
Im
neuen Heft des
New York Magazins fragt Kevin Roose, wann die Techies im Silicon Valley angefangen haben, ihre Produkte wie Kindergarten-Erzieher anzupreisen. Nach
Steve Jobs" "
Magie" bestimmen jetzt Begriffe, wie "
Entzücken" oder "Wonne" die Werbung: "In unserer Markenwelt ist Silicon Valley zwar keine Ausnahme, aber die Semantik der Technik ist bedeutungsvoller, weil sie bestimmt, welche Innovationen belohnt und finanziert werden. Begriffe, wie "funktional" und "kompatibel" waren in den frühen Tagen des Valleys wichtig, als die Ingenieure
Ordnung in die technische Infrastruktur zu bringen versuchten. Doch in der Post-iPhone-Welt genügt es nicht mehr, dass etwas gut funktioniert, es muss sich auch
gut anfühlen. Das ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, es ist ein politischer Paradigmenwechsel. Die Form über die Funktion zu stellen, ist für die Designer, die in der Hierarchie normalerweise unter den Ingenieuren stehen, eine Möglichkeit, daran zu erinnern, dass ihre Meinung zählt."
Selten, dass ein aktuelles Interview mit
Werner Herzog nicht bloß aus den üblichen Anekdoten besteht. Alle Mühe hat sich Steve Marsh gegeben, in seinem
Gespräch anlässlich der Veröffentlichung einer großen Kollektion von Filmen des bayerischen Regisseurs sowie eines
neuen Gesprächsbandes nicht bloß die Bonmots abzufragen. So erfährt man von
Werner Herzogs Drogenerlebnissen, zu denen dieser - sonst kein Freund von Joints und Kiffrunden - wie die Jungfrau zum Kinde gekommen ist: "Ich lehne einen Joint zwar nicht ab. Aber ich reiche ihn einfach an den nächsten weiter und lasse ihn tun, was er will. Seine Sache. Ich möchte das nicht machen. Einmal war ich allerdings tatsächlich stoned, mit dem Komponist
Florian Fricke von
Popol Vuh. Ich war bei ihm zuhause und er hatte Pfannkuchen mit Marmelade gemacht. Ich schmierte mir die Marmelade auf und er begann zu kichern und noch mehr zu kichern. Und ich aß und es schmeckte sehr gut, also wollte ich einen weiteren Pfannkuchen und schmierte mir nochmal einen großen Batzen Marmelade drauf, doch
in der Marmelade war Gras. Nicht, dass er es mir erzählt hätte. Ich war so zugedröhnt, dass ich eine Stunde brauchte, um in München nach Hause zu finden." Ein tolles Beispiel für
Popol Vuhs marmeladig verkiffte Musik finden wir via Youtube in dieser Aufnahme aus den Archiven des WDR:
Außerdem: Amy Larocca
besucht Tavi Gevinson, die mit 11 Jahren als Modebloggerin berühmt wurde, und jetzt, im reifen Alter von 18 Jahren auf eine Karriere als Gründerin und Chefredakteurin eines
Jugendmagazins, ein Debüt als Film- und Theaterschauspielerin und einen Highschoolabschluss - in dieser Reihenfolge - zurückblicken kann.