"Jonas und der Wal", Blatt aus einem Buch der Chroniken, Iran um 1400. Gehörte dieses Bild den Reiss-Engelhorn-Museen, dürften wir es nur gegen Einholung einer Lizenz zeigen. Metmuseum CC0 1.0.Einerseits kam neulich die deprimierende Meldung, dass die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim Geld für die Reproduktion gemeinfreier Bilder aus seinen Beständen wollen (unsere
Resümees). Andererseits
erklärt heute der Direktor des Marta in Herford,
Roland Nachtigäller, im Interview mit Angelika Schoder vom Museumsblog
musermeku.org, dass
auch Museen in den Präsentationen ihrer Ausstellungen, den Katalogen und Online-Materialien immer mehr von Bildrechteforderungen terrorisiert werden, besonders von der VG Bildkunst: "Der Aufwand ist dermaßen hoch geworden, dass wir eine
eigene Abteilung nur für die Klärung von Bild-, Ton- und Textrechten aufbauen könnten, der zudem ein
nicht unerhebliches Budget zugewiesen werden müsste. Denn wir waren mal sehr stolz darauf, unsere vollständige Ausstellungsgeschichte im Netz dokumentieren zu können, inklusive einzelner Raumansichten. Dies aber ist ebenfalls nicht ohne Genehmigung zulässig."
Jeder, der mit Bildrechten zu tun hat,
vermeidet Abbildungen immer häufiger, sagt Nachtigäller, der fürchtet, dass "KünstlerInnen, die sich von Verwertungsgesellschaften vertreten lassen,
an Sichtbarkeit verlieren können". Schon bei Raumaufnahmen aus Ausstellungsräumen mit Werken an der Wand fangen die Rechteinahber (und besonders die VG Bildkunst) an, Forderungen zu stellen,
führt Nachtigäller im
Martablog aus: "Ganz im Gegensatz zur früheren Abrechnungsweise werden für Onlinenutzungen mittlerweile
Mietmodelle etabliert, die auf lange Sicht geradezu abenteuerliche Summen für eine einzelne Abbildung auftürmen. Aber abgesehen von dieser
sprunghaft ansteigenden finanziellen Belastung ist es uns nur über Monate hinweg möglich, neben der täglichen Arbeit die alten Raumaufnahmen zu sichten, jedes noch so klein erkennbare Kunstwerk zu identifizieren und seine rechtliche Situation zu klären, um schließlich zu entscheiden, welche Aufnahmen wir uns mit welchen Kostenfolgen zeigen können."
Dagegen diese Meldung aus
Netzpolitik: "Das
Metropolitan Museum of Art in New York stellt alle Bilder gemeinfreier Werke aus seiner Sammlung unter der Creative
Commons Zero Lizenz (CC0) zur Verfügung. Damit werden auf einen Schlag
375.000 Werke für Nutzung, Veröffentlichung und Remix ohne Einschränkungen nutzbar."