Nun also doch:
Hamburg bekommt eine
neue Oper, die Kosten wird überwiegend die Schweizer Stiftung des aus Hamburg stammenden Logistik-Unternehmers
Klaus-
Michael Kühne tragen, meldet Alexander Menden in der
SZ. (
Unsere Resümees). Auch alle Risiken, selbst wenn das Projekt nicht zustande kommt, will der Milliardär tragen. Kritik gibt es dennoch, nicht nur, weil die Stiftung enormes Mitspracherecht, vor allem bei der
Auswahl des Architekturbüros bekommen wird: "Die 'Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes' hat auf die ungeklärten Verbindungen von
Alfred Kühne, Klaus-Michael Kühnes Vater, zum Naziregime hingewiesen: 'Das Vermögen, aus dem Klaus Michael Kühne sein unmoralisches Angebot finanziert, basiert in seinem ursprünglichen Kern auf den Gewinnen, die sein Vater Alfred durch die
Ausplünderung von Jüdinnen und Juden erzielte', so eine Mitteilung der Vereinigung. Das amerikanische Magazin
Vanity Fair hatte im vergangenen Jahr berichtet, Kühne habe die Veröffentlichung der Ergebnisse einer Studie über die Geschichte seines Logistikunternehmens gestoppt, die Nazi-Verstrickungen seiner Familie aufgedeckt hätte." Der geplante Standort ist ebenfalls historisch umstritten. Der Historiker
Jürgen Zimmerer erinnerte, "der Petersenkai im Baakenhafen sei ein 'Erinnerungsort an den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts'".
Kritik, auch daran, dass hinter verschlossenen Türe verhandelt wurde, wehrt Hamburgs Kultursenator
Carsten Brosda im
Welt-Gespräch mit Stefan Grund ab: "Wie soll man einen Vertragsentwurf öffentlich verhandeln?" Und weiter: "Der Steuerzahler Bund hat gesagt: wie kann man das dem Steuerzahler denn zumuten? Die Alternative, die ich dem Steuerzahler anbieten kann, ist Anfang der Dreißigerjahre eine Drucksache zur Generalsanierung des bestehenden Operngebäudes - und die liegt unter Garantie weit oberhalb der Summe, die jetzt überhaupt für den städtischen Beitrag in Rede steht .."
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Joe Chialo nicht versprechen, dass keines der großen
Berliner Häuser schließen muss: "Schließungen sind die letzte Option, aber sie sind Teil der Realität."