Magazinrundschau - Archiv

The New Yorker

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Magazinrundschau vom 28.07.2009 - New Yorker

In einem wunderbar ironischen, zugleich außerordentlich informativen Text beschreibt der Schriftsteller Nicholson Baker seine Leseerfahrungen mit dem Kindle2 von Amazon. Systematisch nimmt er dabei Technik, Funktion und Lektüreangebot unter die Lupe und gleicht seine Befunde mit dem gedruckten Buch ab. Von Beginn an ist er abgestoßen vom "grünlichen, blässlichen, postmortalen Grau" des Schriftbilds, da gibt er seinem iPhone jederzeit den Vorzug. Und doch liest er am Ende ein ganzes Buch auf dem Kindle. "Ich fing an, unbewusst immer ungeduldiger die Nächste-Seite-Taste anzuklicken, wie ich es in Jahren des Lesens gelernt hatte – also die Seite einen Tick früher anzufassen, um das Umblättern vorzubereiten. Ich klickte Nächste Seite an, wenn ich am Anfang der letzten Zeile war, und die Seite wurde schwarz und sprang um, bevor ich sie zu Ende gelesen hatte. Ich war dabei zu versuchen, den Kindle anzutreiben. Aber einen Kindle treibt man nicht an. War mir schnurzegal. (...) Endlich war ich beim letzten Bit. Die kleine Fortschrittsanzeige zeigte 99 Prozent. Ich klickte auf Nächste Seite, und das Buchcover erschien. Nochmal Nächste Seite, aber es gab keine nächste Seite. Mein erster Kindle-Roman war zuende." Fazit: Wenn's einen packt, liest man ein Buch überall, selbst vor postmortalem Grau.

Weiteres: Joan Acocella bespricht ein Buch über Judas Ischariot: "Judas: A Biography". "Abgefahren" findet Louis Menand den neuen Roman "Inherent Vice" von Thomas Pynchon, ein Krimi mit einem Ermittler namens Larry (Doc) Sportello. David Denby sah im Kino die Judd Apatows autobiografisch geprägte Komödie "Funny People". Zu lesen ist außerdem die Erzählung "The Valetudinarian" von Joshua Ferris und Lyrik von C.K. Williams und Rae Armantrout.

Magazinrundschau vom 21.07.2009 - New Yorker

Der menschliche Appetit ist elastisch: Je mehr man kriegt, umso mehr isst man. Unter der Überschrift XXXL geht Elizabeth Kolbert anhand mehrerer neuer Studien der Frage nach, weshalb die Amerikaner so fett sind. Einen internationalen Ansatz verfolgt der Band "Globesity". Demnach wurden die Amerikaner zwar als erste Nation fetter, sind inzwischen aber von der Tschechischen Republik, Deutschland, Griechenland oder der Slowakei überholt. Die Autoren, überwiegend Ernährungswissenschaftler, betrachten Fettleibigkeit als Katastrophe – für die Betroffenen ebenso wie für nationalen Gesundheitssysteme. "Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, verschiedene Krebsarten, Gallensteine und Osteoarthritis sind nur einige Leiden, die mit Übergewicht in Verbindung gebracht werden. Schätzungen gehen davon aus, dass die überschüssigen Pfunde der Amerikaner den Gesundheitsausgaben jährlich Zusatzkosten von neunzig Milliarden Dollar verursachen. Für globale Kosten gibt es keine zuverlässigen Schätzungen, doch Delpeuch und seine Co-Autoren schreiben: 'Fettleibigkeit erweist sich unausweichlich als eines der größten Abflusslöcher' für nationale Gesundheitsetats." Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt deshalb drei Dutzend Maßnahmen für eine bessere Ernährung und mehr Fitness – darunter eine "Fettsteuer" auf kalorienreiche Snacks.

Magazinrundschau vom 23.06.2009 - New Yorker

In einem Brief aus Teheran berichtet ein Einwohner anonym über die Proteste und Übergriffe in der iranischen Hauptstadt. Er schreibt, er habe sich auch deshalb unter die Demonstranten gemischt, um die offizielle Propaganda zu überprüfen, Moussavi sei von Konterrevolutionären mit Unterstützung "missgeleiteter" Studenten und "verwestlichter" Lakaien aus dem reichen Norden Teherans gewählt worden, während die Unterstützer Ahmadinejads "arm, rechtschaffen und patriotisch" seien. "Doch entgegen dieser Karikatur präsentierten die Demonstranten um mich herum einen beeindruckenden Querschnitt durch die iranische Bevölkerung. Die Masse in der Azadi Street wurde von jungen Leuten beherrscht, viele der Mädchen trugen die vorgeschriebene schwarze maghna'eh, ein Umhang mit Kapuze, die sie auch im Unterricht tragen. Es gab auch ältere Frauen und Männer sowie Familien, deren Kleidung und Äußeres darauf hinwiesen, dass sie aus den einfachsten Bezirken Teherans oder aus den Provinzen kamen. Ich sah auch eine Freundin, die einen Regierungsjob hat. Sie hatte ihre Arbeitsstelle vorzeitig verlassen, zusammen mit zehn Kollegen und mit Erlaubnis ihres Vorgesetzten. Wir kamen an einem Regierungsgebäude, wo sich Angestellte aus dem Fenster lehnten und winkten, Ich glaube nicht, dass an diesem 15. Juni viel gearbeitet wurde in Teheran."

Weiteres: Lauren Collins informiert über den Musikgeschmack der im Irak stationierten Soldaten. James Wood bespricht den Roman "Censoring an Iranian Love Story" von Shahriar Mandanipour, eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund moralischer Zwänge und Tyrannei. Und David Denby sah im Kino Kathryn Bigelows Thriller "The Hurt Locker" und Robert Kenners Dokumentarfilm "Food, Inc.", der in diesem Jahr das Berlinale-Spezial "Kulinarisches Kino" eröffnete. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Ziggurat" von Stephen O?Connor und Lyrik von Julie Bruck und Christian Wieman.

Magazinrundschau vom 19.05.2009 - New Yorker

David Denby erinnert mit einer wunderbaren Besprechung zwei gelungener neuer Bücher an den fast vergessenen Mann hinter zwei absoluten Hollywoodklassikern: an den Filmregisseur Victor Fleming. "Am Set von 'Vom Winde verweht' hänselte und beschwatzte Fleming [Vivian] Leigh; manchmal stritten sie so heftig wie Rhett und Scarlett. Als er nach einem schlechten Tag vom Set ging, sagte er: 'Miss Leigh, Sie können sich dieses Skript in Ihren königlichen britischen Arsch schieben', eine nicht sehr elegante Variante von 'Ehrlich gesagt, meine Liebe, kümmert mich das einen Dreck.' Aber ihre gegenseitige Antipathie hat den Film vielleicht dramatisch lebendig gehalten."

Als "verkappten Hardliner" porträtiert Jeffrey Toobin John Roberts, jenen obersten Richter der USA, der Barack Obama bei dessen Vereidigung den Amtseid falsch vorsagte. Roberts, der sich als "Schiedsrichter" versteht, der die Regeln nicht mache, sondern lediglich anwende, und für seine Amtsführung "Bescheidenheit und Demut" versprach, habe nach vier Jahren allerdings weniger die Bilanz "eines demütigen Bescheidenen, sondern eher eines doktrinären Konservativen vorzuweisen. Die von ihm favorisierte Art der Demut spiegelt eine Auffassung wider, wonach sich der Gerichtshof fast immer den bestehenden gesellschaftlichen Machtverhältnissen fügen sollte. Seit er der siebzehnte oberste Richter wurde, ergriff Roberts in jedem bedeutenden Fall die Partei der Anklage gegenüber dem Angeklagten, des Staats gegenüber dem Verurteilten, der Exekutive gegenüber der Legislative und des Beschuldigten eines Unternehmens gegenüber dem Einzelkläger."

Weiteres: Paul Goldberger gratuliert dem Guggenheim-Museum zum 50. Geburtstag. Und David Denby sah im Kino "Angels & Demons" (Originaltitel von "Illuminati") von Ron Howard und "Summer Hours" ("L'heure d'ete") von Olivier Assayas. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Ava's Apartment" von Jonathan Lethem und Lyrik von Robert Gibb und Philip Levine.

Magazinrundschau vom 05.05.2009 - New Yorker

In einem Kommentar zum Umgang der amerikanischen Regierung mit den für Folterungen Verantwortlichen weist Philip Gourevitch darauf hin, dass die einzigen, die wegen solcher Vergehen hinter Gittern gesessen hatten, zehn einfache US-Soldaten waren, die an den Übergriffen in Abu Ghraib beteiligt gewesen waren; nur noch einer von ihnen, der damals diensthabende Corporal Charles A. Graner, Jr., sei derzeit inhaftiert. Seine Vorgesetzten genössen dagegen noch immer ihre Freiheit und "den CIA-Verhörbeamten, die Gefangenen Jahre lang Schlimmeres zufügten als Graner in den finstersten Tagen in Abu Ghraib, wurde Immunität zugesichert. Sollte volle Gerechtigkeit unmöglich sein, können doch gewiss einige Ungerechtigkeiten korrigiert werden. Wann immer – wie in Nürnberg, Den Haag, Phnom Penh oder Kigali - gerichtlich über Staatsverbrechen geurteilt wird, gilt das Prinzip der Befehlsverantwortung, derzufolge für die befehlenden Vorgesetzten eine höhere Verantwortlichkeit gilt als für die einfachen Soldaten, die Befehle ausführten."

Weiteres: Malcolm Gladwell untersucht am Beispiel des indischstämmigen amerikanischen Softwareentwicklers Vivek Ranadive, der die eigentlich chancenlose Mädchen-Basketball-Mannschaft seiner Tochter zum Landesmeister machte, das David-gegen-Goliath-Prinzip: demnach müssen Unterlegene bzw. Außenseiter einfach Goliaths Regeln ignorieren. Judith Thurman bespricht Jennifer Scanlons Biografie "Bad Girls Go Everywhere" über Helen Gurley Brown, die 32 Jahre lang Chefredakteurin von Cosmopolitan war. Sasha Frere-Jones stellt die vierköpfige Band Grizzly Bear aus Brooklyn vor, deren Stärke ihr Gesang ist. Und David Denby sah im Kino Gavin Hoods Actionfilm "X-Men Origins: Wolverine", das Drama "Fighting" von Dito Montiel und James Tobacks Dokfilm "Tyson" über den Boxer Mike Tyson. Zu lesen ist außerdem J.G. Ballards "The Autobiography of J.G.B." und Lyrik von Richard Wilbur, C.D. Wright und Heather McHugh.

Magazinrundschau vom 07.04.2009 - New Yorker

Jon Lee Anderson ist nach Teheran gereist, wo sich Irans Präsident Achmadinedschad im Juni zur Wiederwahl stellen muss. Auf einen Wandel scheinen die Zeichen nicht zu deuten, bemerkt Anderson etwa beim Besuch der Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh: "Eine von Sotoudehs Klientinnen ist eine Frau, die für ihre Beteiligung an der Eine-Million-Unterschriften-Kampagne festgenommen wurde, einer Bewegung, die sich für die Rücknahme wenigstens der strengsten Gesetze gegen Frauen einsetzt. Das Urteil gegen die Frau lautete Auspeitschen und zweieinhalb Jahre Gefängnis. Sotoudeh bemerkt, dass 60 Prozent der Studierenden im Iran Frauen sind, aber vor dem Gesetz ist die Aussage einer Frau nur halb so viel wert wie die eines Mannes. Ab neun Jahren müssen Mädchen den Hidschab tragen, und ab diesem Alter können sie auch vom Gesetz bestraft werden. Jungen sind erst ab fünfzehn strafmündig. Wenn Achmadinedschad im Juni wiedergewählt werden sollte, sagt Sotoudeh, würden die Dinge 'noch viel schrecklicher'. Wenn ein Reformer gewinnt, wäre es besser, aber Wunder erwartet sie nicht. Sie hofft, dass der Iran und der Westen ihre Differenzen beilegen können, aber die Aussichten auf einen Deal beunruhigen sie auch: 'Als die nuklearen Angelegenheiten zwischen dem Westen und Gaddafi geregelt waren, dachte niemand mehr an die Menschenrechte in Libyen', sagt sie."

Weiteres: George Packer attestiert der Regierung Obama nach knapp hundert Tagen eindeutig großen Aktivismus, die dahinter stehende Philosophie hat er aber noch nicht begriffen. Zum siebzigsten Jahrestag von Marian Andersons bewegendem Konzert vor dem Lincoln Memorial konstatiert Alex Ross, dass auch heute noch schwarze Sängerinnen und Sänger in der Klassik einen schweren Stand haben. Nicholas Lemann entnimmt einer Anzahl neuerer Biografien über Medienmogule, dass diese selten direkten Zugang zur Macht hatten.

Magazinrundschau vom 31.03.2009 - New Yorker

In einem wie immer akribisch recherchierten Artikel untersucht Seymour M. Hersh die anhaltende Bereitschaft Syriens für einen Frieden mit Israel und das Interesse des Landes an einem Anschluss an den Westen - eine Chance für die Obama-Regierung, so Hersh, als Verhandlungsvermittler für den Frieden im Nahen Osten aktiv zu werden. Eine für alle Seiten motivierende Schlüsselrolle habe dabei der Iran, da Syriens Präsident Bashar Assad das Land nicht an den Rand drängen, sondern in Gespräche über die Region einbeziehen wolle - unter Beteiligung Amerikas und eventuell sogar Israels. Entscheidend sei, dass die bisherige Bush-Politik ein Ende nehme. Hersh resümiert: "Das Weiße Haus muss in den nächsten Monaten schwierige diplomatische Entscheidungen treffen. Assad hat der Obama-Regierung erklärt, sein Land könne den amerikanischen Rückzug aus dem Irak erleichtern. Syrien könnte den USA auch bei Gesprächen mit dem Iran unterstützen, und im Gegenzug könnten die Iraner zu Alliierten im benachbarten Afghanistan werden, wo die Obama-Regierung darum ringt, mit der Taliban-Bedrohung und ihrem stärker werdenden Engagement in diesem Land fertig zu werden - und den langjährigen Einsatz für das Wohl Israels zu erhalten. Jedes dieser Szenarien hat Schattenseiten. Sie alle aufzulösen wird schwierig und erfordert komplizierte und kluge Diplomatie - die Art von Diplomatie, die in den letzten acht Jahren verschwunden ist und die Obamas Team nun beweisen muss, dass sie sie beherrscht."

Anthony Gottlieb bespricht die Biografie "The House of Wittgenstein: A Familiy at War". Sasha Frere-Jones stellt das Album "No Line on the Horizon" von U2 vor. Und Anthony Lane sah im Kino Rob Lettermans Science-Fiction-Animationsfilm "Monsters vs. Aliens" und Emmanuel Mourets französische Liebeskomödie "Küss mich bitte" ("Un baiser s'il vous plait"). Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Visitation" von Brad Watson und Lyrik von A.S. Byatt und Lawrence Raab.

Magazinrundschau vom 24.03.2009 - New Yorker

Zehntausende Häftlinge sitzen in den USA in Isolationshaft. Ist das Folter? Dieser Frage geht unter der Überschrift "Höllenloch" der Publizist und Arzt Atul Gawande nach. Ausgehend von der Erkenntnis, dass der Mensch Interaktion mit anderen Menschen braucht, um als Mensch überhaupt existieren zu können, untersucht er anhand etlicher Fallbeispiele die verheerenden mentalen und sozialpsychologischen Folgen langer Isolation. So etwa den Fall des Journalisten Terry Anderson, der sieben Jahre Geisel der Hisbollah im Libanon war. "'Ich hätte lieber üble Gesellschaft gehabt als gar keine', schrieb er. Im September 1986, nachdem er die Zelle mehrere Monate mit einer anderen Geisel geteilt hatte, wurde Anderson ohne ersichtlichen Grund wieder in Isolationshaft gesteckt, diesmal in eine dreieinhalb Quadratmeter große, fensterlose Zelle, die nur von einer flackernden Lampe auf dem Gang erhellt wurde. Nach einigen Wochen spürte er, wie er wegtrat. 'Ich zittere grundlos', schrieb er. 'Ich fürchtete, den Verstand zu verlieren, ich fürchtete, vollkommen die Kontrolle zu verlieren.'"

Besprochen werden ein Band mit frühen Briefen von Samuel Beckett und der Roman "Lowboy" von John Wray. Paul Goldberger fragt sich anlässlich einer Palladio-Ausstellung in der Royal Academy of Arts, wie "palladiohaft" der Renaissance-Architekt eigentlich war. Und David Denby sah im Kino Tony Gilroys Thriller "Duplicity" mit Julia Roberts und Steve McQueens irisches Gefängnis-Drama "Hunger". Zu lesen sind außerdem die Erzählung "Julia and Byron" von Craig Raine, ein satirisches Stück von Woody Allen und Lyrik von Garret Keizer und Mary Jo Bang.

Magazinrundschau vom 03.03.2009 - New Yorker

In einem sehr ausführlichen Porträt schreibt D.T. Max unter der Überschrift "Der Unvollendete" über den amerikanischen Schriftsteller und Professor für Englische Literatur David Foster Wallace, der sich im vergangenen September das Leben nahm. Nach seinem Durchbruch mit dem als höchst komplex geltenden Roman "Infinite Jest" kämpfte der an starken Depressionen leidende Autor darum, diesen noch zu übertreffen. In der Kurzgeschichte "The Depressed Person" über eine unglückliche narzisstische junge Frau hatte Wallace geschrieben: "Paxil, Zoloft, Prozac, Tofranil, Wellbutrin, Elavil, Metrazol in Kombination mit unilateralem ECT (während einer freiwilligen zweiwöchigen stationären Behandlung in einer örtlichen psychologischen Klinik), Parnate mit und ohne Lithium, Nardil mit und ohne Xanax. Nichts davon befreite in irgendwie signifikanter Weise von der Qual und den Gefühlen emotionaler Isolation, die der depressiven Person in jeder wachen Stunde eine unbeschreibliche Hölle auf Erden bescherte."

Ergänzt wird das Porträt um Wallace' Erzählung "The Wiggle Room".

Zu lesen ist außerdem eine nachgelassene Rezension von John Updike über eine Biografie des Schriftstellers John Cheever von Blake Bailey "Cheever: A Life" (Knopf). Anthony Lane sah im Kino die Verfilmung von Alan Moores Comic "Watchmen" und eine restaurierte Fassung von John M. Stahls Klassiker "Leave Her to Heaven" ("Todsünde") von 1945.

Magazinrundschau vom 24.02.2009 - New Yorker

Ziemlich zahm porträtiert Ryan Lizza den demokratischen Politiker Rahm Emanuel, Barack Obamas neuen Stabschef. Dessen überaus streitbarer Politikstil hat ihm den Spitznamen "Rahmbo" eingebracht. Lizza schreibt: "Emanuel wollte den Job erst nicht. (...) Während Obama noch um ihn warb, fungierte Rahms älteren Bruder Ezekiel, ein Onkologe und Bioethiker, als Resonanzboden. 'Ich habe täglich eine halbe Stunde damit zugebracht, mich von ihm anbrüllen zu lassen', sagte er. Ich will das nicht machen! Warum muss ich das? Sag’ mir, dass ich es nicht tun muss! Das hat mir klar gemacht, dass er genau wusste, dass er's tun musste.' (Ezekiel erzählte mir auch, dass die Rivalität zwischen ihm, Rahm und ihrem dritten Bruder Ariel, einem Hollywoodagenten, so groß war, dass sie ihrer Karrieren in verschiedenen Städten machen musste. 'Wir konnten es innerhalb eines Radius' von tausend Meilen nicht aushalten, die Kraftfelder hätten das nicht zugelassen.')"

Hier die drei Emanuels im Juni 2008 bei Charlie Rose:



Außerdem: Adam Gopnik untersucht das "Runyoneske" des amerikanischen Schriftstellers und Journalisten des Damon Runyon. David Denby sah im Kino Andrzej Waidas Drama "Katyn", den Animationsfilm "Coraline" von Henry Selick und Tom Tykwers Finanzthriller "The International". Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Brother in Sunday" von A.M. Homes und Lyrik von Jack Gilbert und Leonard Cohen.