Außer Atem: Das Berlinale Blog
Stichwort: Kanada - 15 Artikel - Seite 1 von 2
Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2017
Zwei Junkies in einer mittelgroßen kanadischen Stadt, im Methadon-Programm. Sie hausen in einem Trailer, für ein paar Dollar mähen sie mit einem Rasenmäher die Vorgärten derjenigen, die sich von der Erscheinung nicht von vornherein abgeschreckt zeigen. Das Gerät ziehen sie hinter sich her, das dafür nötige Benzin wird per Schlauch und Ansaugen aus Autos geklaut. Eigentlich wollen die beiden weg von hier, das Methadon-Programm, bei dem sie Schulden haben, bindet sie jedoch. Er, Blaise (Andrew Gillis), ist der aggressivere der beiden, formuliert Ansprüche, will entgegenkommendes Verhalten erzwingen - Süchtigenverhalten eben. Sie, Nessa (Bhreagh MacNeil), wagt zaghafte Schritten aus dem Süchtigenleben Richung Konsolidierung. Ihre Betreuerin rät ihr, Blaise aus ihrem Leben zu streichen. Von Thomas Groh
Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2016 "Qapirangajuq" von Ian Mauro und Zacharias Kunuk führt uns in die Welt der Inuit, findet aber keine Bilder für seine Erzählung. Ciro Guerras "El abrazo de la serpiente" erzählt dafür höchst spannend vom Kampf eines Schamanen am Amazonas gegen westliche Forscher. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2016 Denis Côté führt seinen eitlen, stinkreichen Helden an der Nase herum, bis dem die Tränen kommen. Von Nikolaus Perneczky
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2015 Wim Wenders erzählt in seinem Film vom tödlichen Unfall eines kleinen Jungen und den Folgen, die das für einen Schriftsteller hat.
Von Nikolaus Perneczky
Außer Atem: Das Berlinale Blog 06.02.2015 Ein Film, der zuckt und bebt und glüht: Guy Maddins "The Forbidden Room" ist ganz verliebt in die Poesie und Mystik des frühen Hollywood-Tonfilms. Von Thomas Groh
Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2014 Zurichtung des rebellischen Geistes oder liebevolle Einbläuung moralischer Richtlinien? Das ist die Frage in Jean-François Caissys Doku über eine Schule in der kanadischen Provinz. Von Anja Seeliger
Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2013 "How to do things with women": Das könnte, spätestens seit der Nouvelle Vague, ein Motto des internationalen und hinter der Kamera nach wie vor weitgehend männlichen Autorenkinos sein. Der aktuelle Berlinalewettbewerb ist da keine Ausnahme; schon alleine in den Filmtiteln tauchen sechs Frauennamen auf und kein einziger Männername. Bei den Regisseursnamen sieht die Verteilung anders aus: drei weibliche, siebzehn männliche. Das ist eine offensichtliche Schieflage, aus der man andererseits auch nicht zuviel machen muss, schließlich wird auch diese Perlentaucher-Kolumne sexistische Strukturen nicht aus der Welt schaffen. Was man aber schon machen kann: sich etwas genauer anschauen, was die Filme von den vielen Frauen wollen, die sie in ihre Zentren stellen. Denn das sind jeweils durchaus unterschiedliche Dinge. Von Lukas Foerster
Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2013
Ein paar Hong-Sangsoo-Filme habe ich gesehen und immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ich mich hinterher schon bald nur noch schemenhaft an sie erinnern konnte. Immer wieder greift Hong die gleichen Motive, Schauplätze und Figuren auf, rekombiniert und rearrangiert sie, als wären alle seine Filme in Wirklichkeit ein einziger. Differenz und Wiederholung, Verschiebung und Variation, darum kreisen Hongs Filme, so sind sie gemacht. Das Resultat ist eine Ähnlichkeit, aber auch eine ganz eigene spielerische Leichtigkeit und Flüchtigkeit, die es so schwer machen, Hongs Filme zu fassen zu kriegen, sie festzunageln und ordentlich in Gedächtnisschubladen abzulegen. Von Elena Meilicke
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2013
Die 61-jährige Vic kommt aus dem Knast, sie ist vorzeitig, aber auf Bewährung entlassen, eigentlich sitzt sie lebenslänglich. Unterkommen wird sie in einem Haus von Verwandten, das einst Teil eines landwirtschaftlichen Betriebs war, aber jetzt eindeutig nicht mehr Teil einer Wertschöpfungskette ist. Auf dem Weg dorthin, an der Bushaltestelle, unterhält sie sich, in der ersten Szene des Films, mit einem Kind in Pfadfinderuniform, das mit seinem Trompetenspiel Geld verdienen will. So schlecht, wie Du spielst, meint Vic, bekommst du keinen Cent. Gib mir doch Geld, damit ich einen Anreiz bekomme, besser zu werden, sagt das Kind. In allen Beziehungen, auch solch flüchtigen, wie dieser ersten, an der Bushaltestelle, gibt es mindestens zwei Perspektiven. Denis Cotes "Vic et Flo ont vu un ours" zeigt eine ganze Reihe von Beziehungen; und keine einzige davon kann man in einer Perspektive erfassen. Von Lukas Foerster
Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2013
Keine Emphase: Der dem Strom entrissene Nugget liegt auf einer Hand, bestaunt von einer Gruppe Pioniere. Es fällt kein und damit auch nicht dieses Wort - Gold. Darin liegt, im Norden Amerikas des späten 19. Jahrhunderts, auch ein Versprechen: Die Aussicht darauf, beengtesten und elendsten Verhältnissen (beschrieben wird einmal eine Unterkunft in New York: Vier Leute, ein Zimmer, dunkel, Feuchtigkeit und Kälte nagen an der Gesundheit) zu entkommen - sofern man die Strapazen meistert, die zwischen den jungen städtischen Zentren und dem Goldvorkommen in unwirtlichem Gebiet lauern. So finden sich in Thomas Arslans Post-Berliner-Schule-Western denn auch eine Gruppe deutscher Migranten ein, die dem Ruf des Goldes, genauer: der Annonce eines windigen Reiseführers, der zum geringen Preis eine weniger strapaziöse Passage zum neuen Reichtum in Aussicht stellt, folgen. Von Thomas Groh
Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2012
Ein Tag im Leben einer Familie ungarischer Roma in einem kleinen Dorf, ausgehend von den schlaftrunkenen, gemeinsamen, größtenteils sprachlosen Tagesvorbereitungen in der digitalen Dunkelheit des beginnenden Morgengrauens.
Dann splittet der Film sich auf in drei Stränge und verfolgt: Mutter, Tochter, Sohn. Von Lukas Foerster
Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2012
Aus dem Gefängnis in die unfreundliche Wirklichkeit: Germanisten denken da sofort an Franz Bieberkopf, und auch der Weg von Francine scheint auf den ersten Blick nur eine Richtung zu kennen: nach unten. Von Elena Meilicke