
Auch Frankreich hat seine Buchverbotsstreits: Der Schriftsteller
Regis Jauffret hat im März den Roman "Severe" (auf Deutsch:
"Streng") veröffentlicht, in dem er Motive des spektakulären Mords an dem französischen, 2005 von seiner Geliebten
erschossenen Bankier Edouard Stern [
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Verteidigungsaufruf veranlasste. Darin heißt es unter anderem: "Seit dem Mord sind viele vorgeblich dokumentarische, für das Opfer häufig beleidigende Artikel und Bücher erschienen, die nie eine Klage nach sich zogen. Das zweifelhafte Privileg eines solchen Angriffs und des Rufs nach einem Verbot blieb seltsamerweise einem
fiktiven Werk vorbehalten ... Mit dieser Verbotsforderung macht man das Verbrechen
nicht ungeschehen, sondern begeht ein weiteres -
am Geist."
Die Kritik reagierte zwiespältig auf den Roman. Aber Minh Tran Huy
erinnerte im
Magazine litteraire schon im März daran, dass Jauffret
große Vorbilder hat: "'Severe' stellt sich viel weniger in die von dem
fait divers um Stern vorgegebene Linie als in eine Tradtion von Schriftstellern, die alle von tatsächlichen Mordgeschichten ausgegangen sind - von
Flaubert und
Stendhal bis hin zu
Truman Capote und
Emmanuel Carrere."