Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.01.2017 - Design

Bernd Graff schreibt in der SZ über den Siegeszug der Infografik in den Medien. Dass diese überhand nehmen liegt seiner Ansicht auch an der neuartigen Informatiosflut, seit sich die Datenströme mit der Digitalisierung explosionsartig vervielfacht haben. " Es besteht also heute mehr denn je der Bedarf an einem Wiedergewinn von Übersichtlichkeit. ... [Infografiken] vermitteln ein Verständnis von Welt. Die oft schockierenden Bilder der Kriegsfotografie mögen die unmittelbare Wirklichkeit belegen. Doch gegen die Deutungshoheit der Infografik bleiben sie schlichte Dokumente."

Auffällig häufig standen Carlo Mollinos Möbel am Ende des vergangenen Jahres auf den Spitzenpositionen der Auktionen im Designmarkt, ist Alexander Hosch von der SZ aufgefallen. Was ist das Besondere an diesen Möbelstücken des 1973 verstorbenen Designers? "Mollino war, trotz der technischen Ästhetik, emotional auf die Vergangenheit bezogen. Seine Tischkonstruktionen lassen oft eher an den Jugendstil denken als an die Nachkriegsjahre. ... Mollino oszillierte als Architekt, Designer, Autorennfahrer, Flieger und Fotograf erfolgreich zwischen Art Déco und Futurismus. Hinzu kam eine Neigung für Surrealistisches: Manche der hölzernen Möbelkonstruktionen aus Ahorn und Eiche erscheinen wie Bildausschnitte von Salvador Dali. Als Person wirkte Mollino aufreizend viril, seine Möbel dagegen sind grazil und grotesk."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.01.2017 - Design

Die FAS hat Birgit Ochs' Porträt des Möbeldesigners Peter Maly online nachgereicht. Dessen Arbeiten sind derzeit in Hamburg in einer Ausstellung zu sehen.
Stichwörter: Maly, Peter, Möbeldesign

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.01.2017 - Design

In der SZ porträtiert Jonathan Fischer sehr wohlwollend die beiden Macherinnen der senegalesischen Modesty Group, Zainabou Kaba und Fatymatou Dia, die Verschleierungsmode für Frauen entwerfen und dabei den islamischen Aspekt herunterspielen: "'Wir wissen, wer Karl Lagerfeld ist', sagt Dia, 'aber wir schauen uns kaum westliche Magazine an. Beispielsweise wäre es für eine westafrikanische Frau unmöglich, ein Kleid von der Stange zu kaufen."

Berthold Seewald von der Welt entnimmt der neuen historischen Studie "Hunger, Rauchen, Ungeziefer" von Manfred Vasold einiges zur Geschichte der Unterhose.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 31.12.2016 - Design

Gesellschaftsfähige Garderobe. (Walter van Beirendonck, Herbst/Winter 2010/2011. Hut: Stephen Jones. Bild: Ronald Stoops)

Im Londoner Barbican widmet sich eine Ausstellung dem Vulgären in der Mode. In den dabei zur Schau gestellten "erstaunlichen Formen und Farben" und der "Lust am Exzess" zeigt sich Marion Löhndorf von der NZZ, dass das Vulgäre "gesellschaftsfähig" geworden ist: "Denn aus welchem anderen Grund würden die ganz großen Namen der Mode in dieser Ausstellung willig mitspielen? Von Chanel bis Manolo Blahnik, von Lacroix bis Dior und Prada sind hier alle mit Beispielen ihrer Kunst vertreten. Und gar nicht im kritisch-abwertenden Sinne. Jedes einzelne, schrille, schöne oder schräge Kleidungsstück und jeder verrückte Schuh wird da aufs Podest gehoben, festlich ausgeleuchtet und gefeiert. ...  [Die Schau] hätschelt das Vulgäre wie etwas einst Subversives, das der Mainstream nach großem Widerstand liebgewonnen hat."

Das Möbeldesign versuchts mal mit Gemütlichkeit, schreibt Gerhard Matzig in der SZ im Vorfeld der Kölner Möbelmesse: Polster und Kissen kommen zurück, der "Neowattezismus" stehe vor der Tür. "Deutsche Polstermöbel sind ein weltweit begehrtes, hochwertiges Gut. Sitzenbleiben können wir... Wenn e15, zwanzig Jahre nach dem ikonischen Sitzhocker 'Backenzahn', nun erstmals auch einen sofahaft betont gemütlichen (...) Eindruck vermittelt, darf man von einem Paradigmenwechsel des Sitzens sprechen."

In der taz würdigt Brigitte Werneburg die im August verstorbene Modedesignerin Sonia Rykiel, die gewusst habe, "dass Streifen mehr sind als nur Streifen: Sie sind eine atmosphärische Welt. Mit Streifen verbindet sich der Geruch von Salzluft, der Anblick des Meeres, blendendes Sonnenlicht, Strandkörbe und gestreifte Markisen, die im Wind flattern."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.12.2016 - Design


Der Pallas-Tisch von Konstantin Grcic in der Galerie Max Hetzler.

Der Designer Konstantin Grcic stellt gerade in der Galerie Max Hetzler aus. Im Tagesspiegel unterhält sich er sich mit Jens Müller mit über die Anbindung von Design an die Kunst und, naja, auch den Kunstmarkt: "Wir zeigen in der Mehrzahl Dinge, die wir für die Industrie entwickelt haben, aber in einer Ausführung, die es kommerziell so nicht gibt. Die Hochglanzlackierung der beiden 'Pallas'-Tische ist aufwändiger als die Pulverbeschichtung der Serie. Da vorne steht ein Holzstuhl, der ist über Jahre verwittert. Es gibt einen Kunststoffhocker, den die Industrie einen Bastard nennt: Bei einem Farbwechsel in der Spritzgussmaschine entstehen Möbel, die dann - beim Farbwechsel von Weiß auf Rot etwa - weiß und rot sind. Solche Teile werden normalerweise entsorgt. Für die Industrie ist dieses Ding nutzlos. Ich nehme es aus dem Prozess und stelle es hier aus." Und prompt ist es wieder etwas wert.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.12.2016 - Design

In der NZZ schreibt Daniel Robert Hunziker den Nachruf auf den Swatch-Designer Jean Robert.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.12.2016 - Design

Carmen Böker besucht für die Berliner Zeitung den Couturier Uli Richter im Grunewald. In der SZ schreibt Gerhard Matzig zu 90 Jahren Bauhaus.
Stichwörter: Bauhaus, Richter, Uli, Grunewald

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.12.2016 - Design

Mit großem Gewinn liest Karin Leydecker (NZZ) Anne-Louise Sommers Monografie über die Aquarelle des dänischen Designers Finn Juhl: In einer Zeit, da das Design in Nordeuropa zum asketischen Funktionalismus tendierte, liebte Juhl aufgehende Formen und Farben, erfahren wir. Zu entdecken gibt es in diesem Buch einen "Kosmos gestalterischer Leidenschaft und das schöpferische Talent eines genialen Koloristen, der mit wolkiger Wasserfarbe seinen organischen Möbelentwürfen einen unverwechselbaren Charakter schenkte. ... Jedes Rendering von heute verblasst vor der nuancierten Farbbrillanz dieser Aquarelle."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.11.2016 - Design

Gareth Pugh, SS 2018Gareth Pugh, Spring 2017
Im Logbuch Suhrkamp sieht Dorothea Studthoff einen Zusammenhang zwischen der Mode von Gareth Pugh und den Science-Fiction-Romanen von Michel Faber: "Pugh weiß seine Mode in den Kontext eines Genres zu stellen, ein paar Ensembles in ihrer Schrillheit über die Klippe zu schubsen und doch im Grunde in Bezug auf Proportionen, Material, Farben und Kunstfertigkeit wunderschöne Bekleidung zu erschaffen, die auch außerhalb des Genre-Kontextes funktioniert. ... Wie Gareth Pugh sich immer noch irgendwo an der traditionellen Silhouette orientiert, brechen Michel Fabers Romane selten komplett die bestehenden Denkmuster. Auch die Aliens, die weit, weiiiiiit von der Erde wohnen und kein Gesicht haben, sind trotzdem alle Individuen, tragen Kutten und sind körperlich."

Für die NZZ hat Katrin Schregenberger den Aufbau der Designmesse Blickfang in Zürich beobachtet. Dort igelt man sich zwischen individuell gestalteten Teppichen und Keramik behaglich ein: "Wie meistens, wenn es um Design und Verkauf geht, ist auch diese Messe eine Art Parallelwelt: Alles ist schön, es wird über Positives geredet, Probleme gehören nicht hierher. Es ist die Welt des Konsums, wenn auch des gehobenen und nicht unbedingt günstigen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.11.2016 - Design

Für die SZ besucht Alexander Menden die Ausstellung "The Vulgar - Fashion Redefined" in der Barbican Art Gallery in London.
Stichwörter: Fashion