Mit ihrer ungeheuren Einbildungskraft haben die Menschen in den Sternen ihre ältesten Kunstwerke geschaffen und dadurch ihre Kulturen dargestellt. Dieser Atlas versammelt 17 Sternenhimmel von allen Kontinenten: von den Alten Ägyptern bis zu den australischen Aborigines, aus China, Indien und Tahiti, von den Inuit, Buschleuten und den Tuareg. Unser Großer Wagen war für die Maya ein göttlicher Papagei, für die Inka der einbeinige Gott des Gewitters, für die Inuit ein Elch, für die Araber eine Totenbahre.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.06.2025
Rezensent Arno Widmann gibt sich in seiner hymnischen Besprechung als bedingungsloser Raoul Schrott-Ultra zu erkennen: Für ihn ist die Lektüre des neuen Buches schon eine existenzielle Erfahrung voll "überwältigender Fülle", bevor sie wirklich begonnen hat. Über 17 Sternenhimmel und ihre Auslegungen vom alten Ägypten bis zu den Inuit schreibt Schrott, die für Widmann gleichermaßen beeindruckenden Illustrationen kommen von Heidi Sorg. Es gibt hier beispielsweise zu lernen, dass es im Sumerischen das Sternbild "Lohnarbeiter" gab, aus dem das heutige Sternzeichen Widder entstanden ist. Für den Kritiker ist es besonders wohltuend, mit welcher Gründlichkeit Schrott seine Überlegungen schildert und auslotet, vermittelt, dass in früheren Zeiten das Sternelesen und Deutenkönnen für die Landwirtschaft überlebenswichtig war. Die schiere überwältigende Wissensfülle, mit der Raoul Schrott hier operiert, lässt Widmann in einem beglückenden Zustand zwischen Freude und Überforderung zurück, dem er sich gerne hingibt.
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