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Wir sind Papst", können die Amerikaner jetzt rufen. Und tun es auch.
Die
Deutsche Welle hat bereits ein längeres Porträt über
Robert Francis Prevost, jetzt Papst Leo XIV.. Christoph Strack
schreibt: "Die Wahl Prevosts ist gewiss
keine Abkehr von den Franziskus-Jahren. In vielem, gerade in sozialen Fragen, wird der US-Amerikaner dem Argentinier folgen. Doch bei anderen Fragen positionierte sich Prevost deutlicher als der bisherige Papst. Beim Streitthema der
Weihe von Frauen mahnte er, die Kirche müsse anders sein als die Gesellschaft. Die Weihe von Frauen löse 'nicht unbedingt ein Problem', sondern schaffe vielleicht ein neues."
In der
Zeit ist Patrik Schwarz erleichert über die Wahl des Amerikaners, der
25 Jahre in Peru lebte und arbeitete: "Was immer eine
kryptokatholische Camarilla im Team Trump von diesem Konklave erhofft hatte, sie haben es nicht bekommen. US-Vizepräsident JD Vance, der letzte Staatsbesucher, der Franziskus am Tag vor seinem Tod besucht hat, wird an dessen Nachfolger
kaum mehr Freude haben als an Franziskus. ... Ein scheinbar paradoxer Wunsch der Kardinalsmehrheit ist bereits im Vorkonklave der letzten zwei Wochen sichtbar geworden, wenn man richtig zusammensetzt, was hinter den verschlossenen Türen der Casa Santa Marta debattiert wurde: Nicht hinter Franziskus zurückfallen, bitte, möge der Nachfolger, aber ebenso dringlich den bisher linkesten Papst der letzten fünfzig Jahre nicht noch links überholen."
Im
Interview mit
Zeit online ist
Schwester Katharina Ganz nicht unzufrieden mit der Wahl dieses Papstes, für die
Gleichstellung der Frauen in der Kirche erhofft sie sich allerdings - wie von seinem Vorgänger - nicht allzuviel: "So sehr ich Papst Franziskus geschätzt habe in vielem, was er getan und bewirkt hat, seine Beerdigung habe ich mir nicht angeschaut. Ich kann das nicht aushalten, vier Stunden vor dem Fernseher zu sitzen und vor Augen geführt zu bekommen, dass unsere Kirche
klar patriarchal ist und ihre Hierarchie ausschließlich aus geweihten Männern besteht. Für mich ist das eine Wunde, unter der ich leide, seit mir nach dem Theologiestudium klar wurde, dass ich
dieselbe Ausbildung habe wie Priester. Ich hatte dieselben Vorlesungen wie meine Mitstudenten, habe Griechisch und Hebräisch gelernt, die gleichen Prüfungen gemacht. Die Männer wurden ein halbes Jahr nach dem Studium
zum Diakon geweiht, später zum Priester. Und ich sitze
bestenfalls im Chorgestühl bei der Messe, singe im Chor oder lese die Fürbitten."