Die Buchmacher - Archiv

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Die Buchmacher vom 21.04.2008 - buchreport.express

Vorab: Der buchreport hat seine Webseite relauncht (hier) - und es gibt jetzt mehr Artikel aus dem Heft online.


Im Aufmacherartikel kommentiert buchreport den Vorstoß des Schweizer Vereins der unabhängigen Kleinbuchhandlungen (VUKB), die rund ein Jahr nach dem Fall der Preisbindung Subventionen fordern, um Schweizer Buchhandelslandschaft und Buchkultur zu erhalten. VUKB-Präsident Urs Heinz Aerni verlange direkte Staatsstütze in Form von Steuerermäßigungen, Subventionen sowie Abnahmegarantien durch öffentliche Institutionen. Andernfalls drohten "ausgerechnet im Zeitalter des funktionalen Analphabetismus" und schwindender Lesekompetenz die Ausdünnung des Buchhandelsnetzes außerhalb der Ballungszentren und die Konzentration auf unterhaltungsorientierte Kost.
Im Kommentar erweitert Thomas Wilking den Fokus und berichtet, dass nicht nur die kleinen Buchhandlungen, sondern selbst Marktführer Orell Füssli in seinem soeben veröffentlichten Geschäftsbericht offensiv die Frage nach dem geschäftlichen Nutz und Frommen des Buchhandels zu diskutieren. Dass sich der Schweizer Marktführer bemüßigt fühle, ein nachlassendes Interesse am Buchhandel zu dementieren, "deutet wie die Subventionsdiskussion der Kleinen darauf hin, dass jetzt über Rahmenbedingungen, Ziele und Arbeitsweise dieser besonderen Branche dezidierter nachgedacht wird - auch weil die Preisbindungsdiskussion nicht mehr alles überlagert."

Auf der London Book Fair hat buchreport beobachtet, dass das Stichwort Digitalisierung sich wie ein roter Faden durch die Messe gezogen habe. Während Random House (im Juli) und Faber (im Herbst) die ersten elektronischen Bücher planten, gingen die Penguin-Gruppe sowie Pan Macmillan noch einen Schritt weiter und brächten ab September bzw. Januar 2009 sämtliche Neuerscheinungen parallel gedruckt und als E-Book heraus. Darüberhinaus habe sich die London Book Fair in "Rekordlaune" präsentiert. "So reibungslos wie sich die Premiere der Londoner Messe im Vorjahr im Ausstellungskomplex Earls Court dargestellt hatte, ging es im zweiten Jahr am neuen Standort weiter: Bereits am Montagvormittag meldeten die Messedirektoren Alistair Burtenshaw und Emma House hoch zufrieden ein ,volles Haus'".

Weitere Themen: Die Wettbewerber des in diesem Jahr von Amazon aufgekauften Hörbuch-Download-Champions Audible rüsten auf: Libri.de will unter der Adresse www.audiotime.de eine Community aufbauen, in der sich die Nutzer über Hörbücher austauschen und Lieblingslisten anlegen sollen; Konkurrent Claudio.de hat buch.de als Vertriebspartner gewonnen (hier der Artikel). Das Barsortiment KNV trennt sich vom Schreyer-PBS-Vertrieb. Das Branchenparlament des Börsenvereins diskutiert in dieser Woche über da strittige Thema Remittenden. In den USA ist der Umsatz mit E-Books im vergangenen Jahr um 57 Prozent auf 67 Millionen Dollar gestiegen. Hier die Bestsellerlisten. Und hier das Inhaltsverzeichnis.

Stichwörter: Digitalisierung, Faber, Audible

Die Buchmacher vom 14.04.2008 - buchreport.express

Im Aufmacherartikel analysiert buchreport, dass das ausgesprochen starke Roman-Angebot dieses Frühjahrs Wirkung zeigt. Die im buchreport-Umsatztrend noch zum Jahresauftakt gemessene schwache Nachfrage habe in den letzten Wochen eine "spürbare Belebung" erfahren: Im März habe das Sortiment drei Prozent mehr umgesetzt als vor einem Jahr; vor allem die von Charlotte Roche ("Feuchtgebiete") und Ken Follett ("Die Tore der Welt") angeführte gebundene Belletristik, aber auch gut nachgefragte Taschenbuch-Romane sowie die vermehrt zur Kasse getragenen Kinder- und Hörbücher hätten mit kräftigen Zuwächsen auch in der Gesamtrechnung über das komplette Sortiment für ein Plus gesorgt.

Im Kommentar geht Chefredakteur Thomas Wilking auf den von einer Bertelsmann-Tochter geplanten Aufbau von E-Learning-Angeboten ein. Bildungsverlagen, die bereits in den 1990er Jahren begonnen hätten, Lerninhalte mit allen nur denkbaren neuen Medien aufzubereiten, schüttelten dazu nur milde mit dem Kopf, denn: "E-Learning habe sich nicht bewährt, elektronische Edutainmentformen seien mittlerweile nahezu aus dem Handel verschwunden und das Marktvolumen der verbliebenen elektronischen Angebote reduziere sich auf ganz kleine und überdies stagnierende Prozentanteile." Bei der gerade von der nachwachsenden Generation verinnerlichten Onlinekultur seien Bezahlangebote kaum durchzusetzen.

Mit Blick in die USA berichtet buchreport von einem neuen Verlagsmodell, das HarperCollins teste. CEO Jane Friedman habe mit Robert S. Miller eine prominente Verlegerpersönlichkeit von Hyperion abgeworben, um ein noch namenloses Imprint aufzubauen, in dem 25 Titel jährlich (unter 20 Dollar) erscheinen, deren Autoren keine oder nur minimierte Vorschüsse erhalten und stattdessen am Gewinn beteiligt werden sollen. Neben dem Verzicht auf hohe Vorschüsse wollten die Amerikaner zumindest langfristig auf das Rückgaberecht ihrer Titel verzichten.

Weitere Themen: Der Züricher Europa Verlag wechselt den Besitzer. Die Süddeutsche Zeitung kritisiert Nominierungsliste des Deutschen Jugendbuchpreises. Die Konkurrenz für die renommierte Brockhaus-Enzyklopädie wächst - Suite101.de ist an den Start gegangen, "Spiegel Wissen" wird verbessert. Hier das Inhaltsverzeichnis und hier die Bestsellerlisten.
Stichwörter: Süddeutsche Zeitung

Die Buchmacher vom 07.04.2008 - buchreport.express

buchreport macht mit dem Zusammenschluss der Verlage Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus (BIFAB) und Heye auf (hier und hier), die zum 1. April die Holding Kalenderverlag KVH GmbH mit Adresse am Heye-Sitz in Unterhaching haben eintragen lassen. Der neue Kalender-Riese, schreibt buchreport, führe bei einem Umsatzvolumen von rund 35 Millionen Euro das größte Kalenderangebot in Deutschland im Portfolio. Über die Beteiligungsverhältnisse schweigen sich beide Seiten aus, alle Marken sollen jedoch eigenständig bleiben. BIFAB und der Münchener Muttergesellschaft Langenscheidt sichert die Fusion den Ausbau eines starken Geschäftsfelds, weil Kalender im Gegensatz zum Stammgeschäft mit Nachschlagewerken im Kontext der Verlagerung des Wissens ins Web weniger unter Druck stehen", analysieren die Dortmunder. Im Unterhachinger Heye Verlag sei mit der Gründung der Holding zugleich die erhoffte Nachfolgelösung gefunden - Verlegerin Claudia Knauss (60) und ihr Ehemann Jürgen Knauss seien seit längerem auf der Suche nach einer Regelung war, um den Fortbestand ihres 1962 gegründeten Unternehmens langfristig abzusichern.

Nachdem das Bundeskartellamt in der vergangenen Woche für die Teil-Übernahme von 44 Karstadt-Buchabteilungen durch die DBH den Daumen gehoben hat, schreibt buchreport, dass Karstadt für die als wettbewerbsrechtlich kritisch eingestuften Städte Frankfurt, Wiesbaden, Kiel, München und Leipzig mit der Behörde eine Lösung abstimmen will. "Hinter der harmlosen Formulierung verbirgt sich ein faustdickes Problem: Einfach dürfte die Suche nach einer für Kartellis und die Wunsch-Partner gleichermaßen akzeptablen Lösung nicht werden, denn nach Auskunft der Behörde war die Entscheidung alles andere als knapp", so buchreport. Karstadt/DBH hätte nämlich in den betroffenen Städten deutlich über 50 Prozent Marktanteil erreicht und damit die 33 Prozent-Schwelle, die als sicheres Indiz für eine marktbeherrschende Stellung gelte, weit passiert. 

Auf der Kinderbuchmesse in Bologna hat buchreport beobachtet, dass sich die deutschen Verlage eher opulent statt bescheiden präsentiert haben. Dies habe mit dem aktuellen Selbstbewusstsein der Branche zu tun. "Gern wurden in Bologna die Wachstumsraten des deutschen Kinder- und Jugendbuchmarkts für das vergangene Jahr zitiert, die freilich zu einem wesentlichen Teil auf All-Age-Titel zurückzuführen sind. So nannte Klaus Willberg 2007 ,das beste Jahr für das Kinder- und Jugendbuch seit Langem'."Weitere Themen: Die Frankfurter Eichborn AG, einziger börsennotierter Verlag in Deutschland, hat 2007 wieder rot abgeschlossen und bei einem erneut rückläufigen Gesamtumsatz von 16,2 Millionen Euro (Vorjahr: 16,7 Millionen Euro) einen Jahresfehlbetrag von knapp 1,62 Millionen Euro ausgewiesen. Der Internetbuchhändler Amazon und die Antiquariatsplattform ZVAB streiten vor Gericht über Google-Anzeigen: Amazon habe bei Google den Suchbegriff "Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher" als AdWord gebucht, den sich die Mediantis-Tochter ZVAB als Marke habe schützen lassen. Hier das Inhaltsverzeichnis und hier die Bestsellerlisten.
Stichwörter: Bologna, Kiel, Bundeskartellamt

Die Buchmacher vom 31.03.2008 - buchreport.express

Im Aufmacherartikel berichtet buchreport, dass das Bundeskartellamt grünes Licht für den Filialisten DBH ( zuletzt 711 Millionen Euro Umsatz die Nr. 2 im deutschsprachigen Buchhandel) gegeben hat, 44 Buchhandels-Shops bei Karstadt zu übernehmen. Lediglich in den Städten München, Frankfurt a.M., Wiesbaden, Leipzig und Kiel wurden DBH-Shops bei Karstadt wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken abgelehnt. Beginnend ab 1. Juli in Berlin, Köln, Nürnberg und Lörrach würden in diesem Jahr bereits die Hälfte der Standorte auf die DBH-Marken Weltbild und Hugendubel umgerüstet, so buchreport. Geplant seien zwei Formate: Höherwertige Hugendubel-Flächen mit bis zu 700 Quadratmeter großen Vollsortimenten u.a. in Dortmund und Berlin sowie in der Mehrzahl Weltbild-Shops auf 200 bis 400 Quadratmetern mit schmalem Sortiment.

Im buchreport.magazin interviewt buchreport zum zehnjährigen Bestehen von buch.de den Gründer Michael Urban und den heutigen Vorstandschef Albert Hirsch. Es geht unter anderem um die heißen Jahre, als die New-Economy-Blase platzte, die damalige Überlebensstrategie sowie die heutige Wettbewerbssituation. Nach Einschätzung von Hirsch gibt es unter den Onlinebuchhändlern einen Verdrängungswettbewerb: "Von den 5000 Medienhändlern, die es einmal gab, sind rund 100 übrig geblieben. Es ist ein Oligopol entstanden, mit vielleicht zehn Online-Händlern, die mehr als 10 Mio Euro Umsatz machen, und von denen gibt es drei bis vier, die deutlich über 50 Mio Euro Umsatz erwirtschaften. Vielleicht wird es in ein paar Jahren so sein, dass das Wachstum gesättigt ist und auch an der Spitze eine Verdrängung stattfindet." Amazon wachse zwar schneller als buch.de, produziere durch das Warenhaus-Geschäftsmodell jedoch auch eine hohe Komplexität. "Das ist immer hinderlich für die wichtige Eigenschaft Flexibilität. Wir wollen keinen Gemischtwarenhandel, in dem das Buch nicht mehr die wichtigste Rolle spielt, ähnlich wie bei anderen großen Versandhändlern und Kaufhäusern, die schon heute diverse Probleme meistern müssen", betont der Münsteraner. "Viele Kunden fühlen sich beim Wettbewerb nicht mehr wohl und wechseln zu uns, weil sie die Vorteile unserer Marken sehen und die schnelle Lieferung und prominente Behandlung von Büchern auf unseren Seiten bevorzugen."

Im "Tagebuch" regt sich die Redaktion darüber auf, dass der Börsenverein exklusiv im Verbandsblatt Börsenblatt hat verlautbaren lassen, dass die ehrenamtlich agierenden früheren Aufsichtsräte der nach der Pleite von Zanolli dauerkriselnden Buchhändler Abrechnungs Gesellschaft (BAG) möglicherweise Schadenersatz zahlen müssen - die Entscheidung soll im Juni auf den Buchhändlertagen in Berlin getroffen werden; der Vorstand des Verbands spricht sich vorab schon dagegen aus. Im Kommentar schreibt Rainer Uebelhöde, dass die schon heute kleine Zahl an Bereitwilligen für ehrenamtliche Verbandspositionen in Zukunft wohl noch kleiner werde.

Nach der Analyse der Taschenbuch-Auslieferung mit den April-Novitäten vermeldet buchreport einen Durchschnittspreis von 8,99 Euro pro Taschenbuch - immerhin drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Der weitere Blick zurück offenbare jedoch die "Zickzack-Kurve der letzten fünf Jahre und damit alles in allem die beeindruckende Preisstabilität des Taschenbuch-Angebots".

Weitere Themen: Wallstein-Verleger Thedel von Wallmoden erklärt im Interview, warum künftig Print-Titel auch im Netz veröffentlicht werden - Käufer des gedruckten Buches dürfen downloaden. Nach einer von buchreport in Auftrag gegebenen Umfrage informieren sich immer mehr Deutsche im Netz statt per Sachbuch oder Zeitschrift: Bei den Unter-30-Jährigen nutzten acht von zehn Befragten das Internet bei der Suche nach Informationen (2006 nur 66 Prozent). Im Ranking der 100 größten Verlage steht weiterhin Springer Science + Business Media mit einem Umsatz von 601 Millionen Euro auf Platz eins, gefolgt von Klett, Cornelsen und Westermann. Hier das Inhaltsverzeichnis und hier die Bestsellerlisten.
Stichwörter: Kiel, Bundeskartellamt

Die Buchmacher vom 17.03.2008 - buchreport.express

buchreport hat die Frühjahrsprogramme der Verlage noch einmal studiert und kommt zu dem Schluss: "Auch ältere Branchenangehörige können sich nicht erinnern, dass in einem Frühjahr ein derart starkes Roman-Programm um Aufmerksamkeit gebuhlt hat." Seit vergangener Woche habe sich die "Spiegel"-Bestsellerliste auf den ersten zehn Plätzen komplett erneuert. "Die Angebots-Mischung aus Historien-Altmeister (Follett), von Goethe geadelter Altherren-Erotik (Walser), Feuilleton-Ekel ("Feuchtgebiete"), Debattenroman (Littells "Die Wohlgesinnten") und All-Age-Fantasy ("Schicksal der Zwerge", "Bis(s) zum Abendrot") bietet dem geneigten Publikum eine denkbar breite Auswahl."

Außerdem untersucht buchreport den Run der Buchhandlungen auf Einkaufscenter. Die Zahl der Center habe sich in den vergangenen 25 Jahren nahezu verdoppelt, aktuell seien laut Branchenverbund German Council of Shopping Centers etwa 50 geplante Malls in der Pipeline. "Trotz der Kritik an der Center-Vermehrung und der damit verbundenen sinkenden Flächenproduktivität setzen die Buchfilialisten nach wie vor auf die Einkaufszentren", analysiert buchreport. Eine besonders innige Beziehung pflegten Thalia und ECE - in acht geplanten oder bereits in Kürze öffnenden Centern habe sich Thalia bereits eingemietet.

Weitere Themen: David Wengenroth unterhält sich mit Eduard Pelzer, Inhaber eines Spielwarengeschäfts in Karlsruhe, über eine dortige Kooperation von Fachgeschäften, die sich im Wettbewerb mit Handelsketten und Shopping-Centern zusammengeschlossen haben - deren Waffen und Rezepte (mehr Service, gemeinsame Gewinnspiele, Schulranzen-Party) jedoch auch nicht besonders effektiv oder attraktiv zu sein scheinen. Ingo Schiweck begrüßt im Kommentar, dass immer mehr Hörbuchverlage wie zuletzt (teilweise) Random House Audio USA auf Digital Rights Management als Kopierschutz verzichten. Der Internetbuchhändler Amazon hat die Kaufempfehlungen für Kunden optisch aufgewertet und um neue Web-2.0-Funktionen erweitert. Die Großagenturen Curtis Brown und International Creative Management (ICM) bündeln in Großbritannien ihre Kräfte. Hier das Inhaltsverzeichnis und hier die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 10.03.2008 - buchreport.express

Sind die Strategien der Verlage zu defensiv, fragt buchreport im Aufmacherartikel. Aufhänger ist eine Studie des Malik Management Zentrums St. Gallen, nach der die Branche eher auf "defensive Maßnahmen" setzt, um den strategischen Herausforderungen aus der Digitalisierung zu begegnen. Fazit der Malikschen Manager-Befragung (deren Fazit im übrigen ziemlich schwafelig daherkommt): "Es wird mehr vom selben gemacht, alle verbessern die Qualität, alle entwickeln neue Produkte. Insgesamt orientieren sich die Maßnahmen stark an bestehenden Zielgruppen und Angeboten." Als Beispiele für den erfolgten oder bevorstehenden Wandel nennt buchreport die kürzliche "Brockhaus"-Wende von der Print- zur Online-Vermarktung sowie die Herausforderungen der Ratgeber- und Reise-Verlage, für die es sich als sehr schwierig erweise, "eigene Plattformen zu etablieren, im Web 2.0 ein Bein an die Erde zu bekommen und damit auch noch Geld zu verdienen."

Als Umsatztrend für Februar vermeldet buchreport eine weiterhin rote Ziffer: minus 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Immerhin habe sich die Nachfrage nach einem deutlicheren Minus im Januar etwas erholt. Aktuelle Sorgenkinder im Sortiment seien Sachbücher und Ratgeber angesiedelt, während die Belletristik im Aufwind sei.

Till Spielmann bejubelt die "Reading Rooms", die Online-Ableger der FAZ-Vorabdrucke. Der Leseraum zu Jonathan Littells Roman "Die Wohlgesinnten" sei in den ersten 20 Tagen nach Freischaltung schon 850.000 Mal aufgerufen worden - eine Aufmerksamkeit, die durch klassische Werbung kaum zu erreichen sei. Obwohl noch kein Geschäftsmodell vorliege, zeichne sich hier nach den Sondereditionen von Südddeutsche & Co. bereits die nächste Kooperation von Zeitungs- und Buchverlagen ab.

Weitere Themen: Helge Rehbein unterhält sich mit der Weissbooks-Verlegeri Anya Schutzbach über den Investorenhintergrund des Verlags - die meisten Gesellschafter seien branchenfremd, alle wollten jedoch eine "hübsche Rendite" sehen. Nach der Ankündigung des neuen Bertelsmann-Chefs Hartmut Ostrowski wird der Buchclub auf den Prüfstand gestellt. "Die Anzeichen verdichten sich, dass die Schonfrist für den Buchclub abläuft", schreibt buchreport - ohne eine Idee zu präsentieren, wer (außer Thalia) Interesse an einer Übernahme der Clubs haben könnte. Neben Random House Audio USA verzichten weitere Hörbuchverlage auf DRM-Kopierschutz, darunter Penguin und (testweise) Simon & Schuster Audio. Der Börsenvereins-Vorstand prüft die Option eines Umzugs des Buchhändlerhauses. Hier das Inhaltsverzeichnis und hier die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 03.03.2008 - buchreport.express

Schwerpunktthema im buchreport ist in dieser Woche die Erhebung der 50 größten Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (hier die Zusammenfassung). Dabei zeige sich das Bild vom Elefantenrennen: "Zwei große Filialgruppen wachsen um die Wette und vergrößern den Abstand zum übrigen Markt": Thalia, die Buchhandelssparte der Douglas AG, habe die von Hugendubel und Weltbild gegründete DBH-Gruppe 2007 vom Spitzenplatz verdrängt; zusammen kämen die beiden marktführenden Gruppen mittlerweile auf einen Bruttoumsatz von 1,5 Milliarden Euro - knapp ein Viertel des deutschsprachigen Sortimentsumsatzes. Eine Verlangsamung der Filialisierung, so buchreport, sei auch für das laufende Jahr nicht in Sicht: Für die DBH stehe in Kürze die Entscheidung des Bundeskartellamts an, ob sie wie geplant gut 52 Karstadt-Buchabteilungen übernehmen dürfe (geschätztes Umsatzvolumen 40 bis 50 Millionen Euro); für 2008 seien bereits jetzt 45.000 Quadratmeter an neuen Flächen von Filialisten projektiert.

Auch buchreport geht auf die Allensbacher Buchhandelsklatsche ein. "Es ist schön, dass sie überhaupt noch in der Liste von 17 Berufen vertreten sind, aber ihr Ansehen scheint inzwischen kaum mehr messbar", schreibt IS über die Buchhändler. Und führt aus: "Das verwundert nicht: Für die Masse der Bevölkerung sind die Buchhändler nur noch Kassierer in einer gesichtslosen Filiale."

Im buchreport.magazin gibt Till Spielmann einen Überblick über die Neuerscheinungen zum 40. Jahrestag der 1968er Revolte. Und führt ein kurzes Interview mit Götz Aly ("Unser Kampf"), der seine Kernthese zusammenfasst: "Im Hang der 68er zum gesellschaftssanitären Utopismus, zur Änderung der gesamten Gesellschaftsordnung, in ihrer Verachtung des Parlamentarismus und des Kompromisses spiegelte sich - in linkssozialistischer oder maoistischer Weise verdreht - das totalitäre Denken der Elterngeneration. "Welche Erkenntnis ihn bei seiner Recherche besonders überrascht habe? Aly: "Die Bundesregierung nahm den Aufstand der studentischen Jugend außerordentlich ernst." Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger habe sich ausgezeichnete Ratgeber wie Max Horkheimer geholt, nach dem Tod von Benno Ohnesorg das Gespräch mit Rudi Dutschke sowie nach dem Dutschke-Attentat das Gespräch mit den Führern des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds gesucht. "Beide Male lehnten die Angesprochenen das Gesprächsangebot harsch ab."

Ein weiteres Topthema sind die neuen Internetprojekte von Reise-Verlagen wie MairDumont und TravelhouseMedia (Ganske-Gruppe). So sei die MairDumont-Internetplattform Marcopolo.de zum Jahresanfang kräftig aufgerüstet worden: Interaktive Karten, Hinweise auf internationale Events sowie Bilder und Videos von Usern sollen das Portal in den kommenden Wochen und Monaten weiter zu einem Anlaufpunkt für die Reise- und Freizeitcommunity wachsen lassen (hier der Artikel).

Weitere Themen: Die Karl-Marx-Buchhandlung in Berlin schließt mangels Laufkundschaft. Die Plagiatsklage gegen "Tannöd" (Edition Nautilus) steht vor dem Scheitern. Random House Audio verzichtet in den USA auf DRM-Kopierschutz. Hier das Inhaltsverzeichnis und hier die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 25.02.2008 - buchreport.express

Auch in dieser Woche ist die Verlagerung der Brockhaus-Enzyklopädie ins Internet das zentrale Thema. buchreport vergleicht die Online-Offline-Erfahrungen internationaler Verlage, die wenig eindeutig seien: So habe der niederländische Verlag PCM, der die neue Brockhaus-Strategie aufmerksam verfolge, zwischenzeitliche Pläne, die "Winkler Prins Encyclopädie" wieder zu drucken, jetzt gekippt. Bei der im englischsprachigen Raum renommierten "Encyclopædia Britannica", die schon 1999 radikal auf die werbefinanzierte Online-Schiene gesetzt hatte - und damit scheiterte - strebe man wieder stärker in Richtung Print: Im Mai werde eine Taschenbuch-Ausgabe der Enzyklopädie erscheinen, parallel zur großen, alle zwei Jahre aktualisierten großen Print-Edition (rund 2000 Euro) und der Online-Version (51 Euro pro Jahr).

Thalia verpasst seinen Filialen einen einheitlichen Anstrich: Bis Jahresende sollen 230 der 271 Buchhandlungen die Konzern-Dachmarke tragen, Gondrom-, Kober Löffler- sowie Buch & Kunst-Filialen verlieren bis dahin ihren Namen. Flankieren will der Großfilialist seine Vereinheitlichungsmaßnahme mit Zeitungsbeilagen und Hörfunkwerbung, berichtet buchreport.

Und läuft und läuft und läuft... gemeint ist der Streit um die angemessene Vergütung von Übersetzern. Nachdem die Verleger einen neuen Vorschlag vorgelegt haben, konnten sich die Mitglieder des Verbands der deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ) bei ihrem Treffen in Heidelberg nicht zu einer Entscheidung durchringen - der Vorschlag habe keiner Mehrheit gefunden, sei aber auch nicht durchgefallen, zitiert buchreport die oberste Übersetzerin, VdÜ-Chefin Gerlinde Schermer-Rauwolf. Jetzt laufe alles auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs hinaus, erklärte der Verleger-Verhandler Joerg Pfuhl (Random House) gegenüber buchreport.

Weitere Themen: Der Absatz-Anteil des Buchhandels am gesamten DVD-Markt lag 2007 bei 3,4 Prozent (2006: 2,7 Prozent); der DVD-Umsatz lag im Buchhandel bei 44,4 Millionen Euro. Der Kosmos Verlag und das zur Sony BMG Music Entertainment gehörende Label Europa haben ihren Streit um die Kinderkrimi-Serie "Die drei ???" beendet; am 4. April soll die Serie mit den Folgen 121 und 122 fortgesetzt werden (hier der Artikel). Borders, Nummer zwei auf dem US-Buchhandelsmarkt, hat ein neues Konzept für die Filialen erarbeitet; dazu gehört ein "Digital Center", eine 500 Quadratmeter große "digitale" Insel, auf der sich die Kunden Hörbücher oder E-Books herunterladen und sogar Print-on-Demand-Bücher von Lulu.com produzieren können. Bis Ende des Jahres sollen 14 Filialen überarbeitet werden. Hier das Inhaltsverzeichnis und hier die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 18.02.2008 - buchreport.express

Was in der Branche seit langem gemunkelt wurde, hat Brockhaus nun bestätigt: Die 2005 neu aufgelegte, sündhaft teure Brockhaus Enzyklopädie (2670 Euro für 24.500 Seiten) ist offenbar ein Ladenhüter, und die Mannheimer machen dadurch Verluste. Wie buchreport berichtet, geht zum 14. April das kostenlose Portal "Brockhaus online" mit allen Enzyklopädie-Inhalten an den Start, im Vertrauen auf ein Erlösmodell, das auf Werbeeinnahmen basiert. 2007 seien die Umsatzziele laut Verlag deutlich verfehlt worden, dies führe zu Millionen-Verlusten. Konsequenz: Von den insgesamt 450 Stellen der Verlagsgruppe, die Sitze in Mannheim, Leipzig, Frankfurt, Dortmund und Weingarten unterhält, sollen 50 gestrichen werden; die Brockhaus-Redaktion in Leipzig werde im Rahmen "massiver Investitionen" in den neuen Auftritt in eine reine Online-Redaktion umgewandelt, das ganze unter der Leitung der Journalistin Sigrun Albert (früher Redaktionsleiterin von brigitte.de - na, das passt ja gut zusammen); somit ist die gedruckte Enzyklopädie, die 2005 mit einem marketingetat von fünf Millionen Euro angeschoben wurde, Geschichte. Eigentümliche Koinzidenz der Ereignisse: Am selben Tag, an dem Brockhaus das enzyklopädische Scheitern verkündete, starteten die Bertelsmann-Tochter Wissen Media und die Spiegel-Gruppe das Portal "Spiegel Wissen" (hier), das neben zahlreichen eigenen Substanzen auch Inhalte der Wikipedia nutzt. Im Kommentar schreibt Chefredakteur Thomas Wilking, dass es bei Brockhaus Online "um die nackte Überlebensprüfung einer lange konkurrenzlosen bildungsbürgerlichen Institution" geht.


Weiteres Schwerpunktthema: der rationale Warenbezug in der Branche. Die Gesellschafter-Buchhandlungen der Arbeitsgemeinschaft Marketing (AGM) testen ein neues Modell, mit dem sie sich in das Zentrallager der marktführenden DBH-Gruppe (u.a. Weltbild und Hugendubel) einklinken und außerdem den Dienstleister Libri stärker einbinden - 3500 Top-Titel würden damit für die AGM-Buchhandlungen von der DBH mit eingekauft und von dem von Libri organisierten Zentrallager in Bad Hersfeld ausgeliefert. Von der Rationalisierungsbegründung, so buchreport, weise das Modell viele Parallelen zum Anabel-Modell der eBuch-Genossenschaft auf (hier der Artikel).

Während der Börsenverein noch an Modellen zum Vertrieb von digitalen Büchern feilt, setzen US-Verlage neue Maßstäbe: Random House testet nach einem Bericht von buchreport (unter Berufung auf einen Artikel in der New York Times) den kapitelweisen Verkauf von Büchern (hier), HarperCollins stellt ganze Bücher (u.a. von Paulo Coelho und Neil Gaiman) für einen begrenzten Zeitraum komplett ins Netz (hier) - in der Hoffnung, dass dies Appetit auf die Printausgabe macht. Damit folgten die Publikumsverlage einerseits Verlagen wie O?Reilly (USA) oder Enaudi (Italien), die schon vor Jahren ähnliche Modelle verfolgt hätten, andererseits der Musikindustrie, in der zuletzt beispielsweise Radiohead neue Vertriebsformen (Hörer konnten Preis für Download selbst bestimmen) testete.

Weitere Themen: Die Verwertungsgesellschaft Wort gewinnt den Prozess um Multifunktionsgeräte. Amazon verschärft die Bedingungen für Kunden-Rezensionen. Fnac plant weitere fünf Medienkaufhäuser in der Deutschschweiz. Hier das Inhaltsverzeichnis und hier die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 11.02.2008 - buchreport.express

Im Aufmacherartikel zieht buchreport eine Bilanz des Kalendergeschäfts, das den Verlegern Sorgen bereite. Mit dem Warenhaushandel schwächele ein bedeutender Vertriebsweg, der ein Publikum erreiche, das nicht im klassischen Buchhandel stöbere. "Die Warenhäuser aber klagen über zum Teil deutliche Umsatzrückgänge, was sich auch im Kalendergeschäft niederschlägt." Außerdem belaste die große Titelzahl die Rentabilität der Verlage - mmittlerweile über 5000 Neuerscheinungen sorgten für immer kleinere Durchschnittsauflagen. "Aus Sicht des Buchhandels bleibt das Kalendergeschäft ein Wachstumsbereich", analysiert buchreport. "Nach Berechnungen von buchreport haben die Kalenderumsätze in den letzten fünf Jahren um insgesamt ein Drittel zugelegt. Durch ein größeres Angebot niedrigpreisiger Kalender bis 5 Euro ist der Absatz, also die Zahl der verkauften Exemplare, sogar noch stärker gewachsen."

Ein weiterer Schwerpunkt des Hefts: Das Bundeskartellamt kontrolliert erstmals die Expansionspolitik von Thalia (hier der Bericht). "Anders als bei den zahlreichen Übernahmen zuvor, haben die Bonner Fusionswächter die Ende Dezember angemeldete Übernahme von Buch Kaiser in Karlsruhe nicht durchgewunken, sondern am Donnerstag vergangener Woche die "vertiefte Prüfung" angeordnet", berichten die Dortmunder. Dabei komme der lokale Markt unter den Röntgenschirm; mit der Entscheidung sei erst in drei Monaten zu rechnen.

Außerdem untersucht buchreport die geplante Übernahme des Weltmarktführers im Vertrieb von digitalen Hörbüchern, Audible Inc., durch Amazon (Gesamtwert der Transaktion: 300 Millionen Dollar). Anders als bei der Microsoft-Jagd auf Yahoo ernte die geplanteÜbernahme weitestgehend positive Resonanz. "Amazon ist der stärkste Vertriebspartner, den man sich in diesem Bereich vorstellen kann. Es ergibt sich eine Mischung aus traditionellem Content und modernen Zugangsformen, die gut zusammen passt", zitiert das Blatt Karl-Heinz Pütz, Verlagsleiter von Random House Audio. Als Vorteile des Deals erkennt buchreport, dass sich durch die Verknüpfung der Audible-Hörbücher mit dem MP3-Musikshop von Amazon die Reichweite erhöhte und das Hörbuch-Branchen-Marketing schlagartig verbesserte. Unklar sei noch, ob Amazon künftig bei Audible auf Kopierschutz verzichte. "Eine Entscheidung contra DRM würde wohl die Hörbuch-Verleger vergrätzen", vermutet buchreport. Außerdem könnte die Rivalität von Amazon und Apple die langjährige Zusammenarbeit von Audible und Apple beenden - was den Audible-Umsatz schmälerte.

Weitere Themen: Die Verlagsgruppe Beltz übernimmt den Vertrieb von Nonbook-Anbieter if. Der Buchumsatz lag im Januar fünf Prozent unter Vorjahr. Zahl der Woche: Die zehn größten Verlage der USA haben im vergangenen Jahr 92 Prozent aller Hardcover- und 93 Prozent aller Taschenbuch-Bestsellerplätze belegt. Fnac hat 2007 14 neue Filialen eröffnet, 2008 sellen 14 weitere folgen. Hier das Inhaltsverzeichnis und hier die Bestsellerlisten.
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