Redaktionsblog - Im Ententeich

Stichwort: Frankfurt
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Dunk den Herrn vom WDR

Redaktionsblog - Im Ententeich 05.06.2013 Carolin Kebekus (die seltsamerweise genau so heißt wie ein neulich von einer Frankfurter Zeitung wahrheitsgemäß zitierter Anwalt) sollte eine Show in einem der Digital-Kanäle der ARD bekommen. Aber daraus wird nichts. Die Show wird nach der ersten Folge heute Abend wohl gleich wieder abgesetzt, meldet kress.de. Kebekus hatte ein gottkritisches Video gemacht, das auf Youtube schon 200.000 Klicks bekommen hat. "WDR will keine religiösen Überzeugungen verletzen", heißt es (mehr zu religiösen Gefühlen in unserer Monotheismusdebatte). Wir bringen das Video sehr gern. Es ist grandios. Von Thierry Chervel

Was Arno Widmann nicht sagen durfte

Redaktionsblog - Im Ententeich 04.04.2013 Der Berliner Verlag hat eine kritische Auseinanandersetzung mit dem Verleger Alfred Neven DuMont nach der Onlinestellung sang- und klanglos unterdrückt - ohne jede Kenntlichmachung. Soviel zu den "journalistischen Standards" eines führenden deutschen Medienhauses, das überdies die Chuzpe hat sich in seinem Zensurakt auf eben jene Standards zu berufen (mehr in unserem vorigen Blogeintrag). Die Passage steht in Widmanns monatlicher Kolumne "Vom Nachttisch geräumt", in der der Autor neue Bücher vorstellt. Da es in der aktuellen Kolumne um Spätwerke geht, hat sich Widmann auch den Roman "Drei Mütter" seines 86-jährigen Verlegers angesehen. Es handelt sich nur um eine erstaunlich kurze Passage in Widmanns Kolumne, die von der Berliner Zeitung online und der FR gestrichen wurde. Im Grunde verreißt Widmann Alfred Neven DuMonts Roman "Drei Mütter" nicht einmal. Er schildert ihn als das Werk eines betagten Mannes, der keinerlei Rücksicht auf political correctness mehr nehmen muss und durchaus mit Details inzestuöse Erotik schildert. Allerdings findet Widmann: "Sie sind schlampigst lektoriert. Wer es aber schafft, darüber weg zu surfen, der bekommt Einblicke, die jüngere Autoren einem so lässig, unaufgeregt nicht bieten können." Außerdem biete der Roman ja auch ein interessantes Schlüsselloch: "Man blickt in den Gefühlshaushalt eines der entscheidenden Unternehmer… Von Thierry Chervel

Berliner Zeitung lässt Artikel verschwinden

Redaktionsblog - Im Ententeich 03.04.2013 Kaum staunte man über die innere Größe des Verlegers Alfred Neven DuMont, 86, und der Chefredaktionen der Berliner Zeitung (online) und der Frankfurter Rundschau (ebenfalls online), die eine Neven DuMont-kritische Kolumne publiziert haben – da muss man sein Bild schon wieder revidieren. Die verlegerkritische Passage in Arno Widmanns Kolumne "Vom Nachttisch geräumt" ist von beiden Redaktionen stillschweigend entfernt worden. Ein solcher tiefer nachträglicher Eingriff in einen online gestellten Artikel ohne jede Kennzeichnung widerspricht der "Netikette". Von Thierry Chervel

Perlentaucher-Autor Götz Aly erhält den Börne-Preis

Redaktionsblog - Im Ententeich 29.02.2012 Götz Aly erhält den Börne-Preis, meldet die Jüdische Allgemeine. Der Berliner Historiker und Essayist zeichne sich aus durch "seinen freien und glänzenden Stil" sowie "seinen Kampf gegen nationale Legenden und Vorurteile", so der Preisrichter Jens Jessen, Leiter des Zeit-Feuilletons. Der Preis, einer der wichtigsten in Deutschland im Bereich der Essayistik und Kritik, wird von der Ludwig-Börne-Stiftung vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert. Er wird am 3. Juni in der Frankfurter Paulskirche überreicht. "Mit besonderer Unerschrockenheit" habe Aly in seinen Büchern und Aufsätzen "auf die wirtschaftlichen und finanziellen Motive der deutschen Antisemiten aufmerksam gemacht", heißt es in der Begründung. Von Thierry Chervel

Unbezahlbar zahlbar

Redaktionsblog - Im Ententeich 19.05.2010 Denkwürdig war der Frankfurter Kongress über "The Future Face of Media" (bei dem ich auch auf einem Podium gastieren durfte) natürlich vor allem wegen der großen Diskussion hochmögender internationaler Zeitungschefs. Die saßen da alle und freuten sich wie die Schneekönige über die Rückeroberung der Öffentlichkeit durch ihre angestammten Inhaber. Zwei Sätze bleiben aus diesem historischen Treffen in Erinnerung: "Engagement is King", sagte Rona Fairhead von der Financial Times. Von Thierry Chervel

Der Ammann Verlag hört auf

Redaktionsblog - Im Ententeich 10.08.2009 Der Ammann Verlag hört auf. In einer brieflich verschickten Pressemitteilung mit dem Datum vom 10. August informiert der Zürcher Verleger Egon Amman, dass sein Verlag seine "publizistische Arbeit" am 30. Juni nächsten Jahres einstellen will. "Für das Frühjahr 2010 bereite ich unser letztes Programm vor" heißt es in dem Schreiben. Als Grund für diesen Entschluss nennt Ammann "das fortgeschrittene Alter der Verleger" und "eine Marktsituation, die für die Literatur zunehmend schwieriger wird". Nach der Edition Urs Engeler kündigt mit Ammann der zweite wichtige Schweizer Verlag sein Ende an. Von Thierry Chervel

Bericht Frankfurter Tagung im Literaturcafé

Redaktionsblog - Im Ententeich 16.07.2009 Im Literaturcafé berichtet Wolfgang Tischer über die gestrige Tagung in Frankfurt - auch über den Schirmherren: "Dass gerade die FAZ einen Urheberrechtskongress unterstützt, obwohl sie unlängst selbst zeigte, dass sie mit den ihr übertragenen Autorenrechten nicht sonderlich sorgfältig umgeht, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Ebenso konnte wer wollte diese Ironie aus der Begrüßung von Hannes Hintermeier heraushören, der tatsächlich davon sprach, dass Journalisten in dieser Sache seriös berichten müssten und keine Lobbyarbeit betreiben sollten. Im Publikum lachte jedoch niemand." Von Thierry Chervel

FAZ enteignet Päpstin. Elke Heidenreich empört

Redaktionsblog - Im Ententeich 25.06.2009 Elke Heidenreich ist empört. Ein sogenannter Zuschussverlag hat ein Buch von ihr publiziert, ohne sie zu fragen. Zuschussverlage kassieren bei Autoren, die es nötig haben, richtig ab, um ihre Bücher, die sonst niemand haben will, herauszubringen. Von Elke Heidenreich hat die "Deutsche Literaturgesellschaft" aber sicher kein Geld kassiert: Der ominöse Verlag scheint das Buch mit dem Titel "Bücher könnte ich lassen, Oper nie!" als Köder für seine Bauernfängerei produziert zu haben. Das Literaturcafé hat die Geschichte schon vor einiger Zeit aufgebracht und berichtet in einem Nachtrag von gestern, dass es das Buch bei Amazon bestellen konnte. Elke Heidenreich sagt dazu, ebenfalls laut Literaturcafé: Von Thierry Chervel

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