Die Buchmacher

Die Buchmacher

Ein Blick in die Branchenblätter der Buch- und Verlagswelt. Jeden Montag ab 12 Uhr.
01.04.2002. Warum bei Verlagen derzeit Rendite vor Umsatz geht. Weshalb Ullstein-Heyne-List-Verleger Christian Strasser mit einem Tübinger Buchhändler aneinander geraten ist. Warum der Kahn des neuen Buchpreisbindungsgesetz' absäuft. Was man an der Verleihung des Deutschen Bücherpreises doch noch gut finden kann. Und warum Peter Olson auch mal "Unschuldige" abserviert.

buchreport.magazin

Alljährlich nimmt der buchreport die 100 größten Verlage unter die Lupe. Fazit der diesjährigen Erhebung: Die "fetten Jahre" seien "erst einmal vorbei". Denn anders als in den Vorjahren sei der Gesamtumsatz der 100 Top-Verlage (BertelsmannSpringer, Süddeutscher Verlag Hüthi und die Klett-Gruppe an führender Position in der Liste; Ullstein Heyne List und Eichborn mit den größten Umsatzsteigerungen: 68 bzw. 33 Prozent) um 0,6 Prozent zurückgegangen; bei Publikumsverlagen sogar um 7,3 Prozent. buchreport-Herausgeber Bodo Harenberg liefert in einem Kommentar Erklärungen: "Viele Verlage haben sich von Wildwuchs befreit, haben ihre Struktur verändert und sich damit auf neue Gegebenheiten eingestellt. Das Motto: Rendite geht vor Umsatz, Konsolidierung kommt vor Wachstum."

C.H. Beck soll in Zukunft ein Familienunternehmen und möglichst unabhängig bleiben - das bekräftigt der Verleger Hans-Dieter Beck in einem Interview mit Boris Langendorf. Auch für das Schlachtfeld der Globalisierung sieht Beck den Verlag gerüstet: "Sind die Familiengesellschafter in gutem Einvernehmen, und ist das gemeinsame Verlagsunternehmen in guter Verfassung, so ist es auch widerstandsfähig gegenüber den Übernahmeversuchen kapitalkräftiger Großkonzerne."

Optimistisch in die Zukunft blickt auch Klaus Wagenbach, der seiner Ehefrau Susanne Schüssler in seinem Verlag den Vortritt überlassen hat. Mit Daniel Lenz hat sich der Berliner über seine Karriere vom Staatsfeind zum Bundesverdienstkreuzträger, seinen pädagogischen Impetus, "Monster-Unternehmungen", in denen das Scheckbuch das Sagen hat, und die Zukunft des Verlags unterhalten. Fazit: "Die Wichte aus unserem Gewerbe, die keine Bücher lesen, sollen verschwinden."

Weitere Artikel aus dem Ressort "Verlage": Andrea Czepek nimmt den Markt der zweisprachigen Wörterbücher unter die Lupe (Langenscheidt vor Pons), Kirsten von Hagen berichtet von der Intergration des Sauerländer Verlags unter dem Dach von Patmos - Konsolidierung sei derzeit Trumpf - und weiht in die Kunst der Neuübersetzung von Texten ein: interessant ihre Gegenüberstellung zweier Proust-Übersetzungen.

Von den Verlagen zu einzelnen Büchern und Autoren: Eine Bestsellerautorin, die mit ihren Urzeit-Romanen acht bis zehn Millionen Dollar pro Band verdient, stellt Anja Sieg vor: Jean M. Auel. Daniel Lenz porträtiert den Publizisten Michael Maar, der die Zaubertricks von Joanne K. Rowlings Büchern philologisch entziffert hat (Titel: "Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte"), und stellt das Jahrhundertunternehmen Grimmsches Wörterbuch vor: die Neuübersetzung des Abschnitts A-F wird noch bis etwa 2017 dauern. Peggy Voigt beschreibt die "Renaissance" eines Klassikers (John Steinbeck) und schreibt über die Firma 3 Billion Books des langjährigen Random-House-Director Jason Epstein: Weltweit will Epstein Print-on-Demand-Maschinen verkaufen, "um den gesamten Korpus der Literatur in jeglicher Sprache über das Internet zugänglich zu machen". Brit München will herausgefunden haben, dass herkömmliche Glas-Wasser-Mikro-Autorenlesungen ausgedient haben - je ungewöhnlicher, desto besser, sei das Motto.

Der Schwerpunkt des Hefts widmet sich dem Krimi: Brit München porträtiert Petra Hammesfahr, die 159 Versuche brauchte, um als bestsellertauglich entdeckt zu werden. Rainer Uebelhöde hat sich mit dem Grafit-Verleger Rutger Booß über das Genre unterhalten. Der meint etwa, dass nicht die Medien, sondern deutsche Sortimentsbuchhändler - dank einer ausgefeilten Verlagswerbung - Henning Mankell groß gemacht haben. Außerdem sei eine "ungewöhnliche Schieflage von Angebot und Nachfrage" für die Krimi-Branche kennzeichnend: neugierige Leser, schlechte Nachwuchsschreiber. Schließlich hat wiederum Uebelhöde in einem Mammutakt auf 18 Seiten (!) alle wichtigen Krimiautoren und deren Protagonisten versammelt.

Börsenblatt

Zwei Themen dominieren die neue Ausgabe des Börsenblatts: die Verärgerung des Sortiments über Sonderausgaben und Club-Premieren einerseits, die Leipziger Buchmesse andererseits. Wie schon der buchreport in seiner letzten express-Ausgabe (siehe unten ) widmet sich die BöBla-Konkurrenz dem Passus im Preisbindungsgesetz, der, so das BöBla, "für billigere Club-Ausgaben keinen zeitlichen Abstand und Ausstattungsunterschied zur Buchhandelsausgabe mehr vorsieht". Bestes Beipiel: die jüngste Grisham-"Premiere im Club", die seit Montag für Bertelsmann-Club-Kunden erhältlich ist (17,90 EUR) - erst im August folgt bei Lizenzgeber Heyne die Buchhandelsausgabe (21 EUR).

Über diesen Fall streiten, auf der Plattform des BöBla, der Tübinger Buchhändler Heinrich Riethmüller und Ullstein-Heyne-List-Geschäftsführer Christian Strasser. In einem Brief schreibt der Buchhändler erzürnt: "Wir lassen uns nicht zum Opfer eines Machtkampfes zwischen Club und Weltbild machen, bei dem Sie geschickt Ihre Interessen ausspielen, sondern wir wissen uns zu wehren. Wir werden den neuen Grisham bei Ihnen nicht einkaufen, unsere geplante Sommer-Prospektbeilage für Ihre Verlagsgruppe stornieren und bei aller Wertschätzung Ihren Vertreter nicht mehr empfangen." Strasser entgegnet ebenfalls in einem Brief: "Bei der Lizenz, die Heyne an den Club gab, handelt es sich nicht um einen 'klassischen' Spannungsroman von John Grisham. Vielmehr sind es in Buchform veröffentlichte autobiografische Jugenderinnerungen des Autors". Die hohen Lizenzgebühren seien über den normalen Verkauf der Buchhandelsausgabe nicht einzuspielen. "Deshalb", so Strasser, "haben wir uns (...) entschieden, das Angebot des Clubs anzunehmen."

Der Rest der Ausgabe ist nahezu komplett auf die Messe ausgerichtet, die mit 77000 Besuchern einen Besucherrekord verzeichnen kann (Plus 18 Prozent). Ein Potpourri an Stimmen hat die Redaktion zusammen getragen: BöBla-Chefredakteur Hendrik Markgraf schätzt in einem Stimmungsbericht die "Begegnungen mit der ungeahnten Art" auf der Leipziger Messe, die eine "Gegenwelt zur gewöhnlichen Betriebsamkeit der Branche" darstelle. Noch nicht profiliert habe sich hingegen die Messe als "Drehscheibe zwischen Ost und West". Auch Messe-Chef Werner M. Dornscheidt zeigt sich zufrieden und ist optimistisch, dass die Messe in zwei bis drei Jahren, besonders durch den Zuwachs an Einzelausstellern, schwarze Zahlen schreibt. Maro-Verleger Benno Käsmayr lobt den "immateriellen Transfer durch vielfältige Gespräche", Joachim Unseld hingegen auch die handfesten Geschäfte, die sich in Leipzig machen ließen. Lutz Kettmann (Rowohlt) nimmt sogar die Buchpreisgala in Schutz - "wir müssen an das Publikum denken".

Hymnisch auch die Artikel zum Comic-Schwerpunkt der Messe (besonders angesagt: Manga-Comics), zum Gemeinschaftsstand des Arbeitskreises kleinerer und unabhängiger Verlage (AkV) ("Wir haben viel gelacht", AkV-Sprecher Thomas Bleicher), zur Antiquariatsmesse (20 Prozent mehr Besucher gegenüber 2001) und zur Veranstaltungsreihe "Leipzig liest" ("Das sind Verrückte hier", Verleger Jochen Jung): Mit 1200 Autoren und 1000 Veranstaltungen sei das Vorjahr noch überboten worden. Messe, Messe, Messe: "Csch" berichtet, dass das Online-Meldesystem des VLB auf der Messe in einer ersten Version vorgestellt wurde. Volker Bode hat vom Steffen Kopetzky abgerungen, dass dieser manchmal 30-stündige Schreibtouren unternehme. Holger Heimann hat mit Butt-Besitzer Per Olov Enquist gesprochen, der meint, dass auf der Frankfurter Messe "kein Platz für den Autor" ist - anders als in Leipzig.

Preise, Preise, Preise: Im BöBla-Dokumentationsteil sind Wulf Kirstens Laudatio auf Ludvik Kundera (Anerkennungspreis des Leipziger Buchpreises (!)) sowie dessen Erwiderung am Rednerpult, Grass' Laudatio auf Christa Wolf sowie Wolfgang Thierses Laudatio auf Bora Cosic (Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung) plus dessen Dankesrede nachzulesen. Weitere Meldungen: Das börsennotierte Medienunternehmen Dino entertainment hat 2001 erneut hohe Verluste gemacht (Umsatz-Minus: 4,6 Millionen Euro auf 31,1 Millionen Euro) - auf nicht planbare Faktoren wie die allgemeine Konjunkturschwäche oder tiefgreifende Veränderungen im Fernsehgeschäft führt das Unternehmen das Ergebnis zurück. Demgegenüber verzeichnet Bertelsmann einen satten Überschuss: in sechs Monaten einen Umsatz von 9,7 Milliarden Euro. (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen: 1,7 Milliarden Euro)
Archiv: Börsenblatt

buchreport.express

In der langen Reihe der geliebten Schiffs- und Kriegsmetaphern sieht der buchreport demnächst einen Kahn absaufen, weil er unter der Wasserlinie "ein Leck von der Größe eines Scheunentores" aufweist. Gemeint ist das Schiff mit Namen Buchpreisbindungsgesetz, das die Bundesregierung vorgelegt hat und dem sich das express-Heft ausführlich widmet (hier der Leitartikel). Die anfängliche Euphorie sei mittlerweile "blankem Entsetzen" in der Branche gewichen, und das in erster Linie, weil der Regierungsentwurf Buchclubs freie Bahn verspricht: Im 5. Absatz von §5 sei festgeschrieben, dass Clubs wie der von Bertelsmann oder Weltbild in Zukunft jedes Buch "zeitgleich zum Buchhandel, trotzdem aber zu günstigeren Preisen anbieten kann", schreibt der buchreport. Folgen: Das neue Gesetz würde Buchgemeinschaften, so David Wengenroth in seinem Kommentar, "reichlich Munition für die Werbung liefern" - die "angeschimmelte Club-Idee würde dadurch aufpoliert." Leidtragende seien die kleinen und mittleren Sortimenter, "die das Gesetz eigentlich schützen soll".

Zweiter Schwerpunkt des Hefts ist die Leipziger Buchmesse, zu der der buchreport eine Nachlese anbietet: "Daddeldidu in Leipzig, Glamour in L.A.", textet buchreport-Herausgeber Bodo Harenberg in seinen "Sechsundsechzig Wörtern" zum Butt-Oscar-Vergleich. "Nena, Nana, Nino" ist die schöne Headline zum ausführlichen, erwartungsgemäß vernichtendem Artikel über die Verleihung des Deutschen Bücherpreises - aus ihm erfahren wir, dass von den 390.000 TV-Zuschauern laut media-control gerade einmal 100.000 bis zum Finale übrig geblieben sind. Demgegenüber habe sich, wie buchreport in einem weiteren Artikel berichtet, die Leipziger Buchmesse gut positioniert. "In der Konzentration", schreibt ein Anonymus, "auf die Kernkompetenz 'Publikumsmesse' besteht ihre Überlebenschance" - zweitrangig sei dabei zunächst, ob sie rote oder schwarze Zahlen schreibt.

Ein "teures Tauziehen" ist nach einem jahrelangen Streit über die Zulässigkeit der deutschen Buchpreisbindung dadurch beendet worden, dass die EU-Kommission auf eine Kartellstrafe gegen den Börsenverein, Random House und das Barsortiment KNO verzichtet. Die Kompromissformel der Kontrahenten lautet, so der buchreport: "Die Festpreise gelten nur in Deutschland; verkauft ein Händler die Bücher ins Ausland, sind die Preise nicht gebunden." Den Börsenverein soll der Streit rund 2 Millionen Euro gekostet haben.

Weitere Artikel: "Die 100 größten Buchverlage in Deutschland, Österreich und der Schweiz" sind mit 0,6 Prozent erstmals ins Minus gerutscht (Vorjahr: 4,4 Prozent Plus). Die Verlagsgruppe Ullstein, Heyne, List kürzt radikal die Zahl der Novitäten - als Reaktion auf die Umsatzeinbußen des Axel Springer Verlags, zu dem die Münchner Buchverlage gehören. Volker Schwarz, seit 1974 Leiter des Nomos Verlags, verlässt diesen zum Jahreswechsel. Der Aufbau-Verlag meldet 1 Million Euro Verlust für 2001. Econ bringt am 17. Mai einen neuen Lafontaine im Buchformat heraus - Arbeitstitel: "Politik braucht Prinzipien. Eine bessere Welt ist möglich". John Grisham hat sich zum meistgelesenen und bestverdienenden Schriftsteller gemausert: Angeblich alle zwei Sekunden, so das österreichische Nachrichtenmagazin "News", wird eines seiner Bücher (Gersamtauflage: 112 Millionen) verkauft. Die Schweizer Buchhändler sind nach einer Umfrage zu 96 Prozent gegen längere Öffnungszeiten. Und Verbrechen zahlen sich stärker denn je aus, zumindest für Verlage - meldet der buchreport mit Hinweis auf den Krimi-Schwerpunkt im neuen buchreport-Magazin.

Und hier die Beststeller.
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Börsenblatt

Mit einem versöhnlichen Artikel hat Nils Kahlefendt ein Desaster beschrieben: die TV-Gala zum erstmals verliehenen Deutschen Bücherpreis, die von nahezu allen deutschen Feuilletons vernichtend besprochen worden ist. Statt sich kritisch ins Getümmel aus Pleiten, Pech und Pannen zu stürzen, bleibt Kahlefendt - was bleibt ihm übrig, schließlich war der Börsenverein Mit-Veranstalter - brav an der Oberfläche: "alle, wirklich: alle" hätten ins Leipziger Congress Centrum gewollt, steigt Kahlefendt ein und beschreibt in der Folge wie ein Chronist den Ablauf der Sendung. Erst gegen Ende seines Texts findet er deutlichere Worte: "Die Vermählung von E und U muss im Land der Dichter und Denker nicht zwangsläufig im Harakiri enden; eine Herausforderung bleibt sie allemal."

Auch Kahlefendts Artikel zum Eröffnungsvortrag der Leipziger Messe ist durchweg wohl gestimmt. Im Gewandhaus, Ort der Auftaktzeremonie, hätten sich die frohen Botschaften gehäuft: Die Bundesregierung hatte soeben das Buchpreisbindungsgesetz verabschiedet und der Bertelsmann Club zugesagt, drei weitere Jahre "Leipzig liest" zu sponsorn. Anschließend habe Börsenvereinsvorstzeher Dieter Schormann an den Gemeinschaftsgeist der Buchhändler und Verleger und Schriftsteller György Konrad an die Literatur als das lesende Europa zusammenführende Instanz appelliert.

In einer Verlautbarung begrüßt der Börsenverein, dass die Europäische Kommission das gegen den Börsenverein und sowie einige Verlage (etwa die Verlagsgruppe Random House) eingeleitete Bußgeldverfahren einstellen wird. Das Verfahren war eingeleitet worden, nachdem die österreichische Buchhandelskette Libro im Juli 2000 begonnen hatte, deutsche Bestseller über das Internet weit unter dem gebundenen Preis an deutsche Kunden zu verkaufen, und eine Reihe deutscher Verlage daraufhin die Belieferung von Libro einstellte. Die Kommission sieht darin nachträglich keinen Verstoß gegen das Wettbewerbsgesetz.

Weitere Artikel: Holger Ehling berichtet von der London Book Fair, die nicht mehr im Zeichen der Krise gestanden habe: Die amerikanischen Verlage seien erschienen, der Rechtehandel habe zugelegt und die Besucher seien auch zahlreich gewesen. Hörbücher führen letztlich doch zur Literatur hin, ist das Fazit von "csch", die eine Börsenblatt-Diskussion zum Thema Hörbuch auf der Buchmesse besucht hat. Der Aufbau-Verlag, wird außerdem gemeldet, hat im zweiten Halbjahr 2001 rote Zahlen geschrieben (Minus 1 Mio.) - Verleger Bernd F. Lunkewitz reagiert, indem er die Zahl der Novitäten reduziert. Der Maro-Verlag wurde mit dem Kurt-Wolff-Preis 2002 ausgezeichnet. Frederking & Thaler haben mit der Verlagsgruppe Droemer Weltbild einen neuen Partner gefunden, der den Vertrieb übernehmen soll. Und der neue Grass entwickelt sich zum Exportschlager - in 33 Länder ist der Titel schon verkauft worden.
Archiv: Börsenblatt

Börsenblatt

In einem Kommentar über die Umstrukturierungen bei Random House schreibt Hendrik Markgraf: "Vor einem Jahr noch propagierte Olson, gerade frisch im Amt, die Marktführerschaft bei den Ratgebern. Der Versuch zu diversifizieren, der mit dem Kauf von Falken begonnen wurde, ist jedoch fehlgeschlagen. Falken und Mosaik gibt es nicht mehr. Eine Konsequenz daraus ist die neue Führungsmannschaft, der der langjährige Marketing- und Vertriebschef Volker Neumann nicht mehr angehört. Dass es Neumann getroffen hat, hat in der Branche, für deren Belange er sich stets stark gemacht hat, Erstaunen und Bedauern ausgelöst." Unterdessen hat Random-House-Chef Peter Olson seine zehn Prozent Renditeziel bekräftigt (mehr zu Random House weiter oben und weiter unten).

Nach dem Haffmans Verlag hat auch der Haffmans Sachbuchverlag (an dem der Haffmans Verlag zwei Drittel hielt) Konkurs angemeldet. Gerd Haffmans hat derweil einen neuen Job gefunden: Er soll Herausgeber eines neuen literarischen Programms bei Zweitausendeins werden. Ein Vertrag sei noch nicht unterschrieben, man sei sich aber einig, erfuhr das Börsenblatt. "Die Titel erscheinen unter dem Label 'Gerd Haffmans bei Zweitausendeins', ein Reihencharakter soll jedoch nicht entstehen."

In der Gewinnzone ist die Leipziger Buchmesse "frühestens ab 2004", sagt Messechef Werner M Dornscheidt. Mehr über die Buchmesse findet sich in der Online-Ausgabe des Börsenblattes.

Das Bundeskabinett hat das neue Preisbindungsgesetz beschlossen, meldet das Börsenblatt. Und der Börsenverein ist natürlich noch nicht ganz zufrieden.

Stefan Hauck stellt den Deutschen Jugendliteraturpreis vor. Die Nominierungen wurden in Leipzig verkündet, verliehen wird der Preis in einem halben Jahr auf der Frankfurter Buchmesse. Mehr Informationen über den Jugendliteraturpreis gibt es hier.

Weitere Meldungen: Bertelsmann kauft keine weiteren RTL-Aktien. Die Zeitschrift Literaturen beliefert Libri.de künftig mit Inhalten. Regine Meyer-Arlt berichtet von der CeBIT. Die Veranstalter der lit.Cologne freuten sich über 34.000 Besucher. Hendrik Markgraf porträtiert die in China geborene und seit 1986 in Deutschland lebende Autorin und Fotografin Xiao Hui Wang. Und Andrea Rinnert hat das Buch "Die Freundinnen der Bücher. Buchhändlerinnen" gelesen und für gut befunden.
Archiv: Börsenblatt