Mitgeschleppt Intervention 25.09.2023 Axel Brüggemann zeigt in seinem Buch "Die Zwei-Klassik-Gesellschaft" die vielfältigen Aspekte der Krise im Kulturbetrieb. Sie betrifft auch den Kulturjournalismus und führt zu gefährlichen Lücken in der Öffentlichkeit. Abhängigkeiten im Betrieb sind mit Blick auf den Ukraine-Krieg durchaus auch politisch von Belang. Aber im Feuilleton wird nicht recherchiert. Von Thierry Chervel
Aggressiv-destruktive Beliebigkeit Intervention 22.09.2023 Rechts? Links? Scheißegal. Die wohl kommende Liste Wagenknecht zeigt einerseits das zerstörerische Potenzial von Ideologien, andererseits aber auch, wie austauschbar die Versatzstücke einst vermeintlich konsistenter politischer Wahnsysteme geworden sind. In vielem ähneln die Aussagen Wagenknechts denen der AfD bis aufs Haar, natürlich vor allem in ihrem Putinismus. Auch auf der globalpolitischen Ebene erreicht die Verwischung der Gegensätze eine ungeahnte Dimension. Von Richard Herzinger
Auf dem Weg ins Schweigen Intervention 14.09.2023 Als Constantin Schreiber auf dem Podium angegriffen wurde, ist ihm niemand zur Seite gesprungen. Nun hat er verkündet, nicht mehr über den Islam zu sprechen oder publizieren zu wollen. Nachvollziehbar. Autoren und Autorinnen, die sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzen, von Seyran Ates über Necla Kelek bis Ahmad Mansour ist Schlimmeres widerfahren. Und auch bei ihnen solidarisiert sich die Zivilgesellschaft nicht. Das Schweigen ist politisch erwünscht. Von Peter Mathews
Deutliche Schlagseite Intervention 01.09.2023 Der Papst fabuliert vom großen Russland, während er die Ukraine fallenlässt: In seinen Äußerungen zum Krieg vermischen sich reaktionäre Vorstellungen von Russland als Bollwerk des christlichen Abendlands mit lateinamerikanischem Linkspopulismus. Unterdessen behauptet die Staatsoper Berlin, Anna Netrebkos Lippenbekenntnisse seien eine klare Äußerung gegen Russlands Krieg. Ein Propagandasieg für Russland. Von Richard Herzinger