Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Musik

3782 Presseschau-Absätze - Seite 46 von 379

Efeu - Die Kulturrundschau vom 31.12.2024 - Musik

Der Berliner Watergate-Club schließt nach der großen Silvestersause endgültig seine Pforten. Clubs hat man kommen und gehen gesehen, schreibt Jens Balzer in der Zeit, doch "jetzt hat man doch das Gefühl, dass sich in Berlin gerade etwas Grundlegendes ändert; dass eine Ära, von deren Glanz die Stadt lange zehrte, nun endgültig vorüber ist." Es ist die Spätfolge der Pandemie, ist sich Mit-Betreiber Niklas Eichstädt sicher: "Die Alten blieben aus, die Jungen kamen nicht mehr, und auch die Touristen kehrten nach Corona nicht mehr zurück. 'Der Berlin-Hype begann ja schon Ende der Zehnerjahre zu verblassen, und seit Corona ist es damit völlig vorbei. Was haben immer alle über die Touristen geschimpft, aber jetzt, wo sie wegbleiben, merkt man, dass die ganze Szene auch von ihnen getragen wurde.'" Auf Subventionen legt Eichstädt keinen Wert, auch wenn "der Senat etwas für die ganze Szene hätte tun können - vor sehr langer Zeit. Er hätte vor zwanzig Jahren darauf achten können, dass nicht die ganze Innenstadt an Investoren verscherbelt wird ... Die Politik hat über lange Zeit gar nicht verstanden, was für ein Schatz diese Clubkultur ist - und auch: was für ein Wirtschaftsfaktor." Kira Kramer hört sich bei der FAZ derweil unter Clubgängern um, wie diese die Krise wahrnehmen.

Weitere Artikel: Ane Hebeisen blickt für den Tagesanzeiger zurück aufs Popjahr 2024. Besprochen werden neue Boxsets (Standard) und eine Ausgabe des Gesamtwerks der stilbildenden Metal-Abrissbirne Death, die laut tazler Benjamin Moldenhauer im "schön-dumpfen Old-School-Death-Metal" angefangen hat, um mit ihren späteren Alben die "Verprogung" des Genres einzuleiten. Als Zäsur im Schaffen gilt das in den späten Neunzigern erschienene Album "The Sound of Perserverance":

Stichwörter: Berlin, Clubsterben, Metal

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.12.2024 - Musik

Beim von Riccardo Muti dirigierten Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker wird "heuer erstmals das Stück einer Komponistin integriert, der Ferdinandus-Walzer von Constanze Geiger, die erst zwölf war, als sie ihn schrieb", berichtet Ljubiša Tošić im Standard von der Pressekonferenz vom vergangenen Samstag. Max Nyffeler spricht für die FAZ mit der Witwe von Luigi Nono, Nuria Schönberg Nono.

Besprochen werden Eric Claptons Album "Meanwhile" (FAZ), die in der Edition Bru Zane erschienene Urtext-Version von Jacques Offenbachs "La Vie Parisienne" (FAZ) und Pöbel MCs Konzert in Frankfurt (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.12.2024 - Musik

Michael Stallknecht feiert in der NZZ die App Neumz, die nicht nur tausende Stunden mit Aufnahmen gregorianischer Gesänge bietet, sondern (zumindest in der Bezahlversion) die Aufnahmen auch durch wissenschaftliches Begleitmaterial kontextualisiert - also "eine Mischung aus einem wissenschaftlichen Klangarchiv und einem mittelalterlichen Streamingdienst." Dahinter steckt das von dem amerikanischen Musikwissenschaftler John Anderson angetriebene, EU-geförderte Netzwerk "Repertorium", das aufwändige Digitalisierungsarbeit leistet und an KI-basierten Analysetools arbeitet. "Was damit entsteht, ist ein klingendes Gedächtnis der ältesten Musik Europas, das in doppeltem Sinne zeitgenössisch ist: als umfassende digitale Quelle für Wissenschaft und Universitäten, wo etwa Studierende der Musikwissenschaften die Gesänge nachhören und mitlesen können. Es ist aber auch der Anschluss der weltweiten Internetöffentlichkeit an die lebendige Tradition der Klöster. Wenn die Nonnen im Kloster von Jouques singen, dann hört man manchmal die Vögel auf dem Dach der Kirche dazu zwitschern. Sie wollen mitsingen beim ewigen Gesang Europas."

Weitere Artikel: Gerald Felber spricht für die FAZ mit dem Musikwissenschaftler Thomas Röder über die von ihm mitbesorgte Gesamtausgabe der Werke Anton Bruckners. Ljubiša Tošić porträtiert für den Standard das von Cathrin Chytil initiierte Ensemble La Philharmonica, das sich auf die Arbeit von Komponistinnen spezialisiert hat. Lukas Heinser schreibt in der FAS über die im Ruhrgebiet ansässige Musikerin Philine Sonny. Sven Beckstette blickt für die taz zurück auf das R&B-Jahr 2024. Kai Spanke feiert in "Bilder und Zeiten" der FAZ 70 Jahre Stratocaster.

Besprochen werden Georges Gachots Dokumentarfilm "Misty" über den Jazzmusiker Erroll Garner (NZZ), das neue Album von Snoop Dogg (WamS) und "Chromakopia", das neue Album von Tyler the Creator, das laut FR-Kritiker Stefan Michalzik "ungeachtet der musikalischen Disparatheit wie ein wohlstrukturierter, glasklar produzierter Liederzyklus klingt". Wir hören rein:

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.12.2024 - Musik

Am 23. Dezember hat Vladimir Jurowski mit dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin alle Teile von Bachs Weihnachtsoratorium aufgeführt (hier beim Dlf Kultur zum Nachhören). "Es war ein faszinierender musikalischer Kraftakt", staunt Berthold Seliger in einem Longread auf seinem Medium-Blog. "Fast drei Stunden intensivster Musik. Wenn das kein Statement war! Ein Statement auch gegen die so häufig anzutreffende, förmlich gewollte Unterforderung des Publikums." Für den Tagesspiegel saß Udo Badelt im Saal.

Jakob Biazza und Andrian Kreye sprechen für die SZ mit den GEMA-Vorständen Tobias Holzmüller und Ralph Kink, die OpenAI verklagen, da sie vermuten, dass diese KI urheberrechtlich prekär geschult wurde. "Wir haben vorsorglich explizit ausgeschlossen, dass die Werke für Data-Mining benutzt werden", sagt Holzmüller. "Ob sich die KI-Firmen daran halten, ist eine andere Frage. Wir gehen außerdem davon aus, dass einige der Modelle am Markt während eines Zeitraums trainiert wurden, in dem die europäischen Regeln zum Data-Mining noch nicht galten. ... Wenn ich eine KI dazu bringe, mir den Text von 'Atemlos' eins zu eins auszuspucken, weiß ich sicher, dass der Text dort auch in die Trainingsdaten eingeflossen sein muss. Bei Musik ist das schwieriger."

Joachim Hentschel steigt derweil für die SZ in den verkarsteten Dschungel des Voice-Clonings hinab, bei dem also Stimmen populärer Künstler per KI nachgebaut und für eigene Songs eingesetzt werden können. Dass hier juristisch alle möglichen Alarmglocken schellen - vom Urheber- bis zum Persönlichkeitsrecht - ist verständlich. Anwälte sitzen schon jetzt an diversen Verfahren, während Start-Ups bereits Künstler umwerben, dass sie deren Stimmen KI-tauglich machen könnten. Doch "sollte die Zeit kommen, in der alle jederzeit eigene Songs mit den großen Stimmen machen können, in der also auch die letzte Suggestion von Einzigartigkeit wegfällt - wird es dann noch irgendwen interessieren?"

Max Dax ist in der FR äußerst beeindruckt von der neuen (sechs CDs oder acht LPs umfassenden) Lieferung aus der "Bootleg Series" mit bislang unveröffentlichten Live-Aufnahmen des Miles Davis Quintets. Diesmal geht es um die Konzerte in Frankreich in den frühen Sechzigern - zu erleben sind die letzten Monate im Quintet des Saxofonisten George Coleman und Wayne Shorters erste Auftritte in der Gruppe als dessen Nachfolger. Bei Coleman "entsteht eine lyrische Dichte, die den forschenden Elementen in der Band Raum lässt, sich zu entfalten. Coleman spielt mit vollendeter Routine, aber er schreckt davor zurück, sich als zweite dominante Stimme neben Miles Davis zu positionieren."



Weitere Artikel: Standard-Kolumnistin Margarete Affenzeller fände weniger Gehuste im Konzertsaal sehr schön. In der FAZ gratuliert Edo Reents dem Rockmusiker Mick Jones zum 80. Geburtstag. Ebenfalls in der FAZ gratuliert Hannes Hintermeier dem Mundart-Musiker Haindling, der ebenfalls 80 Jahre alt wird. Sein vielleicht bekanntester Hit ist dieser Nonsense-Song:



Besprochen werden eine Neu-Einspielung von Laibachs 80er-Klassiker "Opus Dei", die laut tazler Uwe Schütte dazu einlädt, die für ihr provokatives Spiel mit den Insignien totalitärer Ideologien bekannte Band "endlich als Humoristen zu entdecken" und zwei Jazzalben von Tomin Perea-Chamblee (taz)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.12.2024 - Musik

SZ-Kritiker Andrian Kreye begibt sich auf die Spur der Neo-Psychedelic, die sich gerade in ganz unterschiedlichen musikalischen Zusammenhängen formiert. Als einen der zentralen Protagonisten hat er den früheren Techno-DJ Jon Hopkins identifiziert, der stilecht auch dafür wirbt, psychedelische Substanzen zu therapeutischen Zwecken einzusetzen. Wie klingt die Musik? Mit straighten Technobeats unterlegt Hopkins seine Musik jedenfalls schon länger nicht mehr. "Bis man bemerkt, dass unter dem Klang noch ein Unterschall pulsiert, hat einen Jon Hopkins eingefangen, und es ist schon fast eine Viertelstunde vergangen. Da tun sich Räume auf, in denen die Zeitrechnungen der Popmusik nicht mehr gelten." Sein aktuelles Album "'Ritual' funktioniert (...) wie ein Gebäude von Zaha Hadid, das einen mit harmonischen Schwungformen ins Innere zieht, immer weiter, bis man gar nicht mehr weiß, wo der Ausgang ist. Das ist aber auch egal. Man will da gar nicht mehr ins Freie mit seinen Alltagsgebäuden und Straßen. Es gibt hier genug zu entdecken, um einfach zu bleiben."



Außerdem: Jan Brachmann denkt im FAZ-Kommentar über deutsche und französische Vorlieben in der Weihnachtsmusik nach. Jochen Overbeck wirft für die Zeit einen Blick auf das Phänomen Post Malone, der "schon immer cringe" war. In der FAZ gratuliert Hubert Spiegel Annie Lennox zum 70. Geburtstag.

Besprochen werden David Kunacs und Sebastian Dehnhardts in der ARD-Mediathek gezeigter Dokumentarfilm "Udo!" über Udo Jürgens, der vor zehn Jahren gestorben ist (FAZ), und neue "auffällige Musik", darunter Asya Fateyevas Versuch, gemeinsam mit der Lautten Compagney ABBA-Songs in Barockarrangements zu packen (Standard).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.12.2024 - Musik



Für Zeit Online wirft Eva Goldbach einen Blick auf das zur Hochphase der Coronapandemie entstandene Phänomen der Neuen Neuen Deutschen Welle, für das Bands wie Temmis oder der Musiker Edwin Rosen stehen. "Zwischen Subversion und Regression schweben die Songs, sie markieren einen Rückzug ins Private, der aufgrund der Pandemiesituation, die ihn notwendig gemacht hat, politisch aufgeladen ist. Wenn Temmis über schwere Zeiten singt und Rosen von Sehnsucht erzählt, klingt das immer auch wie eine Gegenwartsdiagnose: 'Hab' seit Tagen nicht geschlafen, alles dreht sich in mein'm Bett", heißt es im Temmis-Song 'Alles brennt'", der bezeichnend ist "für ein diffuses Gefühl der Pandemiehochphase, in der sich viele Menschen ... kaum mehr eine Zukunft vorstellen konnten. Sie besannen sich darauf, was in ihren Wohnungen und in ihrem Inneren passierte, ohne die Welt vor der Tür vergessen zu können. Das Bedürfnis nach Entgrenzung aber blieb, nach Ekstase und Druckablass - nach Ausrasten, aber unter schwierigen Bedingungen und anderen Vorzeichen. Die Songs der Neuen Neuen Deutschen Welle klingen wohl auch deshalb wie achtsames Ausrasten."



Weiteres: "Rapper sind keine Chorknaben, Dude", ruft Matthias Rüb in der FAZ an die Adresse von Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri, der den Rapper Tony Effe vom ziemlich populären, kostenlosen Silvester-Konzert in Rom wegen dessen unflätiger Lyrics wieder ausgeladen hat. Besprochen werden Peter Ames Carlins Buch "The Name of This Band Is R.E.M." (NZZ), Matt Elliotts Album "Drinking Songs" (Standard), ein Konzert von Wanda (Presse) und ein Konzert der Fantastischen Vier in Wien (Presse) und die von Herbert Blomstedt im Methusalem-Alter von 97 Jahren dirigierten Adventskonzerte der Berliner Philharmoniker (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.12.2024 - Musik

Devid Striesow als Johann Sebastian Bach in "Bach - Ein Weihnachstwunder" (ARD)

Bach-Experte Michael Maul frohlockt in VAN über den ARD-Weihnachtsfilm "Bach - Ein Weihnachtswunder" über die Genese des Weihnachtsoratoriums - und dies auch den Unkenrufen der Erz-Bachianer bewusst zum Trotz, die dem Film ein viel zu laxes und spekulatives Verhältnis zur historischen Realität vorwerfen. Doch "hätten wir, die Bach-Polizisten, nach unseren Grundsätzen das Drehbuch geschrieben, wäre es weitgehend ein Stummfilm geworden - und die Mattscheibe über lange Zeit weiß geblieben." Doch "weil im Film nun mal die Dramatik die Musik macht, können es sich die Filmemacher natürlich nicht auf unserer Position bequem machen. ... Sie sind verdammt dazu, zu allem und jedem eine Entscheidung zu fällen - oder es ganz bleiben zu lassen. Und letzteres wäre definitiv keine Option gewesen. Denn das wollen wir alle doch auch nicht: sowohl die lauschende, mehr oder weniger vorgebildete Bach-Gemeinde, und schon gar nicht diejenigen unter den 4,8 Millionen Mittwochabend-Zuschauern, die über den Film vielleicht überhaupt erst neugierig auf das WO geworden sind."

Weitere Artikel: Die FAZ hat Jan Brachmans großen Essay über Wolfgang Rihm (hier unser Resümee) online nachgereicht. Lukas Heinser liest für die FAS Bob Dylans zur Idiosynkrasie neigende Tweets. Der Pianist Jon Batiste erzählt dem Zeit Magazin, was er früher gerne schon gewusst hätte. Lotte Thaler ärgert sich in der FAZ, wie die Erzdiözese Freiburg ihren Domkapellmeister Boris Böhmann schasst. Rainer Moritz erinnert in der NZZ an Udo Jürgens, der heute vor zehn Jahren gestorben ist.

Besprochen werden die diversen Bruckner-Konzerte der Berliner Philharmoniker im Dezember (VAN), ein von Cristian Măcelaru dirigiertes Konzert der Wiener Philharmoniker (Standard), ein Schostakowitsch-Abend mit dem Pianisten Alexander Melnikow (Standard) und das neue Album "Woman: Lemons, Limes and Orchids" von Joan As Police Woman (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.12.2024 - Musik

Matthias Nöther spricht für VAN mit Corinna Herr über (Selbst-)Vermarktung in der Klassik im Youtube-Zeitalter, wozu die Musiksoziologin forscht. "Über Popmusik im Netz beziehungsweise die Verbindung von Pop und Technologie ist schon sehr viel geschrieben worden. Bei der Klassik ist erstmal spannend, dass sich immer noch ein Nimbus hält, der sich aus dem Paradigma der vermeintlich unverfälschten Live-Aufführung speist, ohne Technik, Mikrofone und so weiter. Obwohl es das eigentlich kaum noch gibt. Und in der Sattelzeit" der Jahre 2011 bis 2015 "konnte man da teilweise auch spannende Videos finden, die solche Klischees von Klassik auch sehr explizit außer Kraft zu setzen schienen. Zunächst wurden damals durchaus Standards gesetzt von großen Firmen wie der Deutschen Grammophon und Warner, wie man Klassikkünstler im Netz präsentiert. Das geschah auch durch gute Filmregisseure, die sich öfters mit Musiker:innen zusammentaten. Ein Beispiel für einen neuen Ansatz lieferte Andreas Morell. Er drehte für den RBB mit Anna Prohaska einen Film, in welchem sie auf dem Bahnhof Alexanderplatz eine Arie aus Vivaldis Oper 'La fida ninfa' sang. "

Weitere Artikel: Robert Mießner porträtiert für die taz das Punk-Urgestein S.Y.P.H., deren frühe Aufnahmen gerade in zwei Editionen wiederveröffentlicht wurden. Hartmut Welscher spricht für VAN mit dem Freiberger Domkantor Albrecht Koch über die Kultur in Sachsen. Holger Noltze resümiert für VAN das Schönberg-Jahr, das ihn eher enttäuscht hat. Merle Krafeld sorgt sich in VAN um die derzeit völlig offene Zukunft der Honorarkräfte an Berliner Musikschulen.

Beate Scheder, Lars Fleischmann, Julian Weber und Stephanie Grimm resümieren für die taz das Popjahr 2024. Manuel Brug präsentiert in der Welt die zehn besten Klassikalben des Jahres, darunter das Brahms-Album von Igor Levit mit den Wiener Philharmonikern unter Christian Thielemann:



Besprochen werden Lucinda Williams' Album "Sings The Beatles From Abbey Road" (FR) und das Weihnachtsalbum des Talkshow-Moderators Jimmy Fallon (NZZ).

In der Frankfurter Pop-Anthologie schreibt Philipp Krohn über "21st Century Schizoid Man" von King Crimson.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.12.2024 - Musik

Christian Beuke wird neuer Orchesterdirektor des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, meldet Frederik Hanssen im Tagesspiegel. In der FAZ gratuliert Anja-Rosa Thöming dem Dirigenten William Christie zum 80. Geburtstag. Oliver Hochkeppel schreibt in der SZ einen Nachruf auf den indischen Musiker Zakir Hussain. Standard-Musikgrantler Karl Fluch zieht Greg Lakes "I Believe In Father Christmas" Whams "Last Christmas" jederzeit vor. Christian Schachinger blickt für den Standard zurück auf 40 Jahre Goldene Zitronen, die vom Funpunk über Polit-Agitprop in der experimentellen Pop-Avantgarde gelandet sind. Mit "Das Bisschen Totschlag" reagierten sie Anfang der Neunziger auf die rechtsradikalen Mordanschläge der damaligen Zeit.



Besprochen werden neue ECM-Veröffentlichungen der Duos Trygve Seim/Frode Haltli und Louis Sclavis/Benjamin Moussay (FR) sowie ein Liederabend in Frankfurt mit den Sopranistinnen Clara Kim, Nombulelo Yende und Cláudia Ribas (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.12.2024 - Musik

Lilli Ann Vorbeck porträtiert für die FAZ die Pianistin und Konzert-Designerin Hanni Liang, die "vom Musizieren auf kaputten Instrumenten über Klaviere auf befahrener Straße im Kongo bis hin zu großen Momenten in der Elbphilharmonie zeigt, was klassische Musik heute alles sein kann. ... Beim Designen" oder Entwickeln neuer Konzertformate stellt die Pianistin bewusst die Frage nach der Rolle des Künstlers, des Publikums und des Kunstwerks in der gesamten Konzertsituation und erweitert damit das ursprüngliche, rein werkzentrierte Konzertdenken. ... 'In meinen Konzerten geht es oft um den Begegnungsaspekt, darum wie es in einer Gesellschaft, in der die Vereinzelung zunimmt, es möglich ist, sich wieder als Subjekte würdevoll zu begegnen.'"

Weitere Artikel: Konstantin Nowotny sorgt sich im Freitag, dass mit der "Spotify Wrapped"-Jahresendstatistik ein allzu sehr ums eigene Image bemühter Musikkonsum befördert wird. Ein brasilianisches Gericht hat Adele dazu verurteil, ihren 2015 veröffentlichten Song "Million Years Ago" nicht mehr zu verbreiten, da dieser zu sehr dem Song "Mulheres" von Martinho da Vila ähnelt, meldet Adrian Eng im Tagesanzeiger. Und das alteingesessene Machtdose-Blog bringt die erste Lieferung seines traditionellen "Die besten Alben des Jahres"-Rankings.

Besprochen werden unter anderem Caspar Battegays Buch "Leonard Cohens Stimme" (NZZ), Snoop Doggs und Dr. Dres neues Album "Missionary" ("es ist nicht peinlich", schreibt Karl Fluch im Standard) und weitere neue Popveröffentlichungen, darunter "The Night" von Saint Etienne ("Alles wirkt sehr hübsch und stimmig, verströmt Fadesse auf höchstem Niveau", meint Karl Fluch im Standard).