Nacht in Teheran: "Critical Zone" von Ali Ahamdzadeh Die Feuilletons feiern AliAhmadzadehs iranischen Thriller "Critical Zone" über einen Drogenkurier in Teheran. Der bei den Filmfestspielen in Locarno ausgezeichnete Film (unser Resümee) dringt tief vor ins Nachtgewebe der Stadt, erkennt Bert Rebhandl in der FAZ. "Der Unterbauch großer Städte hatte schon immer etwas Mythisches", es ist der "Bereich des Unsichtbaren, des Illegitimen, des Nächtlichen, zu dem man Zugang nur gewinnt um einen gewissen Preis. ... Die Diktatur in Iran hat diese Spaltung noch verschärft. Und 'Critical Zone' zieht nun eine radikale Konsequenz aus dem Umstand, dass jegliche Öffentlichkeit in Iran unter Kontrolle des Regimes steht. Ali Ahmadzadeh hat einen Film über das Verdrängte in der iranischen Gesellschaft gemacht. Einen Film über die bösen Träume des Gottesstaats. Die Drogen sind die Pharmaka dieser Gegenwelt."
Für FR-Kritiker Daniel Kothenschulte ist dieser Film ein subversives Hauptwerk eines "Kinowunders", jener "neuen Filmnation", die man als "Gegen-Iran" bezeichnen könnte: Iranische Filme, die am Regime vorbei oder gleich von außerhalb produziert wurden. "Selten hat das Wort vom Underground-Film mehr Wahrheit besessen. Mit Laiendarstellern und -darstellerinnen sowie drei leicht zu versteckenden Minikameras taucht Ahmadzadeh in das Schattenreich einer unsichtbaren Teheraner Jugend. ... Schon in seinen ersten Bildern durch einen Großstadttunnel holt dieses berückende Gesellschaftsporträt tief Luft, um uns anderthalb Stunden in Atem zu halten."
Es ist auch erneut ein iranischer Film, der über weite Strecken im Innern von Fahrzeugen spielt, schreibt Fabian Tietke in der taz: eine Signatur des iranischen Kinos, eine fürs Leben im Iran so typische Zwischenwelt von Innen und Außen, Öffentlichkeit und Privatheit. "Die Kamera verharrt meist im Innern des Fahrzeugs, oft stumm, und Ton tritt erst hinzu, wenn die Protagonist_innen sich der Kamera nähern. In den Innenräumen hingegen bewegt sich die Kamera so frei wie in jedem anderen Film, wechselt ihre Perspektiven und Einstellungen. In diesem Kontrast der Bilder findet 'Critical Zone' ein Ausdrucksmittel für die Unfreiheit des öffentlichen Raums und die beschränkten Freiheiten der Innenräume unter der mörderischen Herrschaft des islamistischen Regimes im Iran."
Weitere Artikel: In der tazresümiert Silvia Hallensleben das Dokfilm-Fest in Leipzig. GeorgStefanTrollererinnert sich (online nachgereicht) in der Welt daran, wie er einst das Rätsel um GrouchoMarx' Schnurrbart löste.
Besprochen werden der "ultimate cut" von Tinto Brass' Monumentalfilm "Caligula" (Perlentaucher), auf RTL gezeigte Serienadaption des populären True-Crime-Podcasts "Zeit Verbrechen" (FAZ), SteveMcQueens "Blitz" (FR), PascalPlantes "Red Rooms" (Perlentaucher), die DVD-Ausgabe von BradAndersons Thriller "The Silent Hour" (taz) und die auf Sky gezeigte Agententhriller-Serie "The Day of the Jackal" (taz). Außerdem informieren SZ und Filmdienst über die Kinostarts der Woche.
Schillernder Bonvivant: Sebastian Schneider in "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Thomas Mann" Edo Reents ist sich in der FAZ unsicher, was er von AndréSchäfers "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Thomas Mann" halten soll, der mit gespielten und historischen Aufnahmen Manns Roman mit dessen Leben und insbesondere erotischen Begehren kurzschließen will. Das Ergebnis irisiert offenbar, auch weil stellenweise wohl unklar ist, ob SebastianSchneider nun Mann oder Krull spielt. "Man fühlt aber die Absicht des Regisseurs, immerzu eine gewisse erotische Reizbarkeit und Verführungskraft zur Schau stellen zu lassen, und ist irgendwann verstimmt. Denn die aufreizende Freizügigkeit mancher gestellter Szenen erinnert in ihrem demonstrativen Charakter an Heinrich Breloers 'Die Manns' und wirkt so erstrechtverklemmt. Dabei hat Thomas Mann weder sich noch den Lesern etwas über die zumindest seinerzeit gewagte homosexuelle Grundierung des Romans vorgemacht. Trotzdem wird in dem Ineinander von gespielten und historischen Filmaufnahmen ein doppeltes Kontinuum greifbar: eines der sexuellen Sehnsüchte und Notlagen sowie ein werkgeschichtliches, das die Einheitlichkeit des Denkens und Fühlens verbürgt, welche mit dem Werk letztlich auch das Leben dieses Schriftstellers zusammenhält."
Gunda Bartels vom Tagesspiegel indessen lobt diesen "leichtfüßig erzählten Film, den man eher einen Kunstfilm, denn einen Dokumentarfilm nennen möchte. ... Schäfer lässt Thomas Mann in der Figur des Krull als den durch die Welt flanieren, der er hinter der disziplinierten Fassaden wohl auch war: ein selbstverliebter, schillernder Ironiker und Bonvivant, dem Liebschaften eine Inspiration für Kunst und Leben waren. Eine Art glücklicher Oscar Wilde des20. Jahrhunderts, der - selbst aus gehobenen Kreisen stammend - die Borniertheit der bürgerlichen Klasse samt ihren Spielregeln bis ins Mark versteht."
Weitere Artikel: Die Schauspieler, darunter AugustDiehl, eines neuen, in den USA startenden Films über den Theologen und Widerstandskämpfer DietrichBonhoeffer wehren sich gegen die Vereinnahmung des Films durch christliche US-Nationalisten, meldet Carlo Mariani in der NZZ.
Besprochen werden PascalPlantes Gerichtsdrama "Red Rooms" (taz), SeanBakers Cannes-Gewinner "Anora" (NZZ, unsere Kritik hier), AlPacinos Memoiren (NZZ), KatrinSchneiders Bildband "Cinema Provinziale" über Kinos auf dem Land (FD), die BR-Doku "Ausgesetzt in der Wüste · Europas tödliche Flüchtlingspolitik" (taz) und die auf MagentaTV gezeigte Doku "Franz Beckenbauer. Der letzte Kaiser" (FR).
Im Tagesspiegelberichtet Gunda Bartels vom FestivalDok Leipzig, in der FAZ Andreas Platthaus. Besprochen werden die zweite Staffel der Netflixserie "The Diplomat" (NZZ) und Damien Leones Horrorfilm "Terrifier 3" ("Wer Traumata oder sonstige frühkindliche Fehlprägungen zu Themen wie Kettensägen, Hackebeilen und Ratten hat, sollte auf jeden Fall daheimbleiben", rät Joachim Hentschel in der SZ)
Das war uns gestern durchgerutscht: Die BerlinerKinokultur sieht fürs Erste einer trübenZukunft entgegen, schreibt Bert Rebhandl in der FAZ. Denn: Das Filmmuseum hat Ende Oktober seine alten Räumlichkeiten aufgegeben und harrt nun fürs Erste in einem Provisorium. Mit Improvisationen muss auch das Kino Arsenal das kommende Jahr überbrücken, bis es schließlich sein neues Domizil in Wedding beziehen kann. Seit geraumer Zeit in einem unbefriedigendem Ausweichraum befindet sich das Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums - wann es in seinen angestammten Saal zurück darf, ist derzeit unklar. Auch für die Berlinale ist das eine Herausforderung. "Da das Arsenal an seiner neuen Adresse deutlich weniger Plätze hat und aus dem Stadtzentrum in einen der Berliner Kieze zieht, bleibt Bedarf für einen alten Traum, den die lokale Politik immer groß gedacht, aber nie konkret in Angriff genommen hat: ein Filmhaus, das all jene Aufgaben bündeln könnte, die nun mehr denn je verstreut sein werden. Dabei zeigt sich nicht nur am Beispiel des Zeughauskinos, dass die filmkulturelleIntelligenz in der Hauptstadt in hohem Maß vorhanden ist. Sie wird nur aktuell mehr denn je in Zwischen- undKompromissnutzungen gedrängt."
Außerdem: Martin Scholz spricht für die WamS mit RidleyScott, der aktuell eine Fortsetzung seines Klassikers "Gladiator" in die Kinos bringt. Lena Karger geht für die WamS mit dem Schauspieler TomSchilling zum Tennistraining. Besprochen werden Sean Bakers "Anora" (Zeit, mehr dazu hier) und AlPacinos Autobiografie (WamS).
Auf Artechockkommt Rüdiger Suchsland nochmal auf AndresVeiels "Riefenstahl" zu sprechen - ihm fehlen die Einordnung und auch Stimmen von Experten. Stattdessen verlässt sich Veiel auf sein Material. Damit ist es ein "Film, der zu viel offenlässt. Diese Methode hat aber Nachteile für unbedarfte und uninformierte Zuschauer, und solche gibt es heute ziemlich viele. Man vertraut darauf, dass die Leute sich selber ihr Urteil bilden können. Ich bin überzeugt, dass das nicht genug ist, um mit den Selbsterklärungen und Selbstbeschreibungen der Leni Riefenstahl umgehen zu können. Insofern ist dieser Film eine Enttäuschung. Es bleibt eine beflisseneFleißarbeit, die dem Thema nicht gerecht wird und die Aktualität des Faschismus in unserer Zeit verfehlt."
Außerdem: Dunja Bialas verabschiedet sich auf Artechock vom Stadtcafé, wo sich sich einst die MünchnerCinephilie nach den Vorstellungen im Filmmuseum zum Diskutieren traf. Für eine Reportage fürs ZeitMagazin hat Andreas Öhler mit viel nostalgischer Melancholie im Gepäck das Autokino in Köln-Porz besucht, das heute - trotz Aufwind in den Coronajahren - endgültig seine Tore schließt. Artechock dokumentiert die Laudatio von Dunja Bialas auf PeterGoedel, der den Filmpreis der Stadt Hof erhalten hat. Valérie Catil erinnert in der taz an QuentinTarantinos "Pulp Fiction", der vor 30 Jahren in die Kinos gekommen ist. Florian Schoop schreibt in der NZZ über den Niedergang von GérardDepardieu.
Besprochen werden SeanBakers Cannes-Gewinner "Anora" (Artechock, Welt, Standard, mehr dazu bereits hier), Ben Knights Dokumentarfilm "Wir werden alle sterben!" über Prepper und andere Apokalyptiker (Freitag), SimonVerhoevens "Alter weißer Mann" (Artechock, unsere Kritik), GritLemkes Dokumentarfilm "Bei uns heißt sie Hanka" über die sorbischeMinderheit (Intellectures), neue Horrorfilme (Standard) und die ZDF-Serie "Love Sucks" (taz).
Eintragung ins High-Energy-Nichts: "Anora" von Sean Baker In Cannes wurde SeanBakers "Anora" mit der Goldenen Palme ausgezeichnet (unser Resümee), nun kommt der Film auch bei uns ins Kino. Der Film ist eine nach New York versetzte Variante von "Pretty Woman", erzählt mit den Mitteln eines filmhistorisch informierten, eher niedrig budgetierten Indiekinos, schreibt Kamil Moll im Perlentaucher. "Ähnlich wie 'Uncut Gems' von Josh und Benny Safdie, ein Film, der seine Verve und Dynamik ebenfalls aus der genauen Kenntnis der Topografie New Yorks zog, ahmt 'Anora' die Intensitätsstrategien des New-Hollywood-Kinos nach, sei es in der Schnittstruktur oder einer Vorliebe für hektische Nahaufnahmen und die ausgestellte Körnung analogen Filmmaterials. ... Als farbenfrohe Liebesschwärmerei, als urbane Nachtodyssee und am Ende geradezu infantil alberne Kriminalgroteske ist 'Anora' ein Film, dessen Impulse in entgegengesetzte Richtungen streben und bisweilen kaum noch zu einem Zentrum zurückzufinden scheinen. Es gilt für ihn möglicherweise dasselbe wie für eine Bahnfahrt durch New York: Das euphorisierende Glück liegt eher darin, eine weite Entfernung hinter sich zu legen, als darin, tatsächlich eine Verbindung zu finden."
SZ-Kritiker Tobias Kniebe hat der Jury von Cannes derweil immer noch nicht verziehen, dass sie diesen Film ausgezeichnet hat: Zwar hat Kniebe für das bisherige Schaffen des Indie-Auteurs Baker nichts als Respekt, doch "dass Sean Baker die Goldene Palme nun genau in dem Moment in die Höhe recken darf, in dem er dieses lustigeHigh-Energy-Nichts in die Kinos bringt, passt irgendwie zur AbsurditätderZeit." Nun "freuen sich natürlich alle, dass die verdammte Altersdifferenz hier mal fehlt, die der feministische Diskurs so erfolgreich in Richtung Schmierigkeit positioniert hat, dass man den angegrauten Richard Gere fast nicht mehr anschauen kann. Womit aber wird er ersetzt? Mit der Figur eines Boygroup-Herzensbrecher-Freiers, so jung und heiß, dass er nie für Sex bezahlen müsste. Was bitte ist das, wenn nicht der Höhepunkt der Verlogenheit? Gegen 'Anora' sieht 'Pretty Woman' plötzlich aus wie ein Werk des beinharten Realismus." Weitere Besprechungen in FR, Freitag und FAZ.
Im großen Zeit-Gespräch sorgt sich der frühere Filmproduzent GünterRohrbach sehr angesichts des erstarkenden Antisemitismus. Als WDR-Redakteur hatte er seinerzeit gegen den Unwillen anderer ARD-Anstalten und trotz Anschläge rechtsextremer Gruppen auf Sendemasten die US-Serie "Holocaust" nach Deutschland gebracht. Wenn Juden heute wieder Angst auf der Straße haben, dann "muss das gerade auch uns Filmemachern zu denken geben. Wir haben in unseren Filmen aus guten Gründen die Juden immer wieder als Opfer gezeigt. Steckt in dieser ständigen Wiederholung der von uns verübten Verbrechen auch ein Teil des Problems? Hatte MartinWalser in seiner berüchtigten Friedenspreisrede vielleicht doch ein richtiges Gespür? Der israelische Psychoanalytiker ZwiRix hat das in eine paradoxe Formulierung gekleidet: 'Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.' Was er offensichtlich damit meint, ist, dass die Juden für uns Deutsche eine Bedrohung darstellen, weil ihre bloße Existenz ein Gefühl der Schuld aufruft. Dieses Gefühl mobilisiert Abwehrmechanismen, die sich gegen die Juden richten. Der israelische Historiker DanDiner geht noch einen Schritt weiter, indem er im Holocaust eine negative Erwähltheit des jüdischen Volkes sieht, die es auf andere Weise zum Hassobjekt der Völker mache. Produzieren wir also fortlaufend die falschenFilme? Sicher nicht. Dennoch sollte man darüber nachdenken, in Zukunft mehr Filme zu drehen, in denen die Juden nicht als Opfer gezeigt werden, sondern als lebendigeMenschen, die essen, trinken, lieben, arbeiten, einen Alltag haben."
Weitere Artikel: In der tazresümiert Silvia Hallensleben die Viennale. Patrick Holzapfel empfiehlt in der NZZ die Retrospektive MiaHansen-Løvein Bern. David Steinitz plaudert für die SZ mit JanJosefLiefers, der aktuell in SimonVerhoevens (bei uns besprochener) Komödie "Alter weißer Mann" zu sehen ist. Jakob Thaller spricht für den Standard ebenfalls mit Liefers und obendrein noch mit dem Regisseur sowie dem Schauspieler MichaelMaertens. Jakob Maurer erinnert in der FR an TobeHoopers "Texas Chain Saw Massacre", das vor 50 Jahren in die Kinos kam, in Deutschland lange Zeit verboten war und nun als Klassiker seines Genres vollständig rehabilitiert ist. Andreas Kilb schreibt in der FAZ einen Nachruf auf die Schauspielerin TeriGarr.
Besprochen werden AndresVeiels "Riefenstahl" (FR, mehr dazu bereits hier), die Netflix-Serie "Achtsam morden" (taz) und die Apple-Serie "You Would Do It Too" (FAZ). Außerdem informieren SZ und Filmdienst über die aktuellen Kinostarts der Woche.
Verbirgt sich hinter aufschlussreichem Material: Leni Riefenstahl. Morgen startet AndresVeiels Dokumentarfilm "Riefenstahl", der bereits bei den Filmfestspielen in Venedig sehr viel Aufmerksamkeit erhalten hat (unsere Resümees). Gemeinsam mit Produzentin Sandra Maischberger hat Veiel dafür den umfangreichen, von der Nazi-Regisseurin in eigener Sache vorsortierten Nachlass kritisch ausgewertet und dabei "Risse gefunden in den Legenden, die Riefenstahl um sich selbst herum strickte", schreibt Susan Vahabzadeh in der SZ. "Und manchmal legt eine kleine Geste eine Unwahrheit frei. Was dabei entsteht, ist das sehr genaue Psychogramm einer Lügnerin. Wie Leni Riefenstahl damit durchkam, immer nichts gewusst zu haben, und wie viel Beifall sie dafür bekam, ist allerdings auch ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte."
Der Film versammelt zwar "fraglos aufschlussreiches, auch belastendes Material",stellt Peter Körte online nachgereicht fest. Doch stellen sich dem FAS-Kritiker vor allem viele Fragen. Nur ein paar davon: "Will man all das wirklich wissen" und "ist überhaupt eine Neufassung oder Revision des Riefenstahl-Bildes fällig? ... Warum 'Riefenstahl'? Erzählt der Film irgendetwas Neues über einen Modus der Verdrängung, wie er im Nachkriegsdeutschland üblich war? Liegt sein Aktualitätsbezug ... wirklich in der 'Permanenz ihrer Ästhetik', wie sie zum Beispiel in Moskauer Mai-Paraden oder Pekinger Olympiafeiern zu erkennen sei? 'Riefenstahl' wirkt am Ende wie ein großer Anmerkungsapparat zu einer Causa, dielängstabgeschlossen ist." Stefan Reinecke (taz) und Johanna Adorján (SZ) haben mit Veiel gesprochen.
Außerdem: Valerie Dirk resümiert im Standard die Viennale, die mit dem Wiener Filmpreis für MoHarawes "The Village Next to Paradise" zu Ende gegangen ist. Dietmar Dath blickt in der FAZ online nachgereicht auf GerhardKleinsDEFA-Klassiker "Berlin - Ecke Schönhauser" zurück.
Besprochen werden AlfonsoCuarónsApple-Serie "Disclaimer" (Jungle World), ElenaWolffs "Asche" (Standard), AlPacinos Memoiren (für die SZ online nachgereicht vom TA) und HaukeWendlersZDF-Doku "Steuerparadies Deutschland" darüber, warum Deutschland seit 1997 seine Vermögenssteuer ausgesetzt hat (taz).
Patrick Heidmann unterhält sich für die FR mit PedroAlmodóvar über dessen aktuellen Film "The Room Next Door" (unser Resümee). Leo Geisler widmet sich in seiner Filmdienst-Reihe über Heist-Movies JacquesAudiards "Lippenbekenntnisse". Besprochen werden AndresVeiels Dokumentarfilm über LeniRiefenstahl (FAZ, hier unsere Resümees vom Filmfestival Venedig), die ZDF-Serie "BFF - Best Family Forever" (taz) und Shiori Itos in der Schweiz startender Dokumentarfilm "Black Box Diaries", in der die japanische Journalistin schildert, wie lange sie dafür kämpfen musste, dass ihr Vergewaltiger vor Gericht landet (NZZ).
Zeigt neue Strukturen der Fürsorge: "Dear Beautiful Beloved" Die Viennale zeigt JuriRechinskys Dokumentarfilm "Dear Beautiful Beloved" über den Kriegsalltag der Menschen in der Ukraine, über "die unsichtbaren Leidenden hinter dem Krieg", wie Jakob Thaller im Standardschreibt. "Man sieht neue Strukturen der Fürsorge, die sich inmitten der Zerstörung gebildet haben - alte und kranke Personen, die sich nicht selbst in Sicherheit bringen können. ... Immer ist die Kamera ganz nah am Geschehen. Die unerträgliche Zerstörung, die der Krieg ausgelöst hat, wird sichtbar, aber bleibt trotzdem unbegreifbar. ... Als eine Mutter einen dieser Leichensäcke öffnet und ihren Sohn darin sieht, bricht sie in Tränen aus. Menschen stehen um sie herum, sie schluchzt untröstlich. 'Dear Beautiful Beloved' ist schwer zu ertragen. Schmerzhaft erinnert er uns daran, dass es im Krieg ausschließlich Verlierer gibt."
Weiteres: Valerie Dirk spricht für den Standard mit MatiDiop über ihren auf der Berlinale ausgezeichneten Restitutionsdokumentarfilm "Dahomey" (mehr dazu hier). Fabian Tietke empfiehlt in der taz die Edward-Yang-Retrospektive im Berliner Zeughauskino. Besprochen wird Pedro Almodóvars "The Room Next Door" (Jungle World, mehr dazu hier).
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