
Frankreich wird gar nicht fertig mit
Michel Houellebecq, dessen neues Buch "La possibilite d?une ile" am Mittwoch erscheint. Der
Nouvel Obs widmet dem "zu erwartenden Erfolgs- und Skandalroman" noch einmal
sechs Beiträge. In einem
Interview bezeichnet sich Houellebecq selbst als "
Amateur-Prophet". Er spricht darin auch über seine Recherchen in der
Rael-Sekte (
mehr), deren seltsame Anschauungen er in seinem Roman verarbeitet. Als er die Sekte bei ihrer 30-Jahr-Feier im schweizerischen Crans-Montana besuchte, habe
Le Monde das herausgefunden und ihm unterstellt, er sei ein Anhänger des Gurus Rael. "Das stimmt nicht: ich finde ihn
einfach nur sympathisch. Und für einen Science Fiction-Fan wie mich sind seine Vorstellungen interessant." Er habe sich im Vorfeld des Schreibens viel mit Sekten beschäftigt und sich "schließlich für die entschieden, die mir
am intelligentesten erschien. Ich weiß, dass es hier keinen kollektiven Selbstmord oder Geldgeschichten geben wird. Sie ist zeitgemäß, übt keinerlei moralischen Druck aus und verspricht vor allem
Unsterblichkeit."
Zu lesen sind außerdem
Auszüge aus dem
Roman und aus einem
Vorwort, das
Stephen King für die amerikanische Ausgabe von Houllebecqs
Essay über H.P. Lovecraft geschrieben hat. Weitere Artikel beschäftigen sich mit Houellebecqs Popularität
außerhalb Frankreichs (
hier) und zwei
Büchern, die über ihn erschienen sind: eine
unautorisierte Biografie des Journalisten Denis Demonpion ("Houellebecq non autorise. Enquete sur un phenomene", Maren Sell Editeurs) und ein "
Pamphlet" von Eric Naulleau ("Au secours, Houellebecq revient!", Chiflet & Cie).
Im Debattenteil
erläutert Wole Soyinka die These seines neuen Buchs
"Un climat de peur", das bei Actes Sud erscheinen wird. "Es herrscht ein
Klima der Angst auf der Welt. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Der wichtigste ist die Tatsache, dass der Dritten Welt, vor allem dem Nahen Osten, die
Ungerechtigkeit in ihren Beziehungen zu den Großmächten und Industrieländern bewusst geworden ist, angefangen bei den
USA, die auf die Welt eine politische und technologische
Dominanz ausüben."