
In dieser Woche erscheint eine
Biografie über Bernard-Henri Levy, eine von L'Express als französischer "Intello-Star" und "zentrale Persönlichkeit des öffentlichen Lebens" geführte intellektuelle Institution Frankreichs ("BHL, une biographie", Fayard). Ihr Autor Philippe Cohen zeigt sich,
laut Rezensent, allerdings
wenig beeindruckt von BHLs institutionellem Charakter, sondern führt ihn vor. "Kapitel um Kapitel" werde BHL darin "mit seinem Werk, seinem Einfluss, seinen Erfolgen und Irrtümern" konfrontiert, die Bilanz
fällt
"ätzend" aus.
In einem langen, "nicht ohne Kalkül" gewährten
Interview, das äußerst ausführlich auf die gegen seine Bücher und vor allem seine politischen Einschätzungen erhobenen Vorwürfe
eingeht, bezieht
BHL Stellung. In einer Passage erklärt er, warum er zunächst überlegt hatte, gegen die Biografie vorzugehen, es dann aber lieber sein ließ: "Sie kennen den Satz von Cioran: 'Ich habe mich immer gefragt, wieso das Risiko, einen Biografen zu haben, uns nicht vom Leben abschreckt.' Ein bisschen ist es so. Die Vorstellung, dass sich irgendein Typ an deine Fersen heftet, hat etwas
ziemlich Unerträgliches, dass er dein gesamtes Tun und Treiben
belauert, und vor allem, was das Schlimmste ist, hartnäckig versucht, allem einen Sinn zu geben. ... Als ich kapiert habe, dass ich alles tun sollte, um ihm die Arbeit ein bisschen schwerer zu machen, habe ich beschlossen, ihn zu treffen, um ihn wenigstens daran zu hindern,
bestimmte Dummheiten zu sagen." Die Veröffentlichung allerdings habe er nicht zu verhindern versucht: "Ich bin kein Zensor. Und ich bin, Entschuldigung, der
bessere Stratege."