Angesichts der dramatischen Waffengewalt an den amerikanischen Schulen, würden Farhad Manjoo in der
New York Times wichtigere Dinge zum
Schutz amerikanischer Kinder einfallen, aber dass der Kongress jetzt entschlossen auf ein
Verbot von TikTok zumarschiert,
stößt ihn regelrecht vor den Kopf: "Eine Nichtlösung für ein aufgetürmtes Problem, ein Glücksfall für Big-Tech-Oligopolisten wie Facebook und Google, eine Verletzung der Rechte auf freie Meinungsäußerung von Millionen Amerikanern und ein Schlag für die moralische Autorität Amerikas, Werte wie die freie Meinungsäußerung zu fördern, anders als, sagen wir, die Kommunistische Partei Chinas. Selbst für diejenigen, die sich Sorgen machen über den Einfluss des Unternehmens, ist ein allein auf TikTok zielendes Verbot unnötig, da es einen viel besseren Weg gibt, diese und andere soziale Apps zu regulieren:
Strenge Gesetze zum Schutz der digitalen Privatsphäre aller Amerikaner vor
invasiven Apps, die überall hergestellt werden, nicht nur in China."
Nur kurz
wundert sich der Literaturwissenschaftler
Manfred Schneider in der
NZZ über die naive Begeisterung, mit der so viele Journalisten auf die Erzeugnisse der
Künstlichen Intelligenz reagieren: "Bedenkt man den Charakter dieser Chatbots, die nichts anderes tun, als den vorhandenen Reichtum und Müll menschlicher Kunst und Kommunikation
auf Kommando umzuschreiben, dann ist die Reaktion vieler Journalisten in den letzten Monaten auch wieder nicht überraschend. Denn die Texte, die aus den Chatbots kommen und das kindliche Vergnügen auslösen, entsprechen in ihrer Erwartbarkeit
vollkommen dem Konformismus, der längst die Arbeit der Journalisten in allen Medien charakterisiert. Was ihnen der Chatbot zu lesen gibt, könnte
von ihnen selbst geschrieben sein."
Nur der Mainstream hält den Bitcoin für die
Utopie von gestern oder für einen Fall der Glücksspielaufsicht: Im
Welt-Interview offenbart sich Ijoma Mangold als ein zum Finanzwesen bekehrter Feuilletonist. Er hat in Bitcoin investiert und promotet die Gegenfinanz, auch mit seinem Buch "Die orange Pille", mit derartiger Verve, dass man es für Satire halten könnte: "Als die Mehrheitsgesellschaft bemerkte, dass das Phänomen nicht verschwindet, kamen
Wellen der Feindseligkeit auf - und der Versuch, Bitcoin zu diskreditieren, als Geld für Kriminelle, Geld des Drogenhandels oder Geld mit einem enormen CO 2Fußabdruck. Diese Stigmatisierung schweißt so eine junge, minoritäre Gemeinschaft natürlich zusammen -
ähnlich dem Frühchristentum, das eine verfolgt e Minderheit im Römischen Reich darstellte."