Intervention

In der Reihe "Intervention" veröffentlichen wir kompakte, meinungsstarke Stücke unterschiedlicher Autoren zu politischen oder kulturellen Themen.
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Zum Tod Richard Herzingers

Intervention 16.10.2025 Über hundert Artikel hat Richard Herzinger im Lauf der Jahre im Perlentaucher geschrieben. Sein zentrales Thema war die Bedrohung, die von Putins Russland für Europa ausging. Und er war ein riesiger Bewunderer des heroischen Kampfes der Ukrainer für ihre eigene Existenz. Aber er hatte eine sehr breites Themenspektrum. Er griff auch in die Debatte um Peter Handke ein, würdigte Thomas Manns BBC-Reden, unternahm ideengeschichtliche Exkursionen in die zwanziger Jahre. Viele Kollegen haben sich zu seinem Tod geäußert. Wir resümieren. Aktualisiert am 22. Oktober: Nachtrag einiger Nachrufe. Von Thierry Chervel

Für ein Protektorat auf Zeit

Intervention 18.09.2025 Israel wird von den meisten Regierungen der Welt die alleinige Last der Befriedung des Gazastreifens auferlegt. Statt selbst Vorschläge zu machen, ist es ihnen wichtiger, dem Antisemitismus in ihren Ländern ungeniert wieder freien Lauf zu lassen und neue geopolitische Allianzen auf Kosten Israels zu schmieden. Dabei wäre das Eingreifen einer multinationalen Streitmacht die einzige für Israel und die Palästinenser akzeptable Option. Dass so etwas möglich ist, zeigte das Eingreifen eine UNO-Truppe unter amerikanischer Führung 1990 in Kuwait. Von Daniele Dell'Agli

Düsteres Zeitalter

Intervention 03.09.2025 Die demokratische Zivilisation im Ganzen ist dramatisch bedroht. Während die hergebrachten Eliten der Rechtsstaaten ausgelaugt und schwach erscheinen, halten sich autokratische Regimes von Venezuela bis Nordkorea zäh an der Macht. Die USA unter der Herrschaft des Trumpismus fallen als demokratische Führungs- und Schutzmacht aus. Im Inneren verwandelt das Trump-Regime die USA zielstrebig in ein autoritäres System. Internet und KI drohen zu Instrumenten eines mit modernsten Mitteln ausgestatteten Irrationalismus zu werden. Von Richard Herzinger

Schillernder Verlierer

Intervention 12.08.2025 Vor 85 Jahren holte Ramon Mercader mit dem Eispickel aus und zertrümmerte Leo Trotzki, der im mexikanischen Exil als eine Art streng überwachter Sektenguru lebte, den Schädel. Seinen Mythos zertrümmerte er nicht,. Trotzki wurde zur Projektionsfigur einer romantischen Linken, die hoffte, einen Totalitarismus ohne Opfer oder zumindest ohne die graue Anmutung des Stalinismus errichten zu können - Trotzki selbst übrigens hatte sich von seinem "Roten Terror" nie distanziert. Von Richard Herzinger

Ohne den Hauch eines Bewusstseins

Intervention 04.08.2025 200 deutsche  Fernsehprominente schreiben einen Aufruf an Friedrich Merz unter dem Titel "Lassen Sie Gaza nicht sterben". Sie haben keine Zeit, an die israelischen Opfer zu denken, deren Ermordung die Hamas in euphorischen Videos feierte, denn sie müssen Israel daran hindern, "Millionen von unschuldigen Menschen auf brutalste Weise kollektiv zu bestrafen". Interessant ist, was der Aufruf alles nicht fordert. Eine Replik Von Thomas Stern

Die Illusionsblase

Intervention 01.08.2025 Wie wenig die Aufarbeitung der Vergangenheit, auf die Deutschland so stolz ist, tatsächlich gefruchtet hat, sieht man Äußerungen zwar wenig bedeutender, aber omnipräsenter Köpfe Ole Nymoen, der glaubt, man könnte sich mit russischer Besatzung einfach arrangieren. Was sich als pazifistischer Standpunkt geriert, ist Ausdruck von Wohlstandsegoismus. Nymoen steht für eine Jugend, der eingeredet wurde, der ewige Friede sei erreicht - und die die Folgen dieser Saturiertheit wird ausbaden müssen. Von Richard Herzinger
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