Johanna Adorján von der
SZ kommt fassungslos aus einer
Karl-
Lagerfeld-Ausstellung
in New York nach Hause: "Wenn sich hier jemand ganz ohne Vorkenntnisse hineinverirren würde, was würde der jetzt wohl über diesen Karl Lagerfeld denken? Dass er eine Vorliebe für Schwarz hatte und für Weiß. Dass er
keine erkennbare Handschrift hatte, sondern sich anpassen konnte wie ein Chamäleon. Dass er sehr fleißig war. Dass er
Freundin las. Wenn man dazu noch die Horrorbilder von der Met-Spendengala im Kopf hat, wo erwachsene Menschen mit Katzenschnauzen-Prothese in Kameras diesem Karl Lagerfeld zu Ehren "Miau" sagten, und man darüber hinaus auch noch gelesen hat, dass Jared Leto ihn bald in einem Biopic spielen wird und Daniel Brühl in einer Disney-Serie, dann spürt man zum ersten Mal so richtig,
dass Karl Lagerfeld nicht mehr lebt. Jetzt machen alle mit ihm, was sie wollen."
Teure Mode, die aber denkbar
unspektakulär ausfällt: Alfons Kaiser und Jennifer Wiebking widmen sich in "Bilder und Zeiten" der
FAZ dem Trend des "
quiet Luxus", der insofern aufmerken lässt, "weil seit der Einführung von
Instagram als bestem Mittel des Modemarketings die Marken um jeden Preis herausstechen wollen. Da fällt es auf,
wenn niemand mehr auffallen will. ... Überall werden zeitlose Basics zu großer Mode erhoben." Gedeckte Farben herrschen vor, die Kleidung entspricht dem, "was Menschen für den Alltag brauchen: Blazer, Jacken, Mäntel. ... Womöglich ist auch das ein Grund für den 'stealth wealth', den
Reichtum,
der sich gut tarnt: In einer gespaltenen Gesellschaft sichert man sich durch subtile Zeichen die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe. Zugleich möchte man - auch angesichts einer möglichen Rezession - nicht protzen. Was als Markenprodukt sofort erkennbar ist, wirkt dann
einfach nur vulgär."