Die
zweite gute Nachricht innerhalb einer Woche! Die Mainzer Firma
BioNTtech und ihr amerikanischer Partner Pfizer haben gestern angekündigt, dass sie einen
aussichtsreichen Impfstoff gegen den Corona-Virus entwickelt und bereits erfolgreiche Tests absolviert haben. Der Impfstoff basiert auf der neuen
mRNA-Technologie, deren Vorteile der Mediziner
Ugur Sahin, der zusammen mit seiner Frau, der Ärztin
Özlem Türeci, BioNTech gegründet hat,
in einem Interview mit Fanny Jimenez von
businessinsider.de erklärt: "Für übliche Impfstoffe muss man Viren im Labor hochzüchten und dann mit diesen Viren Zellen infizieren in riesigen Zellkulturen, dafür braucht man sehr große Einheiten. Und der Prozess, der danach folgt, ist sehr, sehr aufwendig. Das können nur Firmen stemmen, die groß angelegt sind. Für einen mRNA-Impfstoff aber brauche ich, vereinfacht gesagt, zunächst einmal nur
einen Bioreaktor von 50 Litern, mit dem ich die mRNA herstellen kann. Das ist das Tolle, weil es sehr gut skalierbar ist. Die Herstellung geht über Nacht. Man kann im Prinzip einen mRNA-Impfstoff
innerhalb einer Woche herstellen. Hinzukommen die Qualitätsprüfungen, die noch einige Wochen Zeit in Anspruch nehmen." Bei
heise.de erklärt Nike Heinen, wie ein mRNA-Impfstoff funktioniert.
Der Impfstoff hat allerdings einen Nachteil, der die Verteilung zur Herausforderung machen wird,
merkt Ingo Arzt in der
taz an: "Massen von Impfstoff müssen bei
minus 70 Grad gelagert werden. Selbst ein Industrieland wie Deutschland kann ihn nicht einfach ins bestehende System kippen. Das macht eine
globale Verteilung umso komplizierter. In Ländern des Globalen Südens drohen Hunderte Millionen Menschen in extreme Armut zu fallen, wenn dort die Pandemie nicht schnell gestoppt wird."