Maxi Broecking porträtiert für die taz die in New York lebende Saxofonistin IngridLaubrock, die eben mit dem DeutschenJazzpreis ausgezeichnet wurde. Aldona Gustas besucht für VAN den Komponisten MikalojusKonstantinasČiurlionis. Clemens Haustein gratuliert in der FAZ dem Geiger ItzhakPerlman zum 80. Geburtstag. Ebenfalls in der FAZgratuliert Jan Brachmann der Sängerin BernardaFink zum 70. Geburtstag. Besprochen wird TheBeths' Album "Straight Line Was a Lie" (FR).
Dorothea Walchshäusl verneigt sich in der NZZ vor SimonGaudenz' und AndreaLorenzoScartazzinis Projekt, GustavMahlers Sinfonien mit gegenwärtigen Kompositionen fortzuschreiben. Alice von Lenthe porträtiert in der taz die Berliner Rapperin Ceren. Im Standardgratuliert Stefan Weiss Helge Schneider zum 70. Geburtstag. Dessen Selbstporträt "The Klimperclown" (unser Resümee) steht gerade in der ARD-Mediathek. Besprochen werden ein Konzert des Gustav Mahler Jugendorchesters beim Rheingau Musikfestival (FR) und ein Auftritt von ThomasQuasthoff in Wiesbaden (FR).
Ueli Bernays spricht in der NZZ mit der Komponistin LaurieAnderson insbesondere über die mehr als bedrückende Lage nicht nur der Kunst in den USA, die voll im Griff der Cancel Culture ist: "Trump hat die kulturelle Landschaft total verändert. Der öffentliche Diskurs wird auch dadurch erschwert, dass immer mehr Begriffe aus staatlichen Dokumenten verbannt werden; zum Beispiel 'immigrants', 'trans', 'female', 'diversity', 'Gulf of Mexico'. Wer mit dem Regime nicht einverstanden ist, wird als Terrorist angesehen. Redefreiheit und künstlerische Freiheit gelten so kaum noch." Auch "wurden bereits Künstler von der Polizei aufgefordert, kritische Kollegen aufzulisten." Aber "ich empfehle im Moment niemandem, auf die Straße zu gehen. Die Straßen sind von Truppen besetzt, das gilt jedenfalls für Washington (DC), Los Angeles, Chicago, wo Soldaten mit Gewehren und Panzern patrouillieren."
Der Streaming-Erfolg der komplett KI-generierten Alternative-Rock-Band TheVelvetSundown (hier dazu mehr) gibt Konstantin Nowotny im Freitag immer noch zu denken. Droht hier gar das Ende der Musikkritik? Vielleicht ja gerade nicht: "Wenn KI-Kunst täuschend echt wird, könnten es doch gerade geschulte Augen und Ohren sein, die das Uninspirierte, Mittelmäßige, vielleicht sogar 'Falsche' in einem Werk aufdecken. ... Es ist ein optimistischer Gedanke, denn er setzt voraus, dass die Rezipient*innen auch in fernerer Zukunft noch ein Interesse an Originalität, Kreativität und Authentizität haben und Musik als Kunst schätzen - und nicht nur als Begleitung. Denn, so viel gehört auch zur Wahrheit: Wem Mittelmaß schon früher genügt hat, für den dürften die Songs von The Velvet Sundown zufriedenstellend klingen."
Außerdem: Wolfgang Sandner berichtet in der FAZ vom Kunstfest Arcus Temporum im ungarischen Pannonhalma, denn "wo sonst, wenn nicht in der tausendjährigen Benediktinerabtei Pannonhalma, könnte man etwas über das Paradies erfahren". tazlerin Leyla Roos spricht mit dem Rapper Conny, der mit dem in seinem Genre immer noch sehr präsenten Männlichkeitsfetisch aufräumen will. Ulrich Amling berichtet im Tagesspiegel vom Festival Crete Senesi des Collegium Vocale Gent in Siena. Besprochen wird RafaelSchmauchs Buch "Battlerap" (Jungle World).
Der Pianist AlexanderLonquich ist "einer der begnadetsten und beglückendsten Interpreten unserer Zeit" und momentan obendrein "auf dem Zenit seines Könnens", doch angesichts dessen beim breiten Publikum noch viel zu unbekannt, schreibt Marc Zitzmann in der FAZ, der mit sprühendem Enthusiasmus alles daran setzt, dies zu ändern. Bei Lonquich kommt man "kaum heraus aus dem Staunen, wie sauber und souverän Lonquich sein Handwerk beherrscht. Das meint nicht vordergründige Brillanz und Bravour, sondern den Feinschliff. Die Fähigkeit etwa, Stimmverläufen und Strukturen durch das milligrammgenaue Austarieren von Doppelgriffen und Akkorden in beiden Händen Prägnanz ohne Penetranz zu verleihen. Oder die Steuerung der Polyphonie gleichsam durch drei oder vier unabhängige Hirne. ... Lonquichs quasiidealen Mozart möchte man ähnlich beschreiben wie den 'David' in seiner Wahlheimatstadt Florenz: muskulös ohne Steroide, elegant ohne Manieriertheit, superlativisch proportioniert ohne das geschleckt Unpersönliche eines Vorzeigemodel(l)s." Youtube-Aufnahmen davon liegen zwar vor, sind aber "leider klanglich eingeebnet", wie Zitzmann warnt.
Außerdem: Frederik Hanssen blickt für den Tagesspiegel ins Programm des MusikfestsBerlin, das in wenigen Tagen beginnt. Gerrit Bartels schwelgt im Tagesspiegel in Erinnerungen an Musik, die er dem kürzlich verstorbenenAlfredHilsberg verdankt.
Besprochen werden Billy Shebars und David Roberts' "kaleidoskopartiges" Kinoporträt "Monk in Pieces" über die Komponistin MeredithMonk, das laut tazlerin Stephanie Grimm "selbst ein kleines Kunstwerk ist", AsmikGrigorians Liederabend bei den SalzburgerFestspielen (SZ) und neue Popveröffentlichungen, darunter JamesYorkstons Folkalbum "Songs for Nina and Johanna", das "mit dem Charme des leger Angerichteten und rasch Eingefangenen besticht, wie Karl Fluch im Standardschreibt.
Zu Beginn des LucerneFestival waren "gleich mehrere Dirigenten erleben, bei denen das Geheimnis ihrer Kunst" im "Grenzbereich zur Magie und zum Irrationalen zu liegen schien", berichtet Christian Wildhagen in der NZZ. RiccardoChailly etwa - sicherlich einer der "präzisesten Dirigenten unserer Zeit" - fokussierte beim Eröffnungskonzert bei Mahler "gerade nicht auf Entfesselung, sondern auf die gezielte Dosierung des Ausdrucks, der aber durch die Sublimation eine unerhörte Intensität und innere Freiheit gewinnt. Diese Verdichtung durch Verzicht auf jede bloß äußerliche Leidenschaftlichkeit ist eins der Paradoxe bei der Interpretation von Musik. Wenn sie gelingt, entstehen, wie hier, oft Sternstunden." Ein weiterer im Bunde ist SimonRattle: Bei ihm "kann man eine Entwicklung beobachten, die sich bei vielen Dirigenten im Alter verstärkt: Sie bauen immer souveräner auf ihren Erfahrungsschatz, modellieren als Meister des Überblicks in erster Linie Formverläufe und setzen zugleich an allen Schlüsselstellen, die sie genau kennen, Wegmarken und Akzente. Das eröffnet den Musikern Freiräume." Mit Sorge beobachtet Axel Brüggemann auf Backstage Classical eine sich im Klassikbetrieb wieder breitmachende Unbekümmertheit, die Musik am liebsten wieder nur Musik und Politik nur Politik sein lassen möchte. Wenn Teodor Currentzis durch die Lande tourt, werde dazu in erster Linie gute Stimmung verbreitet, bei François-Xavier Roth gebe es auch keine nennenswerten Nachfragen mehr. "So wurde dieser Klassik-Sommer auch ein Sommer der vermeintlichen Normalisierung des alten Geschäfts." Oder "mit anderen Worten: War was? Ist was? Wollen wir nach diesem Sommer wirklich so weiter machen wie immer? Oder wäre es nicht gerade jetzt an der Zeit, auch in der Kultur ein politisches Bewusstsein zu etablieren?"
Weiteres: Stephanie Grimm blickt in der taz ins Programm des heute beginnenden Berliner Popkultur-Festivals. Karl Fluch blickt im Standard-Gespräch mit dem Nino aus Wien auf die seit 15 Jahren anhaltende Austropop-Renaissance zurück. Ljubiša Tošić berichtet im Standard vom Jazzfestivalin Saalfelden.
Besprochen werden BernardMacMahonsNetflix-Doku über LedZeppelin (Standard), ein Konzert des Royal Concertgebouw Orchestra in Salzburg (Standard) und Renée Rapps Popalbum "Bite Me" (SZ).
Albrecht Selge hört für die FAZ Kammermusik beim Molyvos International Music Festivalauf der Insel Lesbos. Elmar Krekeler flaniert für die WamS mit dem Bariton ChristianGerhaher durch Bad Kissingen. Julie Queloz spricht im Tages-Anzeiger mit der Schweizer Sängerin VendredisurMer. Christian Schachinger freut sich im Standard auf das Wiener Konzert der Band Goat, denn "irgendwie kann einen diese Musik total begeistern". Peter Richter schreibt in der SZ einen Nachruf auf den Gitarristen BrentHinds der Progressive-Metal-Band Mastodon, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist.
Besprochen werden ein Jazzkonzert von JacobKarlzon in Frankfurt (FR) und das Album "The New Eve is Rising" von TheNewEves (Standard).
"Auch wer viel hört, hat so etwas noch nicht gehört: ein R'n'B-Album, das so wahnsinnig cool ist, obwohl es sich so irrwitzig uncool aufführt", staunt Joachim Hentschel in der SZ über "Baby", das neue Album von Dijon, dem Hentschel bereits gute Chancen ausrechnet, demnächst absolut durch die Decke zu gehen. Zwar könnte "der Zuckerschock-Soul, den Dijon hier zwar nicht erfindet, aber zu einer atemberaubenden Schlüssigkeit führt, mehrfach verspiegelt, schlaflos gestottert und mit endlos entspannter Hyperaktivität durchtanzt (...) auch auf dem Friedhof der Konsensplatten landen. Bei der Musik, die alle in den Himmel loben, aber keiner hört, weil sie fürs normale Leben zu anstrengend ist. Hier, da wagen wir mal eine Prognose, wird das nicht passieren. Weil Dijon - mitten in seinem Rummelplatz des R'n'B-Pointillismus, dem Kabinett der verschiedenen Hallkammern, den lustigenSchlüsselreiz-Samples und Prince-Referenzen - mit so unfassbar viel Herz am Werk ist." Zu erleben ist hier eine "große Feier der Lebendigkeit, mitten im Auge der Dekonstruktion".
"Dijons Musik ist abstrakt und lautmalerisch", schreibt Mathis Raabe auf Zeit Online. "Sie klingt zwar collagiert - man soll die Übergänge ruhig bemerken, die Schnitt- und Klebestellen, an denen der Kitt hervorquillt -, aber sie klingt auch vertraut, nach Funk, Soul und R&B vergangener Jahrzehnte. Vor allem seine Verehrung für Prince kann Dijon kaum verbergen. (...) Wären Laptops und erschwingliche Schnittprogramme schon zu dessen Zeiten üblich gewesen, hätte er womöglich ähnliche Musik gemacht wie Dijon."
Weiteres: Bertram Job erzählt in der taz von seiner Reise durch Nordirland auf den Spuren von VanMorrison, der Ende des Monats 80 Jahre alt wird. Für die SZ spricht Andrian Kreye mit dem Jazzpianisten JonBatiste, der mit "Big Money" gerade ein neues Album veröffentlicht hat.
Besprochen werden UlrikeHaages und EricSchaefers Album "Sternenhimmel" mit Musik zur Hörspielversion von RaoulSchrottsBuch "Sternenhimmel der Menschheit" (FR), eine Neuausgabe des Talking-Heads-Album "More Songs About Buildings and Food" (Standard) sowie MaximePascals und LeBalcons Auftakt der Boulez-Reihe bei den Salzburger Festspielen (Standard).
"Die Berliner Clubcommission hat ein Antisemitismusproblem", stellt der Berliner DJ Thorsten Sommer in der Welt fest. Im Zuge des 7. Oktobers häuften sich Fehlgriffe und wirres Social-Media-Verhalten (ausgerechnet die Mitbegründerin der internen "Awareness Akademie" likte auf Instagram Postings, in denen der 7. Oktober als Form des legitimen Widerstands dargestellt wurde) und auch jüngst gibt es wieder zu Irritationen Anlass: "Das 2024 neu gewählte Vorstandsmitglied Zuher Jazmati ... markierte vor Kurzem auf Instagram einen Beitrag der 'Student Coalition Berlin mit einem 'Gefällt mir'." Das Posting "zeigte eine Palästina-Flagge sowie einen Paraglider - eine eindeutige Anspielung auf den Hamas-Angriff auf das Nova-Festival - und war mit den Worten '...until total liberation' versehen." Auf Kritik daran reagierte Jazmati "mit einer Instagram-Story, in der er sich demonstrativ mit einer Cap zeigte, auf der ein rotes Dreieck prangt. Das Symbol wird unter anderem in der israelfeindlichen 'Pro-Palästina'-Szene als Ausdruck von Solidarität mit der Hamas verwendet."
Weiteres: Julian Weber (taz) und Philipp Krohn (FAZ) schreiben zum Tod des Musikmanagers AlfredHilsberg (weitere Nachrufe bereits hier). Helene Slancar denkt im Standard über die Gründe nach, warum die Pop- undRockdinosaurierderBoomer-Jahrzehnte gerade wieder so angesagt sind. Joachim Hentschel spricht in der SZ mit JohnFogerty, der sich nach vielen Jahrzehnten die Rechte an seinen Songs zurückgekauft hat. In der FAZ gibt Julia Schymura Lehrern Tipps für den digitalenMusikunterricht.
Besprochen werden BillyShebars und DavidC. Roberts' Kinoporträt "Monk in Pieces" über die Komponistin MeredithMonk (FR), der Auftakt der Boulez-Hommage bei den SalzburgerFestspielen (Presse), ein Auftritt von ChappellRoan in Zürich (NZZ) und das neue Album von Haim (Jungle World).
Kaum jemand in Deutschland hat Punk und andere Nischenmusik so auf den Weg gebracht wie AlfredHilsberg - erst als Journalist für Sounds in den Siebzigern, später dann als Labelbetreiber von ZickZack bis What's So Funny About. Jetzt ist er im Alter von 77 Jahren gestorben. Ja, ohne ihn "wäre die Geschichte der deutschen Popmusik eine andere gewesen", schreibt Jens Balzer in der Zeit. "Die ersten Bands, die er veröffentlichte, hießen Geisterfahrer, Abwärts und FreiwilligeSelbstkontrolle; in letzterer spielte der Journalist ThomasMeinecke, der später auch als Schriftsteller zu Bekanntheit gelangte. 1981 brachte ZickZack die erste EP ('Kalte Sterne') und das erste Album der EinstürzendenNeubauten heraus: 'Kollaps' prägte mit seinem infernalischen, selbstbewusst amusikalischen Krach und den romantisch-nihilistischen Texten des Sängers Blixa Bargeld eine ganze Generation junger Menschen, die mit der Gesamtsituation unzufrieden waren. ... Die von Hilsberg geförderten Bands bildeten gemeinsam eine deutschsprachige Pop-Avantgarde, in der wirklich etwas Neues passierte. Wenn es eine Neue Deutsche Welle gab, die diesen Namen verdiente, dann hat Alfred Hilsberg sie erfunden."
Als zentrale Initialzündung für ZickZack nennt Balzer die Compilation "Geräusche für die 80er", wir hören rein:
Hilsberg war allerdings auch so verdienstvoll, wie er berüchtigt war. "Mit Marketingstrategien, Bandpflege und Imageproduktionen hatte er es nicht so", schreibt Gerrit Bartels im Tagesspiegel. "Was da war, sollte raus, und das sollte bitte schön quer zum Markt liegen, echter Punk und Noise halt. In Jürgen Teipels Film 'Verschwende Deine Jugend' erzählt ein Musiker im Rückblick, wie das bei Hilsberg zuging: 'Alfred zog auf Anfrage einen Schuhkarton unterm Bett hervor und gab ein paar Hunderter heraus'. Und auch in Christoph Meuelers 2016 veröffentlichter, unautorisierter Hilsberg-Biografie 'Das ZickZack-Prinzip' erinnert sich der Family-Five-Musiker Xao Seffcheque, dass ZickZack 'das beste Label der Welt mit der schlechtesten Zahlungsmoral der Welt war'." Stimmt schon, Hilsberg "war eine Naturgewalt", schreibt Thomas Venker im Kaput Mag und gibt diverse Anekdoten zum Besten, die diese Einschätzung anschaulich unterstreichen. Um Regeln, Security und ähnlich Lästiges kümmerte er sich selten: "Gut, dass er sich dann irgendwann aus dem Betrieb zurückgezogen hat, bevor dieser nur noch von Beamten geführt wurde." Aber "die Welt ohne Alfred ist eine kältere. Mach es gut, OldNobody."
Außerdem: In der NZZfreut sich Marco Frei, dass der BoswilerSommer sich in seiner Neuausrichtung von den Experimenten zur mehr Offenheit des Davos-Festival inspirieren lässt. Jan Brachmann resümiert in der FAZ die "Raritäten der Klaviermusik" in Husum. Ljubiša Tošić blickt für den Standard vorab aufs JazzfestSaalfelden. Yuval Dvoran führt im VAN-Magazin durch die Musik von MariaHerz, die vor etwa 100 Jahren (damals noch unter Verwendung des Vornamens Albert ihres zuvor verstorbenen Mannes) mit ihren Kompositionen wahre Begeisterungsstürme beim Publikum hervorrief.
Besprochen wird das Album "Vom Jandln zum Ernst" von ChristianMuthspiel und dem OrjazztraVienna (FR).
Gerald Felber resümiert in der FAZ mit sehr langen, am frühen Morgen nicht immer gleich auf Anhieb durchdringbaren Schachtelsätzen die ersten Tage des LucerneFestivals in der Schweiz. Den Auftakt bestritt das Lucerne Festival Orchestra unter RiccardoChailly mit Musik von PierreBoulez und GustavMahler. Bei Letzterem und seiner unvollendeten, von Deryck Cooke fertiggestellten Zehnten Sinfonie traten die "über das Klangliche hinaustretenden, tief Innermenschliches zum Reden bringenden Seiten" der Musik zum Vorschein. "Was die Musiker und Chailly hier in erschütternder, sich von Satz zu Satz neu hingebender Weise ausspielten, war die gähnende Kluft zwischen der völligen Entleerung und dem aschigen Zerfall einstiger Bindekräfte und der dennoch verzehrenden Sehnsucht nach endgültiger Geborgenheit; nicht mehr Visionen und Sehnsüchte, sondern nur noch Visionen von Visionen und Sehnsüchte nach Sehnsüchten, Gesänge des unmöglich Gewordenen, in deren Trance man als Hörer förmlich hineingezwungen wurde, so dass das Ende des langen Abends nach Mahlers finaler, ins Endlose ragender Resignation trotzdem gleichsam zu früh kam, weil nicht nur Lust, sondern manchmal auch Schmerz nach Ewigkeit verlangen kann."
Weiteres: Nadine Conti berichtet in der taz von den Problemen mit den Behörden, die sich in diesem Jahr dem Festival "Jamel rockt den Förster" stellten, mit dem das Künstlerehepaar Horst und Birgit Lohmeyer dem fest in rechtsextremer Hand befindlichen Dorf Jamel in Mecklenburg-Vorpommern etwas entgegen setzen wollen. In der FAZgratuliert Jan Wiele dem Deep-Purple-Sänger IanGillan zum 80. Geburtstag.
Besprochen werden Tylers Album "Don't Tap the Glass" (FR) und neue Veröffentlichungen anspruchsvoller Musik, darunter DinoSaluzzis gemeinsam mit JoséSaluzzi und JacobYoung aufgenommenes Tango-Album "El Viejo Caminante" (Standard).
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