Magazinrundschau - Archiv

New York Magazine

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Magazinrundschau vom 04.12.2012 - New York Magazine

Als Literaturstudent teilte Chris Hughes (Bild) ein Zimmer mit Mark Zuckerberg, war einziger Mitbegründer von Facebook ohne technischen Hintergrund, zog sich 2008 mit einem Prozent Anteil (heute ungefähr 850 Millionen Dollar wert) aus dem aktiven Facebook-Geschäft zurück, um Obamas Online-Wahlkampf mitzugestalten, heiratete 2012 seinen Freund Sean Eldridge und kaufte das vor dem Aus stehende Magazin The New Republic. Außerdem wurde er vor ein paar Tagen 29 Jahre alt. Carl Swanson porträtiert ihn als jungen Mann, der sowohl verlegerisch als auch unternehmerisch nach Wegen sucht, The New Republic profitabel zu machen. Sein größter Pluspunkt dabei scheint zu sein, dass die Welt ihm freundlich gegenüber steht und seinen Erfolg will: "Seine Hochzeit im letzten Sommer war eine Art politische Feier. Auf dem Tanzboden gab Senator Schumer seinen besten Saturday Night Fever finger-point - direkt vor den Augen von Zuckerberg, Sean Parker, Cory Booker, Gayle King, und Mo Rocca. Als ich Hughes fragte, ob er das Ereignis nicht etwas, nun ja, übertrieben fand, guckte er, als sei ihm das nie in den Sinn gekommen. Das sind die Leute, mit denen wir rumhängen, sagt er. 'Wir haben Nancy Pelosi seitdem zwei Mal gesehen, einmal in ihrem Haus in Napa. In dieser Beziehung war es wie die meisten Hochzeiten: ein Zusammentreffen vieler Welten.'"

Magazinrundschau vom 13.11.2012 - New York Magazine

David Wallace-Wells schreibt ein sehr schönes Porträt über den Hirnforscher Oliver Sacks, dessen neues Buch "Hallucinations" gerade erschienen ist, und erinnert daran, wie prägend Sacks Bücher - und besonders "Der Mann, der seine Frau mit seinem Hut verwechselte" - für die Literatur der letzten Jahrzehnte waren. "Ein ganzes Feld der Fiktion ist von Sacks' Ideen befruchtet worden. Ian McEwan hat einen Roman zum De Clérambault-Syndrom und einen anderen zu Huntington geschrieben, Rivka Galchen über das Capgras-Syndrom, Jonathan Lethem über Tourette. Marc Roth hat dem Genre den Namen 'Neuronovel' gegeben, und die britische Autorin A.?S. Byatt hat vorgeschlagen, Gehirn-Scans nach dem Sinn von Poesie abzusuchen - und warum auch nicht, da wir doch nach dem Sinn des Lebens in ihnen suchen."

Magazinrundschau vom 23.10.2012 - New York Magazine

Ein sehr schönes Porträt schreibt Boris Kachka für das New York Magazine über Tom Wolfe, über dessen weiße Anzüge er sich anders als andere nicht lustig macht: Diese Anzüge, so Kachka, ermöglichen es Wolfe, überall als Fremdling aufzutreten, auch in besseren Kreisen, die sich mehr als alle anderen über Wolfes Stil mokieren. Mit seinem neuen Roman "Back to Blood" (Auszug) knüpft Wolfe an alte Erfolge an: "Lange bevor er Fiktion schrieb, erzählte er mal einem Interviewer, versuchte er sich Städte vorzustellen, indem er sich Stadtpläne anguckte und sie nach Bevölkerungsklassen sortierte. Miami mit seinem Little Havana und seinem Little Haiti, seinen jüdischen Rentnerburgen, den South Beach Penthouses, russischen Stripclubs und afroamerikanischen Ghettos war ein gefundenes Fressen. 'Back to Blood' ist Fiktion als Neukombination von Realität."

Außerdem im NY Mag: Ein Porträt Bob Benmosches, der den Versicherungskonzern AIG vor der großen Krise verlassen hatte und nun zurückberufen wurde, um den Laden, dem die amerikansiche Regierung mit weit über hundert Milliarden Dollar ausgeholfen hatte, zu sanieren. Und noch ein Porträt des 81-jährigen New Yorker Pizzabäcker Patsy Grimaldi, der ebenfalls ein Comeback feiert.
Stichwörter: Haiti, Miami, Wolfe, Tom

Magazinrundschau vom 25.09.2012 - New York Magazine

Frank Rich hat sich für die Woche des Parteitags der Republikaner die volle Ladung rechtskonservativer Berichterstattung reingezogen und berichtet amüsiert von den Bemühungen, die Angriffe von demokratischer Seite abzuwehren: "Wie kann jemand behaupten, den Republikanern mangele es an Vielfältigkeit, wo es so viele großartige Latinos und Afroamerikaner unter den Sprechern gibt! Doch selbst für Fox war es eine 'Wo ist Walter?'-Mission, in der Parteitagsmenge ein nichtweißes Gesicht zu finden. Es sei denn, die Kamera war auf die Delegationen aus Puerto Rico, den Nördlichen Marianen, Amerikanisch Samoa, den Virgin Islands, Guam oder dem District of Columbia abgerichtet - die lächerlicherweise allesamt Spitzenplätze in Bühnennähe belegten."

Magazinrundschau vom 18.09.2012 - New York Magazine

Kathryn Schulz besucht den Autor Michael Chabon und spricht mit ihm über seinen neuen Roman "Telegraph Avenue", der von der Freundschaft und Liebe zweier Männer handelt, die für nicht Schwule so schwer auszudrücken ist: "Chabon beneidet Frauen für ihre relativ größere emotionale Freiheit, sagt er. Und er glaubt, dass 'viele der Dinge, die Männer fühlen - Verwirrung, Frustration, Mangel an emotionaler Bindung und Erfüllung - damit zu tun hat, dass die akzeptierten Ausdrucksmöglichkeiten so dürftig sind'. Mit meinem Buch, sagt er, 'frage ich letztendlich: Was bedeutet es für zwei Männer, sich zu lieben? Lieben sich männliche Freunde? Und wenn sie sich lieben, was für eine Art von Liebe ist das? Sagen sie, dass sie sich lieben? Wissen sie überhaupt, dass sie sich lieben?'"
Stichwörter: Chabon, Michael

Magazinrundschau vom 11.09.2012 - New York Magazine

Lane Brown spricht mit einigen Schauspielern aus Mad Men, die irgendwann erfahren mussten, dass sie in der Serie abgesetzt werden. Aber das Leben ist voller Überraschungen. Paul Kinsey etwa, der in den ersten Staffeln durch eine Liebesgeschichte mit einer schwarzen Frau auffällt, kommt nach einigen Staffeln wieder. Frage: "Paul, Sie kommen als Hare Krishna wieder. Haben die Ihnen das wenigsten erzählt, bervor Sie an den Drehort kamen?" Kinsey: "Naja, ein bisschen wusste ich, weil mir die Proudzenten gesagt hatte, dass ich meine Haare abrasieren soll. Aber dann waren sie doch wieder vage. Ich fragte mich: 'War er in Vietnam? Hat er Krebs?'" Frage: "Bis zu welchem Grade herrscht Geheimhaltung?" Kinsey: "Schon was von der CIA gehört? Die sind Waisenknaben dagegen."
Stichwörter: Krebs, Mad Men, Vietnam

Magazinrundschau vom 24.07.2012 - New York Magazine

Martin Amis spricht in einem wirklich erschöpfenden Interview mit David Wallace-Wells über seinen neuen Roman "Lionel Asbo. State of England", seinen Umzug in das junge, reflektierte Amerika und die Ähnlichkeit von New York und London: "Sie sind sich ebenbürtig, was die Ungleichheit betrifft, eine wirklich frappierende, böse Sache. In der Mitte des 20. Jahrhundert war der Trend viel egalitärer, die Unterschiede verringerten sich. Aber jetzt ist hier wie in England die Ungleichheit auf dem gleichen Niveau wir vor dem Ersten Weltkrieg. Sie ist auf ein Herrschende-Klasse-mäßiges Niveau zurückgefallen. Die ganz gute Energie hat sich in den vergangenen zehn, zwanzig Jahren umgekehrt. Ich glaube, es ist für eine Gesellschaft furchtbar demoralisierend, wenn die Kluft so groß wird. Mich quält die Vorstellung, dass Amerika mehr wie eine Plutokratie wird denn wie eine Demokratie wird... Aber der große Unterschied zwischen London und New York ist, dass es wirklich keine Rolle mehr spielt, was in London passiert. Es ist immer noch ein Finanzzentrum, aber politisch spielt es keine Rolle mehr."

Benjamin Wallace geht in einem lesenswerten Text den Spekulationen von Boulevard und Publikum über die Scheidung von TomKat nach und denkt über die Strategien von Katie Holmes nach. Am Ende offeriert auch er eine Erklärung für das Ende dieser Hollywoodehe - und gar keine schlechte!

Magazinrundschau vom 10.07.2012 - New York Magazine

Will Leitch führt ein sehr schönes und ausuferndes Gespräch mit Spike Lee über Hollywood ("Oliver Stone könnte heute keinen Film über JFK mehr machen, es sei denn, er legt ihm ein Cape um und lässt ihn fliegen"), New York, Brooklyn, Obama, Erziehung und Bloombergs Idee, die XXL-Größen für Süßgetränke zu verbieten: "Ich bin dafür. Als ich in Brooklyn aufwuchs, hatten wir noch Sport, und wir mussten rennen. Es gab körperliche Aktivität. Heute wird den Kindern in öffentlichen Schulen im ganzen Land keine Kunst mehr beigebracht, keine Musik, kein Sport. Übergewicht ist ein riesiges Problem in diesem Land. Wir Amerikaner sind einfach fett. Verrückt. Und dann die Schwarzen. Wir liegen noch über dem Index, was Fettleibigkeit angeht, und das heißt, dass wir überdurchschnittlich oft Diabetes und Herzkrankheiten haben, und es geht weiter bergab."

Außerdem: Carl Swanson porträtiert die 83-jährige japanische Künstlerin Yayoi Kusama, die jahrelang in einer psychiatrischen Anstalt lebte und jetzt ein Riesencomeback in New York feiert. Und Matthew Shaer trifft Mitglieder der Reddit-Community im wirklichen Leben.

Magazinrundschau vom 05.06.2012 - New York Magazine

Jason Zengerle berichtet über einen Streit, den Peter Beinarts Buch "The Crisis of Zionism" ausgelöst hat. Beinart hat mit seiner Kritik an der israelischen Siedlungspolitik konservative Juden ebenso verärgert wie linke, wobei Linke Beinart offenbar eher einen Ton moralischer Selbstgefälligkeit vorwerfen als falsche Thesen. Einer der prominentesten Kritiker des Buchs ist Jeffrey Goldberg von The Atlantic. Und das heißt was, erfahren wir: "Wenn es um Israel geht, ist Goldberg derzeit der wichtigste jüdische Journalist in den Vereinigten Staaten. Er ist der bevorzugte Gesprächspartner sowohl von Barack Obama als auch von Benjamin Netanjahu. Die beiden Führer scheinen ebenso wie ihre Berater vor allem durch Interviews mit ihm miteinander zu sprechen. Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses beschreibt Goldberg gern als den 'offiziellen Therapeuten' der amerikanisch-israelischen Beziehungen. Und unter den jüdischen Journalisten, die über Israel schreiben und nachdenken, ist er eine Art Schiedsrichter geworden. 'Er markiert die Debatte ebenso wie er ihre Grenzen festlegt', sagt [Nation-Reporter Eric] Alterman. 'Wenn er sich bewegt, bewegt sich die Mittellinie.'"

Magazinrundschau vom 29.05.2012 - New York Magazine

Joe Hagan liefert zuweilen durchaus nicht unsalzige Insiderinformationen über die jüngsten Konflikte bei der New York Times. Hat Arthur Sulzbergers neue Freundin Claudia Gonzalez dafür gesorgt, dass Sulzberger im letzten Dezember die NY Times-CEO Janet Robinson rausschmiss? So lauteten die Gerüchte - aber vielleicht war der Sulzberger-Clan in der Sache noch wichtiger. Robinson konnte sich immerhin die erfolgreiche Einführung einer Pay Wall zuguteschreiben. Aber gleichzeitig sanken die Einnahmen aus der Printwerbung, während andere Zeitungen wieder anfingen sich zu erholen. Und das bedeutete, dass all die Sulzbergers auf ihre gewohnt üppigen Dividenden verzichten mussten: "Für Arthur Sulzberger und die fünf anderen Familienmitglieder mit festen Stellen in der Firma war das okay, aber die weitere Familie, all die Söhne, Töchter, Neffen und Nichten, war nun gezwungen, Aktien zu verringerten Kursen zu verkaufen um Geld aufzutreiben. Die meisten haben tolle, aber gering bezahlte Beschäftigungen wie Akademiker, Romancier, Musiker, Psyhpotherapeut, aber das Geld floss auch in Zweitwohnsitze und teure Hobbies wie Tiefseetauchen."