Der Historiker
Christopher Clark sprach sich in einem Gastbeitrag in der
FAZ gegen die
Demontierung russischer Denkmäler in Odessa aus (
unser Resümee). Darauf antwortete ihm der Historiker
Martin Schulze Wessel ebendort (
unser Resümee). Wessel brachte unter anderem an, dass diese Entscheidung den Einwohnern Odessas selbst überlassen werden müsse. Clark hält heute in der
FAZ dagegen: "Ja, Odessa sollte für sich selbst entscheiden. Und genau das ist das Problem, das die Verfasser des Schreibens an die UNESCO ansprechen. Entgegen der Behauptung von Schulze Wessel hat der Stadtrat von Odessa die neue Politik nicht auf den Weg gebracht. ... Die Umbenennungspolitik ist eine
Initiative von oben, die Kiew der Stadt über die Köpfe ihrer Vertreter hinweg aufgezwungen hat. Die Entscheidung stammt aus dem Büro von Oleh Kiper, dem Leiter der regionalen Militärverwaltung und ehemaligen Staatsanwalt unter der vom Kreml unterstützten Janukowitsch-Regierung (2010 bis 2014). Umfragen, die in der 'Neuen Zürcher Zeitung' vom 30. Oktober 2024 zitiert werden, haben gezeigt, dass mehr als 80 Prozent der Einwohner der Stadt die Umbenennungspolitik ablehnen."
Die Kürzungen im
Berliner Kulturetat (
unsere Resümees) würden vor allem die großen Schauspielhäuser hart treffen, schreiben Elmar Schütze und Ulrich Seidler in der
Berliner Zeitung. Zwar bespricht Kultursenator
Joe Chialo mit Finanzsenator
Stefan Evers, ob "alternative Finanzierungsmodelle" denkbar sind. Die Schaubühne und das Berliner Ensemble, zum Beispiel, "sind bereits seit den Neunzigern in die Rechtsform einer GmbH überführt worden. Wenn Evers jetzt von alternativen Finanzierungsmodellen spricht, könnte er darauf abzielen. Was wäre die haushaltspolitische Vision? Ein
Umbau der Landesbetriebe in wirtschaftlich agilere Gesellschaften, vielleicht unter dem Dach einer Berliner Theaterbetriebe GmbH, die Kredite beim Land aufnimmt? Für solch weitreichende und für die gewachsenen Strukturen gefährliche Überlegungen braucht man nicht nur viel positive Fantasie, sondern vor allem Zeit, Expertise und
kulturpolitischen Gestaltungswillen. Die Stadt in ihrer angespannten Lage bräuchte einen Kultursenator, der darüber verfügt." Die der derzeitige Kultursenator nach den beiden Autoren scheinbar nicht besitzt.