Auf
Netzpolitik fasst Sven Braun noch einmal die wichtigsten Punkte des
geplanten BND-Gesetzes zusammen, über das der Bundestag am
Freitag abstimmt: So soll der Auslandsgeheimdienst BND künftig
auch legal im Inland abhören dürfen. Statt einzelner Leitungen soll der BND künftig "ganze Telekommunikationsnetze
ohne Begrenzung anzapfen" dürfen.
Metadaten soll der BND künftig
legal anlasslos ein halbes Jahr speichern und an die NSA weitergeben dürfen. Und auch mit der
Begründung für eine Überwachung muss man sich künftig nicht lange aufhalten: "Bislang galten für den BND acht Abhörgründe wie Terrorangriffe auf die BRD oder Menschenschmuggel, die aber zuletzt auch schon aufgeweicht wurden. Mit dem BND-Gesetz kommen
neue schwammig formulierte Anlässe, die de facto keine echte Begrenzung darstellen. Dazu zählen: 'Gefahren für die innere und äußere Sicherheit der BRD' oder 'sonstige Erkenntnisse von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung'. Mit solchen Gummiparagrafen lässt sich alles rechtfertigen."
Die
Briten haben schon vorgemacht, wie man
massenhaftes Ausspionieren der eigenen Bevölkerung nachträglich legalisiert: Ein für die Geheimdienste zuständiges Gericht hat am Montag bestätigt, dass die
Abhörpraxis der britischen Geheimdienste GCHQ, MI5 und MI6
illegal war. Statt die Praxis zu ändern, sollen jetzt die Gesetze geändert werden,
meldet Hendrik Obelöer in
Netzpolitik: "Downing Street 10 hätte die Chance im letzten Jahr ergreifen können, viele kritische Punkte nachzubessern, selbst wenn diese nicht zwingend gegen Recht verstießen. Stattdessen hat die damalige Innenministerin und jetzige Premier-Ministerin
Theresa May mit der 'Investigatory Powers Bill' ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, das den gegensätzlichen Weg einschlägt. Viele aufgedeckte Aktivitäten werden
einfach legalisiert - ähnlich wie des die Bundesregierung aktuell mit dem neuen BND-Gesetz vorhat."