Magazinrundschau - Archiv

L'Espresso

320 Presseschau-Absätze - Seite 26 von 32

Magazinrundschau vom 22.12.2003 - Espresso

Die Zukunft der Menschheit will der Espresso in einem Schwerpunkt ergründen. Im Aufmacher träumt Umbert Eco vom großen Krieg. "Ein richtiger Krieg, wie ihn die Technik heute möglich macht, in dem große Gebiete des Planeten verstrahlt und verwüstet werden, in dem fast die Hälfte der Erdbevölkerung stirbt, von freundlichem Beschuss, Hunger oder Krankheit, ein gute Sache also, verursacht von verantwortungsvollen Generälen auf der Höhe der Zeit." In Ecos Nachkriegswelt geht es recht heimelig zu, beeindruckend sind vor allem die Jünglinge, die sich an Kamilledämpfen berauschen.

Den größten Fortschritt kann die Menschheit bei der Verlängerung der Lebenszeit für sich reklamieren, betont Umberto Eco in seiner Bustina, nicht etwa bei den Computern. "Die Computer kündigten sich schon in den Rechenmaschinen von Pascal an, der mit 39 Jahren in einem ehrwürdigen Alter starb. Während Alexander der Große und Catull mit 33 gestorben sind, Mozart mit 36, Chopin mit 39, Spinoza mit 45, Thomas mit 49, Shakespeare und Fichte mit 52, Descartes mit 42 und Hegel, sehr alt, mit 61." Wie alt wohl Dieter Bohlen wird?

Weiter unterhält sich Marco Damilano mit Massimo D'Alema, der als Chef der Democratici di Sinistra dem Rivalen Berlusconi Versagen auf ganzer Linie vorhält. Außerdem ruft der Espresso zur Rettung der Comuna Baires auf, einem der letzten Orte, wo das liberale, weltoffene Mailand noch zu finden ist, "wo man sich trifft, um über Bücher zu reden, Lyrik vorzutragen, ein Bierchen zu trinken oder sich ganz dem Dasein als Fußballfan hinzugeben".

Magazinrundschau vom 15.12.2003 - Espresso

Der arabische Niedergang hat schon begonnen, bevor die Briten oder die Israelis den Nahen Osten besetzten, konstatiert der marokkanische Schriftsteller Tahar ben Jelloun (mehr) in seiner Kolumne. Eine Art arabische EU ist das Ziel, der Weg dahin noch weit. Denn das Gefängnis, in dem die Araber sich heute befinden, wird nicht durch einen Grenzzaun mit Todesstreifen (Interview mit dem Projektleiter), sondern durch eine Geisteshaltung begrenzt. "Wie der marokkanische Historiker Abdallah Laroui in 'Die arabische Ideologie der Gegenwart' (1967) festgestellt hat, 'quälen sich die Araber seit einem dreiviertel Jahrhundert mit nur einer Frage herum: Wer ist der Andere, und wer bin ich?'. Der Andere ist für die Araber der Okzident. Aber nachdem sie das definiert hatten, haben sie sich nicht die andere Seite dieser Gleichung vorgenommen. Deshalb diese Rückständigkeit, wo sich die Hingezogenheit zum Okzident mit Ablehnung mischt, die von den Extremisten in Hass und Rassismus verwandelt wird."

Im Titel wettert Chiara Valentini gegen das neue Gesetz, das den meisten Frauen in Zukunft eine künstliche Schwangerschaft verbietet. "Dieses Ergebnis trägt die Handschrift des Vatikans." Sonderkorrespondent Gigi Riva schreibt aus Bagdad, wie wenig der Krieg zu Ende ist. Die ausländischen Vertreter verstecken sich hinter Betonmauern, und wer doch mal raus muss, braucht "eine schusssichere Weste auch im Auto, eine gepanzerte Eskorte und viel Glück".

Im Kulturteil provoziert Alberto Dentice den Rockmusiker Marilyn Manson mit T.S. Eliot und Baudelaire, der kontert mit einem unbekannten Satanisten und Nietzsche. Cesare Balbo kündigt einen Hollywood-Streifen über den Untergang von Pompei an, unter der Leitung von Fernando Meirelles ("City of God"). Die bienenfleißige Monica Maggi präsentiert einen Überblick über alle Ausstellungen in Italien, die irgendetwas mit Erotik zu tun haben, von Chagall bis Crepax. Manche Schau wird dann auch näher besprochen.

Magazinrundschau vom 08.12.2003 - Espresso

Umberto Eco hat ein französisches Buch über Philosophinnen des Altertums gelesen und wundert sich, warum er von diesen noch nie was gehört hat. Chauvinistische Philosophen sind der Grund, vermutet er. Es habe immer weibliche Denker gegeben, sie wurden nur totgeschwiegen. Dieser Arroganz setzt er Humor entgegen. "Die alte philosophische Annahme, dass der Mann im Unendlichen sinnen kann während die Frau dem Endlichen Sinn verschafft, kann auf vielerlei Weise gelesen werden: zum Beispiel, dass der Mann, da er keine Kinder gebären kann, sich mit den Paradoxen des Zenon tröstet."

Außerdem beschäftigt sich der Espresso mit dem Israel-Besuch Gianfranco Finis, Chef der post-faschistischen Alleanza Nazionale: Bevor er sich die modern gemäßigten Varianten der AN-Protagonisten ausmalt, dankt Michele Serra in seiner Satirekolumne Fini dafür, dass der den Juden nun offiziell und im Namen Italiens vergeben habe, sich so gegen die Rassengesetze gesträubt zu haben. Die Titelgeschichte gibt sich ernster. In einem langen Artikel analysiert Marco Damilano nicht nur den politischen Schachzug an sich, sondern Finis Träume gleich mit. "Nach der Reise nach Jerusalem will Fini kein 'Ex-' mehr sein, sondern ein 'Post-': Post-Faschist, sicher. Vor allem aber Post-Berlusconi."
Stichwörter: Eco, Umberto

Magazinrundschau vom 01.12.2003 - Espresso

Der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk (mehr) stellt eine interessante These auf, die auch noch wunderschön zu lesen ist. Die Zukunft unseres Kontinents lässt sich an unserem Geld ablesen. Alles abstrakt, pastellfarben, ohne Menschen. Das Geld löst sich von der Arbeit, wir werden bezahlt, um nicht zu arbeiten. Ein Vorläufer war offensichtlich der 1000-Zloty-Schein aus Stasiuks Kindheit: "Ganz sozialistisch-realistischer Stil. Man sah Kopernikus mit einer Tierkreis-Karte des Himmels. Es war eine Banknote, die man nicht mit ermüdender Arbeit verband. Auf jeden Fall gefiel der 1000-Zloty-Schein meiner Mutter nicht. Sie war nie ganz überzeugt, dass man dafür auch wirklich etwas bekommen würde."

Lucio Caracciolo stellt im Aufmacher des Heftes die Frage aller Fragen: Wie können wir den Terrorismus stoppen? Nach der Feststellung, dass der Terror kein Feind ist, sondern eine Technik, kommt Caracciolo auf eine dreiteilige Strategie: "Mit einer größtmöglichen Koalition den Krieg de-amerikanisieren. Das Militär entschieden und kontinuierlich einsetzen. Das Vertrauen zwischen Orient und Okzident wieder aufbauen." Die eierlegende Wollmichsau, italienische Variante.

Gute Nachrichten für den Espressso: Nach einer Umfrage würde Berlusconi im Augenblick in 19 der 20 italienischen Regionen gegen Prodi verlieren. Doch die Wahl ist weit. Giorgio Bocca hofft in seiner Kolumne auf die jungen Araber: Nur sie können bestimmen, ob die Entscheidung zwischen einem moderaten und integralistischen Islam mit Gewalt oder Argumenten ausgefochten wird.

Jacaranda Falck entdeckt die Generation XXX. Dabei lässt sie es sich aber nicht nehemn, ihren besorgten Bericht über den steigenden Pornokonsum im Netz mit einem genregerechten Foto zu illustrieren. Gusieppe Ortolani stellt den Band "Disinformation Technology" vor, in dem die Lügen des WWW aufgelistet werden.

Magazinrundschau vom 24.11.2003 - Espresso

Um das Wiedererstarken des Antisemitismus sorgt sich Umberto Eco in seiner klugen Bustina. Dabei geht es ihm in erster Linie nicht um die sichtbarere arabische Variante, die er als rein territorial begründet sieht. "Schwerer wiegt dagegen die europäische Verantwortung. Der populäre Antisemitismus, unterstützt durch den religiösen Antisemitismus, hat Massaker verursacht, aber lokal und nicht programmatisch. Der wahre Antisemitismus, der 'wissenschaftliche', entstand im späten 18. und im 19. Jahrhundert, nicht in Deutschland, sondern in Italien, und im legitimistischen Frankreich."

Ernst auch die Titelgeschichte: Gianni Perelli sieht schwarz für die Befriedung des Irak und der Welt, wenn die irakische Bevölkerung sich weiter radikalisiert. "Der islamische Fundamentalismus ist eine Pflanze, die immer mehr Wurzeln schlägt."

Weitere Artikel: Sandro Magister beschreibt, wie sich der innere Machtkreis des Vatikans auf den Tod des Papstes vorbereitet. Bemerkenswert ist der Auszug aus dem trotz schwerer Krankheit prallvollen Terminkalender von Karol Wojtyla. Mino Fuccillo beleuchtet eine inneritalienische Angelegenheit: die fruchtlosen Bemühungen des Staates, die illegalen Siedlungen in der roten Zone rund um den Vesuv zu bekämpfen. Voll Bewunderung porträtiert und interviewt Alessandro Gilioli den Apple-Gründer und -Chef Steve Jobs, der sein Unternehmen zu einer Pop-Ikone gemacht hat (mit Aktionen wie dieser).

Zur Kultur: Emanuela Mastropietro stellt die neue Aktion der Netz-Anarchisten von eToy vor: ein Kunstwerk aus DNA, erstellt aus dem Erbgut williger User. Angiola Codacci-Pisanelli weist in ihrer Besprechung des neuen Buches von Patrick Modiano vor allem darauf hin, dass der französische Erfolgsautor italienische Wurzeln hat. Für eine frivole Bescherung empfiehlt Monica Maggi schließlich erotische Tarotsets.

Magazinrundschau vom 17.11.2003 - Espresso

In einer schönen kleinen Zahlenspielerei beschäftigt sich Moses Naim, Chefredakteur des Foreign Policy, mit den magischen Nummern der Globalisierung. "8,3 und 1,14; 7,2 und 0,4; 175 und 25; 1.059. Wenn sich diese Zahlen in den folgenden Monaten ändern, wird auch die Welt nicht die selbe bleiben. (...) 175 Millionen Dollar ist der Betrag, den George Bush noch zur Verfügung hat, um seine Wiederwahl zu finanzieren, während 25 Millionen der Betrag ist, den Howard Dean, der reichste der demokratischen Präsidentschaftskandidaten, zusammen bekommen hat; 1059 ist die Zahl der im Irak getöteten amerikanischen Soldaten, seit Präsident Bush im Mai vergangenen Jahres den Krieg für beendet erklärt hatte."

Aufmacher sind natürlich die bei dem Bombenanschlag im Irak getöteten italienischen Soldaten. Sonderkorrespondent Gianni Perrelli schickt einen atemlosen Bericht vom Tag des Schreckens und vom Tag danach.

Ansonsten eher leichte Kost: Francesca Reboli stellt uns Book Shifting vor, den ultratrendigen Nachfolger des Flash Mob: "Es funktioniert ganz einfach. Man sucht sich zwei Bücher, ein gutes und ein schlechtes. Dann nimmt man zwei oder drei Exemplare des guten Buches und legt sie oben auf den Stapel mit den schlechten. (Es ist von Vorteil, wenn die beiden ähnliche Abmessungen haben.)" Wlodek Goldkorn fragt sich, warum im Kulturteil der größten Zeitung Italiens, dem Corriere della sera, nur die Vergangenheit zählt. Beispiel vom 10. November: Die Rückkehr Platos, die Rückkehr Rigoni Sterns, die Rückkehr Mario Fortunys, die Rückkehr von Susanna Tamaro."

Magazinrundschau vom 10.11.2003 - Espresso

In einem interessanten Gespräch erklärt die amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Virginia Postrel dem Italiener Enrico Pedemonte, was Starbucks und Arnold Schwarzenegger mit der Ästhetisierung unserer Lebenswelt zu tun haben. "Starbucks hat nicht den ästhetischen Genuss in den Cafes erfunden, das ist eine italienische Erfindung. Aber sie waren Pioniere, wenn es darum ging, das Erlebnis für den Kunden in einen wirtschaftlichen Wert zu verwandeln. Sie haben vor allen Anderen verstanden, dass man beim Besuch einer Bar nicht nur einen guten Kaffee oder gutes Essen sucht, sondern man immer am Ambiente, an der Atmosphäre, an der ästhetischen Erfahrung interessiert ist, die man dort macht." (Mrs. Postrel führt ein weblog hier.)

In seiner Bustina echauffiert sich Umberto Eco schön sarkastisch über die Forderung des Berlusconi-Vertrauten Giuliano Ferrara, die Zeitung l'Unita zu schließen, weil sie ihm mit ihrer Kritik angeblich Terroristen auf den Hals hetze. "In einer mangelhaften Demokratie wird nicht die Redaktionen der oppositionellen Zeitungen angezündet und die Chefredakteure in die Verbannung geschickt. Es reicht die Anmerkung, dass jede nicht so höfliche Kritik zur Waffe in der Hand eines Fanatikers wird."

Der große Kino-Komponist Ennio Morricone feiert seinen 75. Geburtstag, und widerspricht Alberto Dentice sehr energisch, wenn der ihn als Western-Spezialisten abkanzeln will. "Von meinen 400 Filmen sind nur 30 Western." Paola Caridi meint eine erotische Ägypten-Renaissance entdeckt zu haben und stellt die neuen Bücher zu Schleiertanz und mehr vor. Der Titel widmet sich den italienischen Verbrauchern, denn auch eine ganz normale Hausfrau kann sich am Wochenende in einen Lifestyle-Yuppie verwandeln, wie Maurizio Maggi recherchiert hat.

Im Gesellschaftsteil widmet sich der Espresso der Welt des Weins: Ein gutes Tröpfchen aus dem Kerker darf Monica Maggi (die Maggis scheinen eine Journalisten-Dynastie zu sein) ankündigen, denn unter den frühen Novello-Weinen feiert dieses Jahr auch der "Fuggiasco" aus dem Gefängnis von Velletri Premiere. Für den Weinliebhaber gibt es außerdem eine lange Liste mit Italiens besten Winzern, den besten Jahrgängen und den preiswertesten Abfüllungen.

Magazinrundschau vom 03.11.2003 - Espresso

Der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun (mehr) hat gute Nachrichten aus der Welt des Islam: König Mohammed VI. von Marokko hat die Stellung der Frau gestärkt: "die Ehefrau ist ihrem Mann keinen Gehorsam mehr schuldig, das Mindestalter für die Heirat wird von 15 auf 18 Jahre angehoben; das Verstoßen der Frau und die Polygamie werden derart beschränkt, dass sie wahrscheinlich bald verschwinden werden; die Scheidung wird von richterlicher Stelle verkündet und unterliegt nicht mehr nur der Willkür des Ehemannes."

Im Titel widmet sich der Espresso einem seiner ureigenen Themen und porträtiert Marco Mezzasalma, den kleinen Arbeiter, der bis vor einem Jahr höchstens wegen seines Schlemmerbauches aufgefallen war. Nun sitzt Mezzasalma im Gefängnis, er soll nicht nur am Mord von Massimo D'Antona (ein inhaltsreiches Dossier dazu hier) beteiligt gewesen sein, sondern auch als Top-Terrorist die gefürchteten Roten Brigaden (hier die von der Polizei gesperrte Homepage, hier eine Übersicht mit Links von La Repubblica) angeführt haben. Die Beweise dafür sind aber recht dünn, wie der Espresso zeigt.

Des weiteren fragt sich Daniela Giammusso, wie es Hugh Grant schafft, seinen neuen Film "Love Actually" - der mit Telefongesprächen aus dem einstürzenden World Trade Center beginnt - doch noch in eine Liebeskomödie zu verwandeln. Monica Maggi erforscht die Weiten des Netzes nach Seiten, auf denen Frauen sich literarisch und poetisch über Sex und Sonstiges äußern.

Magazinrundschau vom 27.10.2003 - Espresso

Umberto Eco verfasst in seiner Bustina eine leidenschaftliche Ode an die Schönheit der Erkenntnis. Von seinen drei Schlussfolgerungen hier die letzte: "Die einzige Antwort besteht darin, dass der Drang nach Wissen Verwandtschaften schafft, Kontinuität, und Verbundenheit, man schafft es, andere Vorfahren kennenzulernen als die eigenen, man lebt mehr, weil man sich nicht nur des eigenen Lebens, sondern auch des Lebens anderer erinnert, es bildet sich ein kontinuierliches Band, das von unserer Jugend (eigentlich von unserer Kindheit) bis heute reicht. Und all das ist sehr schön."

In einem kleinen Dossier behandelt Gigi Riva den "explosiven" Sonderbericht, den der Soziologe Jean Ziegler im Auftrag der UNO über die Hungersnot der Palästinenser angefertigt hat: "Die Ernährungslage in Gaza ist auf dem Stand der ärmsten sub-saharischen Länder, eine absurde Situation in einer so fruchtbaren Region, bewohnt von einem Volk mit einer agrarischen und merkantilen Tradition seit der Antike."

Weiteres: Stefania Rossini parliert mit der Erfolgsautorin und Schauspielerin Margaret Mazzantini über exzessive Selbsterkenntnis, Psychiaterbesuche, das Leben und den ganzen Rest. Im Interview wehrt sich der Regisseur Paolo Virzi ("Caterina geht in die Stadt") standhaft gegen die Unterstellung, seine Filme seien trostlos. Und Cesare Bgalbo freut sich, dass Hollywood das antike Rom wieder entdeckt: eine Welle von Sandalenfilmen kommt auf uns zu.

Magazinrundschau vom 20.10.2003 - Espresso

Der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun (mehr) plädiert in seiner Kolumne für eine entschiedenere Bekämpfung der fanatischen Formen des Islam. "Europa muss sich die richtigen Freunde aussuchen und darf hinsichtlich der Menschenrechte nicht nachgeben. In Bezug auf den Islam, der sich in den europäischen Ländern immer mehr ausbreitet (in Frankreich, wo fünf Millionen Muslime leben, ist er die zweite Religion), muss es Klarheit geben: der Respekt vor dem Ausüben des jeweiligen Kultes beinhaltet auch den Respekt vor dem Laizismus. Wenn ein Mädchen einen Schleier tragen will, darf es das mit vollem Recht tun, aber nicht in einer öffentlichen Schule. In Frankreich wurde lange für die Trennung von Kirche und Staat gekämpft. Es gibt keinen Grund, einen Rückschritt zu akzeptieren und die staatliche Schule wieder zu einem Raum für die Religionen werden zu lassen."

In der Titelgeschichte widmet sich Sabina Minardi dem Wandel der Liebe in Zeiten von SMS und Online-Dating. "Die Liebe ist flüssig geworden. Und die Beziehungen virtuell." Monica Maggi lotet die erotischen Dimensionen der Schokolade aus. Alessandro Gilioli informiert uns, dass die 80er-Jahre-Welle nun auch Italien erreicht hat. Und Cesare Balbo weiß, dass Martin Scorcese sich in die Fußstapfen von Orson Welles wagt und die Biografie des berühmt-berüchtigten Medienmoguls Howard Hughes verfilmt, unter dem pompösen Titel "The Aviator".

Den Rest gibt es leider nur in der Printausgabe, darunter ein Bericht aus dem boomenden Moskau oder ein Reportage über eine Gruppe von Obdachlosen aus Oregon, die sich selbst regieren.