Unter allen Krisen, die der amerikanische Politologe
Ian Bremmer im
ZeitOnline-Interview apokalyptisch ausmalt - unter anderem glaubt er, dass sich das Leben in Europa durch die Bedrohung durch Russland bald anfühlen wird wie in Südkorea - hält er
KI doch für die größte
geopolitische Bedrohung. Künstliche Intelligenz sei ein Mittel, um die
Demokratie durch Desinformation zu zerstören, meint er. Und: "Es gibt zwei weitere große Gefahren. Die eine ist, dass viel mehr Akteure in der Lage sein werden, Waffen zu bauen. Es gibt derzeit vielleicht hundert Menschen auf der Welt, die ein
Pockenvirus herstellen können. Diese Zahl wird exponentiell steigen. Mit KI können Schurkenstaaten, kriminelle Organisationen und Personen Computerviren und
Biowaffen herstellen. Die zweite Gefahr ist, dass demnächst viele Menschen ihre
Jobs durch KI verlieren werden. Anders als bei der Globalisierung werden viele dieser Leute aus der Mittelschicht und gut gebildet sein, und anders als bei früheren Strukturbrüchen wird es diesmal sehr viel schneller passieren. Das wird Länder sehr krisenanfällig machen."
Der EuGH hat das
Recht auf Vergessenwerden eingeschränkt,
berichtet Christian Rath in der
taz. Oder besser: konkretisiert. "Die eigentliche Grundsatzentscheidung hat der EuGH bereits im Dezember 2022 getroffen. Danach hat bei
unrichtigen Informationen das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen immer Vorrang und die Meinungs- und Informationsfreiheit muss zurückstehen. Dies gelte auch, wenn nur ein Teil der Informationen falsch ist, diese Informationen aber für den Gesamtartikel 'nicht unwesentlich' sind. Bei
Fake News muss Google also immer den Link aus seiner Trefferliste zur betroffenen Person entfernen. Die Beweislast für die Unrichtigkeit der Informationen haben allerdings die Betroffenen ... Ist die Unrichtigkeit offensichtlich, muss Google den entsprechenden Text auslisten, so der EuGH. Wenn die Beweise aber
nicht offensichtlich sind, muss Google nicht selbst recherchieren. Dann müssen die Betroffenen doch eine
gerichtliche Klärung versuchen."