Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Film

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.06.2025 - Film

Hans J. Wulff unternimmt für den Filmdienst einen Streifzug durch Filme, in denen Esel und Kinder eine besondere Freundschaft pflegen. Georg Stefan Troller erinnert sich in der Welt an seine Begegnung mit Marlon Brando. Disney und Universal verklagen das KI-Startup Midjourney, meldet Max Fluder in der SZ. Besprochen wird die ZDF-Serie "Club der Dinosaurier" (taz).
Stichwörter: Troller, Georg Stefan

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.06.2025 - Film

Gelöst und heiter: Leonid Breschnew in "The Helsinki Effect" (Rise and Shine Cinema)

Dass die KSZE-Konferenz in Helsinki 1975 im Jahr 2025 das Material für eine "geradezu rasant unterhaltsame. ... ja streckenweise saukomische" Kino-Doku abwerfen würde, hätte wohl auch niemand gedacht - und doch ist Arthur Franck mit seinem "The Helsinki Effect" genau dies gelungen, freut sich Alex Rühle in der SZ. Ein Kniff des Films: Was Henry Kissinger und Leonid Breschnew seinerzeit abseits von Mikrofonen mitunter an Derbheiten von sich gelassen haben, wurde für den Film mittels KI rekonstruiert und läuft als Voice-Over mit. Insbesondere Kissinger sah in dieser Konferenz nicht viel mehr als eine lästige Terminsache und ließ sein Umfeld dies gerne wissen. "Der Witz ist nur, dass der Film beweist, wie komplett sich ebenjener Kissinger mit all seinen abschätzigen Bemerkungen getäuscht hat. ... Denn die KSZE, und das ist die Kernthese dieses Films, setzte in Osteuropa Dynamiken in Gang, die am Ende die Mauer zu Fall brachten." Dabei war es "Breschnew, der auf die Ausrichtung der KSZE gedrängt hatte und der sie im Nachhinein als seinen größten Triumph ansah. Weshalb man ihn auf den Filmaufnahmen aus Helsinki auch so gelöst und heiter sieht wie nie zuvor und danach, er shakert mit den Journalisten, wirft Kusshändchen in die Luft und deutet sogar Tanzbewegungen an."

Weiteres: Marian Wilhelm resümiert im Standard die Verleihung des Österreichischen Filmpreises, bei dem Mo Hawares "The Village Next To Paradise" über ein Dorf in Somalia als bester Spielfilm gewann: "Dem österreichischen Autorenkino tut so eine Infusion globaler Realitäten gut." Elmar Krekeler sorgt sich in der Welt um das Wohlergehen des Kinder-Casts der neuen "Harry Potter"-Serie.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.06.2025 - Film

Filmstill  aus "Rusari Abi (Das blaue Kopftuch) ". Der Film läuft am 22. Juni in München.

Bereits seit Ende Mai und noch bis zum 22. Juni zeigt das Filmmuseum München restaurierte iranische Filmklassiker - und weil jeder der Filme nur einmal läuft, sollte man sich wirklich sputen, wenigstens das verbliebene Programm noch mitzunehmen, rät Dunja Bialas auf Artechock und versichert: Es lohnt sich wirklich! "Die 'iranischen Klassiker', das sind die vom derzeitigen Regime geschmähten und als nicht existent diffamierten Filme, die vor der Islamischen Revolution gedreht wurden. Als Filme der iranischen 'Nouvelle Vague' haben sie jedoch dem heute international gefeierten, von der iranischen Zensur nicht gewollten Kino den Weg bereitet. ... Wie ein Füllhorn öffnet sich die Reihe der iranischen Klassiker auf zwölf sehr unterschiedliche Stimmen dieser umwälzenden Zeit, in der sich das persische Kino zum Autorenkino wandelte. Jeder Film bringt so, anders als bisweilen die sehr homogenen monographischen Retrospektiven, eine neue Tonlage, eine neue Handschrift mit sich. Jeder Film kann so zu einer Entdeckung von etwas völlig Unbekanntem werden."

Außerdem: Aurelie von Blazekovic blickt für den Tages-Anzeiger nach Spanien, wo Netflix erhebliche Summen in Produktionen investiert. Kurz bevor die Filmbewertungsstelle Wiesbaden Ende des Jahres eingestellt wird, erklärt Thomas Klein im Filmdienst als Jurymitglied und -vorsitzender, wie diese zuletzt dann doch eher abseits des Wahrnehmungsradars gelegene Einrichtung eigentlich arbeitet. Wilfried Hippen empfiehlt in der taz die am kommenden Wochenende in Hamburg beginnenden Jüdischen Filmtage.
    
Besprochen werden Manuel Stettners Dokumentarfilm "QRT: Zeichen, Zombie, Teqno - Ein Nekrolog" über den in Neunzigern an den Junk verloren gegangenen Kulturtheoretiker Konradin Leiner (Artechock), Arthur Francks Dokumentarfilm "Der Helsinki Effekt" (Artechock), Robert Guédiguians "Das Fest geht weiter" (Artechock), Michael Pearces Apple-Thriller "Echo Valley" mit Julianne Moore (FAZ), Kevin MacDonalds und Sam Rice-Edwards' Biopic "One to One: John & Yoko", das in Deutschland erst Ende Juni startet (NZZ) und Evi Romens vorerst nur in Österreich startender Musikfilm "Happyland" (Standard).
Stichwörter: Iranischer Film, Iran

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.06.2025 - Film

Der israelische Autor Benjamin Balint erzählt in der Zeit, wie die für den 8. Oktober 2023 angesetzten Dreharbeiten zum Dokumentarfilm "Kafkas letzter Prozess", der nun in Deutschland läuft, von den Massakern der Hamas und dem anschließenden Gazakrieg beinahe durchkreuzt wurden. Der Film war noch nicht einmal fertiggestellt, da formierte sich bereits der hässliche Boykott gegen alles, was aus Israel kommt: "Dieser Kulturboykott und das daraus resultierende Gefühl der Isolation bei israelischen Künstlern geht weit über die Filmbranche hinaus. Literarische Veranstaltungen sind zu politischen Schlachten geworden. ... Früher wurden Israels linke Schriftsteller im Ausland mehr gefeiert als zu Hause. Heute rufen Schriftsteller im Ausland offen zum Boykott israelischer Bücher und Autoren auf. ... Kein Wunder, dass viele Israelis mit Unbehagen auf einige selbst ernannte Unterstützer der Opfer in Gaza reagieren. Wir empfinden dieses Mitleid immer dann als Heuchelei, wenn es sich nicht auch auf die Opfer des 7. Oktober erstreckt."

Weitere Artikel: Marian Wilhelm verschafft im Standard anlässlich der Verleihung des Österreichischen Filmpreises einen Überblick über das Filmschaffen in der Alpenrepublik. Andreas Busche empfiehlt im Tagesspiegel Filme aus der zweiten Ausgabe des Berliner Festivals Dokumentale.

Besprochen werden Tyler Perrys Netflix-Film "Straw" über eine Figur, die laut Perlentaucher Lukas Foerster "Amerika, die Welt, wir alle brauchen: eine Superheldin der Menschlichkeit", Robert Guédiguians "Das Fest geht weiter!" (taz, FAZ), Alice Diops aktuell in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung abrufbaren Dokumentarfilm "Nous" (Perlentaucher), Arthur Francks "Der Helsinki Effekt" (taz), Sigurjón Kjartanssons "Der letzte Takt" (FR, SZ), Disneys Realfilm-Remake des Animationsfilms "Drachenzähmen leicht gemacht" (FR, Standard), die Arte-Kurzfilmserie "El'Sardines" (taz), Gerald Igor Hauzenbergers und Gabriela Schilds vorerst nur in Österreich startender Dokumentarfilm "On the Border" (Standard), Manuel Stettners Dokumentarfilm "QRT: Zeichen, Zombie, Teqno - Ein Nekrolog" über den in den Neunzigern an einer Heroin-Überdosis verstorbenen Kulturtheoretiker Konradin Leiner (FAZ) und eine ZDF-Doku über Gaddafi (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.06.2025 - Film

Besprochen werden die Netflix-Komödie "The Four Seasons" mit Tina Fey (FAZ) und Andrew Ahns Remake von Ang Lees Klassiker "Das Hochzeitsbankett" (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.06.2025 - Film

Für Bert Rebhandl in der FAZ ist Robert Guédiguian "der wichtigste Chronist" Marseilles und sein Ziel, filmerisch eine bessere Zukunft für die Stadt zu entwerfen, erreicht er auch mit seinem Film "Das Fest geht weiter!", so Rebhandl. Es geht darum, wie die Community der Stadt nach dem Einsturz zweier Häuser weitermacht: "Kino als Langzeiterzählung mit einer Wahlfamilie, die Marseille in eine Realutopie verwandelt - das ist in etwa, was Guédiguian aus der Ära Mitterrand in die Ära Melenchon überführt hat. Die organisierte Rechte kommt gar nicht vor, sieht man von gelegentlichen pflichtschuldigen Distanzierungen von den 'Faschos' ab. Was auch nicht vorkommt und damit dem Film einen anachronistischen Charme verleiht, sind die digitalen Plattformen. Guédiguian steht für eine Medienevolution, die von den ersten Epen bis zu einem Kino reicht, das wie eine Kraft der Vergangenheit wirkt. Kommt von daher eine wehmütige Grundstimmung, die den Film durchzieht?"

Weiteres: Das Babylon-Kino in Berlin zeigt den avantgardistischen Film "Im Frühling" von Mikhail Kaufman aus dem Jahr 1929, Katja Petrowskaja blickt in der FAS in eine Zeit, die nicht nur filmisch im Umbruch ist. Kai Spanke schwelgt in der FAZ in Überlegungen zu und Erinnerungen an Martin Scorseses "Goodfellas." Philipp Bovermann denkt in der SZ über Filmbejubelung und -kritik auf Tiktok und Youtube nach. Florence Kasumba wird von Elmar Krekeler in der Welt als eine der wenigen deutschen Schauspielerinnen porträtiert, die auch in Hollywood Erfolg haben.

Besprochen werden: Ein weiterer Teil der Dreamworks-Reihe "Drachenzähmen leicht gemacht" (Welt), der neue Dortmund-Tatort "Feuer" (FR, SZ, Tagesspiegel, Spiegel), das John Wick-Spinoff "Ballerina" von Len Wiseman (SZ), die zweite Staffel "Nine Perfect Strangers" mit Nicole Kidmann für Amazon Prime (SZ) und die Julian Rosefeldt-Werkschau "Nothing is Original" im C/O Berlin (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.06.2025 - Film

Auf der FAZ-Medienseite beschwert sich Achim Rohnke, Geschäftsführer des Verbands Technischer Betriebe für Film & Fernsehen, bitter darüber, dass so viele deutsche Fernsehfilme im Ausland gedreht werden. Der Grund: in vielen Ländern gibt es für die Filmindustrie "großzügige" staatliche Förderungen. Nur nicht in Deutschland. Dafür können ARD und ZDF zwar auch nichts, "dennoch stehen sie in der (Mit-)Verantwortung. Diese hat Rainer Esser, Leiter der Zeit-Verlagsgruppe, kürzlich in einem Interview aus Verlagssicht so benannt: 'Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der durch die Gebühren gut finanziert ist, hat auch eine Bringschuld denjenigen gegenüber, die auch in dem Boot der Qualitätsmedien sitzen, dass die überleben.' Darin sollten auch die technisch-kreativen Film- und Fernsehdienstleister am Produktionsstandort Deutschland eingeschlossen werden. Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen an einem starken Marktumfeld Interesse haben, in dem auch die privatwirtschaftlichen Partner und Dienstleister auskömmlich existieren können. Deshalb muss die 'Projektflucht' des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ins benachbarte Ausland aufhören, der Braindrain und der Abbau von technischen Ressourcen schleunigst gestoppt werden!"

Besprochen werden Emilie Blichfeldts Debütfilm "The Ugly Stepsister" (Standard, Filmdienst, Zeit) und Martin Provosts Film über den Maler Pierre Bonnard (FR, Filmdienst).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.06.2025 - Film

Szene aus "The Ugly Stepsister"

Cinderella mal anders: Der Body-Horror-Film "The Ugly Stepsister" der norwegischen Regisseurin Emilie Blichfeldt fragt, wie sich eigentlich Aschenputtels hässliche Stiefschwester bei dem Ganzen so gefühlt hätte. Wenn sich Elvira, gedrängt von der Mutter und der Männerwelt, einer Schönheitsoperation nach der anderen unterzieht, geht es ziemlich drastisch zu, wie Benjamin Moldenhauer im Perlentaucher festhält: "Man ist mit 'The Ugly Stepsister' sehr schnell vom Körperhorrormärchenvergangenheitsbild bei den strukturell narzisstischen Zurichtungsmedien der Gegenwart. Zurichtung für den Blick des anderen, des Mannes zumeist, oder auch mal der Mutter, die hier aber nur die Verlängerung des männlichen Blicks ist. Erst im lustvoll Angeschautwerden des Bildes, das man von sich (auf dem Prinzenball wie auf Instagram) abgibt, kann so etwas wie ein Wert entstehen..." Leider macht es sich der Film ein wenig zu einfach: "Dieses sich-lustig-Machen über eklig-doofe Menschen hat keinen ermächtigenden Effekt, sondern bewirkt paradoxerweise, dass die Zurichtung wie eine Selbstverletzung ohne Sinn wirkt."

FAZ-Kritikerin Greta Zieger zeigt dieser Film hingegen gekonnt, wie durch verinnerlichte Schönheitsideale nicht nur die Männer, sondern auch Frauen füreinander zum Problem werden: "Blichfeldt steigert das Mitgefühl für Elvira durch gezielten Body-Horror: Während Flo Fagerli in der Rolle der kleinen Schwester Alma das Entsetzen des Zuschauers spiegelt, sieht die Mutter ruhig dabei zu, wie ihrer älteren Tochter mehrfach die Nase gebrochen wird, um sie danach zu richten. Um die körperliche Erfahrung spürbar zu machen, zwingt die Regisseurin das Publikum in Elviras Perspektive." In der FR gefällt Daniel Kothenschulte unter anderem die Optik, die das "osteuropäische Märchenkino der siebziger Jahre" aufgreift: "In wunderbar ausgestatteten Szenen schwelgt sie in seiner handgemachten Pracht und seinem volkstümlichen Surrealismus - nur die Geschlechterrollen nimmt sie unter die Lupe. Der Prinz streift mit Freunden wie im tschechoslowakischen 'Aschenputtel'-Klassiker jagend durch die Wälder, entzaubert sich aber durch sexistische Sprüche."

Weitere Artikel: In der FR unterhält sich Patrick Heidmann mit den SchauspielerInnen Mia Threapleton und Riz Ahmed über ihre Arbeit an Wes Andersons "Der phönizische Meisterstreich" (unsere Kritik). Besprochen werden Martin Provosts Film "Die Bonnards - Malen und lieben" über den Maler Pierre Bonnard (FR, SZ) und Appolain Siewes Dokumentarfilm "Code der Angst" (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.06.2025 - Film

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Mit seinem Essay "Objektverlust. Film in der narzisstischen Gesellschaft" trauert der Filmhistoriker Lars Henrik Gass mit den Filmtheorien Siegfried Kracauers und der Kritischen Theorie im Gepäck um die Welt, die dem Gegenwartskino abhanden gekommen ist, insbesondere auch den Filmen jener Regisseure, die - von Wes Anderson über Quentin Tarantino bis Athina Rachel Tsangari - noch am ehesten mit Diskurswert aufgeladen werden. Perlentaucher Lukas Foerster sieht einiges anders, stimmt in einigem zu, hadert mit der Polemik des Textes, findet ihn in den "stärksten Passagen" dann aber doch alles in allem ziemlich lesenswert. "Es geht in Gass' Buch um die Filme, über die man spricht. Und die kumulativ festschreiben, wie über Filme gesprochen wird." Dabei schließt Gass mitunter an Manny Farbers bereits in den Sechzigern erschienen Kritik am Autorenfilm als Weiße-Elefanten-Kunst an: "Gemeinsam ist beiden Texten eine Aufmerksamkeit dafür, dass und wie sich der Möglichkeitsraum des Kinos verengt, wenn es sich zu sehr in akademischer Selbstbezüglichkeit verfängt. Eine Selbstbezüglichkeit, deren Spezifik man paradoxerweise nur auf die Schliche kommt, wenn man an ihr partizipiert und seinerseits Filme auf andere Filme bezieht." Für die Welt bespricht Magnus Klaue den Essay.

Weiteres: Thomas Klein resümiert im Filmdienst ein Re:publica-Panel zu dystopischen Serien. Besprochen werden Daniel Abmas Dokumentarfilm "Im Prinzip Familie" (taz) und Manuel Stettners Dokumentarfilm "QRT: Zeichnen Zombie Teqno - Ein Nekrolog" über den den 1996 nach einer Heroin-Überdosis verstorbenen Kulturtheoretiker Konradin Leiner (FD).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.06.2025 - Film

Julian Rosefeldt muss ein Zauberer sein, anders kann sich Andreas Kilb (FAZ) die Entstehung der Filmkunstwerke, die stets Mythen und ihre Auflösung verhandeln, nicht erklären. Etwa in der Installation "Meine Heimat ist ein düsteres, wolkenverhangenes Land", die für eine Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin entstand und nun in der Schau "Nothing is Original" im C/O Berlin zu sehen ist: "Auf vier Monitoren laufen deutsche Landschaften, mit und ohne Caspar-David-Friedrich-Effekt: ein Wanderer mit Nebelmaschine im Elbsandsteingebirge, ein zweiter, der mit einem Besen dort die Felsen fegt, zwei Jäger mit dem erlegten Wild, ein paar Jogger bei Turnübungen, ein streunender Wolf. Das Letzte, was man sieht, ist ein Camper, der auf seinem Fernsehgerät die gleichen Szenen im Schnelldurchlauf betrachtet. Die Heimat ist, wie der Mythos und die Kunst, bei Julian Rosefeldt nicht nur wolkenverhangen, sie schaut auch zurück. Wir sind mit im Bild."

Weiteres: Irina Scherbakowa findet es in der taz "verständlich", dass es bei einer Berliner Kinovorführung von Sergei Eisensteins "Alexander Newski" Proteste aus der ukrainischen Diaspora gab. Besprochen werden Silvio Soldinis "Die Vorkosterinnen" ("in Bezug zur historischen Wirklichkeit ... unhaltbar", meint Fabian Tietke in der taz zu diesem Film über Hitlers angebliche Vorkosterinnen), Claire Burgers "Tandem" (Presse) und Daniel Minahans "On Swift Horses" über homosexuelle Liebespaare in den Fünfzigern (SZ).