Beim
Massaker von Jedwabne ermordeten 1941 polnische Einwohner bis zu 1000 Juden, während deutsche Soldaten zuguckten. Viele Polen leugnen jedoch eine Mitverantwortung, wovon in diesem Jahr
große Plakattafeln zeugten, berichtet Stefan Locke in der
FAZ, auf denen beispielsweise zu lesen stand: "Beweise und Zeugenaussagen widerlegen die Behauptungen über eine polnische Täterschaft am Mord an den Juden in Jedwabne". Das ist nicht richtig, wie u.a. der polnische Historiker Jan T. Gross
dokumentiert hat. "Am Gedenktag selbst marschierte jedoch der polnische Antisemit
Grzegorz Braun, der seit 2024 Abgeordneter im Europaparlament ist und bei der Präsidentenwahl mehr als eine Million Stimmen erhalten hatte, mit einem Häuflein Anhänger, die polnische Fahnen und Transparente mit Aufschriften wie 'Lüge' und 'Wir wollen die Wahrheit' trugen, zur Gedenkfeier. Von dort aus ließ er sich zum Interview mit einem polnischen Radiosender verbinden und erklärte, dass in Jedwabne 'ein weiteres Spektakel vorbereitet' werde, nämlich 'ein Akt
antipolnischer,
jüdischer Propaganda mit einer staatlichen Feier und Polizeischutz', während es viele Polen gebe, die die Wahrheit forderten." Nachdem er noch den Holocaust geleugnet hatte, versuchte er, "Polens Oberrabiner Michael Schudrich
zu verhaften. Es war in Anwesenheit auch von Vertretern des Staates und der katholischen Kirche ein unwürdiges Spektakel. Polnische Medien nennen es einen Skandal."