9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.12.2024 - Kulturmarkt

Rettet ausgerechnet TikTok die deutsche Buchbranche, fragen sich Florian Kolf und Michael Scheppe auf den Wirtschaftsseiten des Tagesspiegels. Laut Media Control dürften von den insgesamt 270 Millionen jährlich in Deutschland verkauften Büchern in diesem Jahr 20 Millionen Bücher durch Erwähnungen auf TikTok verkauft worden sein. Aber: "Vom Bücherboom durch Tiktok profitieren vorrangig aber nur die großen Händler, die entsprechenden Platz haben, eigene Regale aufzustellen. 'Da haben wir es mit unseren großen Buchhandlungen leichter, das passende Sortiment in entsprechendem Umfang anzubieten', sagt (Thalia-Chef Ingo) Kretschmar. Der Booktok-Boom hat auch die Arbeit von Verlegern verändert. Grusche Juncker, Mitglied der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Penguin Random House in Deutschland, sagt: 'Wir sehen über den Kanal, welche Themen die junge Zielgruppe bewegen, können darüber neue Autorinnen und Autoren entdecken und auf unsere Bücher aufmerksam machen.'"
Stichwörter: Booktok, Tiktok, Penguin

9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.11.2024 - Kulturmarkt

Sehr wenig wahrgenommen wird der Konflikt zwischen Verlagen und Bibliotheken über E-Books, den Tilman Spreckselsen in der FAZ thematisiert: "In den Jahren zwischen 2017 und 2021 stieg der Anteil der den Bibliotheken erst einmal vorenthaltenen E-Books von knapp der Hälfte auf etwa zwei Drittel aller Neuerscheinungen, besonders hoch ist die Quote bei Bestsellern. Das ergab eine Studie, die... von Börsenverein, Bibliotheksverband, Schriftstellern und Übersetzern in Auftrag gegeben worden war. Die nun nach zwei Jahren gefundene Einigung sieht so aus: 'Verhandlungsbasierte Lizenzmodelle' sollen erprobt werden, 'mit denen Verlage gewillt sein könnten, E-Books früher als bisher an Bibliotheken abzugeben', wofür sie natürlich einen Zuschlag zu den üblichen Lizenzgeldern erwarten."
Stichwörter: E-Books

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.10.2024 - Kulturmarkt

Wer romantischen Vorstellungen vom Autor als genuinem Genie und Verlagen als demütigen Hebammen bei der Geburt großer Meisterwerke anhängt, verkennt, "wie weit die Industrialisierung auch dieser Kooperation schon vorangeschritten ist", mahnt der Buchwissenschaftler Gerhard Lauer in der FAZ: "Auch Literatur wird geplant. ... Größere Verlagsgruppen haben meist genügend Autoren in ihrem Netzwerk, sodass sie erst einmal dort nachfragen, wer ein Buch, das zu einem angesagten Thema passt, schreiben könnte. ... Mit wenigen Spitzenautoren wie Michelle Obama, Prince Harry oder Britney Spears muss mehr als die Hälfte des Umsatzes gemacht werden. Und selbst diese Bücher sind oft genug Saisonartikel, die sich innerhalb eines halben Jahres durchgesetzt haben müssen. Entsprechend kapitalstark müssen die Medienunternehmen sein, um die Volatilität der Märkte notfalls ausgleichen zu können. Hinzu kommt, dass geschichtenhungrige Medienunternehmen wie Netflix auf den steten Zustrom immer neuer Stoffe und Geschichten angewiesen sind."
Stichwörter: Verlagsbranche, Netflix

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.10.2024 - Kulturmarkt

Die Buchmesse beginnt morgen. Andreas Platthaus wirft im Leitartikel der FAZ einen Blick auf die wie stets kriselnde Branche. Die ganz große Hoffnung für den eher kulturindustriellen Teil der Branche sei die "Young Adults"- Literatur, der glatt eine gigantische Hallen-Etage gewidmet ist. Platthaus beschreibt das Genre als "Bücher für die Altersgruppe von fünfzehn bis dreißig, die vor allem romantische Stoffe erzählen, bei denen es aber durchaus hart zur Sache gehen kann - sowohl erotisch als auch psychologisch. Vorbild dafür waren erfolgreiche Fernsehserien à la 'Game of Thrones', aber die Faszination des überwiegend weiblichen Zielpublikums erstreckt sich auch auf eine medienspezifische Besonderheit: die Ausstattung der Bücher. Farbschnitt und andere aufwendige 'Veredelungsverfahren' bei deren Herstellung entsprechen der inhaltlichen Verbrämung ihres meist eher schlichten Ausgangsmaterials, sorgen aber als Sammelobjekte für zusätzliche Kaufanreize."

Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse wurde dieses Jahr viel über das Gastland Italien diskutiert, schreibt Felix Stephan in der SZ. Dort hat die rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine Rede vom Faschismusexperten Antonio Scurati im Fernsehen verhindert, der Schriftsteller Roberto Saviano fand sich zunächst nicht mal auf der Liste der italienischen Delgation: "Das mögen auf den ersten Blick kleinere Vorfälle sein, aber die Geschichte von Ländern, die in den Autoritarismus gerutscht sind, hat oft genug gezeigt, wozu diese Politik der Nadelstiche dient: Beim ersten Mal hat die Öffentlichkeit vielleicht noch die Kraft, eine kraftvolle Gegenreaktion zu organisieren, beim zweiten Mal auch noch. Aber schon beim dritten Mal könnte es aussehen wie jetzt auf der Frankfurter Buchmesse: Man kann den Ärger nicht schon wieder gebrauchen, der Protest fällt aus." (Mehr zur Buchmesse in Efeu)

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.10.2024 - Kulturmarkt

Die Buchbranche ist in der Krise, aber war sie das nicht immer? Die Suhrkamp-Krise ist nicht so akut, wie sich hochgejazzt wurde. Aber natürlich ist das Geschäft nicht einfacher geworden, schreibt taz-Literaturredakteur Dirk Knipphals vor der Buchmesse: "In dieser Lage ruft die Kurt Wolff Stiftung, in der sich die unabhängigen Verlage zusammengetan haben, nach dem Staat. Aus ihrer Sicht verständlich. Aber auch problematisch, nicht nur weil einer staatlichen Verlagsförderung hohe rechtliche Hürden entgegenstehen. Denn es mag ja stimmen, dass die Kleinverlagsszene insgesamt 'systemrelevant' ist, wie die Stiftung schreibt, doch das gilt eben nicht für jeden einzelnen Verlag. Und was, wenn wir wirklich einmal eine sehr rechte Regierung bekommen sollten? Wenn die Verlage erst einmal existenziell von der Politik abhängig sind, kann die, wie derzeit in der Slowakei, kulturpolitisch stark durchgreifen."

Der neue Suhrkamp-Besitzer Dirk Möhrle argumentiert im Gespräch mit Gerrit Bartels vom Tagesspiegel angenehm ökonomisch. Natürlich gehe es auch darum, bei möglichen Bestsellern mitbieten zu können und diese Happen nicht einfach den Konzernverlagen zu überlassen. Da nützt eine klare Eigentümerstruktur: "Ich denke, für den Verlag ist das durchaus ein kleiner Befreiungsschlag, er kann aus den bisherigen Begrenzungen heraustreten. Bei mehreren Aktionären, die alle immer sehr genau geschaut haben, war vieles schwieriger. Jetzt ist es leichter geworden. Natürlich ist es trotzdem nicht so, dass jetzt auf einmal alles möglich wäre. Mir geht es vor allem um Stabilität und Ruhe, aber auch darum, ein bisschen mehr mit den Muskeln spielen zu können." In der Welt schreibt Dirk Schümer unter dem etwas melodramatischen Titel "Der Untergang des Hauses Unseld".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.10.2024 - Kulturmarkt

In der Zeit rekonstruiert Ijoma Mangold das Drama des Suhrkamp-Verlags, das in Teilen auch ein Familiendrama ist, und blickt in die Zukunft unter der neuen Leitung von Dirk Möhrle (unser Resümee): "Die Milliardäre dieser Welt kaufen Kunst im großen Stil. Mit viel kleinerer Münze könnten sie Verlage retten. Aber das tun sie in der Regel nicht, weil anders als die Kunst Verlage zehn Jahre später nicht plötzlich das Dreifache wert sind. Möhrle, dem alles Großsprecherische fernliegt, wird genau wissen, welche langfristige Verantwortung er übernimmt. Ein moderner Verlag braucht Kapital, um mitbieten zu können, wenn es um die Vorschüsse für die großen Weltautoren geht. Gleichzeitig macht es keinen Sinn, sich bei Suhrkamp einzubringen mit dem Ziel, dass der Verlag am Ende aussieht wie jeder andere. Denn das wird die Benchmark sein, an der sich Möhrles Tun wird messen lassen müssen: Geht es dem Verlag besser, wenn er sich im Besitz eines engagierten Kulturbürgers befindet, oder steht es um seine Überlebensfähigkeit besser, wenn die Verlagsprofis eines Konzerns ihn in ihre Strukturen integrieren?"
Stichwörter: Suhrkamp, Möhrle, Dirk

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.10.2024 - Kulturmarkt

Suhrkamp-Neueigentümer Dirk Möhrle sieht seinen Verlag nicht als Spekulationsobjekt, vielmehr will er sofort eigenes Geld in seine Anschaffung investieren. Das verspricht er Sandra Kegel im großen FAZ-Gespräch, in dem er auch Jonathan Landgrebe als Verleger und Tanja Postpischil als Geschäftsführerin erneut bestätigt. (Unsere Resümees) Streitereien mit den ehemaligen Miteigentümern habe es nicht gegeben: "Wenn Journalisten hier eine Story wittern, verstehe ich das, schließlich geht es ja auch um etwas. Aber wer uns einen Skandal andichten will, den muss ich enttäuschen. Es gibt ihn nicht. Wir haben das in einem langfristigen Prozess so entschieden, und wir glauben, dass jetzt die richtige Zeit ist für diesen Schritt. Mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Verlags hat das nichts zu tun. Ich finde es ja putzig, wenn eine Zeitung aus dem Süddeutschen es als großes Drama hinstellt, dass 2022 mal 270.000 Euro Miese verbucht wurden. Wenn das die Not des Verlages beziffern sollte, würde ich sagen: Wir haben wirklich gar kein Problem."
Stichwörter: Möhrle, Dirk, Suhrkamp

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.10.2024 - Kulturmarkt

Gibt es einen Verlag der in den letzten Jahren mehr Preise abgeräumt hat als Suhrkamp, fragt Marie Schmidt in der SZ. Nur wiegt das Investitionen leider nicht auf, ergänzt sie: "Dafür, dass ein Buch in Stapeln in großen Buchhandlungen liegt oder online empfohlen wird, bezahlen Verlage viel Geld. Und fast nur so lassen sich heute hohe Verkaufszahlen erzielen, eine Garantie ist eine gute Platzierung aber keineswegs. Literaturpreise bewirken im Vergleich bei den Verkaufszahlen leider fast nichts. Vor diesen Werbungskosten liegt noch die Herstellung bei gestiegenen Papierpreisen und der Vertrieb - genaue Summen und Strategien sind Betriebsgeheimnisse der Branche, die gehütet werden wie die Coca-Cola-Rezeptur. Man kann aber davon ausgehen, dass Verlage selbst in das Buch einer bekannten Stimme einen kleinen Millionenbetrag investieren, wenn sie der den Weg in die Bestsellerliste ebnen wollen. … Oft zahlt sich die Investition sogar bei prominenten Titeln nicht aus. Dieses Risiko tragen Häuser leichter, die Konzerne im Rücken haben."

"Debatten begannen, wenn Bücher aus dem Suhrkamp-Verlag sie ausriefen", erinnert Paul Jandl in der NZZ: "Über Jahrzehnte war man im Besitz einer Diskurshoheit, wie es sie heute nicht mehr gibt. Das brachte Ansehen und zugleich auch Geld. Das Ansehen von einst allerdings nur noch zu verwalten, kostet Geld. Und das ist die heutige Lage bei Suhrkamp. In den besten Zeiten trug die Backlist die Hälfte des Geschäfts, heute ist dieser Wert bei Suhrkamp unter 15 Prozent gesunken. Wo einst die Werke Hermann Hesses Dutzende neue Bücher finanzierten und Millionen einbrachten, tun sich heute Löcher in der Querfinanzierung auf. Der neue Hermann Hesse heißt Paulo Coelho und erscheint bei der Konkurrenz Diogenes. Ein Glückstreffer war die Entdeckung von Annie Ernaux für den deutschsprachigen Raum. Anderes blieb volatil."

Der Buchmarktexperte Rüdiger Wischenbart nimmt in seinem Blog die Suhrkamp-Krise zum Anlass für einen Rundumblick über eine radikal gewandelte Branche. Die vom Klett-Cotta-Verleger Tom Kraushaar neulich behauptete Gesundheit des traditionellen Modells (unser Resümee) will er so nicht bestätigen: "In den meisten publizierten Branchen-Statistiken wird mit Stolz herausgestrichen, wie 'resilient' - also stabil und robust - das Geschäft mit Büchern sei. Dabei werden Umsatzzahlen aufgeführt, die einigermaßen stabil sind. Dies gilt jedoch nur, solange man die Auswirkungen von Inflation ignoriert. Zwischen 2019 - dem Jahr vor der Covid-19-Pandemie - und 2023 errechnet sich so ein Umsatz-Plus des Buchmarktes von 1,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum aber gab es eine in dieser Rechnung nicht berücksichtigte Inflation um 16,9 Prozent. Real betrachtet ist der Buchmarkt in Deutschland also ganz erheblich geschrumpft."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.10.2024 - Kulturmarkt

"Wir sind keineswegs in einer finanziell desaströsen Lage. Suhrkamp ist nicht in Not," erklärt der Suhrkamp-Chef Jonathan Landgrebe im Zeit-Online-Interview mit Thomas E. Schmidt und Adam Soboczynski in Hinblick auf den Eigentümer-Wechsel des Verlags, dessen Aktien jetzt zu hundert Prozent Dirk Möhrle gehören (unsere Resümees). Der Verlag will sich weiterhin verbessern. Zwar versammelt der Verlag einige Bestseller-Autoren in seinen Reihen, "aber der Verlag lebt in der Breite nicht nur von Bestsellern, sondern insbesondere von der Midlist, Büchern, die sich zwischen 5.000 und 15.000 Mal verkaufen. Wir wollen in beiden Bereichen mehr erreichen. Titel mit hohem Verkaufspotential werden wir in Zukunft auf einer starken finanziellen Basis einfacher akquirieren können, Dirk Möhrle hat hierfür Investitionen zugesagt. (...) Dirk Möhrle ist genau der richtige Investor für den Verlag und ich bin froh, dass es zu dieser Lösung gekommen ist." 

In der Welt gibt Marc Reichwein dem Suhrkamp-Verlag Tipps, nachdem er dort eine große wirtschaftliche Krise ausgemacht hat. "Aktuell hat Suhrkamp nur zwei Titel des Soziologen Steffen Mau auf der Spiegel-Bestsellerliste, und man wüsste jenseits von Elena Ferrante und Isabel Allende wenig, was richtig Umsatz bringt. (...) Also: Ohne baldige neue Superseller und etwas Neuerfindung dürfte der träge gewordene Tanker Suhrkamp immer weniger manövrierfähig sein." In der SZ schreibt Nils Minkmar zum Thema.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 05.10.2024 - Kulturmarkt

Vor Redaktionsschluss der SZ war es noch nicht bestätigt, nun ist klar: Der Suhrkamp-Verlag hat einen neuen Eigentümer. Der Unternehmer Dirk Möhrle, der von 1997 bis 2005 die familieneigene Baumarktkette Max Bahr leitete und zuletzt 39 Prozent der Suhrkamp-Anteile hielt, übernimmt zum 1. November die Aktien von Ulla Unseld-Berkéwicz und der Familie Ströher sowie den Anteil von Verleger und Geschäftsführer Jonathan Landgrebe. Zeit Online meldet: "Sein volles Vertrauen gelte dem Verleger Jonathan Landgrebe und der Geschäftsleitung mit Tanja Postpischil, wird Möhrle … zitiert. Ihnen, den Mitarbeitenden des Verlags und den Autorinnen und Autoren verspreche er, 'langfristig und mit vollem Engagement meine Ressourcen einzubringen, damit in diesem einzigartigen Verlag auch künftig in verlegerisch unabhängiger Arbeit, gute, schöne und bedeutende Bücher entstehen können'."

In der FAZ kommentiert Sandra Kegel: "Möhrle hat sich als Fachfremder in den vergangenen zehn Jahren in die Belange des Verlags eingearbeitet. Er weiß also, was auf ihn zukommt und dass Bücher als Ware mit Gartenstühlen nicht gleichzusetzen sind." Daran meldet Roman Bucheli in der NZZ zumindest leise Zweifel an: "In der Medienmitteilung des Verlags lässt sich Dirk Möhrle mit einer kuriosen Aussage zitieren: 'In den vergangenen zehn Jahren meines Engagements für den Suhrkamp-Verlag habe ich entdecken dürfen, welche Bedeutung diesem Verlag und seinen Autoren zu eigen ist.' Es ist schon fast ein Kunststück, dass Möhrle erst Eigentümer dieses Verlags werden musste, um zu verstehen, dass er es mit einem kulturellen Monument zu tun hat."

Mit "Suhrkamp in Not" eröffnet die SZ heute ihr Feuilleton. Ein vierköpfiges Autorenteam blickt hinter die Kulissen und berichtet, dass die Lage bei Suhrkamp schon spätestens seit dem Frühjahr beunruhigend war: "Im Jahr 2022 rutschte er dann in die roten Zahlen, Jahresfehlbetrag fast 270 000 Euro. Befürchtungen aus dem Jahr 2022, dass es im Jahr 2023 noch schlimmer kommen werde, bestätigten sich nach SZ-Informationen inzwischen deutlich. Im Frühjahr 2024 wurde es dann offenbar richtig heikel. Aus Verlagskreisen ist zu hören: Ohne den zügigen Verkauf des Hauses an der Klettenbergstraße hätte für Suhrkamp im August viel auf dem Spiel gestanden." Es "fehlen die ganz großen Namen für den Umsatz bei Suhrkamp. Die Helden der viel zitierten Suhrkamp-Kultur sind tot oder weit in den Neunzigern: Adorno, Marcuse, Kluge, Habermas", schreiben die Autoren und zitieren aus dem Jahresabschlussbericht 2022: "'Tendenzen zu leichter, barrierearmer und in vielen Teilen rein eskapistischer Lektüre' seien allerorten sichtbar. Ein bisschen klingt es so: Wir sind toll, aber die Leute draußen sind zu doof."