Lena Bopp interviewt für die
FAZ den libanesischen Künstler
Akram Zaatari, der aus dem Südlibanon stammt: "Ja, viele Menschen wollen die
Hisbollah loswerden, aber sie stehen nicht auf der Seite Israels", sagt er. Was er über den Schlag gegen den Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah sagt, klingt eher
weniger verheißungsvoll: "Wenn man es poetisch betrachtet, kann man die Ermordung Nasrallahs als
ein weiteres Kerbela betrachten. Vielleicht wird man sie in 400 Jahren feiern, so wie Aschura, das Opferfest, bei dem die Schiiten sich selbst geißelnd durch die Straßen ziehen. Das Hauptziel des Opferfestes ist es, die
Schuldgefühle fortzusetzen, weil die Menschen den Enkel des Propheten nicht schützen konnten. Also wurden sie belagert, getötet und verstümmelt. Was jetzt geschieht, ist dasselbe."
Abbé Pierre, Gründer der Emmaus-Gemeinschaft, sammelte im Winter 1954 500 Millionen Francs für Obdachlose, für die er sich zeitlebens einsetzte. In Frankreich galt er fast als
Nationalheiliger, obwohl innerhalb der Katholischen Kirche immer bekannt war, dass der Abbé vom "Sex besessen" und ein "
notorischer Grapscher" war,
erinnert Pascal Bruckner in der
NZZ: "Der erotische Eifer des heiligen Mannes war so groß, dass ihm
Aufpasser zur Seite gestellt wurden, sobald er mit einer Frau zusammen war. Ein regelrechter
Cordon sanitaire umgab ihn, um zu verhindern, dass er die Brüste seiner Verehrerinnen berührte. Papst Franziskus selbst, ein Jesuit durch und durch, gab im Sommer zu, dass er von diesen Machenschaften wusste, aber nichts dagegen unternommen hatte. Die Affäre ist ein weiteres Beispiel für die schwere Last, die Rom im Kampf gegen Pädophilie und sexuellen Missbrauch zu tragen hat. Der
Islam stirbt an seiner
Gewalt, der
Katholizismus an seinem
Schweigen."