"Schlechte Nachrichten aus der Welt des
Musiktheaterbaus" verkündet Matthias Alexander im Aufmacher des
FAZ-Feuilletons. Die deutschen Städte sind in einer paradoxen Situation, denn einerseits sinken in fast allen Opern die
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sanierungsbedürftig, und die Kosten, die für solche Sanierungen veranschlagt werden, sind exorbitant. Mit
400 Millionen Euro fängt es in Städten wie Augsburg überhaupt erst an, es kann aber auch
gern mal eine Milliarde kosten, schreibt Alexander. Manche Häuser werden dran glauben müssen. "Die Opernhäuser in Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg haben einen Umstand gemeinsam: Es handelt sich um Nachkriegsbauten. Diese Tatsache scheint also die Voraussetzung dafür zu sein, dass ein
Standortwechsel in Betracht gezogen wird, der faktisch dem
Abriss des Altbaus gleichkommt, denn dessen Unterhalt ohne Nutzung ist finanziell für keine Kommune zu leisten. Für ein Haus, das vor 1914 errichtet worden ist, wäre das undenkbar; man stelle sich den Aufschrei vor, wenn von der Politik die Idee verfolgt würde, die Staatsoper Unter den Linden, das Nationaltheater in München (dessen Sanierung in zehn Jahren ansteht) oder eben die Staatsoper Stuttgart aufzugeben."
Der ehemalige Verfassungsrichter
Hans-Jürgen Papier hat vorgeschlagen, die "
Beratende Kommission" zur Rückgabe von Raubkunst in eine
Bundesbehörde umzuwandeln. Aber Bundeskulturministerin
Claudia Roth ist darauf nicht eingegangen, sie möchte
Schiedsgerichte, in denen die Frage der Rückgabe von Kunstwerken an die Familien von NS-Opfern geregelt wird. Hubertus Butin ist im
Tagesspiegel sehr skeptisch. Unter anderem ist "unklar, ob die geplante Verwaltungsvereinbarung mit
allen Bundesländern zustande kommt. Sollten sich im September bei den Landtagswahlen in
Brandenburg,
Thüringen und
Sachsen die politischen Machtverhältnisse massiv verschieben, könnte es sein, dass diese Länder dem Plan von Roth nicht zustimmen. Eine flächendeckende Lösung mit allen Bundesländern würde damit nicht mehr gelingen."