In der
Welt atmet Dankwart Guratzsch auf:
Russland ist vom Präsidentenamt der
Welterbekommission zurückgetreten. Wer in der Ukraine gezielt Kulturdenkmäler beschießt, hat in diesem Amt nichts zu suchen, findet er. "Zu den heftigsten Kritikern der russischen Präsidentschaft hatte von Anfang an die internationale Organisation World Heritage Watch (WHW) gehört, zu Deutsch: 'Welterbewache'. Sie hatte den Russen bescheinigt, nicht nur Kulturstätten der Ukraine
dem Erdboden gleichzumachen, sondern indirekt auch dafür verantwortlich zu sein, dass Welterbestätten weltweit nicht mehr ausreichend geschützt werden konnten. Da sich westliche demokratische Staaten geweigert hätten, unter einem Präsidenten zu tagen, dessen Land einen Bomben- und Raketenkrieg führt, habe das Welterbekomitee 2022 nicht ein einziges Mal zusammenkommen können - was seinerseits dazu beigetragen habe, dass einige Staaten die 'Gunst der Stunde' genutzt hätten,
Großprojekte voranzutreiben, die Welterbestätten gefährden." Dazu gehören laut Guratzsch die Autobahn durch die Nekropolen von Kairo, Hotelprojekte im indonesischen Komodo-Nationalpark, auf den Galapagos-Inseln und an den Viktoriafällen in Sambia und Simbabwe, der Autobahntunnel unter dem Megalithkreis von Stonehenge und die Zubetonierung der Akropolis von Athen.