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Stichwort "Thomas Bernhard"


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Thomas Bernhard

Thomas Bernhard wurde 1931 in einem Heim für ledige Mütter des Klosters Heerlen bei Maastricht/Holland geboren. Seine Mutter, eine Österreicherin, arbeitete als Dienstmädchen in Holland. Bernhard wuchs im salzburgisch-südbayerischen Raum teils bei seinem Großvater mütterlicherseits, dem Schriftsteller Johannes Freumbichler, teils bei seiner nun verheirateten Mutter auf. Diese steckte ihn 1941 in ein Heim für schwer erziehbare Kinder in Saalfeld (Thüringen). 1944 kam Bernhard ins Johanneum in Salzburg. Er brach die Schule ab und begann eine Kaufmannslehre, erkrankte jedoch mit 16 Jahren an Lungentuberkulose und musste in verschiedenen Kliniken behandelt werden. Danach arbeitete Bernhard als Journalist und Kritiker. Von 1955 bis 1957 studierte er am Mozarteum in Salzburg Gesang, Dramaturgie und Schauspielkunst. 1957 erschien sein erster Gedichtband: "Auf der Erde und in der Hölle". Für seinen Debütroman "Frost" (1963) wurde Thomas Bernhard 1965 mit dem Literaturpreis der Freien und Hansestadt Bremen ausgezeichnet. In rascher Folge veröffentlichte er Romane und Erzählungen: "Amras" (1964), "Verstörung" (1967), "Das Kalkwerk" (1970), "Korrektur "(1975), "Der Untergeher" (1983), "Holzfällen" (1984), "Alte Meister" (1985) und "Auslöschung" (1986). Ab 1970 wurde Bernhard auch zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Dramatiker; insgesamt achtzehn Theaterstücke wurden uraufgeführt. Bernhard gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts und dies wurde auch anerkannt. So wurde er 1970 mit dem Georg-Büchner-Preis, 1983 mit dem Premio Mondello und 1988 mit dem Prix Medicis ausgezeichnet. Doch seine Romane und Theaterstücke lösten oft auch Empörung und Skandale aus. Sein Roman "Holzfällen" (1984) wurde nach Erscheinen in erster Instanz in Österreich verboten, weil sich der Komponist Lampersberg bösartig karikiert fand. Thomas Bernhard starb 1989 in Gmunden. In seinem Testament verfügt er, dass seine Werke in Österreich weder nachgedruckt noch aufgeführt oder auch nur rezitiert werden durften. Dieses Verbot wurde allerdings im Juli 1998 aufgehoben.