Auf dem Mars ein Spiegelei

Jill Lepore sprach bei den "Hegel lectures" über den Aufstieg und Fall des "Artificial State". Ein Wort gibt das andere von Elke Schmitter

BÜCHERSCHAU DES TAGES

flirrt und klirrt/katscht und quatscht

21.02.2026. Die taz folgt mit Tomer Gardi Essenslieferanten quer über den Globus. Bei Peter Lange liest sie, wie sich von den Nazis Verfolgte im Prager Exil engagierten. Der Dlf lässt sich von Roza Domascyna ins „Wortall“ entführen. Dlf Kultur bewundert, wie respektvoll die Fotografin Inbal Abergil Hinterbliebene von gefallenen Soldaten porträtiert. Die SZ zieht mit Christien Brinkgreve Bilanz einer Ehe. Und die FAS geht hart mit Judith Hermann ins Gericht. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Heftig belachte Sahneschnitte

21.02.2026. Endspurt der Berlinale: Die FAZ legt sich auf Favoriten fest - Lance Hammers "Queen at Sea" dürfte den Goldenen Bären mit nach Hause nehmen, ist sie sicher. Und einen Mangel an politischen Perspektiven, vor allem zum Nahost-Konflikt, gab es ebenfalls nicht, ruft sie den Unterzeichnern des jüngsten offenen Briefes entgegen. Der Standard erschrickt in Wien vor der Aktualität von Sue Williams Bildern, die immer wieder Gewalt gegen Frauen thematisieren. Die Welt erkennt: Die Operette funktioniert in Deutschland hervorragend, wenn sie nur genderfluid inszeniert wird. Die SZ hört Peaches und denkt dabei an Sex und andere soziale SchmiermittelMehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Menschen wie du und ich

21.02.2026. In der ukrainischen Armee "kämpfen ganz normale Bürger, keine Superhelden oder Außerirdischen", erinnert der ukrainische Schriftsteller und Soldat Serhij Zhadan im taz-Interview. Die FAZ überlegt, was die Verhaftung von Ex-Prinz Andrew für den Fortbestand der britischen Monarchie bedeuten könnte. In der FR glaubt der Autor Joseph Croitoru nicht an einen amerikanischen Angriff auf Iran in nächster Zeit. In der SZ erklärt die Soziologin Irène Théry, wie "MeToo" den Feminismus vorangebracht hat.   Mehr...

IM KINO

Sonderbar belebt

18.02.2026. Sonderbar entrückt ist die Welt, in der Bryan Fullers "Dust Bunny" spielt, von unserer Wirklichkeit. Viele interessante Ideen hat der Film, ein bisschen ratlos bleibt man trotzdem zurück. Von Nicolai Bühnemann. Mehr...

IM KINO

Bitte noch den Code eingeben, danke

18.02.2026. Auf einem Fahrrad rast die Hauptfigur in Boris Lojkines "Souleymanes Geschichte"  durch Paris. Als Bewegungsstudie ist der Film phänomenal - nur wird er bisweilen von seinem Hang zur Gefühlsmechanik ausgebremst. Von Lukas Foerster. Mehr...

FOTOLOT

Wie eine Krone aus lebenden Tieren

18.02.2026. Graciela Iturbide, eine der bedeutendsten Fotgrafinnen Mexikos, siedelt ihre Fotografie bewusst an Schnittstellen an: von indigener und hispanischer Kultur, von Arm und Reich, von urbanen und ruralen Räumen, von Mann und Frau, von Leben und Tod. Sie fotografiert Zapoteken, tote Kinder, sich selbst, Vögel, Kakteen. Ihre Retrospektive im C/O Berlin ist ein Muss für alle Freunde der Fotografie.   Von Peter Truschner. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Unterwäsche, Ketamin und Munition

17.02.2026. New Lines erzählt, wie sich die Mullahs im Iran die Taschen voll machen. Respekt zeichnet nach, wie der tschechische Premier Andrej Babiš versucht, die Kontrolle über die Medien zu übernehmen. Wie Kirchen, Königshäuser und Staaten seit eher probierten, die Kontrolle über Nachrichten zu behalten, lernt die LRB beim Blick in die Geschichte der Postsysteme in Europa.  In Le Grand Continent erklärt der Historiker Amaury Coulomb, warum die AfD den Mythos vom deutschen Wald wiederbelebt. Aktualne feiert die tschechische Komponistin Vítězslava Kaprálová, die nicht weniger wollte, als alle drei B-B-B zu übertrumpfen. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Auf dem Mars ein Spiegelei

16.02.2026. Jill Lepore sprach bei den "Hegel lectures" über den Aufstieg und Fall des "Artificial State". Im jetzigen Stadium sei der "Artificial State" nur mehr eine Agentur eines Kumpelnetzwerks, das man samt Teflon-Pfannen ins Weltall schicken möchte. Aber der Aufstieg begann laut Lepore nicht erst im digitalen Zeitalter, sondern bereits mit dem ersten Wahlkampf John F. Kennedys. Und der Fall? Von Elke Schmitter. Mehr...

VORGEBLÄTTERT

Susanne Heim: Die Abschottung der Welt

09.02.2026. Viele Juden versuchten in den 1930er Jahren verzweifelt, sich aus Nazi-Deutschland ins Ausland zu retten. Doch Aufnahme zu finden, wurde immer schwieriger. Auch auf der internationalen Konferenz von Evian 1938 konnten sich die teilnehmenden Staaten nicht auf Aufnahmekontingente einigen. Nach Kriegsbeginn flohen vor allem polnische Juden Richtung Osten in die Sowjetunion und später in den Iran, wo Margot Kupfer und ihr Mann landeten, nachdem sie erst ins sowjetische Jakutien deportiert worden waren. Eine Leseprobe aus Susanne Heims Buch "Die Abschottung der Welt".  Mehr...

BÜCHERBRIEF

Finden Sie Ihre Madeleine!

09.02.2026. ... ermuntert ein Arzt die an Gedächtnisverlust leidende Heldin aus Leila Slimanis neuem hochgelobten Roman "Trag das Feuer weiter". Uns reicht es schon, wenn Sie sich einfach eine Madeleine schmecken lassen bei der Lektüre der besten Bücher, die wir diesen Monat für Sie ausgesucht haben: Etwa "Die andere Stadt", den jetzt erst in Deutsche übersetzten Roman des Tschechen Michal Avjat, der Miniatur-Elche und Meeresmonster durch ein mystisches Prag ziehen lässt. Wolfram Lotz hat derweil Träume aus ganz Europa zusammengetragen. Beste Gesellschaft sind die russischen Künstler, die Felix Philipp Ingold im Pariser Exil aufstöbert. Mehr...

TASCHENBÜCHERBRIEF

Taschenbücherbrief Januar 2026

24.01.2026. Im Taschenbuch-Januar stehen die Preisträgerinnen Schlange! Zu entdecken gibt es Martina Hefters buchpreisprämierten Roman "Hey, guten Morgen, wie geht's dir?". Oder "Die Achse der Autokraten" von Friedenspreisträgerin Anne Applebaum. Und nicht zuletzt den Roman "Griechischstunden" von Literaturnobelpreisträgerin Han Kang, empfohlen von Arnim Eisenhut. Dies alles und mehr in unseren besten Taschenbüchern des Monats Januar. Von Arnim Eisenhut. Mehr...

TAGTIGALL

Ein Ohrenmensch

27.01.2026. Am 2. Januar ist Ilma Rakusa, eine der grandes dames unter den Lyrikerinnen, Kritikerinnen und Übersetzerinnen, 80 Jahre alt geworden. Am 22. Januar 2026, fand im Berliner Haus für Poesie eine Feier für sie statt. Die Lyrikerin Anja Utler führte das Gespräch. Im Mittelpunkt stand Rakusas jüngster Band, "Wo bleibt das Licht. Tagebuchprosa", der 2025 im Literaturverlag Droschl erschien. Von Marie Luise Knott. Mehr...

INTERVENTION

Benennen und sprengen

21.01.2026. Gern wird beim Thema "Linke und Iran" auf Michel Foucaults begeisterte Äußerungen zur iranischen Revolution hingewiesen. Gut so, aber die deutsche Geschichte beginnt früher und war eher noch fataler. Und der Schulterschluss der Linken mit den iranischen Mullahs setzt sich auch lange nach der Revolution noch fort. Von Thierry Chervel. Mehr...

WO WIR NICHT SIND

Bekenntnis zur unbedingten Erinnerung

21.01.2026. Anatoli Kusnezows "Babyn Jar" ist vieles auf einmal: Roman, Dokument eines der grausamsten Judenmorde der Nazis im Zweiten Weltkrieg, aber auch eine Geschichte der Zensur. Denn der Roman durfte in der Sowjetunion nur bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt erscheinen. Kusnezow macht dies typografisch kenntlich. Vor allem ist der Roman jedoch Zeugnis der Naziherrschaft in der Ukraine, erzählt aus der Perspektive eines 12-Jährigen, der nie den Blick senkt. Von Benita Berthmann. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

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24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...