Ein Moskauer Restaurant musste seinen Namen ändern. Es lag gegenüber dem Sowjetskaja Hotel und bezeichnete sich darum als "
antisowjetisches Schaschlik-Cafe". Dagegen protestierten Veteranen des Großen Vaterländischen Kriegs, so dass die Restaurantbesitzer den Laden am Ende umbenannten. Der Ex-Dissident
Alexander Podrabinek, der seitdem im Versteck lebt,
erinnert die Veteranen in seinem Blog daran, dass die Sowjetunion ein
Land der Gulags war und nicht mehr existiert.
Open Democracy übersetzt den Beitrag: "Ihr wart von dem 'antisowjetischen' Namen so verletzt, weil
ihr in Wahrheit die Verwalter dieser Lager und Gefängnisse wart, ihr wart die Kommissare der Aufstandsbekämpfung und Scharfrichter auf den Appellplätzen. Ihr, sowjetische Veteranen, wart die Verteidiger des sowjetischen Regimes, und darum behandelte es euch freundlich. Aber ich komme aus der antisowjetischen Vergangenheit unseres Landes, und hier ist, was ich euch sagen will: In der Sowjetunion gab es
noch andere Veteranen außer euch, über die ihr nichts hören wollt, die Veteranen des Kampfes gegen die Sowjetunion. Euer Regime. Sie kämpften, wie einige von euch, auch gegen die Nazis, und dann kämpften sie gegen die Sowjets, in den Wäldern Litauens und der westlichen Ukraine, in den Bergen Tschetscheniens und den Wüsten Zentralasiens. Sie organisierten den Aufstand im Lager von Kengir 1954 und den 'blutigen Samstag' in Nowotscherkask 1962, der zusammengeschossen wurde. Sie sind
fast alle tot, und fast niemand ehrt ihr Andenken. Keine Plätze und Straßen werden nach ihnen benannt. Die wenigen Überlebenden werden
nicht geehrt und erhalten keine Staatsgelder oder Pensionen. Sie leben in Armut und Dunkelheit, nicht ihr, die Bewahrer und Verehrer des Sowjetregimes, sondern sie - die wahren Helden unseres Landes."