Robert Habeck, Andrea Paluch

Hauke Haiens Tod

Roman
Cover: Hauke Haiens Tod
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783100590107
Gebunden, 256 Seiten, 18,92 EUR

Klappentext

Der Deich bricht. Bei einer Jahrhundertsturmflut an der friesischen Nordseeküste kommt es zur Katastrophe. Unter den Todesopfern sind Hauke Haien, der Erbauer des Deiches, seine Frau Elke und scheinbar auch ihre vierjährige Tochter Wienke. Iven Johns, der Knecht Hauke Haiens, setzt sich nach Hamburg ab. Fünfzehn Jahre nach der Unglücksnacht steht Wienke plötzlich wieder vor ihm. Sie fragt Iven, was damals wirklich passiert ist.Warum mussten ihre Eltern sterben? Wie hatte er ihr das Leben gerettet? Und warum hatte er es geheim gehalten?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.03.2002

Robert Habeck, 1959 geboren und Andrea Paluch, 1970 geboren, haben sich der "kanonisierten Schullektüre", Theodor Storms "Schimmelreiter" angenommen und daraus einen Roman gestrickt, der zwar an Storms Geschichte anknüpft, aber in der Gegenwart spielt, berichtet Hermann Wallmann. Auch hier geht es um Hauke Haien, aber hier hat seine Tochter die große Sturmflut überlebt und begibt sich im Alter von 18 Jahren auf die Spuren des unglücklichen Todes ihrer Eltern, so der Rezensent. Herausgekommen sei, so Wallmann, "ein aufgeräumter und aufräumender Heimatroman", sicher kein "sprachliches Kunstwerk", aber trotzdem eines, das in der "Handwerklichkeit" Storm in nichts nachstünde. "Hauke Haiens Tod" sei ein "rasantes Melodram" mit "plötzlichen Schnitten, resoluten Perspektivwechseln" und ein "bisschen RTL II", spannend geschrieben, aber auch, so der Rezensent, in seiner "klischeebewussten und wirkungsbedachten Pfiffigkeit" humorvoll, was Wallmann, "nicht ohne Respekt", zu einem Schmunzeln verleitet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2001

Man könne "Hauke Haiens Tod" auch lesen, ohne Theodor Storms "Schimmelreiter" zu kennen, schreibt Wolfgang Schneider: Aber besser wäre es schon, basiert der vorliegende Roman doch offenbar auf der Vorlage aus dem 19.Jahrhundert. Storms Hauptperson Hauke Haien stirbt in einer Sturmflut - das "Flensburger Autorenduo" Paluch und Habeck erzählt die Geschichte 15 Jahre nach dieser Flutkatastrophe, die beschriebenen Personen sind Haiens Nachfahren, erklärt der Rezensent. Die Charaktere findet Schneider zwar "kommunikationsschwach", dennoch erziele der Roman "mit den minimalen Mitteln schlichter Gemüter vergleichsweise große Effekte". Die Sprache des Romans lobt der Rezensent als bildkräftig; den Autoren sei es gelungen, die "vielen losen Ende der Novelle" Storms zu verknüpfen. Schneiders Urteil fällt insgesamt positiv aus: Eine clevere Romanidee.
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