorussen zusammen leben und beten dürfen - dafür mischt sich das Moskauer Patriarchat in der Frage der künstlerischen Gestaltung ein.
BuchLink: Aktuelle Leseproben.
In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Jörg Ernesti: Die Päpste Vom Bischof von Rom zur moralischen Weltmacht Eine Institution im Wandel: Wie das Papsttum über Jahrhunderte Macht, Kultur und Einfluss neu definierte Das Papsttum fasziniert…
Madeline Cash: Verlorene Schäfchen Aus dem Amerikanischen von Sophie Zeitz. Eigentlich könnte die Familie Flynn eine Vorbild-Vorstadt-Familie sein: Mutter, Vater und drei Töchter, sonntags geht man in die…
Italo Calvino: Geschriebene und ungeschriebene Welt Aus dem Italienischen von Anna und Dietrich Leube. Warum braucht es so viele Tränen in der Literatur? Italo Calvinos Blick auf die Welt, die Literatur und das Lesen - eine…
Elisabeth Lenk: Kritische Schriften Herausgegeben von Rita Bischof. In den hier erstmals gesammelt vorliegenden Kritischen Schriften Elisabeth Lenks drückt sich ein Denken aus, das sich souverän und mit großer…
Alle aktuellen BuchLink-Leseproben finden Sie
hier