Er war über Jahrzehnte und bis zu seinem Tod 1989 die dominierende Erscheinung in der österreichischen Gegenwartsliteratur. Seine Literatur ist ohne seine Lebensumgebung nicht zu denken, sie ist österreichisch par excellence und gehört zum festen Bestand der Weltliteratur. Er war präsent und öffentlich wie keiner seiner Kollegen und galt gleichzeitig als einzelgängerisch und unzugänglich. Er war in aller Munde und doch ein Unbekannter. Erika und Wieland Schmied sind zwei von wenigen Menschen, denen es gegönnt war, Thomas Bernhard privat, als Nachbar und als Freund zu erleben. Ihr Bild von Thomas Bernhard stützt sich auf die Erinnerung an unzählige Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse und ist dokumentiert in Hunderten von Fotos.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.12.2008
Ganz hingerissen zeigt sich Rezensentin Christine Dössel von Erika und Wieland Schmieds Bildbiografie über Thomas Bernhard. Der opulente Bildband bietet ihres Erachtens eine rundum gelungene Annäherung an den Schriftsteller und Menschen Bernhard. So findet sie im ersten Teil des Buchs die Stationen von Bernhards Kindheit und Jugend abgelichtet, im zweiten eindrucksvolle Porträts des Schriftstellers und im dritten Aufnahmen der Schauplätze, die in seiner Prosa vorkommen. Besonders fasziniert haben Dössel die "schönen, intimen Schwarzweiß-Fotografien" im Mittelteil des Buchs. Fast ein wenig erstaunt scheint sie darüber, in welch aufgeräumter Stimmung viele Fotografien Bernhard zeigen. Ob beim Eisschlecken, Mosttrinken, in kurzen Hosen oder auf der Kirchweih - selten hat sie den für seine Negativität bekannten Bernhard derart entspannt gesehen. "Alle Bernhardianer", resümiert die Rezensentin, "wird diese fotografische Spurensuche entzücken und beglücken."
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