Außer Atem: Das Berlinale Blog
Stichwort: Hoss, Nina - 12 Artikel
Außer Atem: Das Berlinale Blog 25.02.2020 Der Bühnentod erfordert seine eignen Regeln. Er darf nicht zu unvermittelt kommen, aber auch nicht zu lange dauern. Das Drama braucht einen großen Tod, einen gewaltsamen Akt, den Prügel des Schicksals. Der Held kann erschossen, erwürgt oder erdolcht werden. Aber seinen langsamen Krebstod möchte sich eigentlich niemand im Theater zumuten. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 16.02.2013 "How to do things with women": Das könnte, spätestens seit der Nouvelle Vague, ein Motto des internationalen und hinter der Kamera nach wie vor weitgehend männlichen Autorenkinos sein. Der aktuelle Berlinalewettbewerb ist da keine Ausnahme; schon alleine in den Filmtiteln tauchen sechs Frauennamen auf und kein einziger Männername. Bei den Regisseursnamen sieht die Verteilung anders aus: drei weibliche, siebzehn männliche. Das ist eine offensichtliche Schieflage, aus der man andererseits auch nicht zuviel machen muss, schließlich wird auch diese Perlentaucher-Kolumne sexistische Strukturen nicht aus der Welt schaffen. Was man aber schon machen kann: sich etwas genauer anschauen, was die Filme von den vielen Frauen wollen, die sie in ihre Zentren stellen. Denn das sind jeweils durchaus unterschiedliche Dinge. Von Lukas Foerster
Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2013
Wohin man auch blickt, überall Bäume auf dieser Berlinale: Besonders im Wettbewerb jagt ein Waldfilm den nächsten. Nina Hoss schlägt sich bei Thomas Arslan als Teil einer exildeutschen Reisetruppe durchs unwirtliche, grenzmystische Nadelholz. Tendenziell mindestens ebenso aggressiv (genauer gesagt: mindestens eine Bärenfalle aggressiver) gebärt sich der - gleichfalls kanadische - Wald, in dem Vic und Flo bei Denis Côté abhängen. Von der freundlichen Seite zeigt sich die Pflanzenwelt bei David Gordon Green: Obwohl er gleich zu Filmanfang abbrennt, bietet ein (wieder aufgeforsteter und dezent verzauberter) Wald Paul Rudd und Emile Hirsch Unterschlupf, hilft ihnen beim bonding und beim Verarbeiten von Liebesproblemen. Den Waldfilm to end all Waldfilme hat, wen wundert’s, James Benning gedreht: Gut zwei Stunden lang steht im Forumsfilm "Stemple Pass" eine Hütte im Wald herum; die Jahreszeiten wechseln, die Lichtverhältnisse aus, manchmal werden Texte des Unabombers Theodore Kaczynski verlesen, der sich jahrelang in einer ähnlichen Hütte verkrochen hatte, dann herrscht wieder minutenlang, viertelstundenlang Stille, gelegentlich tritt Rauch aus dem Schornstein der Hütte - aber der Wald, der bleibt. Von Lukas Foerster
Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2013
Keine Emphase: Der dem Strom entrissene Nugget liegt auf einer Hand, bestaunt von einer Gruppe Pioniere. Es fällt kein und damit auch nicht dieses Wort - Gold. Darin liegt, im Norden Amerikas des späten 19. Jahrhunderts, auch ein Versprechen: Die Aussicht darauf, beengtesten und elendsten Verhältnissen (beschrieben wird einmal eine Unterkunft in New York: Vier Leute, ein Zimmer, dunkel, Feuchtigkeit und Kälte nagen an der Gesundheit) zu entkommen - sofern man die Strapazen meistert, die zwischen den jungen städtischen Zentren und dem Goldvorkommen in unwirtlichem Gebiet lauern. So finden sich in Thomas Arslans Post-Berliner-Schule-Western denn auch eine Gruppe deutscher Migranten ein, die dem Ruf des Goldes, genauer: der Annonce eines windigen Reiseführers, der zum geringen Preis eine weniger strapaziöse Passage zum neuen Reichtum in Aussicht stellt, folgen. Von Thomas Groh
Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2012
"At last, I am free - I can hardly see in front of me!", singen Chic über die präzise gesetzte Schwarzblende, mit der Christian Petzold seinen neuen Film "Barbara" enden lässt.
Ein Auftakt übertönt das Schwarz, ein Knoten, auf den "Barbara" kontinuierlich hingearbeitet hat, ist mit einem Mal gelöst - der Film, der zwar unweit der Meeresküste spielt, doch eigentlich ein Gefängnis beschreibt, öffnet sich schlagartig zu der weltumarmenden Weite, die nur der Soul der 70er Jahre auf diese Weise in Klang gegossen hat. Von Thomas Groh
Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2012 Benoit Jacquot, Brillante Mendoza, Miguel Gomes, Ursula Meier Von Lukas Foerster
Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2007 Christian Petzolds Wettbewerbsfilm "Yella" zeigt Risse - und einen Minimalismus der Mundwinkel. In Joseph Cedars Wettbewerbsfilm "Beaufort" wird nicht nur eine Festung mürbe gemacht. In "Das Haus der Lerchen" erzählen die Brüder Taviani vom türkischen Völkermord an den Armeniern. Sam Gabarskis "Irina Palm" erobert Marianne Faithfull im Blümchenkittel die Londoner Sex Worlds. Kazuhiro Soda zeigt in "Campaign", wie japanische Politik funktioniert. Frederick Wiseman zeigt in "State Legislature", wie amerikanische Politik funktioniert.
Eine Liste aller besprochenen Filme finden Sie hier. Von Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl, Anja Seeliger
Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2007 Heute eröffnet Olivier Dahans Film "La vie en rose" die Berlinale, die Dieter Kosslick in seiner bisherigen Regentschaft zum kunterbunten Rummelplatz umgestaltet hat. Ein Ausblick auf die angewandte Sozialdemokratie im Wettbewerb und umwerfende Vielfalt, die den Filmfan in den Reihen Panorama und Forum erwartet. Von Ekkehard Knörer
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2006 Hätte Houellebecq sehen sollen: Oskar Roehlers "Elementarteilchen". Zeigt den Theweleits dieser Welt die nackte Schulter: Terrence Malicks "The New World". La la la, hey, hey hey, you are mine! In Pradeep Sakars "Parineeta" wird herzzerreißend gesungen. Außen hart und innen ganz weich: Michael Glawoggers Wettbewerbsbeitrag "Slumming". Lukas Moodyssons Film "Container" schockte bei der Vorführung seine Hauptdarsteller. Neil Jordans "Breakfast on Pluto" führt ins Irland der siebziger Jahre: Kitten will keine Bomben legen, sondern nur Lippenstift tragen.
Eine Liste aller besprochenen Berlinalefilme finden Sie hier. Von Thekla Dannenberg, Ekkehard Knörer, Christoph Mayerl
Außer Atem: Das Berlinale Blog 09.02.2006 Heute abend wird Marc Evans' Film "Snow Cake" die Berlinale eröffnen. Ekkehard Knörer hofft auf Verrücktes und Schönes, Rätselhaftes und Umwerfendes, auf Understatement und Maßlosigkeit. Eine Vorschau. Von Ekkehard Knörer
Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2003 Christian Petzold beweist in "Wolfsburg" filmische Intelligenz. In Spike Lees "25th hour" amüsieren sich nicht mal Drogendealer. In Pascal Bonitzers Wettbewerbsfilm "Petites Coupures" verirrt sich Bruno, Kommunist, Journalist und Nervensäge, zwischen eins, zwei, drei, vier Frauen. Von Ekkehard Knörer, Anja Seeliger
Außer Atem: Das Berlinale Blog 05.02.2003 Morgen abend wird die 53. Berlinale mit dem Filmmusical "Chicago" eröffnet. Im Perlentaucher wird Ekkehard Knörer täglich berichten. Heute stellen wir die Wettbewerbsfilme vor. Von Ekkehard Knörer