Der Berliner Watergate-Club schließt nach der großen Silvestersause endgültig seine Pforten. Clubs hat man kommen und gehen gesehen, schreibt Jens Balzer in der Zeit, doch "jetzt hat man doch das Gefühl, dass sich in Berlin gerade etwas Grundlegendes ändert; dass eine Ära, von deren Glanz die Stadt lange zehrte, nun endgültig vorüber ist." Es ist die Spätfolge der Pandemie, ist sich Mit-Betreiber Niklas Eichstädt sicher: "Die Alten blieben aus, die Jungen kamen nicht mehr, und auch die Touristen kehrten nach Corona nicht mehr zurück. 'Der Berlin-Hype begann ja schon Ende der Zehnerjahre zu verblassen, und seit Corona ist es damit völlig vorbei. Was haben immer alle über die Touristen geschimpft, aber jetzt, wo sie wegbleiben, merkt man, dass die ganze Szene auch von ihnen getragen wurde.'" Auf Subventionen legt Eichstädt keinen Wert, auch wenn "der Senat etwas für die ganze Szene hätte tun können - vor sehr langer Zeit. Er hätte vor zwanzig Jahren darauf achten können, dass nicht die ganze Innenstadt an Investoren verscherbelt wird ... Die Politik hat über lange Zeit gar nicht verstanden, was für ein Schatz diese Clubkultur ist - und auch: was für ein Wirtschaftsfaktor." Kira Kramer hört sich bei der FAZ derweil unter Clubgängern um, wie diese die Krise wahrnehmen.
Weitere Artikel: Ane Hebeisen blickt für den Tagesanzeiger zurück aufs Popjahr2024. Besprochen werden neue Boxsets (Standard) und eine Ausgabe des Gesamtwerks der stilbildenden Metal-Abrissbirne Death, die laut tazler Benjamin Moldenhauer im "schön-dumpfen Old-School-Death-Metal" angefangen hat, um mit ihren späteren Alben die "Verprogung" des Genres einzuleiten. Als Zäsur im Schaffen gilt das in den späten Neunzigern erschienene Album "The Sound of Perserverance":
Beim von RiccardoMuti dirigierten Neujahrskonzert der WienerPhilharmoniker wird "heuer erstmals das Stück einer Komponistin integriert, der Ferdinandus-Walzer von ConstanzeGeiger, die erst zwölf war, als sie ihn schrieb", berichtet Ljubiša Tošić im Standard von der Pressekonferenz vom vergangenen Samstag. Max Nyffeler spricht für die FAZ mit der Witwe von LuigiNono, Nuria Schönberg Nono.
Besprochen werden EricClaptons Album "Meanwhile" (FAZ), die in der Edition Bru Zane erschienene Urtext-Version von JacquesOffenbachs "La Vie Parisienne" (FAZ) und PöbelMCs Konzert in Frankfurt (FR).
Michael Stallknecht feiert in der NZZ die App Neumz, die nicht nur tausende Stunden mit Aufnahmen gregorianischer Gesänge bietet, sondern (zumindest in der Bezahlversion) die Aufnahmen auch durch wissenschaftliches Begleitmaterial kontextualisiert - also "eine Mischung aus einem wissenschaftlichen Klangarchiv und einem mittelalterlichenStreamingdienst." Dahinter steckt das von dem amerikanischen Musikwissenschaftler John Anderson angetriebene, EU-geförderte Netzwerk "Repertorium", das aufwändige Digitalisierungsarbeit leistet und an KI-basierten Analysetools arbeitet. "Was damit entsteht, ist ein klingendes Gedächtnis der ältesten Musik Europas, das in doppeltem Sinne zeitgenössisch ist: als umfassende digitale Quelle für Wissenschaft und Universitäten, wo etwa Studierende der Musikwissenschaften die Gesänge nachhören und mitlesen können. Es ist aber auch der Anschluss der weltweiten Internetöffentlichkeit an die lebendige Tradition der Klöster. Wenn die Nonnen im Kloster von Jouques singen, dann hört man manchmal die Vögel auf dem Dach der Kirche dazu zwitschern. Sie wollen mitsingen beim ewigen Gesang Europas."
Weitere Artikel: Gerald Felber spricht für die FAZ mit dem Musikwissenschaftler ThomasRöder über die von ihm mitbesorgte Gesamtausgabe der Werke AntonBruckners. Ljubiša Tošić porträtiert für den Standard das von CathrinChytil initiierte Ensemble LaPhilharmonica, das sich auf die Arbeit von Komponistinnen spezialisiert hat. Lukas Heinser schreibt in der FAS über die im Ruhrgebiet ansässige Musikerin PhilineSonny. Sven Beckstette blickt für die taz zurück auf das R&B-Jahr 2024. Kai Spanke feiert in "Bilder und Zeiten" der FAZ 70 Jahre Stratocaster.
Besprochen werden Georges Gachots Dokumentarfilm "Misty" über den Jazzmusiker ErrollGarner (NZZ), das neue Album von SnoopDogg (WamS) und "Chromakopia", das neue Album von TylertheCreator, das laut FR-Kritiker Stefan Michalzik "ungeachtet der musikalischen Disparatheit wie ein wohlstrukturierter, glasklar produzierter Liederzyklus klingt". Wir hören rein:
Am 23. Dezember hat VladimirJurowski mit dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin alle Teile von BachsWeihnachtsoratorium aufgeführt (hier beim Dlf Kultur zum Nachhören). "Es war ein faszinierender musikalischer Kraftakt", staunt Berthold Seliger in einem Longread auf seinem Medium-Blog. "Fast drei Stunden intensivster Musik. Wenn das kein Statement war! Ein Statement auch gegen die so häufig anzutreffende, förmlich gewollte Unterforderung des Publikums." Für den Tagesspiegelsaß Udo Badelt im Saal.
Jakob Biazza und Andrian Kreye sprechen für die SZ mit den GEMA-Vorständen Tobias Holzmüller und Ralph Kink, die OpenAIverklagen, da sie vermuten, dass diese KI urheberrechtlichprekärgeschult wurde. "Wir haben vorsorglich explizit ausgeschlossen, dass die Werke für Data-Mining benutzt werden", sagt Holzmüller. "Ob sich die KI-Firmen daran halten, ist eine andere Frage. Wir gehen außerdem davon aus, dass einige der Modelle am Markt während eines Zeitraums trainiert wurden, in dem die europäischen Regeln zum Data-Mining noch nicht galten. ... Wenn ich eine KI dazu bringe, mir den Text von 'Atemlos' eins zu eins auszuspucken, weiß ich sicher, dass der Text dort auch in die Trainingsdaten eingeflossen sein muss. Bei Musik ist das schwieriger."
Joachim Hentschel steigt derweil für die SZ in den verkarsteten Dschungel des Voice-Clonings hinab, bei dem also Stimmen populärer Künstler per KI nachgebaut und für eigene Songs eingesetzt werden können. Dass hier juristisch alle möglichen Alarmglocken schellen - vom Urheber- bis zum Persönlichkeitsrecht - ist verständlich. Anwälte sitzen schon jetzt an diversen Verfahren, während Start-Ups bereits Künstler umwerben, dass sie deren Stimmen KI-tauglich machen könnten. Doch "sollte die Zeit kommen, in der alle jederzeit eigene Songs mit den großen Stimmen machen können, in der also auch die letzte Suggestion von Einzigartigkeit wegfällt - wird es dann noch irgendwen interessieren?"
Max Dax ist in der FRäußerst beeindruckt von der neuen (sechs CDs oder acht LPs umfassenden) Lieferung aus der "Bootleg Series" mit bislang unveröffentlichten Live-Aufnahmen des MilesDavisQuintets. Diesmal geht es um die Konzerte in Frankreich in den frühen Sechzigern - zu erleben sind die letzten Monate im Quintet des Saxofonisten GeorgeColeman und WayneShorters erste Auftritte in der Gruppe als dessen Nachfolger. Bei Coleman "entsteht eine lyrischeDichte, die den forschenden Elementen in der Band Raum lässt, sich zu entfalten. Coleman spielt mit vollendeter Routine, aber er schreckt davor zurück, sich als zweite dominante Stimme neben Miles Davis zu positionieren."
Weitere Artikel: Standard-Kolumnistin Margarete Affenzeller fändeweniger Gehuste im Konzertsaal sehr schön. In der FAZgratuliert Edo Reents dem Rockmusiker MickJones zum 80. Geburtstag. Ebenfalls in der FAZgratuliert Hannes Hintermeier dem Mundart-Musiker Haindling, der ebenfalls 80 Jahre alt wird. Sein vielleicht bekanntester Hit ist dieser Nonsense-Song:
Besprochen werden eine Neu-Einspielung von Laibachs 80er-Klassiker "Opus Dei", die laut tazler Uwe Schütte dazu einlädt, die für ihr provokatives Spiel mit den Insignien totalitärer Ideologien bekannte Band "endlich als Humoristen zu entdecken" und zwei Jazzalben von TominPerea-Chamblee (taz)
SZ-Kritiker Andrian Kreye begibt sich auf die Spur der Neo-Psychedelic, die sich gerade in ganz unterschiedlichen musikalischen Zusammenhängen formiert. Als einen der zentralen Protagonisten hat er den früheren Techno-DJ JonHopkins identifiziert, der stilecht auch dafür wirbt, psychedelische Substanzen zu therapeutischen Zwecken einzusetzen. Wie klingt die Musik? Mit straighten Technobeats unterlegt Hopkins seine Musik jedenfalls schon länger nicht mehr. "Bis man bemerkt, dass unter dem Klang noch ein Unterschall pulsiert, hat einen Jon Hopkins eingefangen, und es ist schon fast eine Viertelstunde vergangen. Da tun sich Räume auf, in denen die Zeitrechnungen der Popmusik nicht mehr gelten." Sein aktuelles Album "'Ritual' funktioniert (...) wie ein Gebäude von ZahaHadid, das einen mit harmonischen Schwungformen ins Innere zieht, immer weiter, bis man gar nicht mehr weiß, wo der Ausgang ist. Das ist aber auch egal. Man will da gar nicht mehr ins Freie mit seinen Alltagsgebäuden und Straßen. Es gibt hier genug zu entdecken, um einfach zu bleiben."
Außerdem: Jan Brachmann denkt im FAZ-Kommentar über deutsche und französische Vorlieben in der Weihnachtsmusik nach. Jochen Overbeck wirft für die Zeit einen Blick auf das Phänomen PostMalone, der "schon immer cringe" war. In der FAZgratuliert Hubert Spiegel AnnieLennox zum 70. Geburtstag.
Besprochen werden DavidKunacs und SebastianDehnhardtsin der ARD-Mediathek gezeigter Dokumentarfilm "Udo!" über UdoJürgens, der vor zehn Jahren gestorben ist (FAZ), und neue "auffällige Musik", darunter AsyaFateyevas Versuch, gemeinsam mit der LauttenCompagneyABBA-Songs in Barockarrangements zu packen (Standard).
Für Zeit Online wirft Eva Goldbach einen Blick auf das zur Hochphase der Coronapandemie entstandene Phänomen der Neuen Neuen Deutschen Welle, für das Bands wie Temmis oder der Musiker EdwinRosen stehen. "Zwischen Subversion und Regression schweben die Songs, sie markieren einen Rückzug ins Private, der aufgrund der Pandemiesituation, die ihn notwendig gemacht hat, politischaufgeladen ist. Wenn Temmis über schwere Zeiten singt und Rosen von Sehnsucht erzählt, klingt das immer auch wie eine Gegenwartsdiagnose: 'Hab' seit Tagen nicht geschlafen, alles dreht sich in mein'm Bett", heißt es im Temmis-Song 'Alles brennt'", der bezeichnend ist "für ein diffuses Gefühl der Pandemiehochphase, in der sich viele Menschen ... kaum mehr eine Zukunft vorstellen konnten. Sie besannen sich darauf, was in ihren Wohnungen und in ihrem Inneren passierte, ohne die Welt vor der Tür vergessen zu können. Das Bedürfnis nach Entgrenzung aber blieb, nach Ekstase und Druckablass - nach Ausrasten, aber unter schwierigen Bedingungen und anderen Vorzeichen. Die Songs der Neuen Neuen Deutschen Welle klingen wohl auch deshalb wie achtsames Ausrasten."
Weiteres: "Rapper sind keine Chorknaben, Dude", ruft Matthias Rüb in der FAZ an die Adresse von Roms Bürgermeister RobertoGualtieri, der den Rapper TonyEffe vom ziemlich populären, kostenlosen Silvester-Konzert in Rom wegen dessen unflätiger Lyrics wieder ausgeladen hat. Besprochen werden Peter Ames Carlins Buch "The Name of This Band Is R.E.M." (NZZ), MattElliotts Album "Drinking Songs" (Standard), ein Konzert von Wanda (Presse) und ein Konzert der FantastischenVier in Wien (Presse) und die von HerbertBlomstedt im Methusalem-Alter von 97 Jahren dirigierten Adventskonzerte der BerlinerPhilharmoniker (SZ).
Devid Striesow als Johann Sebastian Bach in "Bach - Ein Weihnachstwunder" (ARD) Bach-Experte Michael Maul frohlockt in VAN über den ARD-Weihnachtsfilm "Bach - Ein Weihnachtswunder" über die Genese des Weihnachtsoratoriums - und dies auch den Unkenrufen der Erz-Bachianer bewusst zum Trotz, die dem Film ein viel zu laxes und spekulatives Verhältnis zur historischen Realität vorwerfen. Doch "hätten wir, dieBach-Polizisten, nach unseren Grundsätzen das Drehbuch geschrieben, wäre es weitgehend ein Stummfilm geworden - und die Mattscheibe über lange Zeit weiß geblieben." Doch "weil im Film nun mal die Dramatik die Musik macht, können es sich die Filmemacher natürlich nicht auf unserer Position bequem machen. ... Sie sind verdammt dazu, zu allem und jedem eine Entscheidung zu fällen - oder es ganz bleiben zu lassen. Und letzteres wäre definitiv keine Option gewesen. Denn das wollen wir alle doch auch nicht: sowohl die lauschende, mehr oder weniger vorgebildete Bach-Gemeinde, und schon gar nicht diejenigen unter den 4,8MillionenMittwochabend-Zuschauern, die über den Film vielleicht überhaupt erst neugierig auf das WO geworden sind."
Weitere Artikel: Die FAZ hat Jan Brachmans großen Essay über WolfgangRihm (hier unser Resümee) online nachgereicht. Lukas Heinser liest für die FASBobDylans zur Idiosynkrasie neigende Tweets. Der Pianist JonBatisteerzählt dem Zeit Magazin, was er früher gerne schon gewusst hätte. Lotte Thaler ärgert sich in der FAZ, wie die Erzdiözese Freiburg ihren Domkapellmeister BorisBöhmann schasst. Rainer Moritz erinnert in der NZZ an UdoJürgens, der heute vor zehn Jahren gestorben ist.
Besprochen werden die diversen Bruckner-Konzerte der BerlinerPhilharmoniker im Dezember (VAN), ein von CristianMăcelaru dirigiertes Konzert der WienerPhilharmoniker (Standard), ein Schostakowitsch-Abend mit dem Pianisten AlexanderMelnikow (Standard) und das neue Album "Woman: Lemons, Limes and Orchids" von JoanAsPoliceWoman (FR).
Matthias Nöther spricht für VAN mit CorinnaHerr über (Selbst-)VermarktunginderKlassikim Youtube-Zeitalter, wozu die Musiksoziologin forscht. "Über Popmusik im Netz beziehungsweise die Verbindung von Pop und Technologie ist schon sehr viel geschrieben worden. Bei der Klassik ist erstmal spannend, dass sich immer noch ein Nimbus hält, der sich aus dem Paradigma der vermeintlichunverfälschtenLive-Aufführung speist, ohne Technik, Mikrofone und so weiter. Obwohl es das eigentlich kaum noch gibt. Und in der Sattelzeit" der Jahre 2011 bis 2015 "konnte man da teilweise auch spannende Videos finden, die solche KlischeesvonKlassik auch sehr explizit außer Kraft zu setzen schienen. Zunächst wurden damals durchaus Standards gesetzt von großen Firmen wie der Deutschen Grammophon und Warner, wie man Klassikkünstler im Netz präsentiert. Das geschah auch durch guteFilmregisseure, die sich öfters mit Musiker:innen zusammentaten. Ein Beispiel für einen neuen Ansatz lieferte AndreasMorell. Er drehte für den RBB mit AnnaProhaska einen Film, in welchem sie auf dem Bahnhof Alexanderplatz eine Arie aus Vivaldis Oper 'La fida ninfa' sang. "
Weitere Artikel: Robert Mießner porträtiert für die taz das Punk-Urgestein S.Y.P.H., deren frühe Aufnahmen gerade in zwei Editionen wiederveröffentlicht wurden. Hartmut Welscher spricht für VAN mit dem Freiberger Domkantor AlbrechtKoch über die KulturinSachsen. Holger Noltze resümiert für VAN das Schönberg-Jahr, das ihn eher enttäuscht hat. Merle Krafeld sorgt sich in VAN um die derzeit völlig offene Zukunft der HonorarkräfteanBerlinerMusikschulen.
Beate Scheder, Lars Fleischmann, Julian Weber und Stephanie Grimm resümieren für die taz das Popjahr2024. Manuel Brug präsentiert in der Welt die zehn besten Klassikalben des Jahres, darunter das Brahms-Album von IgorLevit mit den WienerPhilharmonikern unter ChristianThielemann:
Besprochen werden LucindaWilliams' Album "Sings The Beatles From Abbey Road" (FR) und das Weihnachtsalbum des Talkshow-Moderators JimmyFallon (NZZ).
In der Frankfurter Pop-Anthologie schreibt Philipp Krohn über "21st Century Schizoid Man" von KingCrimson.
ChristianBeuke wird neuer Orchesterdirektor des DeutschenSymphonie-OrchestersBerlin, meldet Frederik Hanssen im Tagesspiegel. In der FAZgratuliert Anja-Rosa Thöming dem Dirigenten WilliamChristie zum 80. Geburtstag. Oliver Hochkeppel schreibt in der SZ einen Nachruf auf den indischen Musiker ZakirHussain. Standard-Musikgrantler Karl Fluch ziehtGregLakes"I Believe In Father Christmas"Whams"Last Christmas" jederzeit vor. Christian Schachinger blickt für den Standard zurück auf 40 Jahre GoldeneZitronen, die vom Funpunk über Polit-Agitprop in der experimentellen Pop-Avantgarde gelandet sind. Mit "Das Bisschen Totschlag" reagierten sie Anfang der Neunziger auf die rechtsradikalen Mordanschläge der damaligen Zeit.
Besprochen werden neue ECM-Veröffentlichungen der Duos TrygveSeim/FrodeHaltli und LouisSclavis/BenjaminMoussay (FR) sowie ein Liederabend in Frankfurt mit den Sopranistinnen ClaraKim, NombuleloYende und CláudiaRibas (FR).
Lilli Ann Vorbeck porträtiert für die FAZ die Pianistin und Konzert-Designerin HanniLiang, die "vom Musizieren auf kaputten Instrumenten über Klaviere auf befahrener Straße im Kongo bis hin zu großen Momenten in der Elbphilharmonie zeigt, was klassische Musik heute alles sein kann. ... Beim Designen" oder Entwickeln neuer Konzertformate stellt die Pianistin bewusst die Frage nach der Rolle des Künstlers, des Publikums und des Kunstwerks in der gesamten Konzertsituation und erweitert damit das ursprüngliche, reinwerkzentrierteKonzertdenken. ... 'In meinen Konzerten geht es oft um den Begegnungsaspekt, darum wie es in einer Gesellschaft, in der die Vereinzelung zunimmt, es möglich ist, sich wieder als Subjekte würdevoll zu begegnen.'"
Weitere Artikel: Konstantin Nowotny sorgt sich im Freitag, dass mit der "SpotifyWrapped"-Jahresendstatistik ein allzu sehr ums eigene Image bemühter Musikkonsum befördert wird. Ein brasilianisches Gericht hat Adele dazu verurteil, ihren 2015 veröffentlichten Song "Million Years Ago" nicht mehr zu verbreiten, da dieser zu sehr dem Song "Mulheres" von MartinhodaVila ähnelt, meldet Adrian Eng im Tagesanzeiger. Und das alteingesessene Machtdose-Blog bringt die erste Lieferung seines traditionellen "Die besten Alben des Jahres"-Rankings.
Besprochen werden unter anderem CasparBattegays Buch "Leonard Cohens Stimme" (NZZ), Snoop Doggs und Dr. Dres neues Album "Missionary" ("es ist nicht peinlich", schreibt Karl Fluch im Standard) und weitere neue Popveröffentlichungen, darunter "The Night" von SaintEtienne ("Alles wirkt sehr hübsch und stimmig, verströmt Fadesse auf höchstem Niveau", meint Karl Fluch im Standard).
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