
D.T. Max
porträtiert Jack Dorsey, den
Erfinder und Mitbegründer von
Twitter sowie dem mobilen
Bezahldienst Square, der den 1976 Geborenen zum sechst-jüngsten Milliardär der USA gemacht hat. Dorsey pendelt zwischen beiden Unternehmen in öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch San Francisco, und Max, der ihn mehrere Tage begleitete, wähnte dabei einen
begeisterungsfähigen Sechsjährigen neben sich. "Dorsey liebt Städte und die Art und Weise, wie Fortbewegung darin kartografisch erfasst und in Millionen Einzelteile zerlegt werden kann. Eine Stadt ist ein System, das zugleich flexibel und stabil ist, erforschbar und regellos. Das gleiche Interesse bekundete er an
Ameisenstaaten und
Espen. 'Ich habe was übrig für jede Art
kolonienartiger Struktur, in der eine starke Abhängigkeit von einem Netzwerk herrscht', erklärte er. 'Espen wachsen in Gruppen. Wenn eine von ihnen eingeht, leiden alle. Ich glaube, bei Menschen ist es genauso, obwohl es nach außen hin nicht so sichtbar ist.' Außerdem zeichnet er gern
Farne. 'Sie sind eine Einzelstruktur, die die Tendenz hat, sich selbst zu wiederholen. Sie sind fraktal.' So exotisch diese Begeisterungen sind, scheinen sie doch
verdächtig passend für den Urheber von Twitter, einem Dienst, der durch seine 'starke Abhängigkeit von einem Netzwerk' definiert ist. Als Denker wirkt Dorsey zugleich ernsthaft und
unglaublich schlüssig."
Aus aktuellem Anlass empfehlen wir diesen schönen Beitrag aus dem
New Yorker von 2011, in dem sich
Alice Munro an ihre Kindheit in Wingham, Ontario
erinnert: "In einer Ecke unserer Esszimmers war etwas, über das ich mich jedes Mal wunderte, wenn ich den Electrolux zum Staubsaugen rausholte. Ich wusste, was es war: eine
brandneu aussehende Golftasche mit Schlägern und Bällen darin. Ich fragte mich nur, was sie in unserem Haus machte. Ich wusste kaum etwas über das Spiel, aber ich hatte gewisse Vorstellungen von den Leuten, die es spielten. Sie trugen keine Blaumänner wie mein Vater, auch wenn er bessere Arbeitshosen anzog, wenn er in die Stadt fuhr. Meiner Mutter traute ich schon eher zu, sportliche Klamotten anzuziehen und einen Schal um ihr feines, wehendes Haar zu binden. Aber nicht einen Ball in ein Loch zu schlagen. Die
Frivolität einer solchen Aktion lag ihr fern."