Die #MeToo-Affäre um den "gemäßigten Islamisten"
Tariq Ramadan, der einst auch in Deutschland durchaus prominent war, hat hierzulande wenig Aufsehen erregt - dabei ist Ramadan
mehrerer Vergewaltigungen beschuldigt (unsere
Resümees). Nun hat er sich im französischen Infosender
BFM-TV vor einem lammfrommen Interviewer als ein "
Dreyfus der Islamophobie" geriert und gleichzeitig sein eigenes Buch über die Affäre beworben, das ausgerechnet am
11. September erscheinen soll, berichtet Jürg Altwegg in der
FAZ: "Besser als das unsägliche Interview war die Nachbereitung im Sender. Eine mit dem Vorgang vertraute Journalistin der Zeitung
Libération erläuterte die Widersprüche in Ramadans Aussagen. Das Märchen, er sei zur Tatzeit gar nicht am Tatort gewesen, hatte er schon einmal aufgetischt. Auch ein Anwalt der Anklägerinnen kam zu Wort. Als '
frustrierte Lügnerinnen' beschimpft Ramadan sie in seinem neuen Buch."
Ramadans Buch unterliegt einer Sperrfrist,
berichtet Bernadette Sauvaget in
Libération: "Soweit wir informiert sind, enthält das Buch keine Enthüllungen zu den Anschuldigungen und auch
kein mea culpa zu seinem höchst bewegten und den islamischen Normen wenig angemessenen
Doppelleben, das durch die juristischen Ermittlungen offengelegt wurde."