Magazinrundschau - Archiv

New York Magazine

129 Presseschau-Absätze - Seite 11 von 13

Magazinrundschau vom 27.08.2013 - New York Magazine

Boris Kachka spürt Thomas Pynchon nach - doch anders als andere versucht er nicht, dem öffentlichkeitsscheuen Autor im Hier und Heute nachzuspüren, vielmehr sucht er dessen Wurzeln. Und anders als Salinger ist Pynchon eben kein "recluse writer", sondern ständig auf der Flucht: "Sein Roman 'Die Enden der Parabel', der mit einer Rakete beginnt, die mit einem Heulen über den Himmel kommt, endet nicht mit einem Schlag, sondern, wenn sich der fliehende Slothrop in Figuren- und Plotfragmente auflöst, mit einer Diffusion. Im Nachspiel dieses Romans schien sich auch Pynchon in einer Reise kreuz und quer durchs Land genau wie seine Yo-Yo-Protagonisten aufzulösen. Sein Werk befasst sich mit Individuen auf der Flucht vor einem totalisierenden Komplex aus Regierung und Industrie; nun, auf Monate hin nicht aufzufinden, gelang es ihm, sein eigenes literarisches Projekt zu verkörpern."

Mary Kaye Schilling bereitet uns auf einen neuen Film von Scorsese/DiCaprio vor, der offenbar einiges zu bieten hat. Die australische Schauspielerin Margot Robbie spielt DiCaprios Frau. "In einem denkwürdigen Moment erregt Robbie DiCaprio im Kinderzimmer ihrer Tochter, indem sie sich selbst streichelt. Es dauerte siebzehn Stunden, bis die Szene im Kasten war. 'Eine ziemlich lange Zeit, um Selbstbefriedigung vorzutäuschen', sagt Robbie. 'Das strengt an! Und wir mussten die ganze Zeit lachen. Geht ja auch nicht anders, wenn dir immerzu vollkommen absurde Sachen passieren und der Regisseur dir sagt, dass du so weit gehen sollst, wie du willst. Ich mein', einmal kommt eine nackte Blaskapelle vorbei. Und wir versenken eine Jacht!"

Außerdem: Joe Hagan stellt den neuen Manager der New York Times vor, Mark Thompson, ehemaliger Generaldirektor der BBC, der gerade noch seinen Abgang vor dem Aufkochen des Jimmy-Savile-Skandals schaffte und jetzt die NYT endgültig im digitalen Zeitalter verankern soll.

Magazinrundschau vom 13.08.2013 - New York Magazine

Das New York Magazine hat diese Woche einen Modeschwerpunkt. Amy Larocca porträtiert den Designer Narciso Rodriguez, der nach einigen kreativen wie finanziellen Auf und Abs gerade eine sehr gute Phase hat: "Seine Kleider waren schon immer schlicht, körperbetont, minimal im Design, aber in den letzten Saisons haben sie eine schärfere Kontur bekommen und eine selbstbewusstere Silhouette. Rodriguez hat Jahre im Geschäft damit verbracht darüber nachzudenken, wie man das Einfache sehr, sehr schön machen kann. Wie man Interesse nicht mit einem Muster erweckt oder einem Puff, sondern mit der Strenge einer Linie. Es hat ihm auch nicht geschadet, dass gerade eine neue Art von Minimalismus aufsteigt (wie bei Céline). Die Kunst bei minimalistischer Kleidung, wenn sie richtig gemacht ist, besteht darin, dass daneben alles andere frivol aussieht."

Die Autorin Lionel Shriver ("We need to talk about Kevin") denkt in einem Essay über das "nicht schön sein" nach. Es kommt in vielen Formen. Shriver hatte als Kind vorstehende Zähne, andere schielen, haben ein fliehendes Kinn oder sind fett. Und sie werden völlig anders behandelt als schöne Menschen. Hier zitiert sie Irina, eine Protagonistin aus ihrem Roman "The Post-Birthday World": "Menschen, die immer gut ausgesehen haben, sagt sie, 'haben keine Ahnung, dass die Art wie sie behandelt werden von ihrem Aussehen abhängt. Ich wette, dass attraktive Menschen sogar eine höhere Meinung von der Menschheit haben. Weil jeder immer nett zu ihnen ist, glauben sie, dass jeder nett ist. Aber es ist nicht jeder nett."

Außerdem: Marc Jacobs spricht über seine Tätowierungen. Und der Star des Covers, die Schauspielerin und Regisseurin Lake Bell, die mit einem Tätowierkünstler verheiratet ist, erklärt, warum sie keine hat. Und hier noch eine Bilderstrecke mit den Trends für den Herbst: Supertoll sind diese Skunk-Handschuhe von Altuzarra!

Kennen Sie den amerikanischen Volkshelden John Henry, einen befreiten Sklaven aus dem 19. Jahrhundert? Drehbuchautor Damon Lindelof erklärt Ihnen im Gespräch mit Scott Brown, warum Sie in absehbarer Zeit auf keine adäquate Verfilmung von Wests tödlichem Kampf gegen die Maschinen hoffen dürfen - aber umso mehr auf eine, in der John Henry von einem anderen Planeten stammt, Superheldenkräfte besitzt, am Ende doch nicht stirbt, dafür das Mädchen kriegt und selbstredend die ganze Erde rettet: "Niemand fragt notgedrungen danach, aber es geschieht einfach irgendwie. Lindelof nennt dies 'Story Gravity', die Schwerkraft der Geschichte. Und damit umzugehen - ob das nun heißt, sich dem zu widersetzen oder sie geschickt zu meistern - ist die große Herausforderung dabei, wenn man diese neue Sorte von Tentpole Blockbustern schreibt. Früher lautete die Frage: 'Wie können wir uns toppen?' Die neue lautet scheinbar: 'Wie können wir uns stoppen?'"

Magazinrundschau vom 30.07.2013 - New York Magazine

Leicht unbehaglich wird einem bei Benjamin Wallace-Wells' Artikel über den Wirtschaftswissenschaftler Robert J. Gordon zumute, der in einem wissenschaftlichen Papier (hier, leider kostenpflichtig) das Ende des Wachstums in den USA ankündigt, das einst durch die Industriellen Revolutionen ausgelöst worden war: Der kommende technische Fortschritt wird demnach nurmehr Arbeitsplätze kosten, der amerikanische Traum ist endgültig zerstoben. Erste Symptome will Wallace-Wells schon ausgemacht haben: "Im Jahr 2000 kamen 770.000 Mexikaner über den Rio Grande, aber im Jahr 2007 waren es nur noch 300.000, und im Jahr 2010 waren sie, trotz endloser Gewalt in Mexiko, nur noch 150.000. Manche glauben, dass die Zahl der Mexikaner, die die USA verlassen heute höher ist als die der neuen Migranten. 'Wir werden niemals zu den Zahlen der späten Neunziger zurückkehren, bestätigt Wayne Cornelius, ein Politologe aus San Diego, der sich seit vierzig Jahren mit der Grenze beschäftigt. Ein geringer Teil dieser Tendenz ist durch die bessere Absicherung der Grenze zu erklären, aber der Hauptantrieb ist die ökonomische Verschiebung zwischen den beiden Ländern - für arme Mexikaner bietet Mexiko heute bessere Bedingungen, um ihren Lebensstandard zu verbessern, als die USA."

Den guten alten Zeiten trauert offenbar auch New-York-Autor Boris Kachka nach, der in seinem Buch "Hothouse" die Geschichte des amerikanischen Verlagshauses Farrar, Straus & Giroux beschreibt. Gegründet von charismatischen Verlegern, die Sex, Martinis und lange Mittagessen genossen, während sie - immer am finanziellen Abgrund balancierend - die aufregendsten Autoren entdeckte. Mitte der 90er konnten sie beim großen Bieten um Autoren nicht mehr mithalten und wurden von Holtzbrinck übernommen. Da war dann Schluss mit lustig. Nach der Lektüre des Buchs starrte John Galassi, langjähriger Mitarbeiter von FSG, der von den guten alten Zeiten nur noch das Ende mitbekommen hatte, "in den Spiegel und fragte sich: Bist du wirklich das introvertierte, distanzierte Firmenwerkzeug, das Boris aus dir macht? [...] Alles hat sich verändert - nur das Verlegen nicht: einen erstaunlichen Autor entdecken, mit ihm arbeiten, um sein Buch zum besten und bestaussehendsten zum machen und dies der Welt mitzuteilen. In Kachkas Version ist Verlegen heute nur 'Marketing Chuzpe'. War es das nicht immer?"

Magazinrundschau vom 18.06.2013 - New York Magazine

Jason Zengerle porträtiert die frühere Journalistin Samantha Power, die sich mit ihrem Buch "A Problem From Hell" einen Namen als Expertin für Völkermorde gemacht hatte und dann Barack Obamas Sicherheitsberaterin wurde. Jetzt soll sie UN-Botschafterin werden. Für Zengerle zeigt Powers Karriere, wie schwierig es ist, mit einem solchen Seitenwechsel sich selbst treu zu bleiben: "Sie beklagte sich gegenüber Stacy Sullivan, einer Freundin aus ihrer Journalistenzeit in Bosnien, dass sie und ihr Mann, der ebenfalls für Obama arbeitende Harvard-Jurist Cass Sunstein, 'früher eine ganze Bandbreite von Gefühlen aufbrachten und viele verschiedene Adjektive benutzen, um Dinge zu beschreiben; nachdem sie bei der Regierung angefangen hatten, beurteilten sie Angelegenheiten nach dem einfachen Raster erfolgreich oder nicht und anerkannt oder nicht. "Wie war dein Tag, Schatz?" - "Toll, ich war erfolgreich und habe dafür Anerkennung erhalten."' Obwohl sie Obama erfolgreich zu einer Intervention in Libyen überredet hat, glauben ihre früheren Kollegen, dass das Hauptproblem ihres Jobs - nämlich mit einem Präsidenten klarzukommen, der ausländischen Verwicklungen eher abgeneigt ist - seinen Tribut gefordert hat. 'Wenn man Obamas Außenpolitik betrachtet, kann man wohl kaum sagen, dass Samantha Power stolz auf die Menschenrechtsbilanz sein dürfte', sagt einer."
Stichwörter: Bosnien, Libyen, Obama, Barack

Magazinrundschau vom 14.05.2013 - New York Magazine

Eins hat Steven Soderbergh mit seinem angeblich letzten Film "Behind the Candelabra", einem Biopic über den Pianisten und Showstar Liberace, jedenfalls geschafft: Michael Douglas feiert in der Hauptrolle ein glorioses Comeback. Lynn Hirschberg porträtiert Douglas in einem sehr langen Artikel, das ihre Sympathie für den Schauspieler nicht verbirgt, aber auch nicht hagiografisch ist. So wissen beide, dass Douglas' Kehlkopfkrebs, den er inzwischen überstanden zu haben scheint, für seine späte Karriere nicht ungünstig war: "Nachdem er seine Behandlung abgeschlossen hatte, flog Douglas zu den Golden Globes nach L.A. Als er auf die Bühne trat, bekam er Standing Ovations. Er sah furchterregend dürr aus, aber sein berühmtes Haar war zurückgekämmt und die Eleganz seines Smokings kompensierte den Gewichtsverlust. Als der Applaus abebbte, sagte Douglas: 'Es muss einen einfacheren Weg geben, Standing Ovations zu bekommen!' Das Publikum lachte nervös, aber es ist eine traurige Wahrheit über Hollywood, dass es der Karriere hilft, wenn man beinahe stirbt: Durch seinen Krebs wusste die Filmindustrie Douglas wieder zu schätzen."

Magazinrundschau vom 07.05.2013 - New York Magazine

Sehr unterhaltsam und informativ liest sich Carl Swansons Porträt über Jeff Koons, der demnächst zwei Ausstellungen in den angesagtesten New Yorker Galerien und eine Retro im Whitney Museum hat. Er besucht ihn in seinem Studio ("Da sitzen Typen vor Computern mit 3-D-Software gegenüber dem Schaummodell einer Ballerina-Statue, die er in Stein meißeln will - mit Lasern, damit das filigrane Tutu ganz genau rauskommt"). Sammler spielen verrückt, und er beherrscht den Markt: "Der Kreis der Sammler und Händler ist so klein, dass er von außen als abgekartetes Spiel erscheinen mag, in dem ein schlechter Deal viel wervoller sein kann als ein guter. Kaufst Du ein riesiges seiner balloon toys für 30 Millionen Dollar, magst Du ein bisschen mehr ausgegeben haben, als du ursprünglich vorhattest. Aber du hast den neuen Wert des Werks festgelegt und somit den Wert aller anderen balloon toys in deiner Sammlung gesteigert. Und das ist gut so, denn es gibt nicht sehr viele Leute, die 30 Millionen Dollar für ein balloon toy ausgeben können und Spaß daran haben, die Marktpreise zu setzen."

Magazinrundschau vom 23.04.2013 - New York Magazine

Eins hat James Gleick aus der Jagd auf die Attentäter von Boston gelernt: beständiger Nachrichtenfluss in Echtzeit ist ein gescheitertes Experiment. Wenn man pausenlos etwas sagen muss, auch wenn man nichts neues zu sagen hat, werden Falschinformationen und Gerüchte verbreitet. Zumal heute jeder irgendwas in den Äther funkt: "Mikroblogging und soziale Medien drängten sich massiv in die Ereignisse. Die @CambridgePolice, die von Donnerstag Nacht bis Freitag Morgen noch 'Verdächtiges Paket'-Meldungen tweeteten, hörten damit auf für den Fall, dass der 19-jährige Flüchtige Dschochar Zarnajew an seinem Telefon klebte wie alle anderen. Und warum sollte er nicht? Das Internet enthüllte seinen mutmaßlichen Twitternamen, der sofort zehntausende neue Follower verbuchen konnte. Reddit-User setzten mittels crowd sourcing eine Karte über die Schießereien und die Autoentführung Donnerstag Nacht zusammen. Die @Boston_Police bat andere Twitterer damit aufzuhören 'taktische Positionen der Häuser zu veröffentlichen, die durchsucht werden'. Jemand registrierte den Domainnamen 'shouldIlivetweetthescanner.info' um eine kurze Botschaft zu veröffentlichen: 'NO. NO, NO and NO.' Der ermordete Polizist Sean Collier wurde auf einer Officer Down Memorial Page verewigt. Der tschetschenische Präsident Ramzan Kadyrow, aka kadyrov_95, verkündete auf Instagram, dass, was passiert sei, allein Amerikas Schuld sei. Einer der populärsten Twitter-Hashtags war #surreal. Das wäre auch für Fernsehnachrichten passend gewesen, wenn sie Hashtags hätten."

Benjamin Wallace-Wells erzählt in einer langen Reportage, wie die jüdisch-orthodoxen Chassidim in Rockland County, deren Zahl aufgrund ihrer Zeugungsfreudigkeit rapide anwächst, andere Einwohner des Landstrichs buchstäblich verdrängen. Der schärfste Streit kreist um die öffentlichen Schulen, für die die Gelder vom mehrheitlich mit Chassidim besetzten Schulausschuss immer mehr zusammengestrichen werden, obwohl die Chassidim gar nicht auf öffentliche Schulen gehen. "Bei einem Treffen im März, kurz nachdem Young-Mercer und das zweite verbliebene säkulare Ausschussmitglied zurückgetreten waren, blickten sieben Männer mit Yarmulke vom Podium herab auf eine Menge aus wütenden Studenten und Eltern, die meisten schwarz oder hispanisch. Einige Mitglieder des Ausschusses sprechen nur selten und auf dem Podium herrscht oft eine Atmosphäre aus Uninteressiertheit und Zerstreutheit. Nachdem die Hauptangelegenheiten des Bezirks erledigt sind, aber noch bevor die Öffentlichkeit Gelegenheit hat selbst zu sprechen, verschwindet der Ausschuss in der Regel in private Sitzungen, die meist Stunden dauern. Das machte viele der Studenten und Eltern wütend, die oft bis nach Mitternacht warten müssen, um sprechen zu können."

Magazinrundschau vom 12.02.2013 - New York Magazine

Eine Modeausgabe. Der Modedesigner Oscar de la Renta erklärt im Interview, warum er den wegen antisemitischer Sprüche von Dior gefeuerten John Galliano beschäftigt, dass er gern mal Michelle Obama anziehen würde. Und was sich seit seinen Anfängen in der Modeindustrie verändert hat: So konnte er 1963 für 150 Dollar ein Apartment in einem Brownstone mieten. "Ich war begeistert - auch, weil der Nachbar über mir Tennessee Williams war. Aber mein Apartment wurde zu einem Albtraum. [Williams] suchte sich die schlimmsten Typen auf der 42nd Street - als die noch wirklich gefährlich war. Eines nachts, ich schlief schon, brach ein riesiger Klotz bei mir ein und stürzte sich auf mich. Gott sei Dank konnte ich ihn loswerden. Er sagte, er sei von der Telefongesellschaft."

Magazinrundschau vom 29.01.2013 - New York Magazine

Mit "Sex, Lügen, Video" hat er im Alter von 26 den Indiefilm-Trend in den USA losgetreten, jetzt mit 50 möchte sich Steven Soderbergh (nach einer ungeheuer produktiven Spätphase mit acht Filmen in nur drei Jahren) als Regisseur zurückziehen (auch wenn er sich die Option auf Theater und Fernsehen gerne offen halten will). Anlass genug für Mary Kaye Schilling die wechselhafte Karriere von Hollywoods vielleicht wandlungsfähigstem und experimentierfreudigstem Filmemacher in einem ausführlichen Gespräch Revue passieren zu lassen. Gründe für seinen Ausstieg weiß er dabei auch zu benennen: "Einerseits möchte ich mich persönlich wandeln, andererseits beschleicht mich das Gefühl, in meiner Entwicklung auf eine Wand gestoßen zu sein, von der ich nicht weiß, wie ich sie durchbrechen soll. Die Tyrannei des Erzählens beginnt, mich zu frustrieren - oder zumindest, wie wir das Erzählen heute definieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass es da draußen irgendwo eine neue Grammatik gibt. Aber dabei könnte es sich auch einfach um meine Form des Götterglaubens handeln. ... Wenn ich dieses Problem lösen sollte, dann bedeutet dies, alles zu zerstören, was bis dahin kam, und ganz von vorne anzufangen. ... Ich liebe und respektiere das Filmemachen zu sehr, um damit einfach weiterzumachen und das Gefühl zu haben, auf der Stelle zu treten. Das fühlt sich nicht gut an. Und wenn sich herausstellt, dass ich keinen weiteren Film mehr drehen werde, dann bin ich mit dieser letzten Gruppe von Filmen wirklich glücklich. Ich möchte keiner von diesen Leuten sein, von denen man sagt, 'wow, irgendwie hat er am Ende ganz schön nachgelassen.' Das wäre deprimierend." Schließlich will auch Steven Soderbergh noch in den Spiegel schauen können:

Stichwörter: Soderbergh, Steven

Magazinrundschau vom 22.01.2013 - New York Magazine

Steve Cohen, der Spekulant und Kunstsammler, ist auch einer der besten Kunden des Galeristen Larry Gagosian, den Eric Konigsberg als knallharten skrupellosen Geschäftsmann beschreibt, der sich ebenfalls ganz gut darauf versteht, den Kunstmarkt zu manipulieren: "Gagosians Aufstieg in den letzten 25 Jahren, parallel mit der Entwicklung der modernen Wall Street, teilt sicherlich einen Strang seiner philosophischen Doppelhelix mit den Investitionsplanungen von Hedge Funds. Die Idee dahinter ist, so wenig wie möglich dem Zufall - oder hier dem Geschmack - zu überlassen, um den Wert seiner Sammlung selbst festlegen zu können. Auktionen sind ein entscheidender Mechanismus nicht nur für den Verkauf von Bildern, sondern auch, um den Wert von Kunst zu etablieren und zu halten, die privat den Besitzer wechselt. Es ist folgerichtig, dass Gagosians größte Kunden selbst ernannte Titanen der Hochfinanz, des Geldmanagements und des globalen Megahandels sind: Leon Black, François Pinault, Victor Pinchuk, Eli Broad und natürlich der bedrängte Hedge-Fund-König Steve Cohen. Was immer ihre Verdienste als Kunstmäzene sind, diese Leute würden niemals Kunst kaufen, die eine schlechte Investition ist. Es ist ein weiterer Markt, auf dem gespielt wird und der besiegt werden muss."