9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Gesellschaft

2695 Presseschau-Absätze - Seite 23 von 270

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.03.2025 - Gesellschaft

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Man muss heute schon auf die Sport-Seiten (!) der FAS schauen, um am Weltfrauentag einen interessanten Artikel über die Unterdrückung von Frauen in anderen Ländern zu finden. Christoph Becker porträtiert dort die Afghanin Khalida Popal, die in ihrem kommende Woche auf Deutsch erscheinenden Buch erzählt, wie sie die afghanische Frauen- Fußballnationalmannschaft mitbegründete und das Land verlassen musste, weil Männer sie umbringen wollten, auch nach dem Ende der Taliban-Herrschaft: "Frauen, die Fußball spielen, gelten vielen Männern als Prostituierte, ihnen wird vorgeworfen, Schande über die Familie zu bringen, sie werden misshandelt. Die Taliban mochten aus Kabul verdrängt worden sein, ihre Ideologie saß weiter in vielen Köpfen." Popal fährt fort: "Veränderung macht Angst. Machtverlust macht Angst. Das Patriarchat will immer gewinnen, dominieren. Meine Generation wollte das alte Mindset nicht mehr. Wir wollten unsere Kleidung selbst aussuchen. Selbst entscheiden, ob wir in die Moschee gehen. Bei uns spielte die Religion keine große Rolle mehr. Sie hatten Angst vor Machtverlust. Sie hatten Angst, dass ihre Töchter, ihre Frauen auf mich hören würden. Deshalb wollten sie mich aufhalten."
Stichwörter: Popal, Khalida, Afghanistan

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.03.2025 - Gesellschaft

Zum morgigen Weltfrauentag erklärt Annick Wibben, Professorin für Gender, Peace und Security, im Tagesspiegel-Gespräch, wie sich Krisen und Krieg auf die Sicherheit von Frauen auswirken: "Frauen sind meist weniger mobil, ganz einfach weil sie sich aus dem Rollenverständnis heraus vielmehr um Kinder, Kranke und Alte kümmern. Insofern sind sie oft direkt von der ersten Welle der Gewalt betroffen, Männer können eher fliehen oder sind im Militär und können sich deshalb mit Waffen verteidigen. Obwohl Kinder und Männer das auch erleben, sind Frauen häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen. Auf der anderen Seite müssen die höheren Rüstungsausgaben aber irgendwo herkommen, dabei wird oft bei Sozialausgaben gekürzt und davon sind wiederum überdimensional häufig Frauen betroffen. Oft wird über die Auswirkungen von solchen Kürzungen, die sowohl kurz- als auch langfristige Effekte haben, zu wenig nachgedacht."

Das Land Berlin hat eine alte Tradition der DDR wiederbelebt und den 8. März, den Tag der Frau zum Feiertag erklärt (der Perlentaucher wird erscheinen). Die taz bringt eine 52-seitige Frauen-taz. Das Editorial stellt eine Frage zur aktuellen deutschen Politik: "Vielsagend das erste Foto der wohl neuen Führungsriege der Union: mittelalte lächelnde Herren in Anzügen, die Ministerposten wollen - ohne eine einzige weibliche Person am Tisch. Im nächsten Bundestag liegt der Frauenanteil bei gerade mal 32,4 Prozent und ist damit so niedrig wie seit 16 Jahren nicht. Queere Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte, Nichtakademiker*innen sind noch deutlicher in der Minderheit als zuvor. Das Patriarchat holt sich die Macht zurück."

Es gibt eine Menge neuen Feminismus in der taz-Beilage: Die Philosophin Antje Schrupp bringt die unvermeidliche Frage ins Spiel, ob Frauen überhaupt "Frauen" sind, ob es sich hier nicht um eine Zuschreibung handelt: "Die Zuschreibung von Weiblichkeit erfolgt nicht willkürlich, sondern anhand der Genitalien. 'Es ist ein Mädchen' wird über jene Babys gesagt, bei denen kein Penis sichtbar ist, und zwar deshalb, weil das ein starker Hinweis darauf ist, dass sie vermutlich einen Uterus haben und später einmal schwanger werden können."

Die Zurichtung erfolgt dann nunter anderem über eine Farbcodierung, erzählt Luisa Faust : "'Pink Globalization' nennt die Anthropologin Christine Reiko Yano das Phänomen, das uns seit den Neunzigern begleitet. Sie meint, dass diese Form der Globalisierung, statt abzuflauen, immer weiter Fahrt aufnimmt. Bei den Kleidungsstücken, die in den Kinderabteilungen über den Verkaufstresen gehen, unterscheiden sich nicht nur die Farben und Muster, sondern auch die Schnitte. Für die Jungen gibt es Latzhosen, Jacken aus festem Stoff, für die Mädchen niedliche feine Kleidchen aus Tüll, Miniröcke und Skinny Jeans. Wenn es nach H&M geht, wollen Mädchen der Welt schon ihre Beine präsentieren, wenn sie noch gar nicht richtig laufen können."

Silke Burmester schreibt über die Wechseljahre. Katja Kullmann schildert Sex in den besten Jahren. Bei Jasmin Kalarickal geht es um obdachlose Frauen in Köln-Mülheim. Anne Fromm spricht mit der Gynäkologin Mandy Mangler über Frauengesundheit. Nichts über Frauen in Afghanistan, Frauen im Iran, nichts übers Kopftuch, nichts über Gewalt gegen Frauen in aktuellen Kriegen wie im Sudan oder im Pogrom des 7. Oktober. Nichts übe den Streit zwischen dem neuen und dem alten Feminismus.

Birgit Schmid (NZZ) führt zum Weltfrauentag indes ein Interview mit dem Schriftsteller Matthias Politycki über die "Rückkehr der traditionellen Männlichkeit", die Politycki in seinem neuen Essay und im Interview verteidigt: "Im Lauf der Zeit verkrusten die meisten gesellschaftlichen Bewegungen ideologisch und erschöpfen sich irgendwann.  So auch der Genderdiskurs, der in den vergangenen Jahrzehnten die Debatten bestimmt hat."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.03.2025 - Gesellschaft

Screenshot von Seite 1 der Jüdischen Allgemeinen.



Deutsche Politiker sind besonders torfköpfig, wenn es darum geht, angemessene Worte der Empathie für Opfer von Verbrechen oder Terroranschlägen zu finden - NSU ist das schlimmste Beispiel, aber man denkt auch an das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt oder jüngst den Umgang mit den Angehörigen der Opfer in Hanau (mehr hier). Die Jüdische Allgemeine bringt eine Spezialausgabe für die Bibas-Kinder, ganz in orange. Sie waren die jüngsten Geiseln und sind zusammen mit ihrer Mutter Shiri entführt worden. Die Hamas-Mörder haben sie erwürgt. Was Philipp Peyman Engel über die (Nicht-)Reaktion der deutschen Politik schreibt, ist beschämend: Am Brandenburger Tor versammelten sich nach Bekanntwerden des Mordes "gerade einmal 150 Menschen zu einer Gedenkkundgebung für die Familie Bibas. Am Tag der Beerdigung der Deutsch-Israelis äußerten sich Außenministerin Baerbock und Kanzler Scholz zu vielen Themen, nicht aber zur Beisetzung der ermordeten Staatsbürger. Während die deutsche Außenministerin in den vergangenen 12 Monaten keine Gelegenheit ausgelassen hat, daran zu arbeiten, Israel international weiter zu isolieren, fand die Grünen-Politikerin hier einmal mehr keine Sprache. Erst am nächsten Tag folgten - nach Mahnung aus dieser Redaktion - ein paar Worte. Kälter kann man seine angebliche Anteilnahme nicht ausdrücken."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 05.03.2025 - Gesellschaft

Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung, fordert in einem Interview der Neuen Osnabrücker Zeitung, zur Not auch den Verfassungsschutz einzusetzen: "Was wir an Straftaten, der Verwendung von Symbolen, der Verbreitung von Positionen in Universitäten sehen, hat mit Wissenschaftsfreiheit nichts zu tun. Neben Ansprechpersonen an den Universitäten sind aber auch die Sicherheitsbehörden wie der Verfassungsschutz gefragt. Das Ausmaß an Radikalität, das wir in diesem Milieu sehen, darf der Staat nicht hinnehmen." Klein kann sogar Trumps Umsiedlungsplänen für Gaza etwas abgewinnen: "Ich halte es nicht für verkehrt, radikal und einmal völlig neu zu denken. Im Gegensatz zu dem, was in einigen Medienberichten behauptet wird, hat Trump auch nicht von Vertreibung gesprochen, das wurde übertrieben. Er sprach von einer Umsiedlung, während der Gaza-Streifen neu aufgebaut wird." Ein Resümee von Kleins Interview findet sich in der taz.

Ebenfalls in der taz wirft Charlotte Wiedemann der vermutlich kommenden großen Koalition mit Blick auf Gaza "Trumpismus im Westentaschenformat" vor, unter anderem, weil Merz sich "brüste", den internationalen Haftbefehl gegen Netanjahu missachten zu wollen. Indes verwehre Israel künftig "per Gesetz all jenen die Einreise, die eine völkerrechtliche Strafverfolgung von Vergehen seiner Sicherheitsorgane öffentlich gutheißen. Parlamentarier, Medien und Menschenrechtsorganisationen, die internationalem Recht verpflichtet sind, gelten in Israel nun als feindliche Organe."


Buch in der Debatte

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Die Geschlechterforscherin und Soziologin Franziska Schutzbach, die ein Buch über weibliche Solidarität geschrieben hat, betont im Tagesspiegel-Interview, wie wichtig die Freundschaften zwischen Frauen sind - gerade, wenn es darum geht, autoritäre Politik zu bekämpfen: "In den USA bauen Feministinnen gerade Unterstützungsnetzwerke auf, damit Frauen weiter abtreiben können, obwohl das in einigen Bundesstaaten verboten ist. Teilweise sind es auch heimliche Strukturen, denn durch die autoritären Tendenzen in den USA ist es nicht sicher, wie lange Frauen öffentlich dort noch für ihre Themen mobilisieren können. 'Frauen bekommen Freiheit von anderen Frauen, oder sie bekommen sie gar nicht' - dieser Spruch aus den 1970er Jahren wird gerade wieder sehr aktuell. Indem Frauen sich treffen, entstehen auch Freundschaften, die oft die Keimzelle von politischem Engagement sind. Das hat sich in ersten Frauenbewegung Ende der 19. Jahrhunderts gezeigt: Frauen ermöglichten es sich damals gegenseitig, sich der Ehe zu entziehen, indem sie sich zusammentaten, damit sie ökonomisch und geistig eigenständige Leben führen konnten."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 04.03.2025 - Gesellschaft

Reinhard Müller widmet der Kleinen Anfrage der CDU zu den Organisationen der "Zivilgesellschaft" den Leitartikel der FAZ. Es ist ein Recht der Opposition, Anfragen zu stellen und eine Pflicht der Regierung, sie zu beantworten. Einen Anspruch auf Subventionierung gibt es für die betroffenen Organisationen nicht, meint er: "Das wäre eine schöne Zivilgesellschaft, die ohne staatliche Mittel am Ende wäre. Engagement nur, wenn der Staat zahlt? Ein merkwürdiges Menschenbild - und schon der selbst- und staatslose Einsatz zigtausender Bürger spricht dagegen. Die Anfrage sollte deshalb Grund genug sein, generell über Staat und Gesellschaft nachzudenken."

Die "Antipolitik" von rechts und links seit dem Börsencrash 2008, muss bekämpft werden, wenn das ökoemanzipative Projekt gegen das nationalkapitalistische gewinnen soll, erklärt in der SZ der Soziologe Heinz Bude und hat auch eine Idee wie: durch gerechte Anstrengung. "Im Osten ist nach dem doppelten Systemwechsel vom Sozialismus zum Kapitalismus und von der Industrie- zu einer Dienstleitungsgesellschaft ein 'einsames Volk' (Jean-Luc Godard) entstanden. Und im Westen ist das Gefühl eines Freiraums für die Initiativkraft von Tüftlern, genialen Dilettanten und experimentellen Geistern verloren gegangen. Es braucht offenbar eine Idee für eine Einladung an die vielen, die heute keine Ahnung haben, wo und wie sie ihre Talente, Energien und Kompetenzen so entwickeln und einbringen können, damit wir, wie 2006, wieder vor unsere Zukunft kommen. Eignen würde sich dafür die Idee gerechter Anstrengung. (...) Die Ethik der gerechten Anstrengung nimmt Abschied von einer Sozialpolitik des Nachteilsausgleichs, weil sie jeden Menschen nach seinem Maß an der Produktion der Werte beteiligt. Können tut schließlich jede was, und alle entwickeln mehr Intelligenz als die klügsten Einzelnen." Den Neid auf die, die mehr können als andere, müsse man eben unterdrücken, meint Bude, falls wir ihn richtig verstehen.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.03.2025 - Gesellschaft

Die CDU fragte in einer kleinen Anfrage nach Staatseinnahmen von Organisationen der "Zivilgesellschaft". In der Empörung, die dann aufflammte (unsere Resümees), war vor allem von den "Omas gegen rechts" die Rede, die aber vom Staat nur Peanuts bekommen hatten. Andere Organisationen sind besser gestellt, besonders auch im Medienbereich, erzählt FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld: "Correctiv vereinnahmte 2023 öffentliche Gelder von 574.498,65 Euro. 431.059,85 kamen vom Bund, 145.338,00 Euro aus NRW; seit 2014 summieren sich die öffentlichen Gelder für Correctiv auf insgesamt 2,5 Millionen Euro. Öffentlicher Großverdiener sind die 'Neuen deutschen Medienmacher*innen'. Sie geben für 2023 Einnahmen von 5,849 Millionen Euro an. Davon stammen 93,61 Prozent von der öffentlichen Hand - 5,475 Millionen Euro."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.02.2025 - Gesellschaft

Nach der kleinen Anfrage der CDU zu all den von der bisherigen und vorletzten Regierung geförderten Organisationen der "Zivilgesellschaft" (unser Resümee) finden nun auch Zeitungen das Thema interessant - das Demokratiefördergesetz wird von prominenten Protagonisten der "Zivilgesellschaft" wie Meron Mendel und anderen seit Jahren (unsere Resümees) gefordert, ohne dass Zeitungen je groß auf das Thema eingingen. SPD, Grüne und Linkspartei sind empört, dass überhaupt nach Staatsgeldern gefragt wird, die an diese Organisationen ausgezahlt werden. Jürgen Kaube regt in der FAZ eine intensivere Forschung zu dem Thema an. Und "um hier klarer zu urteilen, bedürfte es der Fähigkeit zur Perspektivenumkehr. Wie würden denn die Verteidiger der Subvention von politisch agierenden Vereinen aufseiten der Linken reagieren, wenn demnächst unionsgeführte Ministerien sie durch die staatliche Förderung der 'Bibliothek des Konservatismus' in Berlin, des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit, der 'Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft' oder der 'Denkfabrik Republik 21' ersetzen würden?" Die einzige Politikerin, die regelmäßig ihre Skepsis gegenüber einem Demokratiefördergesetz bekundete, war Linda Teuteberg von der FDP.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.02.2025 - Gesellschaft

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Auf der Gedenkveranstaltung zum fünften Jahrestag vom Anschlag in Hanau kritisierte eine Hinterbliebene die Stadt Hanau, den Vorfall zu wenig aufgearbeitet zu haben. Daraufhin forderten die Stadtratsfraktionen der CDU, SPD und FDP (hier nochmal die einzelne Stellungnahme der FDP), dass das Gedenken nur noch im kleinen Rahmen stattfinden dürfe und die Hinterbliebenen "respektvoll" sein sollten. Wird die Erinnerungskultur von der Zivilgesellschaft getragen oder vom Staat verordnet, fragen sich die Autoren Max Czollek, Hadija Haruna und Gilda Sahebi auf Zeit Online. "Sollte es den Beteiligten tatsächlich darum gehen, 'nie wieder' nicht nur als Phrase oder Rechtfertigung für irgendwelche aktuellen Politiken zu verstehen, sollte als gemeinsames Ziel formuliert werden: Erinnerungskultur bedeutet, die Gegenwart so einzurichten, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt. Dafür braucht es eine Erinnerung an die Gewalt, die mehr ist als eine Inszenierung nationaler Wiedergutwerdung bei harmonischen Gedenkfeierlichkeiten. Darum sollte die postnationalsozialistische Zivilgesellschaft es auch nicht hinnehmen, wenn Angehörige von staatlichen Repräsentantinnen angegangen werden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.02.2025 - Gesellschaft

In der FR bedauert Grünen-Urgestein Daniel Cohn-Bendit im Gespräch mit Michael Hesse den geplanten Rücktritt Robert Habecks. Besser solle er "sein Mandat behalten, sich eine Pause nehmen - und zugleich einen Think Tank gründen." Denn die Grünen wurden für ihre Kompromissbereitschaft von "links abgestraft", so Cohn-Bendit: "Weil sie aus Verantwortungsbewusstsein sagten: Wir müssen es mit der CDU versuchen. Doch für viele junge Menschen, mit denen ich spreche - Freunde meines Sohnes, engagierte junge Wähler - war die bloße Vorstellung einer Koalition mit Friedrich Merz ein absolutes No-Go. Davon hat die Linke profitiert. Sie konnte sich als radikale Opposition positionieren: als kompromisslose Antifaschisten, als konsequente Verteidiger der Migranten, als Bewegung, die keine Abstriche macht. Natürlich gibt es Sicherheitsprobleme - aber für sie ist das Hauptproblem die rechte Gewalt. Sie treten auf mit einer Rhetorik, die emotional mitreißend ist. Ich sage diesen jungen Leuten oft: Indem ihr die Linke wählt, setzt ihr euch zwar für den Schutz der Ukrainer hier ein, aber was ist mit denen in der Ukraine? Die außenpolitische Haltung vieler linker Kräfte ist problematisch. Wer heute noch 'keine Aufrüstung' fordert, sagt im Grunde: Mir ist egal, was in der Ukraine passiert."

Weitere Artikel: In der FR kritisiert Harry Nutt die Berliner Sparpolitik am Beispiel der Kultur- und Bildungseinrichtung "Urania".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 25.02.2025 - Gesellschaft

Die deutsche Gesellschaft stellt sich bei Befragungen als immer gespaltener dar, erklärt der Psychologe und Mitbegründer "rheingold Instituts" Stephan Grünewald im Tagesspiegel-Gespräch mit Hans Monath. "Wir haben den Eindruck gewonnen, dass viele der Menschen, die wir interviewt haben, in unterschiedlichen Paralleluniversen leben. Für die linksbürgerliche Mitte droht der Untergang, falls die AfD zu stark wird, und sie wollen alles tun, um das zu verhindern. Die mit Sympathien für die CDU und für die Rechten erzählen uns, Deutschland sei schon mitten im Untergang, wir bräuchten nun den entschiedenen politischen Eingriff, notfalls mit der AfD, um das zu verhindern. Die einen sind in einer Tischlein-deck-dich-Logik, wollen ihre Werte verteidigen und gut versorgt zusammensitzen, die anderen sind in einer Knüppel-aus-dem-Sack-Logik nach dem Motto: Da muss jetzt brutal eingegriffen werden."