In der
Welt resümiert Marcus Woeller nochmal das Debakel um die Sanierung des Pergamonmuseums (
Unsere Resümees), die aber leider
dringend notwendig ist und bekanntermaßen viel früher, nämlich in den 1990ern hätte durchgeführt werden müssen: "Die Fassaden sind in schlechtem Zustand, ebenso die Glasdächer, allein das über dem Südflügel hat eine Fläche von 4300 Quadratmetern. Seit Jahrzehnten dringt
Wasser in das Haus ein. Es steigt die Furcht vor der
großen Havarie. Der Direktor des Islamischen Museums Stefan Weber rechnet die
Wasserschäden schon mit seinen Dienstjahren auf. Wenn die Durchfeuchtung der tragenden Außenwände nicht gestoppt wird, könne ein teilweiser Verlust der historischen Bausubstanz nicht ausgeschlossen werden, so urteilt das BBR. Wenn also die Tragfähigkeit und damit die Sicherheit für Besucher wie für Artefakte nicht gewährleistet werden kann, ist die Schließung wohl gerechtfertigt."
Um seine Projekte für das
Museum für Islamische Kunst in Berlin zu finanzieren, hat sich
Stefan Weber, Direktor des Museums, Gelder von
Alwaleed Philanthropies, einer private Stiftung in
Saudi-Arabien besorgt. In einem von eben jener Stiftung unterstützten
NZZ-Artikel
stellt Werner Bloch deren Gründer
Prinz Walid bin Talal Al Saud vor, der durch Risikogeschäfte zum reichsten Araber wurde und mit seiner Stiftung auch ein weltweites
Netzwerk von Eliteuniversitäten wie Harvard, Oxford oder Cambridge unterstützt. Bloch stellt ihn uns als "verkappten Dissidenten", als "
Stachel im Fleisch des saudischen Establishments" vor: "Ein hartnäckiger Kritiker des Königshauses, zu dem er selbst gehört. Bereits sein Vater, der sogenannte rote Prinz, musste wegen seiner unkonventionellen Ansichten das Land verlassen." Und doch fragt er: "Sollen demokratische Institutionen Geld aus einem Land annehmen, das ständig wegen schwerer
Menschenrechtsverletzungen in der Kritik steht?"