(Via
Netzpolitik.)
Amazon lässt sich sehr weitgehend auf Kompromisse mit dem chinesischen Regime ein, um Geschäfte in China machen zu können, zeigt eine
Recherche von Steve Stecklow und Jeffrey Dastin bei
reuters.com, die mit Amazon-Mitarbeitern gesprochen haben. Ein Buch des Vorsitzenden der KP
Xi Jinping ist bei amazon.cn als einziges
nicht kommentierbar. Ein internes Briefing fordert
politische Zurückhaltung von Amazon-Mitarbeitern: "Das interne Dokument und die Interviews zeigen, dass ein Kernelement dieser Strategie darin bestand, dass Amazon sich mit einem Arm des chinesischen Propagandaapparats zusammenschloss, um ein
Verkaufsportal auf der US-Website des Unternehmens, Amazon.com, einzurichten - ein Projekt, das als '
China Books' bekannt wurde. Das Projekt, das schließlich mehr als 90.000 Publikationen zum Verkauf anbot, hat keine nennenswerten Einnahmen gebracht. Das Dokument zeigt jedoch, dass es von Amazon als entscheidend angesehen wurde, um
Unterstützung in China zu gewinnen, da das Unternehmen sein Kindle-Gerät für elektronische Bücher, Cloud-Computing und E-Commerce-Geschäft ausbauen wollte."
Soll man
Telegram in Europa wirklich sperren? Julia Reda
spricht sich bei
Heise dagegen aus - trotz auf
Telegram verbreiteter
Hetzreden,
die bis zu Mordaufrufen gehen. Zugleich kommt das Bußgeldverfahren gegen den in den Vereinigten Arabischen Emiraten sitzenden Dienst nicht vom Fleck. Aber Versuche, mit Hilfe des NetzDG gegen
Telegram vorzugehen, hält Reda für verfehlt. Die
EU kann das besser, meint sie: "Bereits im Sommer könnten sich Parlament, Rat und Kommission auf einen gemeinsamen
Digital Services Act (
mehr dazu hier) einigen, Ende 2022 könnte er in Kraft treten. Das wäre eine deutlich bessere Grundlage für die Regulierung von
Telegram als eine Reform des NetzDG, das bereits jetzt wegen der
Datenweitergabe an das Bundeskriminalamt auf verfassungsrechtlich wackeligen Beinen steht. Anders als das NetzDG sieht außerdem der Digital Services Act keine strikten Löschfristen nach Meldung von Inhalten vor, die dem Overblocking Vorschub leisten. Probleme mit der internationalen Rechtsdurchsetzung können durch den Digital Services Act zwar auch nicht völlig ausgeräumt werden. Dennoch ist es wahrscheinlicher, dass sich ein großer kommerzieller Dienst über kurz oder lang an
einheitliche europäische Regeln hält, die verhältnismäßig ausgestaltet sind, als wenn jedes Land sein eigenes Süppchen kocht."