Die Gelder für die Goethe-Institute sollen gut
zehn Prozent gekürzt werden. Auch dem DAAD, der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und dem Institut für Auslandsbeziehungen drohen kräftige Streichungen. In der
FAZ versucht Paul Ingendaay mit Matthias Lilienthal zu erklären, welche Bedeutung
auswärtige Kultur-
und Bildungspolitik hat: "Der Dramaturg Matthias Lilienthal, der seit dreißig Jahren mit dem Goethe-Institut kooperiert, sagte der
FAZ, an manchen Orten bestehe die Leistung der Institute vor allem darin, die
intellektuelle Zivilgesellschaft aufrechtzuerhalten. In Myanmar zum Beispiel. Oder in Jekaterinburg. Überall sieht die Aufgabe anders aus. Eben deshalb muss man persönlich an Ort und Stelle sein. 'Das Goethe-Institut', sagt Lilienthal, 'ist das Zentrum des freien Denkens, in vielen Fällen der 'safe space' einer ganzen Stadt. Das sind genau die Freiheitsräume, die wir in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen brauchen.'" Und dann hat Ingendaay noch einen Gegenvorschlag: "Wie wäre es, wenn
der Bundestag, der über die Kürzungen demnächst zu beschließen hat,
mit dem Schlankwerden bei sich selbst anfinge?"
In
Spanien haben die Rückgabe zweier Gemälde an die Familie eines
Opfers der Franco-
Diktatur und ein Buch des Madrider Universitätsprofessor
Arturo Colorado, "Arte, botín de guerra" ("Kunst, Kriegsbeute"), eine
Restitutionsdebatte ausgelöst,
berichtet in der
NZZ Ute Müller. "Colorado hat in seinem Werk den Werdegang von rund 15 000 Kunstwerken untersucht, die nicht nur aus Museen, sondern auch aus privaten Gemäldesammlungen stammten. Er kam zu dem Schluss, dass seit dem Bürgerkrieg
fast 5500 Gemälde nicht an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben worden waren. Viele hängen bis heute in Kirchen, Ministerien oder anderen staatlichen Einrichtungen... Raubkunst ist auch in 37 Museen ausgestellt. Laut Colorado hat
sogar das Prado-
Museum rund zwei Dutzend Kunstwerke, die während der Franco-Zeit geraubt wurden. Im Museum wollte man sich dazu nicht äußern."