Andreas Rossmann bilanziert in der FAZ die ersten Monate des neuen Uffizien-Chefs Simone Verde. Yelizaveta Landenberger berichtet von der Ukraine-Biennale in Chemnitz. Besprochen wird die Ausstellung "Richard McGuire - Then and There, Here and Now." im Cartoonmuseum Basel (FAZ).
Bild: Akosua Viktoria Adu-Sanyah. Ganz fasziniert von deren Neuartigkeit betrachtet Lisa Berins für die FR die Arbeiten der Fotokünstlerin Akosua Viktoria Adu-Sanyah im MMK Zollamt Frankfurt. Die Ausstellung "Corner Dry Lungs", die auch aus der Trauer um ihren verstorbenen Vater entstanden ist "eine Work-in-Progress-Schau: Das Zollamt MMK ist zu einer Art begehbarem Studio der 1990 in Bonn geborenen und in Zürich lebenden Künstlerin geworden. Ihre Arbeit ist das Eintauchen in den Prozess der Fotografie. Niemals würde man sagen, dass diese monochromschwarzen Bilder analoge Fotografien sind. Sie sind es - auf der einen Seite. Andererseits sind sie das Ergebnis einer konzeptuellen Auseinandersetzung mit dem Material und dem Entstehen von Fotografie - ein Experimentieren auf der Metaebene. Dafür rollt Adu-Sanyah analoges, glänzend beschichtetes Fotopapier aus, das durch die wenigen Halogenlampen im Raum belichtet wird und damit eigentlich zerstört ist. Es färbt sich zunächst gelb und lachsrosa, dann violett. Danach bearbeitet sie das Papier mit Schwämmen und einem chemischen Entwickler, der die belichteten Stellen - also das gesamte Papier - schwarz färbt."
Die FAZ fragt beim Kunstfestival Steirischer Herbst nach, wie Heimatliebe aussehen kann, die nicht rechts ist. Jetzt, wo in Österreich Wahlen anstehen und die FPÖ eine reelle Chance hat, über Budgetkürzungen ihre Vorstellungen von Kunst durchzusetzen, liefert das Grazer Festival in verschiedenen Sparten erfolgreiche Gegenbeispiele, die von Victor Sattler bestaunt werden: "Das Video 'Voices' (2024) von Ieva Epnere ist ein kleines Meisterwerk. Es zeigt schöne Trachtenmode, wie sie die FPÖ öfter beim Steirischen Herbst sehen möchte, Stichwort Volkskultur. In diesem Fall ist es aber keine österreichische Tracht, sondern eine lettische. Und getragen wird sie nicht ausschließlich von gebürtigen Letten, auch nicht von Schauspielern, sondern von Mitgliedern eines obskuren Chors in Graz, dem Österreicher und Ukrainer angehören. Manche von ihnen seien auf unergründliche Weise zu ihrer Liebe für Lettland gekommen. Sie wirken im Video verloren in Raum und Zeit, scheinen voller Sehnsucht zu sein. In Detailaufnahmen und Totalen singen sie zwischen stillen Passagen ein lettisches Volkslied über den Sonnenauf- und -untergang."
Weitere Artikel: Die FAS begibt sich für die Ausstellungsreihe Borusan Contemporary in wochenends leergeräumte Istanbuler Bürogebäude.Kaspar König ist erst vor kurzem verstorben, jetzt wird seine Sammlung auf seinen eigenen Wunsch hin versteigert, berichtet die Wams.
Besprochen werden die Sylvia-Hagen-Ausstellung "Spuren: Bronze - Ton - Papier" auf Schloss Neuhardenberg (FR), die Thomas-Schütte-Retrospektive im New Yorker Museum of Modern Art (SZ) und die Ausstellung "THEATER" im Berliner Fluentum mit Werken von Calla Henkel und Max Pitegoff (Monopol).
Installation von Chiharu Shiota im KZ Ebensee. Foto: Oskar C. Neubauer Das KZ Ebensee, eine Außenstelle des KZs Mauthausen, liegt in den Bergen nahe dem oberösterreichischen Kurort Bad Ischl, Zwangsarbeit und Mord sollten hier unauffällig abgewickelt werden, erinnert Regine Müller in der taz. In die dort liegenden Stollen hat sich die Künstlerin Chiharu Shiota mit 300 Kilometern Schnüren vorgearbeitet und bei Müller einen bestürzenden Eindruck hinterlassen: "Wassertropfen zittern schwer an den abertausenden von roten Schnüren, aus denen Shiota ihre Arbeit gewirkt hat. Im kalkulierten Gewirr der Fäden hat sie einen Reigen von 25 schwebenden roten, überlebensgroßen Kleidern hintereinander aufgehängt. Es sind feierlich schlichte, bodenlange Gewänder, die für religiöse Rituale taugen würden. Die Kleider haben ihre leeren Ärmel leicht ausgebreitet, die langen Schleppen sind von unsichtbarer Hand wie die Brautschleier bei royalen Hochzeiten leicht angehoben, damit nichts den schmutzigen Boden berührt. Schwerelos scheinen diese Gewänder von den Schnüren - sind es die Schicksalsfäden der Nornen?"
Weiteres: In der Berliner Zeitung berichtet Ulrich Seidler von den Protesten gegen den CDU-Landrat Michael Geisler, der die seit einem Jahr durch Sachsen und Sachsen-Anhalt tourende Ausstellung "Es ist nicht leise in meinem Kopf" mit Porträts von Asylsuchenden kurzerhand aus den Räumen des Landratsamtes Sächsische Schweiz/Osterzgebirge in Pirna verbannte. Besprochen wird die Ausstellung "Mark Dion: Delirious Toys" in der Bundeskunsthalle Bonn (FAZ).
Kaum ein Künstler setzt sich derart intensiv mit dem Tod auseinander wie Gregor Schneider, sein radikalstes Projekt, einen Menschen auszustellen, der "eines natürlichen Todes stirbt oder gerade eines natürlichen Todes gestorben ist" blieb ihm aufgrund ethischer Einwände bisher verwehrt, weiß Jörg Restorff in der NZZ. Mit seinem aktuellen Projekt "Ars Moriendi", entstanden mit den Münchner Kammerspielen, nähert er sich aber seiner Idee: "Münchner, die alt oder schwer krank sind, wurden eingeladen, an dem Kunstprojekt ... mitzuwirken. In einer geschlossenen Kabine machen 120 Kameras gleichzeitig ein Bild des Teilnehmers. Aus den Einzelfotos entsteht danach ein dreidimensionales Gesamtbild der Persönlichkeit. Schließlich führt Schneider mit der Person ein Gespräch - über das Leben, über den Tod, über die Beweggründe, bei der Aktion mitzumachen. (...) Der Porträt-Scan und ein kurzes Tonprotokoll sind vom 19. Oktober an über eine App abrufbar - allerdings nicht überall, sondern nur an einem bestimmten Ort im Münchner Stadtraum: einem Ort nämlich, der in der Biografie des Teilnehmers eine herausragende Rolle spielt. Auf diese Weise wird das Gedenken im öffentlichen Raum individuell verankert."
Weitere Artikel: Für die tazberichtet Sophie Jung in einem vom Festival unterstützten Text vom Steirischen Herbst, der dieses Jahr unter dem Motto "Horror Patriae" in der Neuen Galerie Graz stattfindet und bei dessen Eröffnung bereits die Polizei einschreiten musste: "weil der in Wien lebende Künstler Yoshinori Niwa ... ein großes Fake-Wahlplakat direkt am Ausgang der Stadtbrücke installiert hatte. Fratzenartige, KI-generierte Wohlstandsmenschen schwingen darauf vor Alpenpanorama eine Käsekrainer-Wurst und werben mit der verdrehten Nazi-Sentenz 'Jedem das Unsere' für die 'Ehrlichste Partei Österreichs', kurz EPÖ."
Besprochen werden die Ausstellung "Christoph Schlingensief: Deutschlandsuche" in der Berliner Galerie Crone (Welt, mehr hier), die Ausstellung "La BD à tous les étages" im Centre Pompidou Paris (SZ, mehr hier), die Noah-Davis-Ausstellung im Postdamer Minsk Museum (FAZ, mehr hier), die Richard-Schwarz-Ausstellung im Klocker-Museum in Tirol (Standard) und der von der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur und der Universität der Künste Berlin herausgegebene Prachtband "Karl Blossfeldt. Photographie im Licht der Kunst" (Tsp).
Unter dem Titel "Les voix des fleuves/Crossing the water" findet derzeit die 17. Biennale von Lyon statt, eines der wichtigsten französischen Kunstevents, und im Tagesspiegel atmet Nicola Kuhn auf: Zwischen all den politischen Kunstereignissen fällt diese Biennale "sanfter, weiblicher" aus. Mitunter aber wird es auch bizarr, etwa in den Werken von Annette Messager, die in den Apothekerräumen des Grand Hotel-Dieu ausstellt: "In den geöffneten Schubladen und Schranktüren der ehemaligen Apotheke, ganz oben auf den Regalen neben geschnitzten Putten, hocken ihre Chimären aus Kuscheltier und realen Bewohnern der Natur, die präpariert sind. Das Gürteltier trägt einen Hundekopf aus Plüsch, auf einer Ente sitzt der Stoffkopf eines Huhns und umgekehrt, von oben äugt ein Fuchs niedlich aus den Knopfaugen eines Kuscheltiers herunter, in der Ecke eines Schranks hängt eine Fledermaus mit lachender Fratze. Es könnte einen schütteln, aber diese Art danse macabre ist keine Erfindung der Gegenwart, es gab ihn schon im Mittelalter. Jahrhunderte später sind wir dem Machbaren sehr viel näher gerückt."
Knapp hundert Jahre ist es her, dass Maurice Vlaminck in einem deutschen Museum gezeigt wurde, was möglicherweise auch an dessen Nähe zur Kunstpolitik der Nazis lag. Zum Glück spart die "prächtige" Retrospektive im Barberini Museum in Potsdam die Irrungen des Franzosen nicht aus, meint Ingeborg Ruthe (FR), die sich dann aber doch mehr am "rigoros farbkrachenden" Frühwerk erfreut: "Hier gärt schon der Most für die weit hochprozentigere Kunst des 20. Jahrhunderts. (…) Vlamincks wilder Stil war der deutschen Moderne, den 'Brücke'-Malern und der sieben Jahre später gebildeten Gruppe 'Blauer Reiter' nahe: die Stimmung als Weltzugang in einer synthetisierten Bildsprache. Die 'Fauves' wollten vor allem mit den Farben spielen. Dinge und Figuren hatten keine atmosphärischen Licht- oder Schattenseiten mehr. Alles erschien fast schemenhaft oder heftig konturiert. Wider alle künstlerischen Konventionen."
Weitere Artikel: In der Berliner Zeitungkommentiert Ingeborg Ruthe die baldige Schließung des Berliner Grosz-Museums: "Es ist erstaunlich, wie abgeklärt der vor zwei Jahren so kühn und ambitioniert gestartete kleine Museumsverein nun das Feld, also den attraktiven Ausstellungsort in der Bülowstraße, räumt." Auch die KunsthalleBaden-Baden stellt ihre Arbeit ein, zumindest solange das Badische Landesmuseum dort einzieht, während das Karlsruher Schloss saniert wird, meldet Adrienne Braun im Tagesspiegel.
Besprochen werden die Ausstellungen "Gisèle Vienne: This Causes Consciousness to Fracture - A Puppet Play" im Berliner Haus am Waldsee, die Ausstellung "Ich weiß, dass ich mich verdoppeln kann. Gisèle Vienne und die Puppen der Avantgarde" im Georg-Kolbe-Museum in Berlin (beide SZ, mehr hier) und die Ausstellung "Van Gogh, Poets & Lovers" in der Londoner National Gallery (FAZ).
Weitere Artikel: Monopol meldet, dass das kleine Grosz-Museum in Berlin wegen Förderungslücken vorzeitig schließen muss. In der Berliner Zeitungschreibt Ingeborg Ruthe zum Tod der DDR-Fotografin Barbara Berthold. Ebenfalls in der Berliner Zeitungbesucht Ida Luise Krenzlin das Hotel Continental in Berlin Treptow, ein 2022 gegründetes Kunstzentrum zur Unterstützung von Künstlern aus der Ukraine und anderen Ländern, in denen Menschen unter Krieg und Verfolgung leiden, aber auch für unabhängige Künstler aus der Freien Szene Berlins. Ein weiteres Werk von Ai Weiwei ist zerstört worden, meldet Nicola Kuhn im Tagesspiegel: "Der Täter, ein notorisch bekannter Kunstzerstörer, (…) nutzte einen unbeobachteten Moment im Foyer des Palazzo für seine Aktion. Dort war Ai Weiweis 'Porzellankubus' platziert, eine würfelförmige Skulptur aus blau-weiß glasierter Keramik."
Besprochen werden außerdem die Ausstellung "After Images" über Bildverweigerung in der Julia Stoschek Collection in Berlin (taz) und die Ausstellung "Auftreten im Bild. Positionen im kolonialen Kräftefeld" im Wiener Photoinstitut Bonartes (FAZ).
Besprochen werden außerdem die Ausstellungen "Maurice de Vlaminck. Rebell der Moderne" im Museum Barberini in Potsdam (FAZ), Frans Hals in der Gemäldegalerie in Berlin (NZZ) und Lars Eidingers Fotoausstellung "O Mensch" im K21 in Düsseldorf (Tsp).
Henri Matisse, La fenêtre ouverte, Collioure (Das offene Fenster), 1905. National Gallery of Art, Washington, D. C.
NZZ-Autor Philipp Meier zeichnet anlässlich der großen Matisse-Retrospektive in der Fondation Beyeler den künstlerischen Lebensweg Matisse' nach, der ein glattes Gegenprogramm zur herrschenden Kunstauffassung heute bietet, weil der Maler sich irgendwann entschied, dass Kunst nur dazu dienen sollte, "das Glück des Lebens zu feiern. Und dies ganz im Sinn eines L'art pour l'art, wie es Baudelaire imaginierte. Die Poesie habe keinen anderen Zweck als sich selbst, war dieser überzeugt: 'Sie kann keinen anderen haben, und kein Gedicht wird je so groß, so edel, so wahrhaft seines Namens würdig sein wie das Gedicht, das einzig um des Vergnügens willen, ein Gedicht zu schreiben, geschrieben wurde.' Diese Definition trifft auch auf das Werk von Matisse zu - eine Kunst, die schließlich im reinen Ornament ihre Vollendung fand. In seinen späten Scherenschnitt-Kompositionen - insbesondere der ikonischen 'Nu bleu'-Serie - befreite er nicht nur den weiblichen Akt aus seiner ihn einschließenden Umgebung zu einer autonomen und beinahe abstrakten Bildsprache. Der ganzen überbordenden Entfaltung der Welt ließ er nun gleichsam ihren freien Lauf in wuchernden Scherenschnitt-Bildern voller Akrobaten, Tanzenden, Badenden und Masken, mit Blumen- und Pflanzenmotiven."
Weitere Artikel: Der Standardunterhält sich mit der schweizerisch-österreichischen Künstlerin Nives Widauer über ihre Illustrationen zur Standard-Spezialausgabe zur österreichischen Nationalratswahl. Die FAZ unterhält sich mit dem Fotografen Sebastiao Salgado über KI-Kunst, die er wenig überraschend als seelenlos empfindet.
Die Welt erscheint heute als Künstlerausgabe, gestaltet von der britischen Künstlerin Tracey Emin, die in den letzten Jahren gegen Blasenkrebs kämpfte, ihr Leiden auf Instagram dokumentierte und Krankheit und Genesung auch in der aktuellen Welt-Ausgabe malerisch verarbeitet, wie Marcus Woeller schreibt: Zu sehen sind "weibliche Akte, Paare, schemenhafte Figuren, die sich in abstrakter, expressiver Malerei auflösen. Viele der Bilder sind schockierend, schmerzhaft anzuschauen, andere offenbaren eine große Zärtlichkeit der Künstlerin zu ihren Sujets. Doch immer wieder läuft Farbe die Leinwände herunter oder tränkt den Stoff, so wie Emins Körperflüssigkeit den Verbandsmull in ihrem Tagebuch. Sie habe nie Blut malen wollen, bekennt sie, aber in ihrer Malerei gebe es nun eine Verbindung zu den von ihrem Körperinnersten bemalten Stofffetzen in ihrem Skizzenbuch. Es sind mit die kraftvollsten Kunstwerke, die Emin seit Jahren geschaffen hat."
Besprochen werden eine Ausstellung mit Landschaftsfotografien von Barbara Klemm in der Frankfurter Galerie Peter Sillem (FR), die Van-Gogh-Ausstellung "Poets & Lovers", mit der die Londoner National Gallery ihren zweihundertjährigen Geburtstag feiert (Tagesspiegel) und Wolfgang Asholts Buch "Das lange Leben der Avantgarde. Eine Theorie-Geschichte (Tagesspiegel).
Jef Verheyen, sein Werk Le Vide (Die Leere) gegen den Himmel haltend, ca. 1965; Foto: Gerald Dauphin / Collection Fotomuseum Antwerpen. Das Museum Morsbroich war einst Teil der rheinischen Avantgarde und fiel dann in einen "Dornröschenschlaf", aus dem es Direktor Jörg van den Berg in den letzten Jahren erweckte, freut sich Lars Fleischmann in der taz. Aktuell ist dort unter dem Titel "gegen den Himmel" eine Gegenüberstellung der Werke des Belgiers Jef Verheyen, der als einer der Wegbereiter der monochromen Malerei gilt, und der Kölner Künstlerin Johanna von Monkiewitsch zu sehen: "Verheyens Bilder und von Monkiewitschs Arbeiten in Video, Installation, Fotografie und Skulptur strahlen eine eigentümliche Ruhe aus. ... Von Monkiewitsch fotografiert und filmt Lichtstimmungen, hält sie in Pigmentdrucken fest oder projiziert sie auf Marmor und Moltonbahnen. Damit teilt sie die DNA mit den Impressionisten: In den Fotografien 'Morsbroich' oder 'Tel Aviv', die lichtdurchflutete Wände in den titelgebenden Städten zeigen, erkennt man einen konzeptuellen Ansatz, der auch einen Claude Monet zwischen 1892 und 1894 die Fassade der Kathedrale von Rouen zigfach malen ließ. Die Bilder von Verheyen, die vor einem halben Jahrhundert entstanden sind, werfen auch die Frage auf, ob es möglich ist, ein Temperament oder eine Stimmung einzufangen, oder um kurz einen oft missbrauchten Begriff zu rehabilitieren: Verheyen versuchte, Atmosphären so gut wie möglich mit den Mitteln der Malerei wiederzugeben."
Vom Futurismus bis zum Actionpainting - der Wut von Künstlern verdanken wir im letzten Jahrhundert die größten Kunstwerke, erinnert sich Hanno Rauterberg in der Zeit wehmütig. Und heute? Ist die Wut nicht mehr Teil der Avantgarde, sondern der Populisten - und die Kunst zieht weiter: "Erschöpft hat sich ihr Drang, stets etwas Neues und Unabsehbares hervorzubringen; heute setzt die Szene auf Remix, Remake und Recycling. Und auch die alte Idee des prinzipiellen Dagegenseins hat sich verflüchtigt: Nicht Negation, sondern das sozial und ethisch Produktive, eine kollektive, rundum achtsame Kunst gilt nun als erstrebenswert."
Weitere Artikel: In der Berliner Zeitungschreibt Ingeborg Ruthe den Nachruf auf den im Alter von 86 Jahren verstorbenen Kunstsammler Christoph Müller. Stefan Trinks gratuliert in der FAZ der französischen Kuratorin Catherine David zum Siebzigsten und er schreibt zum Tod der Kunsthistorikerin Gerda Panofsky.
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