Katarzyna Wielga-Skolimowska wird neue Chefin der Kulturstiftung des Bundes. Die polnische Kulturmanagerin löst Hortensia Völckers ab, die in den Ruhestand geht, berichtet unter anderem Jörg Häntzschel in der
SZ. Eine der Fragen wird sein, ob Wielga-Skolimowska mehr Zugriff auf die
Documenta bekommt, vermutet Häntzschel: Obwohl der Beitrag der Bundesstiftung "im Vergleich zu denen von Land Hessen und Stadt Kassel gering ist, forderten in den vergangenen Wochen viele, der Bund müsse seine
Beteiligung ausweiten und Mitgesellschafter werden, während andere das als unzulässig zurückwiesen, Kultur ist schließlich Ländersache."
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Großteil der
Benin-
Bronzen durch den nigerianischen Staat der
entmachteten Königsfamilie als ursprüngliche Besitzer übergeben wird, meint Matthias Busse in der
Welt, aber: "Wird so das stets erneuerte Ziel erreicht, den Nigerianern und speziell der Edo-Bevölkerung ihre Geschichte anhand der historischen Objekte näherzubringen? So einfach wie es aus dem Mund der Politiker klingt, ist die Sache nicht. Denn nicht nur der deutsche Kolonialismus fordert eine kritische Aufarbeitung, auch die
Zeit der Oba war kriegerisch. Sie unterwarfen ihre Nachbargesellschaft, beuteten sie aus,
versklavten die Menschen und opferten Gefangene in blutigen Ritualen. Darüber schweigen die Offiziellen in Nigeria - und auch die aus der Oba-Familie stammende Kuratorin der aktuellen Benin-Ausstellung in Köln." Ebenfalls in der
Welt porträtiert Thomas Schmid den Arzt und Anthropologen
Felix von Luschan, der Hunderte Benin-Bronzen für Deutschland erwarb.
"Von seiner
Verantwortung für die große
ökonomische Kluft zwischen den europäischen und den
afrikanischen Ländern will Europa nach wie vor nichts wissen",
sagt der Soziologe
Olaf Bernau, der mit
"Brennpunkt Afrika" gerade ein Buch über Kolonialismus und Fluchtursachen veröffentlicht hat, im
Standard-Interview mit Ruth Renée Reif: "Diese Kluft hat auch mit schlechter Regierungsführung im zeitgenössischen Afrika zu tun, doch ihr eigentlicher Ursprung liegt
im 17. Jahrhundert. Damals traten die Entwicklungspfade auseinander, und dieser Prozess hat sich durch
Sklaverei und
Kolonialismus immer weiter zugespitzt. Das grundlegende Muster lautet, dass afrikanische Länder primär Rohstoffe exportieren und verarbeitete Produkte importieren. Im Zuge der Verschuldungspolitik der 1980er- und 1990er-Jahre wurde es einmal mehr zementiert. Nähme Europa seine Verantwortung wahr, müsste es etwas von dem verbrecherisch zusammengeraubten Reichtum zurückgeben."