Die
taz bringt eine
Doppelseite mit Weiterungen zum
Gurlitt-Skandal - zur Erinnerung,
Hildebrand Gurlitt war der Kunsthändler, in dessen Nachlass viele Bilder der "Entarteten Kunst"-Ausstellung gefunden worden waren. Die Affäre hatte ihren Höhepunkt im Jahr 2013 (unsere
Resümees).
taz-Redakteur Thomas Gerlach
erzählt heute von
Hans Prolingheuer, der schon in den frühen Neunziger Pionierarbeit zum Schicksal der Bilder der Ausstellung geleistet hatte, und vom "
evangelischen Kunstdienst, ursprünglich gegründet, um moderne Kunst in Kirchen zu etablieren", der sich dann den Nazis angedient hatte, die um die 15.000 Werke zu "verwerten". Seine wichtigste Mitarbeiterin war
Gertrud Werneburg, geboren 1901 in Thüringen.
Mit ihr hatte Prolingheuer 1991 ein
Interview geführt, das die
taz nun erstmals veröffentlicht. Sie hatte mit
dem Preis, zu dem die Werke verkauft wurden, nichts zu tun, beteuert sie. "Ich habe nur gehandelt. Und am Schluss haben sie (Abteilung im Propagandaministerium; d. Red.) sie nahezu verschenkt,
weil sie eben Dollar haben wollten. Und die (Kunsthändler) haben gesagt, wenn wir einen Dollar oder vier Dollar geben, kriegen wir auch ein Bild. Da haben sich Leute bereichert, ich kann Ihnen sagen, die haben alle Geschäfte gemacht. Ich wollte nichts damit zu tun haben und ich hatte auch nichts damit zu tun. Mir haben später Leute erzählt, wie sie die
Bilder für Pfennige gekriegt haben. Ein Herr, der hat
einen Feininger gehabt, den hat er später für 200.000 Mark verkaufen können. Er hat mir selbst erzählt, dass er sich ein Haus dafür in Westdeutschland gekauft hat."