Inzwischen ist bekannt, welche Juwelen die Diebe aus dem Louvre erbeuteten, darunter eine Halskette und ein Ohrring aus der Kollektion von
Kaiserin Marie-
Louise, der zweiten Frau von Napoleon Bonaparte, und die Krone der
Kaiserin Eugénie, die die Diebe allerdings verloren,
meldet unter anderem der
Tagesspiegel.
Bekannt waren auch die gravierenden
Sicherheitslücken im Louvre, erinnert derweil Peter Kropmanns in der
NZZ: "Erst im Sommer sickerte über streikendes Aufsichtspersonal durch, dass nicht nur Wasserschäden sowie defekte Toiletten und Aufzüge zu beklagen sind, sondern auch der erhebliche
Personalmangel sowie etliche Schwachstellen im Sicherheitskonzept. Nun wurden nur wenige Stunden nach dem Raub Passagen eines alarmierenden Vorberichts des staatlichen Rechnungshofes bekannt, der im kommenden Monat in definitiver Fassung vorgelegt werden sollte. Demzufolge ist der Louvre sicherheitstechnisch seit langem in dramatischem Rückstand. Ein Drittel der Säle eines der Gebäudeflügel verfügt über
keine einzige Überwachungskamera. In anderen Museumsbereichen fehlt entsprechende Technik in drei Vierteln der Räume."
Nils Minkmar erlebt in der
SZ indes ein Land im "Wettrennen um die
größtmögliche Selbstanklage": "Die Polizei hört sich im Milieu der üblichen Verdächtigen um, denn solch ein Raubzug überfordert auch die Branche der französischen Meisterdiebe. Die
Gewerkschaften verweisen auf ihre wiederholten und ignorierten Warnungen, denn in den vergangenen Jahren wurden viele Stellen im
Wachdienst gestrichen. Und der
Präsident, der schon die Kathedrale in Rekordzeit erneuerte, die Olympischen Spiele nach Paris holte, der verspricht nun also eine rasche Ergreifung der Täter und eine Sicherstellung der geraubten Stücke."
Geradezu wehmütig
erinnert sich Jonathan Guggenberger (
taz) in der
Berliner Galerie Krone daran, wie "rebellisch, melancholisch und lebensecht" Pop-Publizistik einst sein konnte. Dort werden derzeit Aufnahmen von
Daniel Josefsohn gezeigt, und zwar nicht dessen "Hau-Drauf"-Kampagnen, sondern bisher "ungesehene, kleinformatig-tagebuchartige Momentaufnahmen", die Guggenberger Josefsohns nonkonformistische Haltung zeigen: "Ein junger Mann, der mit gespreizten Beinen auf einem abgewetzten Mid-Century-Schreibtisch sitzt und masturbiert.
Verschwitzte,
erschöpfte Gesichter, die zwischen aufgewühlten Laken hervorschauen. Das ineinander verschlungene Liebespaar, das mit vom Rave verschmutzten Lederstiefeln im Bett liegt und auf einem Fernseher
Fesselpornos schaut. Alles verletzliche Szenen, in die die
Kehrseite des Exzesses - das up and down und die Vergänglichkeit - schon unabwendbar eingeschrieben sind. Josefsohn schmiegt sich an diese Momente, als ob er sie vor dem Verschwinden retten will. Das ist seine Qualität als Dokumentarist: Er zeigt das Leben, wie es ist, und setzt sich selbst dazu in Beziehung."
Weitere Artikel: Berlin kann aufatmen, zumindest, was den
Raubkunstverdacht der
96 surrealistischen Kunstwerke der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch betrifft, verkündet Marcus Woeller in der
Welt. 26 Werke werden nun in der Ausstellung "Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus" in der
Neuen Nationalgalerie mit besonderem Fokus auf deren
Provenienz gezeigt, dabei sind die Objektbiografien mitunter spannender als die Werke selbst, findet Woeller.
Besprochen werden außerdem die der deutsch-jüdisch-südafrikanischen Expressionistin
Irma Stern gewidmete Ausstellung im
Berliner Brücke-Museum (
taz, mehr
hier), die
Gerhard-
Richter-Ausstellung in der
Pariser Fondation Louis Vuitton (
FAZ) und die
Yayoi Kusama-Ausstellung in der
Fondation Beyeler in Riehen/Basel (
SZ, mehr
hier).